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Teaserbild: Südschweden

Südschweden

Südschweden

Mit dem Wochenendticket ging es von Leipzig nach Rostock, von dort aus haben wir mit der Fähre übergesetzt, nach der Ankunft in später Nacht fuhren wir an der palmengesäumten Strandpromenade zum, selbstredend nicht ganz so günstigen Zeltplatz. Ausgeschlafen ging es dann am nächsten Tag durch eher sachsen-anhaltinisch wirkende Landschaften Richtung Norden. Entgegen der vorherrschenden Meinung, der August wäre Schwedens trockenster Monat, bemerkten wir früh, dass der Regen ein treuer Begleiter werden würde. Auf der gesamten Reise von 16 Tagen konnte ich nur an 2 Tagen meine Regenjacke im Gepäck lassen.

Warum Schweden

Im August bin ich mit einem Freund nach Schweden gefahren. Meine ersten Campingerfahrung wollte ich in einem Land sammeln, indem wildes campen auch tatsächlich erlaubt ist. Mir wurde gesagt, die Gegend um Jonköping wäre schön, also sollte die Reise von Trelleborg dorthin führen.

Wer ein ausgefallenes Kuchenblech sucht, findet es in RydRad am Strand. Der Graustich kommt vom Wetter.So sieht's in Schweden aus.

Was Sie schon immer über SCHWEDEN und meine Tour wissen wollten…

Die Tour in Etappen:

Des Wetters unbeirrt ging es auf Landstraßen weiter Richtung Växjö, und ohne, dass wir es darauf angelegt hätten, stießen wir auf den Schwedenweg, einen der vielen gut ausgebauten Radwege des Landes. Da wir ohnehin keine feste Route geplant hatten, verfolgten wir den Schwedenweg gern, er bot viel Abwechslung und die Landschaft wurde immer schöner.

Die ersten dahingewürfelten roten Hütten tauchten auf, den Feldern wichen Seen und immer wieder tauchten wir in Wälder ein, bis wir schon nach etwa 4 Tagen vorwiegend Wald zu sehen bekamen.

Wald, Wald, kitschige Seen, Wald, rote Häusel und daneben Wald, überall Wald. Schweden zeigte sich von seiner süßlich-romantischen Seite. Die von unserem Reiseführer empfohlen Sehenswürdigkeiten entpuppten sich als popelige Wasserfälle (Degeberg) Steinhaufen oder Dorfkirchen. Wir gewannen schnell den Eindruck, dass es außer Landschaft hier nicht viel zu sehen gibt. Einzig in Erinnerung geblieben ist mir das Schrottmuseum in Ryd. Mitten im Wald( wo sonst?) stehen verrostete Oldtimer. Auch kein Highlight, eher ein ökologischer Fragezeichen, und so zog es uns weiter Richtung Norden.

In Växjö trennten sich unsere Wege, für meinen Mitfahrer war die Reise hier zu Ende. Er nahm den Zug nach Trelleborg, ich schwang mich auf das Rad Richtung Jonköping. Die Fahrradmitnahme im Zug war für den Mitfahrer übrigens kein Problem, wir haben vorher in einer Touristeninfo noch einmal nachgefragt, aber wie gesagt, wir hatten keine Probleme damit.

Wo man sich jedoch im Vorhinein wirklich informieren kann, tja, dazu wüsste ich selbst gern mehr, als Plan B hätten wir uns früher trennen müssen, damit der Kollege die Rückreise nach Trelleborg mit dem Rad antreten kann. Ich hatte hingegen ganz andere Schwierigkeiten. Ich brauchte neue Kartuschen für meinen Gaskocher, die Modelle der Bezeichnung c206. Die großen Kartuschen gibt es übrigens in jeder Tanke problemlos, aber die kleinen… Es gibt eine ähnliche Größe in so Kramsläden namens Joola. Die verkaufen Werkzeug, Spielzeug, Fahrräder Glühbirnen, Krams, Zeug und Krempel, hauptsächlich Gerümpel und auch die kleinen Kartuschen. Wirklich beraten können die einen jedoch nicht. Da half nur probieren und, Gott sei dank, die Hände sind noch dran, die Kartuschen passen und sind dicht. Aber auch wegen Problemen, den Kocher bei Wind zu Leistung zu überreden, war hier klar, dass ich nie wieder mit einem Gaskartuschenkocher unterwegs sein werde. Esbitkocher konnte ich übrigens gar nicht auftreiben, auch nicht in Outdoorläden größerer Städte.

Hier lernt man wie man Zelte auf Granit abspannt.Das BeweisfotoJa verdammt, es ist eine Gitarre.

Ich erreichte nach nun schon 8 Tagen Fahrt Jonköping, und tatsächlich, so wie ich es gehört habe, es ist schön dort, so schön wie alles andere was ich von Schweden gesehen habe. Was genau wollte ich eigentlich hier?

Ich gönnte mir einen Kaffee und ein Stück Kuchen in einer hiesigen Lokalität und verließ die Stadt Richtung Westen. Nach der Überdosis Wald wollte ich ans Meer und an der Küste zurück nach Trelleborg fahren. Es ging nach Göteborg, mit dem Ziel dort das Museum für zeitgenössiche Kunst anzusehen. Mit dem Fahrrad fand ich es ganz schön kompliziert, in die Stadt zu kommen, immer wieder stieß ich auf die Autobahn, da hätte eine Radfahrkarte viel geholfen.

In Göteborgs Innenstadt, deren Erreichen ein Abenteuer im nicht nur positiven Sinne war, fiel mir dann ein, wie gut die Idee ist, am Montag ins Museum zu wollen. Hatte wohl das Zeitgefühl schon komplett verloren. Das Marinemuseum hatte wohl als einziges geöffnet, Totschießen ist aber eher nicht so meins. Also ging es ohne Museum weiter Richtung Süden am Meer entlang. Herrliche Strände, bei Temperaturen um 15°C menschenleer. Da konnte man sich auch gern mal nackig machen und ein kühles Bad nehmen.

Das wilde Campen ist an der Westküste übrigens sehr viel schwieriger als im inneren Teil des Landes, weil die Gegend sehr zersiedelt ist und an jedem entlegen romantischen Punkt eine Villa steht. Aber es lohnt sich dennoch absolut, hier unterwegs zu sein. Ein gut ausgebauter Radweg, der Gynstleden führt an der Küste entlang und ich lies mich gern von ihm durch die Städte leiten. In Varberg gab es die erste Überraschung, vor mir prangte die städtische Festung, ein absolut kolossales Teil. Es gibt also doch Steinhäuser in diesem Lande! Sehenswürdig ging es weiter in Helsingborg, die Reste der Festung und der Kärnan luden zum verweilen ein, die Sonne schien und eine Schülergruppe saß, zum Zeichnen verdonnert auf den Stufen, der Eismann bimmelte und ein bärtiger Mann schlief betrunken auf der Parkbank. Herrlich!

Weiter ging es nach Süden, ich wollte meine Rückfahrt ja nicht verpassen. In Malmö besuchte ich ein Orgelkonzert und das städtische Museum für zeitgenössische Kunst. Selbiges ist klein geraten, aber durchaus empfehlenswert, es gab eine Duchamp-Ausstellung und so manches andere Kleinod zu sehen. Damit endete dann auch langsam meine Reise, eine letzte Übernachtung auf dem Trelleborger Zeltplatz und ein kühles Brygg-Bier ( äußerst trinkbar) gönnte ich mir noch, und in den frühen Morgenstunden des Folgetages ging es zurück.

Es gibt übrigens einen extra Check In für Fahrradfahrer, der nicht dort ist, wo man mit der Fähre ankommt und die Autos einchecken, sondern in einem Extragebäude. Da hätte ich mich mal früher informieren sollen, anstatt sinnlos anzustehen. Unbedingt vorher informieren! So ging meine Reise dann zu Ende, es war wunderschön und ich werde sicher wieder hier her kommen. Aber erst, wenn ich wieder Lust auf Wald habe. Könnte eine Weile dauern.

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