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Teaserbild: Kilimanjaro – Umrundung

Kilimanjaro – Umrundung

Kilimanjaro – Umrundung

Nach mehreren erfolgreichen Gipfel-Besteigungen über die Marangu- und Machame-Route hatte ich zum Jahreswechsel 2012/2013 die Möglichkeit, den Kilimanjaro erst von Norden her zu umrunden, um ihn dann über die Machame-Route anzugehen. Ein unvergessliches Kili-Erlebnis in allen Belangen und von allen Seiten!

Warum Tansania

Seit Jahrhunderten begeistert und fasziniert der Kilimanjaro Menschen aus aller Welt; Tausende Bergsportler versuchen seit über 100 Jahren seinen Gipfel zu erreichen! Deutschlands ehemals höchster Berg, die „Kaiser-Wilhelm-Spitze“, ist heutzutage nicht nur ein beeindruckendes Symbol für die einzigartige Natur Ostafrikas und im Besonderen Tansanias, sondern bietet mit dem Uhuru Peak (5895m) den höchsten Gipfel Afrikas und gleichsam den höchsten frei stehenden Berg der Welt. Seit 1977 ist die Natur des Kilimanjaro in einem Nationalpark geschützt; seit 1987 zählt er zum UNESCO-Weltnaturerbe! Trotz schwindender Gletscher-Bedeckung ist der Kilimanjaro nach wie vor ein einfach schöner Berg, der den Gipfelstürmern aber einiges abverlangt.

über den Wolkenauf der Rongai Route- 2. Cave Camp (3450m)Träger im Heide- und Moorland über 3600m

Was Sie schon immer über die KILIMANJARO-UMRUNDUNG wissen wollten…

Was ist das Besondere an einer Kilimanjaro-Umrundung?
Während die meisten Besucher des Kilimanjaro für ihren Aufstieg die Marangu-Route wählen (aufgrund ihrer guten Infrastruktur (Wegeausbau; sanitäre Einrichtungen etc.) und der Übernachtungsmöglichkeit in verschiedenen Hütten), werden bei einer Kilimanjaro-Umrundung ausschließlich verschiedene Zelt-Routen verwendet. Es ist eine außergewöhnliche und seltene Form der Annäherung und Besteigung des Kilimanjaros, für die man mindestens 8 Tage benötigt.
Die Route ist konditionell recht anspruchsvoll und verlangt dem Besucher durch kurze Kletterpassagen (Great Barranco Wall) auch Konzentration und Trittsicherheit ab. Entschädigt wird man dafür durch exklusive Blicke auf die Gletscher der Nordseite und die kenianische Tiefebene, die man bei den anderen Routen nicht zu Gesicht bekommt.
Das Profil einer der längsten Routen am Kilimanjaro – mit Querung der kompletten Nord- und Südseite – ist ideal für die Höhenanpassung und den damit verbundenen Gipfelerfolg.

Wie und wo beginnt die Kilimanjaro-Umrundung?
Von Moshi oder Arusha aus fahren sie ca. 4-5 Stunden auf größtenteils asphaltierten Straßen bis zum Nalemoru Camp auf 2020 Metern. Hier beginnt die sogenannte Rongai-Route, auf der man sich die ersten beiden Tage bewegt. Die Rongai-Route ist eine landschaftlich sehr reizvolle Route mit möglichen Tierbeobachtungen (Elefanten, Büffel, Affen etc.) in den unteren Lagen. Aufgrund ihrer Nähe zur kenianischen Grenze wird die Rongai-Route gerne auch als „Kenia-Route“ bezeichnet. (Und zumindest die gelegentlichen tierischen Besucher stammen aus dem kenianischen Amboseli-Nationalpark!)
Am ersten Tag läuft man nach Registrierung bei der TANAPA (Nationalparkbehörde) vom Nalemoru Gate aus ca. 3-4 Stunden bis zum First Cave Camp auf 2630 Metern. Vom First Cave Camp geht es am zweiten Tag zum Second Cave Camp auf knapp 3500 Metern (ca. 4h Gehzeit). Am 3. Tag am Third Cave Camp (3930m) verlässt man die Rongai-Route und begibt sich auf den „Northern Circuit“, der zunächst in Richtung Nordwesten verläuft.

auf dem Northern Circuit Pofu Camp (4000m) -Blick von Norden auf den KiboSonnenaufgang im Moir Hut Camp (4150m)Kampf hinauf Lava Tower (4600m)'Don´t look back in Anger!'-Blick zurück - nach Regen, Graupel, Schneeschauerletzte Nacht vorm Gipfel- Barafu Camp (4650m)Blick vom Barafu Camp (4650m) auf den  Mawenzi (5149m)

Wie kommt man rum, um und rauf auf den Kilimanjaro?
Dem „Northern Circuit“ folgt man bis man am 5. Tag kurz vorm Lava Tower (4600m) zunächst auf die Lemosho-, später auf die Machame-Route trifft. Von hier ab folgt man der Machame-Route bis zum Gipfel bzw. bis zum Abstieg. Vom Lava-Tower geht es zunächst hinunter ins wunderschöne Barranco-Tal. Die Steinwüste wird so langsam wieder grüner und belebter: großartige Formationen der bis zu 10m hohen Riesenkreuzkräuter erwachsen aus der Graslandschaft. Nach ca. 7 Stunden ist das Barranco Camp erreicht, eingebettet in einen Talkessel, der im Norden vom Gipfel des Kibo und im Osten von der Great Barranco (bzw. „Breakfast“) Wall begrenzt wird.
Am 6. Tag wartet direkt nach dem Frühstück die Great Barranco (bzw. „Breakfast“) Wall: 1-1,5 Stunden geht es über Felsen und Felsvorsprünge kletternd bergauf! Hat man die steilen Passagen der Great Barranco Wall überwunden, wartet ein karges, steiniges Plateau mit atemberaubendem Ausblick auf den Kibo. Nirgendwo sonst kann man die 3 Südgletscher des Kibo – Heim-, Kersten- und Decken-Gletscher, besser und so hautnah erleben wie an dieser Stelle. Weitere 2-3 Stunden geht es mal bergauf, mal bergab bis zum Karranga Camp (4250m), wo ein wohlverdientes, warmes Mittagessen wartet. Nach einer kurzen Erholungsphase steht am Nachmittag der Aufstieg zum Barafu Camp (4640m) an. Im Barafu Camp angekommen (nach ca. 8h), hat man sich eine kurze Regenerationsphase verdient! Danach sollte man sich und sein Material schon auf die bevorstehende Gipfelnacht vorbereiten.
Nach wenigen, fast schlaflosen Stunden im Zelt beginnt der Gipfelsturm nach einer heißen Tasse Tee und einem kurzen Snack gegen Mitternacht. Das Hauptgepäck verbleibt bis zur Rückkehr am späten Vormittag im Zelt! Einen Großteil der Kleidungsstücke trägt man jedoch eh, um sich vor der klirrenden Kälte der Nacht (oftmals -10°C) zu schützen. Stirnlampe an Stirnlampe geht es unendlich langsam und unendlich mühsam über unzählige Serpentinen ca. 6-7 Stunden hinauf zum Stella Point (5745m). Hier am Kraterrand des Kibo erblickt man bei aufgehender Sonne zum ersten Mal das gesamte Ausmaß der Gipfelregion mit ihren massiven, wunderschönen Gletschern. Vom Stella Point ist es noch ca. 1 Stunden bis zum eigentlichen Gipfel, dem Uhuru Peak auf 5895 Metern. Der höchste Punkt Afrikas ist erreicht und eingebettet in ein wohliges Glücksgefühl genießt man den Augenblick, die Umgebung und die Ausblicke.
Viele erfolgreiche Gipfelstürmer erleben den Abstieg danach wie in Trance! Zum Mittagessen finden sich alle Gruppenmitglieder wieder im Barafu Camp ein, von wo aus es nach einer kurzen Mittagsrast noch einmal 4 Stunden bis zum Mweka Camp (3080m) sind. Die Umgebung wird deutlich grüner und lieblicher; das Auge freut sich, während der Rest des Körpers schmerzt.
Der letzte Tag steht ganz im Zeichen des Abschiedes! Mit schmerzenden Beinen schleppt man sich zum letzten gemeinsamen Frühstück, nach dem die obligatorische Trinkgeld-Übergabe an das uns begleitende Team aus Guides, Köchen und Trägern stattfindet. Ohne die beachtliche Hilfe der einheimischen Mannschaft wäre eine Besteigung dieses Berges undenkbar und unmöglich! Die abschließende Wanderung zum Mweka Gate verläuft über angenehme Waldwege durch immergrünen tropischen Regenwald! Auch die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit scheinen mit jedem Meter zuzunehmen. Am Gate angekommen, wartet schon der Bus zurück zum Hotel! Vorher gibt es noch die obligatorischen Gipfel-Urkunden und ein kühles, letztes, gemeinsames Bier!
Es ist vollbracht!

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