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Teaserbild: Drei Tage Zugspitze

Drei Tage Zugspitze

Drei Tage ZugspitzeJuli 2004: Vom Parkplatz in Hammersbach bei Garmisch-Partenkirchen aus ging es am späten Nachmittag durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte. Nach einer Übernachtung Aufstieg über den Höllentalsteig zum Gipfel. Nach einer ausgiebigen Rast dann Abstieg auf der österreichischen Seite über den Westweg zur Wiener-Neustädter Hütte. Nach einer weiteren Übernachtung Abstieg zum Eibsee und von dort aus zurück zum Parkplatz Hammersbach.

Warum ZUGSPITZE

Mit 2962 m ist die Zugspitze der höchste Berg Deutschlands und eine Besteigung über den Höllentalsteig eine echte Herausforderung. Der hier beschriebene Weg ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und führt durch die eindrucksvolle Höllentalklamm und über einen der wenigen Gletscher Deutschlands.

HöllentalklammKurz vorm GipfelBlick zur Zugspitze (von Wolke verdeckt)

Was Sie schon immer über die ZUGSPITZE wissen wollten…

Wie sieht die Tour genau aus?
Ausgangspunkt der Tour ist der Parkplatz in Hammersbach bei Garmisch-Partenkirchen. Hier kann man sein Auto für ca. 7 Euro drei Tage lang parken. Von dort aus führt ein bequemer Wanderweg zum Eingang der Höllentalklamm. Für die Klamm wird ein Eintritt von 2,50 Euro – bzw. 1,50 Euro für DAV-Mitglieder – verlangt. Alternativ kann man die Klamm auch über einen kurz vorm Eingang ausgeschilderten Weg umgehen. Die Durchquerung der Klamm ist jedoch ein eindrucksvolles Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Weg führt durch in den Fels gehauene Tunnel und über Brücken direkt oberhalb des reißenden Gebirgsbaches entlang. Kurz hinter dem Ende der Klamm befindet sich die Höllentalangerhütte auf 1379 m Höhe.

Von dort geht es auf einem bequemen Weg weiter zum Beginn des Klettersteigs. Die erste Hürde ist die sogenannte „Leiter“, hier sind ca. 15m mit Hilfe von in den Fels geschlagenen Eisensprossen zu überwinden. Ein weiterer markanter Abschnitt im unteren Teil des Klettersteigs ist das „Brett“. Dabei handelt es sich um eine ca. 30m breite, stark geneigte Felsplatte, die mit Hilfe von Eisenstiften überquert wird. Danach kommt man recht zügig bis zum Rande des Gletschers. Nach dessen Überquerung folgt der zweite und längere Teil des Klettersteigs. Aufgrund der recht kühlen Witterung in diesem Jahr waren der Abschnitt kurz unterhalb des Gipfels noch voller Schnee und die Sicherungseile daher nicht erreichbar. Die Durchsteigung war deshalb etwas knifflig.

Auf dem Gipfel wird man bei schönem Wetter mit einer großartigen Fernsicht für die Mühen des Aufstiegs belohnt. Wir hatten jedoch Pech, denn die Zugspitze war in Wolken gehüllt. Daher mußten wir uns mit einem Blick zu den Seilbahntouristen auf der gegenüberliegenden Aussichtsplattform begnügen. Dort gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, sich zu stärken, z.B. im Münchner Haus (ebenfalls eine DAV-Hütte), im höchsten Biergarten Deutschlands, in einem Restaurant oder in mehreren Imbißbuden.

Der Abstieg erfolgt auf der österreichischen Seite über den Westweg. Dieser ist nicht ganz so schwer und steil wie der Höllentalsteig. Beim Abstieg ist jedoch auf den in unserem Fall noch zahlreich vorhanden Schneefeldern Vorsicht geboten. Die markanteste Stelle des Weges ist der sogenannte Stopselzieher, ein halboffener, kaminartiger Stollen im Fels. Nach ca. 700 Höhenmetern erreicht man die Wiener-Neustädter Hütte auf 2209 m. Von dort aus eröffnet sich ein grandioser Ausblick auf den Eibsee und die umliegenden Berge. Unterhalb der Hütte ist nur noch ein kurzes Stück mit Drahtseilen gesichert. Es folgen Geröllfelder und ein sich scheinbar ewig hinziehender Weg durch schattigen Bergwald direkt zum Eibsee. Hier kann man ein erfrischendes Bad nehmen. Vom Eibsee gibt es stündlich einen Bus zurück zum Parkplatz Hammersbach.

Was ist eigentlich ein Klettersteig?
Ein Klettersteig ist ein mit Drahtseilen gesicherter Weg durch Felswände und über Grate im Hochgebirge. An schwierigen Stellen sind Leitern, Stufen und Stifte aus Eisen als Kletterhilfen angebracht. Gegen Absturz sichert ein sogenanntes Klettersteigset. Dieses besteht aus zwei an ca. einen Meter langen Seilsträngen befestigten Karabinern und wird an einem kombinierten Hüftund Brustgurt angebracht. Die Karabiner werden in die Drahtseile eingeklinkt. Um gegen Steinschlag geschützt zu sein, sollte man immer einen Helm tragen.

Blick zum GletscherHöllentalklammKurz vorm Gipfel

Wie lange ist man etwa unterwegs?
Die folgenden Zeitangaben sind grobe Richtwerte. Je nach Witterung und Kondition können sie sich entsprechend verkürzen oder verlängern.

Parkplatz Hammersbach – Höllentalangerhütte: ca. 3 Stunden
Höllentalangerhütte – Zugspitze: ca. 6 Stunden
Zugspitze – Wiener-Neustädter Hütte ca. 3 Stunden
Wiener-Neustädter Hütte – Eibsee: ca. 4 Stunden

Wo wird übernachtet?
Wir haben uns für die Tour drei Tage Zeit gelassen und dabei in zwei Hütten übernachtet. Die erste Nacht haben wir in der Höllentalangerhütte verbracht. DAV-Mitglieder bezahlen dafür 9 Euro, Nichtmitglieder 18 Euro. In der Wiener-Neustädter Hütte wurde in der zweiten Nacht geschlafen. Hier waren 5,10 Euro (Nichtmitglieder 10,20 Euro) für die Übernachtung fällig. Wenn wegen schlechtem Wetter oder anderen Gründen der Abstieg von der Zugspitze nicht möglich ist, kann man dort im Münchner Haus übernachten. In diesem Fall ist auch eine Rückkehr ins Tal mit der Seilbahn möglich.
Für die Übernachtung in den Hütten empfiehlt sich eine Mitgliedschaft im DAV. An Sommerwochenenden können die Schlafplätze schnell knapp werden. Die Vergabe erfolgt dann bevorzugt an Mitglieder. Zudem zahlt man nur die Hälfte des Übernachtungspreises gegenüber Nichtmitgliedern, man hat Anrecht auf ein relativ günstiges Bergsteigeressen, und alle alpinen Aktivitäten sind versichert.

Welche Voraussetzungen muß man mitbringen?
Die Besteigung der Zugspitze durch das Höllental ist eine recht lange und anstrengende Tour. Eine sehr gute Kondition sollte man daher schon mitbringen. Die Tour läßt sich jedoch auch verkürzen, indem man vom Gipfel mit der Seilbahn ins Tal fährt. Voraussetzung für die Begehung der Klettersteige ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

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