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Teaserbild: Klettern im Donautal

Klettern im Donautal

Klettern im DonautalIm Spätsommer 2004 fuhren Matthias und ich nach Baden-Württemberg ins Donautal, um dort zu Klettern und eine schöne entspannende Woche in der Natur zu verbringen. Da ich am Bodensee in der Nähe des Donautals aufgewachsen bin, kenne ich die Gegend recht gut und weiß, wo und wie man dort am günstigsten – wir sind arme Studenten – eine Woche Kletterurlaub machen kann. Wir haben 4 Tage geklettert und an 2 verregneten Tagen diverse Höhlen im Donautal erforscht. Abends badeten wir in der Donau und übernachteten im Freien oder in einer Blockhütte.

Warum Donautal

Das Donautal eignet sich für uns als Genusskletterer im 5.-6. Schwierigkeitsgrad mit wenig alpiner Erfahrung recht gut zur Übung für eventuelle alpine Kletterrouten. Die Vielzahl von Kletterrouten lässt sich innerhalb einer Woche sicherlich nicht erschöpfen, dabei ist von anspruchsvollen Technikrouten über Genussklettern bis zu langen 3 Seillängenrouten alles vorhanden, was das Klettererherz begehrt. Somit ist für jeden Kletterer etwas Ansprechendes dabei. Alle Felsen sind recht schnell von kostenlosen Parkplätzen und innerhalb eines Radius von 20 Autominuten zu erreichen.

Abseilen am Schaufelsen auf der AbseilpisteDer Eigerturm ist sehr beliebtMatthias bei Ausruhen auf der 3. Zinne

Was Sie schon immer über das Donautal wissen wollten…

Wie gut muss ich klettern können?
Die Routen im Donautal haben Schwierigkeiten von UIAA 3 bis 10+. Hauptsächlich wird im 5.-8. Schwierigkeitsgrad geklettert, wobei wahrscheinlich auch die Routenlänge mit in die Bewertung eingeht. Uns kamen viele Wege subjektiv leichter vor, als sie ausgezeichnet waren. Andere Kletterer behaupteten genau das Gegenteilige – mache Dir dort einfach ein eigenes Bild. Die Länge verlangt Ausdauer und Können beim Sichern aus dem Stand in der Wand. Bei einigen der leichteren und vielbegangenen Wege sind die Schlüsselgriffe sehr speckig bzw. hochglanzpoliert, was der Haftung nicht gerade zuträglich ist, darum vielleicht lieber auch auf weniger bekannte Wege ausweichen, oder eben den Magnesiaverbrauch maximieren.

Was brauche ich für Kletterausrüstung?
Die Kletterrouten im Donautal haben Längen bis zu 170m bei 150m Wandhöhe und gehören damit zu den längsten außeralpinen Klettermöglichkeiten in Deutschland. Bei einigen Felsen gibt es Abseilpisten, bei denen unbedingt 60m oder Doppelseile nötig sind, da geeignete Abseilringe nur im 25-30m Abstand vorhanden sind. Unbedingt an den Gurt gehören 3-4 Bandschlingen und ein Satz Klemmkeile zum Legen von Zwischensicherungen. Die Routen im Donautal sind an den Schlüsselstellen gut mit Bohrhaken gesichert und durchweg besser als in der Sächsischen Schweiz. An den weniger gut gesicherten Stellen müssen Schlingen, Keile oder Friends gelegt werden, um das Gewissen zu beruhigen. Wer noch nie Wandhöhen von 100m beklettert hat, wundert sich, wie wenig Vertrauen man in seine Kräfte an sonst locker zu meisternden Stellen hat. Der Kalkstein ist bei den leichteren Routen häufig sehr löchrig und durchhöhlt, darum sind vor allem Schlingen gut zu legen. Auf den Kopf gehört unbedingt ein Helm wie beim Alpinklettern normal, da immer wieder lockere Steine absichtlich oder unabsichtlich weggetreten werden.
Bevor man mit seinem Kletterpartner losklettert, sollten unbedingt alle Seilkommandos durchgesprochen werden. Uns ging es immer wieder so, dass der Sichernde den Vorsteiger nach ca. 40m nicht mehr in ganzen Sätzen verstehen konnte. Darum also kurze Befehle absprechen.

Christof am Normalweg 5+ an der 3. ZinneNormalweg 3. ZinneAbseilen am Schaufelsen auf der Abseilpiste

Wo kann ich übernachten?
Das Donautal ist zum größten Teil unter Naturschutz, was auch streng kontrolliert wird, d.h. wildes Zelten ist nicht gerade ratsam. Es gibt aber diverse Zeltplätze direkt an der Donau, die gut ausgestattet sind. Dort sammelt sich im Sommer die Kletterszene in bestimmten Ecken des Platzes – einfach dorthin wo keine Wohnwagen stehen und Karabinergeklimper zu hören ist. Viele der Kletterer kommen dort jedes Wochenende hin und so hat man auch gleich ein Gesprächsthema. Die Plätze liegen direkt an der Donau, also kann an abends noch schwimmen – gut für die strapazierte Muskulatur.
Hier zwei mögliche Campingplätze:
Campingplatz Wagenburg Hausen
Kirchstraße, Tel. 07579/559, Fax 1525
(E9°02’24.0“, N48°05’00.8“ -WGS 84 – graphisch ermittelt).
Friemauth Camping Sigmaringen
Georg-Zimmerer-Str. 6, 72488 Sigmaringen, Tel. 07571/50411, Fax 50412, (E9°12’31.6“, N48°05’03.2“)

Alternativen
Wer sich das Geld für den Campingplatz sparen will, oder lieber in kleiner Gruppe unter sich bleiben will, für den bieten sich die vielen öffentlich zugänglichen Hütten an. Alle Hütten sind auf guten Karten verzeichnet. Es gibt auch welche die mit dem Auto angefahren werden können. Die Blockhütten sind sehr rustikal mit Tischen und Bänken ausgestattet, aber immerhin: ein effektiver Wetterschutz und man muss nicht wild zelten. Die Hütten sind eigentlich nicht zur Übernachtung gedacht, sondern eher für das abendliche Grillfest, allerdings steht nirgends ein Verbotsschild und wenn alles so hinterlassen wird, wie es vorgefunden wurde, hat sicher niemand etwas dagegen einzuwenden. Abends empfiehlt es sich die Türe gut zu schließen, da es sonst passieren kann, dass man aufwacht, weil eine neugierige Maus einen am Hinterkopf kratzt.
Hier sind zwei Hütten, in denen wir schon übernachtet haben, mit Koordinaten :
Hütte bei Langenhard (E9°05’35.1“, N48°02’38.7“) – sehr empfehlenswert, da mit Auto erreichbar und schön abgeschieden!
Hütte, zu der man ca. 30min vom Parkplatz in Gutenstein bergauf laufen muss. (E9°07’49.5“, N48°05’05.8“)
Die Hütten haben keinerlei Wasserversorgung was mich zum nächsten Punkt führt.

Paddeln auf der Donau
Die Donau ist ein beliebter Fluss zum Paddeln. Vor Ort gibt es viele Kanuvermietungen die von 1. Mai bis Ende Oktober Kanus und Kajaks vermieten. Es empfiehlt sich, im Hochsommer das eigene Faltboot nicht für die Donau zu benutzen, da der Wasserstand häufig sehr niedrig ist und die Flusssteine – weil Kalkstein – recht scharfkantig sind. Mit Kunststoff-Booten paddelt es sich da viel entspannter! Die Donau ist oberhalb von Beuron ganzjährig gesperrt. Von Beuron flussabwärts kann man das ganze Jahr über paddeln. Es wird gerade über eine komplette Sperrung bis Hausen nachgedacht, um die Flora und Fauna des Gebietes zu schützen. Daher sollten alle Paddler vorsichtig mit der Umwelt im Naturpark umgehen, keine Tiere stören und jeglichen Abfall in Mülleimern entsorgen.
Boote mieten kann man zum Beispiel bei:
Brandenburger Bootsvermietung, Sigmaringer Straße 2, 88631 Beuron, Tel./Fax 07466/1525
Besi Kanu & Sport, Bahnhofstraße 29, 88631 Beuron/Thiergarten, Tel. 07570/550, www.besi-kanu.de
Friemauth Bootsverleih + Camping, Georg-Zimmerer-Str. 6, 72488 Sigmaringen, Tel. 07571/50411, Fax 50412

Höhlen im Donautal
Im Laufe der Jahrtausende hat sich die Donau tief in das Kalkgestein gefressen und hat an den Hängen nicht nur super Klettermöglichkeiten hinterlassen, sondern auch viele Höhleneingänge geöffnet. Diese Höhlen sind zum Teil mit Gittertüren verschlossen, in den nächstgelegenen Orten kann der Schlüssel im Bürgermeisteramt oder der Touristeninformation gegen ein Pfand ausgeliehen werden. Es bietet sich zum Beispiel die Dietfurter Tropfsteinhöhle (E9°08’23.2“, N48°04’41.3“) in Dietfurt an, den Schlüssel gibt es in der Bergwachtstation Dietfurt direkt am Höhleneingang. Andere Höhlen liegen versteckter im Wald und sind ohne Höhlenführer nicht leicht zu finden. Das Teufelsloch (E9°07’40.8“, N48°05’01.7“) ist z.B. nur von oben mit Seil 15m tiefer zu erreichen und der Eingang mit 0,8m x 0,6m schwer zu finden.
Für alle Höhlen empfiehlt sich alte und warme, wenn möglich auch wasserdichte Kleidung, da streckenweise auf lehmigem Boden gekrochen werden muss. Nett ist so eine Höhlentour besonders im Herbst, weil dann die 20cm vom Gesicht entfernte Höhlendecke mit Schutz suchenden fetten Spinnen verziert ist – das fand sogar ich nicht sonderlich angenehm.
Zu den Höhlensystemen im Donautal gehört auch die Donauversickerung. Bei Immendingen versickert mehr als zwei Drittel des Donauwassers in den Untergrund und bei Niedrigwasser fällt das Donautal streckenweise sogar völlig trocken. Von dort fließt das Wasser durch unterirdische Höhlensysteme in den rund 12 km entfernten Aachtopf, von wo es über die Aach in den Bodensee gelangt. Die Quelle in Aach ist die größte Quelle Deutschlands. Für Interessierte gibt es bei den Literaturhinweisen einen Höhlenführer für die Schwäbische Alb.

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