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Teaserbild: Schneeschuhtour für Anfänger

Schneeschuhtour für Anfänger

Schneeschuhtour für AnfängerUnsere verlängerte Wochenendtour führte uns im Winter 2003/2004 für 3 Tage ins Vorarlberg/Österreich bzw. in die Bayrischen Alpen. Von Oberstdorf auf deutscher Seite fuhren wir mit dem Walserbus durchs Kleine Walsertal bis zur Talstation (ca.1200m) des Hohen Ifen-Liftes. Ab hier schnallten wir unsere Schneeschuhe unter und wanderten auf z.T. gespurten Wegen zur Schwarzwasserhütte(1620m) und von dort auf den Gerachsattel (1752m). Dort zelteten wir 2 Nächte. Tagsüber bestiegen wir den Hähnlekopf (2058m) und hatten Spaß im Tiefschnee. Am dritten Tag stiegen wir wieder ins Tal ab.

Warum Vorarlberg/Bayrische Alpen

Da wir bisher keine Erfahrungen mit dem Zelten im Tiefschnee hatten mussten wir uns eine Gegend aussuchen, in der im Winter einerseits absolute Schneesicherheit besteht, andererseits wollten wir auch nicht total abseits einer „warmen“ Notzuflucht zelten. Der Respekt vor Lawinenabgängen bewog uns, eine Tour zu planen, die auf der gesamten Strecke relativ Lawinensicher ist und nicht allzu anstrengend sein soll, um genügend Zeitreserven für Zeltaufbau und etwaige Überraschungen übrig zu lassen. Wir als Anfänger wussten nicht, was so alles auf einen zukommt, wie weit und hoch man laufen kann und wie anstrengen es ist, mit vollem Gepäck und Schneeschuhen zu laufen.

Unser Zelt, im Hintergrund das Kleine WalsertalChristof ohne Schneeschuhe - Hähnlekopf im HintergrundBritta beim Schaufeln

Was Sie schon immer über Schneezelten wissen wollten…

Zelten im Schnee – unvorstellbar?
Schneezelten ist gar nicht so abwegig wie es sich vielleicht zuerst anhört. Wer sowieso schon Ausrüstung für normalen Trekkingurlaub hat, braucht nur einige Kleinigkeiten mehr und mit ein wenig Improvisationsvermögen geht es ab ins weiße Vergnügen. Nach der ersten Tour kann man sich immer noch für sinnvollere Ausrüstung entscheiden – oder man hat festgestellt, dass es für einen nichts ist.
Für Anfänger, wie wir es auch einmal waren, haben wir hier ein paar Tipps und Materialempfehlungen zusammengestellt.

Schlafsack:
Der Schlafsack sollte für eine Komforttemperatur von mindestens -10°C ausgelegt sein, weniger Wärmeleistung ist nicht sinnvoll, wenn man nachts nicht frieren will. Da ein Winterschlafsack durch die dickere Isolation auch einen 10-30cm längeren Liegeplatz braucht um sich voll zu entfalten sollte das Innenzelt lang genug sein, sonst sind kalte Füße vorprogrammiert. Durch die Kälte bildet sich viel Kondenswasser in Form von Eiskristallen, die an der Innenzeltwand haften, darum sind vor allem Daunenschlafsäcke mit einer wasserdichten Beschichtung (z.B. Drilite) sinnvoll, da der Schlafsack irgendwo immer anstößt und so feucht werden kann.
Um die Kälte auch von unten aus dem Schlafsack auszusperren braucht es eine gute Isolierung. Wir benutzten 2 RidgeRest Isomatten übereinander und direkt auf den Schnee kommt eine dünne silberbeschichtete Matte (Alu-Iso). Selbstaufblasbare Isomatten sind auch recht gut zu gebrauchen, allerdings sollten diese wegen der Feuchtigkeit in der Ausatemluft, die gefrieren kann, nicht aufgeblasen werden. Wer einen Biwaksack aus nicht-atmungsaktivem Material hat, kann diesen in den Schlafsack hineinziehen. Dadurch schläft man zwar in seinem eigenen „Saft“, aber dadurch kann sich kein Wasserdampf in der Isolationsschicht niederschlagen und gefrieren.

Christof ohne SchneeschuheSpur ins NichtsUnser Zelt, im Hintergrund das Kleine Walsertal

Zelt:
Als Zelt kommt prinzipiell jedes doppelwandige Zelt zum Einsatz – vorrausgesetzt sei, dass dieses nicht gerade ein „Spielzeug“ aus dem Baumarkt um die Ecke ist. SingleWall Zelte sind wegen der schlechten Isolation unbrauchbar. Sturmstabilität ist bei stabiler Hochwetterlage nicht unbedingt nötig, allerdings braucht man einen Ersatz für die Heringe, da diese im Schnee nicht halten. Zweckmäßig sind hierfür die auseinandergenommenen Teile von Wanderstöcken die man sowieso dabei hat oder auch die Rückenschienen aus dem Rucksack. Einkaufsstofftaschen lassen sich gut als Abspannpunkte gebrauchen, wenn diese mit Schnee oder Steinen gefüllt sind.
Damit die Kälte nicht zwischen Außenund Innenzelt hineinziehen kann, sollten die Zeltwände in Bodennähe rundherum mit Schnee zugeschaufelt werden. Dadurch staut sich im Zelt die Körperwärme und hebt die Temperatur merklich, allerdings kann auch das Kondenswasser nicht entweichen. Wenn möglich sollte darum doch ein leichter Luftzug durch Lüftungsklappen in der Zeltspitze – wenn es denn solche gibt – ziehen.

Kocher:
Bei unserer ersten Tour hatten wir einen Trangia Kocher mit Spiritusbrenner dabei. Spiritus verdampft aber bei Minusgraden nicht mehr wirklich und so mussten wir erst lange vorwärmen, bis der Brenner gut funktionierte. Bis zu dieser Tour hatte uns auch nie gestört, dass der Spiritusbrenner wesentlich länger als ein Benzinoder Gaskocher zum Erhitzen braucht, doch dann wünschten wir uns akut einen leistungsfähigeren Kocher. Darum sind nur Benzin und Gaskocher im Schnee sinnvoll. Aufgrund der Wärme sinkt der Kocher auch gern in den schmelzenden Schnee ein, also an eine Unterlage denken! Gaskocher brauchen unter Umständen einen Kartuschenwärmer, da sonst das Gas schlecht entweicht. Dieses Problem gibt’s auch beim Feuerzeug, also dieses immer am Körper aufbewahren oder Streichhölzer benutzen.

Essen und Trinken:
Um Kochzeit zu sparen, kann auch ausnahmsweise auf kulinarische Köstlichkeiten zu Gunsten von Fertigpackungen verzichtet werden. Müsliriegel sind wegen der Kälte bretthart, so wird das Kauen dieser zum Ausdauersport. Nutella und Co. sind nicht streichfähig, Marmelade gefriert dank des hohen Zuckergehaltes nicht. Wasser gefriert unisoliert innerhalb kürzester Zeit, also nur Thermoskannen mitnehmen. Karotten und andere Gemüse leiden nach spätesten 12 Stunden an Gefrierbrand und platzen auf – aufgetaut gibt’s eine riesige Schmiererei.

Kleidung:
Auch hier reicht ordentliche Outdoorbekleidung, also wasserdichte Funktionshose und Jacke. Darunter dann nach Bedarf Fleece und lange Unterwäsche nach dem Zwiebelprinzip. Wir hatten damals kurze Funktionsunterwäsche an, mit dem Resultat, dass uns an Armen und Beinen zu kalt war, während wir am Rumpf schwitzten. Sehr zweckmäßig sind Handschuhe, die bis über die Ärmel zu ziehen sind, so kommt kein Schnee in Jacke und Handschuh, denn je steiler der Berg, desto mehr Schneekontakt. Unbedingt nötig sind kniehohe Gamaschen um den Schnee nicht in die Schuhe zu bekommen.

Sonstiges:
Um einen Platz zum Zelten zu bekommen, muss der Schnee festgestampft werden, sonst schläft man Nachts in einer Kuhle. Wenn man dazu nicht seine Schneeschuhe als Schaufel missbrauchen will, ist eine Schneeschaufel sehr empfehlenswert, um das Zelt in den Schnee einzugraben und so einen besseren Windschutz zu erreichen. Ein Lippenpflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor sollte wegen den stark austrocknenden Lippen im Gepäck sein. Sehr praktisch sind auch Gesichtsmasken aus Windbreakermaterial. Bei der Tourplanung unbedingt den Wegverlauf so legen, dass immer die Sonne auf einen scheinen kann. Wir haben schon Schneeschuhtouren durch Täler gemacht, in die im Winterhalbjahr die Sonne nie hineinscheint, man sehnsüchtig zu den umliegenden sonnenbeschienenen Hängen hinaufschaut und selbst im Talwind friert, sobald eine Pause gemacht wird.

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