Menü auf Amharisch: Getränke oder Speisen??

Menü auf Amharisch: Getränke oder Speisen??Nach einer 100km-Wanderung durch den Bale Mountain NP fuhren wir mit dem Bus durch das Rift Valley über Addis in den Süden, nach Arba Minch zum Nechisar NP und von dort über Awasa nach Addis zurück. Zum Abschluss der sechs Wochen unternahmen wir noch Rundflug auf der „Historical Route“ (Addis – Bahir Dar – Lalibela – Aksum – Addis).

Warum Äthiopien

Ich studiere Geographie. Im Hauptstudium ist eine Auslandsexkursion Pflicht. Warum sollte man, wenn auch Ziele wie Äthiopien angeboten werden, nach Südfrankreich fahren? Zumal in Äthiopien die Wiege der Menschheit steht. Außerdem bietet Äthiopien bis auf Küste sämtliche Naturräume wie Hochgebirge, Regenwald und Wüste – aber auch uralte christliche Kultur und die viertheiligste Stadt des Islam.

Zebu-Rinder im Rift ValleyUnser Lager am Wararo CampsiteEtwa 600 Jahre alte Bibel aus Ziegenleder in einem der Klöster des Tana-Sees

Was Sie schon immer über Äthiopien wissen wollten…

Zeitrechnung auf Äthiopisch
In Äthiopien wird die Zeit auf eine uns fremde Weise angegeben: Der äthiopische Tag startet mit Sonnenaufgang um eins (in unserer Zeit 7.00 Uhr früh), und endet mit Sonnenuntergang um zwölf (bei uns 6.00 Uhr abends). Danach geht’s wieder mit eins los. Im Geschäftsleben ist aber auch die europäische Zeitangabe gebräuchlich. Im Zweifel sollte man auf jeden Fall fragen ob die „europäische“ oder die „äthiopische“ Zeit gemeint ist. Außerdem gilt in Äthiopien der Julianische Kalender. In diesem beginnt das neue Jahr in unserem September und es hat 12 Monate mit 30 Tagen und einen mit 5 oder 6 Tagen. Der Kalender ist auch etwa 7,5 Jahre hinter unserer Zeitrechnung.

Wie kommt man mit der Armut der Menschen zurecht?
Wie in den meisten Ländern gilt man auch in Äthiopien, einem der ärmsten Länder der Welt, als Weißer gleich als reicher Mensch. Was man ja im Endeffekt auch ist, auch wenn man das unter hiesigen Bedingungen anders sehen kann. Vor allem Kinder stürmen einen in den Orten mit den Worten „give me Birr“ sehr zahlreich aber freundlich entgegen. Man sieht auch jede Menge Kranke und Alte für die das Betteln die einzige Einkommensquelle ist. Wir haben es so gehandhabt, dass wir Kindern grundsätzlich nichts gegeben haben, denn wenn man einem etwas gibt, wollen alle etwas und das wird dann ganz schnell unangenehm und kann auch die Reisekasse durchaus dezimieren. Wir haben vor allem alten, kranken und behinderten Menschen etwas gegeben. Das muss auch nicht immer gleich ein ganzer Birr sein, für diese Menschen wäre dieser Betrag auch eine ungewohnt „große“ Spende.

Eine der 12 in den Fels geschlagenen Kirchen LalibelasNoch lachen wir. Der erste Injera.Zebu-Rinder im Rift Valley

Wie sicher ist Äthiopien?
Grundsätzlich sind die meisten Menschen in Äthiopien gastfreundschaftlich und freundlich. Allerdings gibt es in Addis Ababa wie in jeder anderen Großstadt mit hohem wirtschaftlichen Gefälle Viertel in denen man sich vorsichtig bewegen muss. Hierbei denke ich vor allem an den „Mercato“. Hierbei handelt es sich um den größten Markt Afrikas. Auf diesem gibt es sehr viele Taschendiebe die es sowohl auf die Einheimischen aber eben auch auf die wenigen Touristen abgesehen haben. Auch in den Minibussen die in der Hauptstadt verkehren ist Vorsicht vor Taschendieben angeraten. In den ländlichen Bereichen bewegt man sich sehr sicher. Allerdings gibt es schon Bereiche in denen das Reisen nicht so ganz sicher ist, vor allem der Ogaden (der Grenzbereich zu Somalia) und die Danakil-Wüste sollte man mit Vorsicht genießen. Im Grenzbereich zu Eritrea liegen noch sehr viele Landminen. In jedem Falle sollte man vorher mal auf der Seite des Auswärtigen Amtes vorbeischauen.

Gibt es gesundheitliche Risiken?
Ein großes Risiko stellt vor allem in der Regenzeit die Malaria in Teilen des Landes dar. Sobald man sich unter 2200m NN befindet hält man sich im Malariarisikogebiet auf. Es handelt sich hier um Malaria tropica mit Risikostufe C, also einer Sache, mit der auf gar keinen Fall zu spaßen ist. Ich würde in jedem Falle zu einer Malariaprophylaxe raten. Hierbei hat man drei Möglichkeiten. Zum Ersten Lariam: ist relativ günstig, kann aber sehr starke Nebenwirkungen bis zu Hyperaktivität und langanhaltenden psychischen Problehmen führen. Zweitens: Malerone. Ist wohl sehr gut verträglich, kostet allerdings auch sehr viel. Als dritte Variante ist Doxycyclin anzuführen. Hierbei handelt es sich um ein normales Breitbandantibiotikum das in Deutschland zur Malariaprophylaxe NICHT zugelassen ist. Es ist aber recht günstig und wird auch in Deutschland von Tropenmedizinern empfohlen. Als Nebenwirkung ist bei diesem mittel eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut angegeben, allerdings hatte ich auch keinen stärkeren Sonnenbrand als die anderen. Aber wer hier empfindlich ist sollte wohl doch zu Malerone greifen. Ansonsten sollten die üblichen Impfungen vorhanden sein, also Hep A/B, Typhus, Menigokocken-Meningitis, Tetanus, Diphtherie, Polio. Nicht vergessen werden sollte das Aids auch in diesem Land ein sehr großes Problem darstellt.

Wie ernährt man sich in Äthiopien?
Das Essen in Äthiopien is(s)t gewöhnungsbedürftig. Als Hinterlassenschaft der kurzen italienischen Besatzungszeit kann man in jedem noch so kleinen Dorf Spaghetti bekommen. Diese werden allerdings kalt serviert und wenn man Glück hat, bekommt man ein warme Soße dazu. Die eigentlich traditionelle Nahrung stellt Injera dar. Hierbei handelt es sich um einen eierkuchenartigen Teigfladen. Diese werden im voraus zubereitet. Also auch sie sind kalt, wenn man sie isst. Auf diesem Fladen sind verschiedene Soßen, Fleisch, Gemüse, etc. verteilt. Gegessen wird indem man vom Injera Teigstücken abreißt und mit diesen dann „in die Soßen greift“. Der Injera Teig schmeckt säuerlich, die Soßen sind mitunter sehr scharf, alles in allem gewöhnungsbedürftig. Was man in Äthiopien nicht verpassen sollte ist der Kaffee. Dieser wird für gewöhnlich sehr süß getrunken. Aber ich habe noch nirgendwo einen besseren erlebt.

Weiterschmökern:


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Short Cuts Äthiopien

Beste Reisezeit: Äthiopien wirbt mit dem Slogan „13 Month of Sunshine“ und damit haben sie auch recht. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über etwa gleich bei ca. 25°C. Man sollte nur bedenken, das von März bis April und von Mitte Juni bis Ende September Regenzeit ist. In dieser Zeit ist auch das Malariarisiko am höchsten. Aber im Anschluss an die große Regenzeit ist das Land wunderschön grün.
Anreise: Sowohl Ethiopian Airlines als auch Lufthansa bieten mehrmals in der Woche Direktflüge von Frankfurt/Main nach Addis Ababa an. Wer auf dem Landweg in das Land gelangen will, sollte beachten, dass wegen des andauernden Konfliktes mit Eritrea, der momentan ruhig aber keinesfalls gelöst ist, die Grenze zwischen den beiden Staaten gegenwärtig geschlossen ist.
Einreise: Das erforderliche Visum ist problemlos bei der äthiopischen Botschaft in Berlin zu bekommen. Für die Einreise ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht.
Sprache: Die Amtsprache in Äthiopien ist Amharisch. In den Städten ist es aber kein Problem sich auf Englisch zu verständigen. Auf dem Lande kommt es schon mal vor, dass erst jemand geholt werden muss, der Englisch spricht. Das Amharische hat auch eine eigene Schrift die für einen Europäer nicht entzifferbar erscheint. Es kommt vor, dass man in eine Speisekarte schaut und nicht weiß, auf welcher Seite nun die Getränke und auf welcher die Speisen stehen!
Geld: In Äthiopien wird mit Birr bezahlt. Beim Geldtausch in grossen Städten hatten wir weder mit unseren mitgebrachten Dollars noch mit den Traveller Cheques (in Dollar) ein Problem. Zumindest in Addis ist es auch möglich Euro zu tauschen. Kreditkarten werden lediglich in den teuren Hotels und von Fluggesellschaften akzeptiert.

wwwo beginnen

Geländepraktikum Äthiopien
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Ethiopia on the Net
Eine umfangreiche Linksammlung zum Thema Äthiopien

Journey through Ethiopia
Eine interaktive Reise durch Äthiopien

Äthiopien

Nicht vergessen

Mückenschutz (da Malaria-Risiko)
Sonnencreme und -brille
Wasserentkeimer
warmen Schlafsack - in den Bergen hatten wir nachts etwa
–10°C

Literatur

Äthiopien
von R. Dippelreither, erschienen im Conrad Stein Verlag, war sehr wenig hilfreich und zum Teil schlichtweg falsch.

Ethiopia & Eritrea
von J.-B. Carillet & F. L. Gordon, erschienen im Lonely Planet Verlag. Zum Zeitpunkt unserer Reise grade frisch aufgelegt. Sehr uverlässige Angaben, aber zum Teil wenig Hintergrundinfos.

Äthiopien
von K. Hildemann & M. Fitzenreiter, erschienen im Reise Know-How Verlag. Ein gutes Buch, zum Teil nicht mehr ganz aktuell, aber umfangreiche Hintergrund-informationen.