Mmmh, Affenhirn und Hühnerfuß!

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Reiseberichte Asien China Martin | 28. Februar 2005

Mmmh, Affenhirn und Hühnerfuß!Fünf Wochen sollte unsere Chinareise dauern. Ich akklimatisierte mich die ersten zwei Tage in der 18 Millionen Stadt. Dann fuhren wir mit dem Nachtzug nach Xian, wo wir die Terrakotta-Arme besichtigten. Am nächsten Tag tuckerten wir weiter nach Chengdu. Von dort machten wir einen 10 tägigen Ausflug nach Tibet. Wieder im Chengdu eingetroffen, buchten wir eine vier-Tagesrundfahrt in die Nationalparks Jiuzhaigou und Huang Long. Nun durchquerten wir China Richtung Südosten, vorbei an Yuanshou bei Guillin, Guangzhou, nach Macau. Von dort aus setzten wir mit der Fähre nach Hong Kong über.

Warum China

Die Gründe sind verschieden, miteinander verstrickt. Mich interessierte wie die rund 1,3 Milliarden Leute des bevölkerungsreichsten Landes dieser Erde leben. Vor unserer Reise konnte ich Chinas unvorstellbare Vielfalt der Natur und Kultur nur erahnen. Ich wollte die vielen kleinen und großen Unterschiede spüren. Life und in Farbe. Der Reiz des Unbekannten – mit Chinesen zu kommunizieren, das Land zu riechen und Hühnerfußsuppe zu schmecken – fesselte mich. Außerdem wartete mein Freund Lars in China, darauf dass ich ihn abholte.

Reisbauern bei der Arbeit in YangshouPagode des Liu Rong TempleFlussüberquerung bei Yangshou

Was Sie schon immer über CHINA wissen wollten…

Wie habt Ihr euch verständigt?

Die Kommunikation stellte sich als schwierig heraus. Englisch ist kein Garant für Verständnis, schon gar nicht auf dem Lande. Wenn man also nicht auf die Willkür der Chinesen setzen möchte, ist man gut beraten, sich aus der Heimat einige Wörter mitzunehmen. Oder besser noch, man lässt sich einige Zettel von chinesischen Freunden schreiben, oder malt seine Fragen einfach auf. Oder zeigt auf das Essen am Nachbartisch. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Welche kulinarischen Spezialitäten gibt es in China?

Ein chinesisches Sprichwort lautet ungefähr: „Es wird alles gegessen, was vier Beine besitzt, abgesehen vom Tisch.“ Das trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Die Spezialitäten sind von Region zu Region sehr verschieden. Als grobe Faustregel gilt: Die Leute im Süden essen oft schärfer und ausgefallenere Dinge. Während im Süden eine bestimmte Art von Hund, das Hirn eines Affen oder Schlange zu den genießbaren Köstlichkeiten der Natur zählen, schütteln sich die Leute aus dem Norden beim Gedanken an solche Speisen. Als „very delicious“ galt aber überall, soweit wir das mitbekamen, Hühnerfuß, Schweinefußschwarte und gegrillte Froschschaschliks. Die Variationen der chinesischen Küche sind sehr phantasievoll und sollten auf jeden Fall verköstigt werden.

chinesisches Mädchen im ZugTerrakotta ArmeeReisbauern bei der Arbeit in Yangshou

Welche Orte sollte man bei einer Chinareise besuchen?

Eine Liste wäre ewig lang. Daher kann ich an dieser Stelle nur ein paar, mich sehr beeindruckende Höhepunkte herauspicken. Unbedingt sehenswert ist die Gegend um Guillin. Dort kann man günstig nächtigen, Räder ausleihen und die grünen Reisfelder und Korallenberge, die wie Pilze aus dem Boden sprießen, erkunden. Ebenfalls sehenswert die Nationalparks Jiuzhaigou und Huang Long. Nicht ganz günstig, aber überragend schön. Dieser war während unseres Besuches zum Bersten gefüllt, da Sommerferien. (Aber wahrscheinlich wird diese Attraktion immer gut besucht sein.) Aber auch die Großstädte sind uneingeschränkt beeindruckend.

Wie habt Ihr euch fortbewegt?

Mit allen Verkehrsmitteln, die es so gibt: mit dem Rad, dem Moped, Bus, Taxi, Bahn, der Fähre und dem Flugzeug. Ein faszinierendes Erlebnis, besonders für genormte Deutsche ist eine Taxifahrt in einer chinesischen Großstadt. Oder besser noch, wer sich nicht scheut, eine Moped-Taxifahrt. Die Verkehrssituation ist chaotisch. Alles hupt und fährt und bremst und die einzige erkennbare Regel im Verkehr scheint: Wer aufgrund von Geschwindigkeit eine bessere Ausgangsposition besitzt, darf fahren. So versuchen alle möglichst schnell, ohne Zusammenstoß und weitere Regeln, ihr Ziel zu erreichen. Taxifahrten sind übrigens sehr günstig, allerdings sollte der Preis, sofern kein Zähler vorhanden ist, vorher ausgehandelt werden.

Weiterschmökern:


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Kommentare

  1. avatar
    1
    Anonymous | 2. Oktober 2010, 11:59

    [...] [...]

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Short Cuts China

Beste Reisezeit: ist schwer zu nennen, da China so groß und irgendwo akzeptables Wetter zu finden ist. Die Temperaturen sinken im Winter unter 0C im Norden. Im Sommer wird es ziemlich heiß. Eine günstige Zeit ist sicherlich der Spätsommer – Herbst. Wir sind im Juli und August gereist. Die Tage waren lang und das Wetter angenehm warm bis heiß. Die größeren chinesischen Städte, ab 1 Mill. Einwohner, waren zum einen voller leben aber eben leider auch ziemlich versmogt.
Anreise: Ich flog recht von Frankfurt nach Beijing und wieder zurück von Hong Kong nach Frankfurt.
Einreise: Für China benötigt man ein Visa, welches bei der Botschaft beantragt werden kann (siehe links).
Sprache: Chinesisch ist die Amtssprache. Spricht man englisch auf mittlerem Niveau, kann man sich mit einigen wenigen jungen Leuten (meist studierte) unterhalten.
Geld: Die Währung ist Yuan. Diese kann bar mitgenommen werden, für die Ankunft beispielsweise. Oder man steckt sich Travellerchecks ein oder noch einfacher seine EC. Die funktioniert chinaweit bei der Bank of China, falls man eine findet.

wwwo beginnen

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China

Nicht vergessen

Rucksack: wenn man lange unterwegs ist, viel läuft und die Krackse nicht ordentlich sitzt, kann das ganz schön aufreibend sein
ein funktionaler Schlafsack bildete das zweite Standbein unserer Reise, da wir spontan Unterkünfte aufsuchten oder im Zug schliefen

Literatur

China
Wir haben ganz klassisch den Lonely Planet für China verwendet und waren damit auch gut beraten. Er enthält nützliche Karten und Tipps, die nur in vereinzelt überfällig waren. Zudem beschreibt er ziemlich ausführlich Kultur, Land und Leute.

Südchina
Für Südchina haben wir eine Karte von „Nelles Maps“ im Maßstab 1:1,500,000 verwendet. Die Karte diente der groben Orientierung und war dafür völlig ausreichend.