Von Gletschern und Geysiren

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Reiseberichte Europa Island Andrea | 28. Februar 2005

Von Gletschern und GeysirenUnsere Tour ging mit unserem „kleinen Ländy“ (Land Rover Defender 90)
zur Fähre Hanstholm/Dänemark nach Seidisfjördur an der Ostküste Islands. Fahrtdauer der Fähre rund 3 Tage plus (bei der Hinfahrt ) 2 Tage Aufenthalt auf den Faröer-Inseln. Ausgangspunkt auf Island war schließlich das kleine Hafenstädtchen Seidisfjördur. Von da aus umfuhren wir mehr oder weniger mit diversen Abstechern die Insel gegen den Uhrzeigersinn bzw. durchfuhren sie auch von Nord nach Süd. Insgesamt waren wir 6 Wochen und rund 10.000km unterwegs.

Warum Island

Eines vorweg: ICH wollte eigentlich nie so richtig nach Island. Kalt und kahl dachte ich. Umso mehr zog es meinen Freund Helmut hin. Jetzt wo ich in diesem herrlichen, ursprünglichen Land war, möchte ich unbedingt wieder hin! Die klare Luft und diese Farben! Geysire, Gletscher, Islandpferde, Vulkane, ….
Diese Präsenz der Kraft der Naturgewalten – man spürt regelrecht, dass die Erde unter einem lebt! Dehnungszone Thingvellir: Die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte driften durch ständiges Nachschieben der heißen Magma aus dem Erdinneren praktisch permanent auseinander. Island wächst jedes Jahr einige Zentimeter.

Der imposante Tafelberg Herdubreid („breite Schulter“)Mit dem Landy und Kanu durch die SteinwüsteAbenteuerliche Furt – Durchquerung der berüchtigten Krossa

Was Sie schon immer über ISLAND wissen wollten…

Wetter:
O.k. es ist ein Nordland. V.a. der kalte Polarwind kann sehr schneidig sein. Aber dafür ist man ja auch nahe dem nördlichen Polarkreis. Wohl kann es durchaus recht angenehme Temperaturen im Sommer haben, jedoch ist für das isländische Wetter der Spruch : „4 Jahreszeiten an einem Tag“ bezeichnend. Man ist ständig am anund ausziehen. Regengüsse inklusive. Dafür reißt es meist sehr schnell wieder auf. Aber das weiß man vorher, dass die Reise nicht nach Rimini geht. Das Wetter in den 4 Wochen August war zeitweise sogar herrlich! Regenschauer zwischendurch und Nebeltage. Ein Freund der schon 7 mal im August da war, hat uns dies bestätigt. Die Luft und der Himmel ist v.a. bei schönem Wetter malerisch und umwerfend: Das kräftige „Neon-Grün“, dieses klare Blau und die Wolkenfetzen erscheinen zu Hause auf den Bildern nahezu unrealistisch.

Thermalquellen:
Lasst es euch nicht entgehen in den warmen Thermal-Quellen zu baden ! Es ist einfach himmlisch ! (z.B. Blaue Lagune bei Reikjavik oder wer es lieber etwas ursprünglicher mag in Landmannalaugar oder in Viti (Hölle) in der Askja – Caldera.) Ein unvergessliches Erlebnis, auch wenn man tagelang nach Schwefel riecht.

Am Gletschersee Jökulsarlon im SüdenMit dem Kanu auf dem Myvatn (Mückensee)Der imposante Tafelberg Herdubreid („breite Schulter“)

Teuer:
Die meisten Lebensmittel und das Leben sind wie so oft in Skandinavien auch relativ TEUER ! Evtl. etwas Verpflegung schon von zu Hause mitnehmen. Auch Filme etc.

Geländefahrzeug:
Wer – so wie wir – auf Pisten unterwegs ist und selbst mit dem Auto durch die unzähligen Furten will, sollte unbedingt über spezielle Ausrüstung an und in seinem Fahrzeug verfügen. Verlängerte Luftansaugung (Rüssel), GPS, Unterfahrschutz, Reservekanister, Abschlepp-/Bergeseil, Schäkel, Geländereifen etc.

OFF-Road:
Abseits der gekennzeichneten Pisten zu fahren ist strikt verboten und wird teilweise sogar mit Helikoptern überwacht! Wir wurden deswegen 2mal angesprochen (natürlich fälschlicher Weise). Die Reifen hinterlassen in diesem kalten Klima und in dieser hochempfindlichen spärlichen Vegetation oft jahrzehntelang Spuren und zerstören. Keine Sorge – denn abenteuerliche Pisten gibt es ohnehin genug!

Weiterschmökern:


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Short Cuts Island

Beste Reisezeit: ist wohl der Hochsommer auf Island. Für die Hochlandüberfahrten (=Inseldurchquerung) eignet sich fast nur der August, ansonsten sind die Routen meist verschneit. Außerdem liegt Island fast am Polarkreis – damit sind die schier endlosen hellen Sommernächte garantiert !
Anreise: Die Anreise dauert mit dem Pkw und der Fähre der SMYRIL LINE rund 1 Woche (inkl. 2 Tage Aufenthalt auf den Faröer – Inseln). Die Rückreise auf der Fähre ist dann am Stück 3 Tage. Flug nach Reikjavik ist freilich auch möglich und verkürzt die (An-) Reisezeit, die wir aber sehr genossen haben.
Einreise: Benötigt wird ein noch 6 Monate gültiger Reisepass. Typische zeitaufwendige Abwicklung (inkl. warten) an der Fähre.
Sprache: Die Isländer sprechen neben ihrer Heimatsprache Isländisch meist hervorragend Englisch. Viele haben im Ausland studiert.
Geld: Die Währung in Island ist die Isländische Krone. Wir haben stets relativ wenig Bargeld bei uns und eine oder zwei Kreditkarten.

wwwo beginnen

Ice Tourist
isländisches Fremdenverkehrsamt, auch deutsche Seiten

Iceland
virtuelle Islandreise, weitere Island-Links

Island-Reisen
u.a. genaue Infos über die Fähre

Nordland-Shop
alles rund um Skandinavien, u.a. auch aktuelles Kartenmaterial

Island

Literatur

ISLAND
U. Quack, Iwanowski´s Reisebuchverlag, Ideal für individuelle Entdecker.

HB Bildatlas Special
Island, H.E. Rübesamen (Text) und R. Kiedrowski (Bilder) HB Verlag, Hbg. (Schöne Bilder und informative Texte – ideal zum Einlesen und Nachbereiten).

ISLANDSKORT
Landmaelingar Island, TOP Island Kartensammlung 1:250 000 im Ordner, die wir via Internet direkt in Island bestellt haben. Prima, gerade wenn man abseits unterwegs sein möchte. (Isländisches Landesvermessungsamt: http://www.lmi.is)

„Klassiker“ der Islandliteratur:
Die „Islandglocke“ von Halldor Laxness sowie v.a. die Triologie von Einar Kárasson.