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Teaserbild: Endlosregen und Irischer Charme

Endlosregen und Irischer Charme

Endlosregen und Irischer Charme

September 2004: Los ging es von München aus, wo unser Flieger Richtung Dublin startete. Am ersten Tag verließen wir die irische Hauptstadt auch schon wieder, um uns in Glendalough auf die Spuren des heiligen Kevins zu machen. Bei strahlendem Sonnenschein besuchten wir dort die Ruinen einer Mönchssiedlung. Unsere nächste Station war das wunderschöne Kilkenny. Hier lohnte sich nicht nur der Besuch des Kilkenny Castle, sondern auch ein abendlicher Gang in die Pubs, in denen wir bei Irish Folk und Guinnes Irlands Mentalität zu spüren bekamen. Die Südwestküste sollte unser nächstes Ziel sein, denn hier gibt es eine aufregende Küstenlandschaft mit fünf große Halbinseln. So erlebten wir u.a. eine stürmische Brandung bei Mizen Head, ein ruhiges, romantisches Sheep’s head mit Blick auf den blauen Atlantik und Dingle mit seinen herrlichen Sandstränden. Weiter nördlich besuchten wir des weiteren die 200 m hohen Cliffs of Moher, ein faszinierendes Naturdenkmal. Galway sollte unsere letzte Station sein, bevor es wieder zurück nach Dublin, und schließlich nach München ging.

Warum Irland

Der Wunsch, einmal die grüne Insel zu besuchen, bestand bei mir bereits seit einigen Jahren. Schon aus Fernsehdokumentationen und Büchern über Irland konnte ich erahnen, wie faszinierend die dortige Landschaft in all ihrer Vielfalt sein musste. Des weiteren bin ich ein sehr naturverbundener Mensch und liebe das Wandern in Berg und Tal. Die allgemein bekannte Gastfreundlichkeit der Iren und ihre Musikverbundenheit waren weitere Gründe, die meinen Reisewunsch verstärkten, zumal ich selbst mit Leidenschaft musiziere und schon vor unserer Reise mich mit den Klängen Irlands vertraut gemacht habe. Aber wer macht schon gern eine solche Reise allein? So kam es, dass zwei meiner Kommilitonen ähnliches im Plan hatten und deshalb taten wir uns zusammen. Wir warteten nicht lange und buchten bald die Flüge.

Morgenstimmung am See von RathdrumDer war zum Glück nicht unser Fortbewegungsmittel!Fröhliches Musizieren mit den Iren

Was Sie schon immer über Irland wissen wollten…

Wie war das Wetter in Irland?
Zuerst waren wir doch recht optimistisch und dachten uns, es kann schließlich nicht ganze drei Wochen lang regnen. Und so hatten wir die ersten zwei Tage herrlich warmen Sonnenschein. Wir trafen auf unserem ersten Campingplatz auch gleich auf ein deutsches Pärchen, das mit dem Wohnmobil unterwegs war, aber nun schon den Heimweg antrat. Sie berichteten uns, sie hätten drei Wochen Sonne gehabt, was unseren Optimismus noch bestärkte.
Doch schon wenige Tage später sollten wir das wahre irische Wetter kennen lernen, denn nun sollte leider so gut wie kein Tag ohne Regen, Nieselwetter und recht kühlen Temperaturen zuende gehen. Auch die angeblich schönste Aussichtsstraße Irlands, Ring of Kerry, befuhren wir nur im strömenden Regen und konnten die Schönheit dieser Gegend leider nicht bestätigen, denn bei Regen wirkt alles doch sehr grau und monoton.
Aber dafür nutzen wir die Zeit besonders, als sich dann doch einmal die Sonne blicken ließ und machten Strandspaziergänge, sammelten Muscheln oder gingen im Nationalpark wandern.
Beindruckend war für mich besonders der häufige Wetterwechsel während des Tages, denn es konnte gerade wie in Strömen geregnet haben und im nächsten Moment schien wieder die Sonne durch die Wolken. Ein Naturschauspiel des Himmels der schönsten Art.

Gräber an der Mönchssiedlung GlendaloghRuinen sah man, wohin man schauteAbendstimmung an der Westküste

Was war das schönste Erlebnis?
Das schönste Erlebnis hatten wir auf Dingle, eine Halbinsel im Südwesten Irland. Um Geld zu sparen, zelteten wir ab und zu auf privaten Grundstücken, natürlich nicht, ohne uns vorher die Erlaubnis des Besitzers einzuholen. So hielten wir nahe Dingle Town bei einer Kuhfarm mit unserem Mietwagen, um zu fragen, ob diese Familie ein Stück Wiese für unser Zelt bereitstellen würde. Unsere Anfrage wurde sofort bejaht und uns wurde ein Plätzchen auf einer der Kuhweiden zugewiesen, auf der natürlich zu diesem Zeitpunkt keine Kühe grasten. Nachdem wir alles aufgebaut hatten, fuhren wir noch einmal nach Dingle Town, um es uns in einem Pub gemütlich zu machen, da es wieder einmal regnete. Doch diesmal kam noch ziemlich heftiger Sturm dazu und so waren wir doch recht besorgt um unser Zelt, das einsam und verlassen auf der Kuhweide stand. Als wir dann in der Nacht zu unserer Farm zurück kamen, erblickten wir glücklich unser Zelt, der Wind hatte es noch nicht mitgenommen.
Doch das Wetter wollte sich nicht bessern und so verbrachten wir eine sehr stürmische Nacht. Am nächsten Morgen mussten wir dann feststellen, dass an unserem Zelt drei Schlaufen gerissen waren, Isomatten und Schlafsäcke waren nass geworden, vom Zelt ganz abgesehen. Etwas entmutigt räumten wir unsere nass gewordenen Sachen ins Auto, als der Farmbesitzer zu uns kam und uns auf eine Tasse Kaffee ins Haus einlud. Seine Schwester und deren Kind waren auch zu Hause und so hatten wir einen sehr angenehmen Morgen nach dieser nicht so angenehmen Nacht. Der Farmer, der sich als Collin vorstellte, berichtete uns, dass er sich in der Nacht Sorgen um uns wegen des Wetters gemacht habe, was wieder einmal die Herzlichkeit der Iren bewies.
Für unsere Weitereise gab er uns Tipps, wo sehenswerte Orte zu besuchen wären und wir verabschiedeten uns herzlich und bedankten uns für die Gastfreundlichkeit, die uns noch oft auf der grünen Insel begegnen sollte.


Was war am aufregendsten?
Am aufregendsten war mit Abstand der Besuch der Cliffs of Moher, 200 Meter hohe Klippen an der Westküste Irlands. Schon der Anblick dieses gigantischen Naturdenkmals ließ einem kaltes Wasser den Rücken hinunter laufen. Auf einem der Felsen mit flacher Oberfläche ist es Tradition, nach vorn an die Kante zu krabbeln und sich so hinzulegen, dass man senkrecht in die Tiefe schauen kann. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, obwohl uns schon etwas mulmig zumute war. Aber wir trauten uns und robbten vor bis zur Kante und hatten so einen recht ungewöhnlichen, aber dennoch aufregenden Blick auf das Meer, dessen Wellen sich mit einer großen Wucht an den Klippen brach.

Wie verbringt man in Irland die Abende?
Nicht verpassen sollte man die gemütlichen Abende in den irish Pubs. Man hat die Möglichkeit, wenn man es unbedingt will, jeden Abend live Musik zu bekommen, denn die Iren lieben es, Musik zu machen, zu singen und zu tanzen. Für mich waren die Stunden in den Pubs mit die schönsten, die wir auf Irland verlebten. Die Iren zogen uns mit ihrer Musik, natürlich „hand made“, in den Bann. Es kommt auch schnell mal vor, dass man ins Mitsingen und Mitmusizieren eingebunden wird. So hatte ich selbst die Ehre, eine Gruppe von Gitarrenspielern bei dem Lied „Streets of London“ mit der Gitarre zu begleiten. Das hat sehr viel Spaß gemacht und auch hier zeigte sich uns die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Iren.
Zumeist werden alte, traditionelle irische Lieder gespielt, die von der Geschichte Irlands erzählen und auch den Nationalstolz dieses Volkes zeigen. Man selbst lernt dabei immer mehr die wirkliche Mentalität und Art der Menschen auf dieser Insel kennen und lieben.


Wo habt ihr geschlafen?
Geschlafen haben wir fast immer im Zelt, das wir uns aus Deutschland mitgebracht hatten. So waren wir relativ unabhängig, denn einen Campingplatz mit freien Kapazitäten fand man auch noch zu später Stunde. „Wildes Zelten“ ist in Irland allerdings fast unmöglich, da so gut wie jedes Stück Land privat ist. Aber wie auch schon ansatzweise erwähnt, sind die Iren sehr gastfreundlich und bieten einem auf Anfrage sehr gern ein Plätzchen auf ihren Wiesen zum Campen an, wenn man sich einmal das Geld für einen Zeltplatz sparen will.
Das Zelten hat natürlich auch seine Nachteile, da die Nächte zum Teil sehr kalt waren. Ein guter Schlafsack ist demzufolge auf jeden Fall zu empfehlen. Mein Schlafsack ist schon etwas älter und so musste ich ab und zu meinen Rucksack ausräumen und all meine Pullover und T-Shirts überziehen.
In Dublin haben wir in Hostels übernachtet, das Zimmer haben wir im Vorfeld über das Internet von Deutschland aus vorbestellt, da es doch recht häufig vorkommt, dass die Hostels ausgebucht sind. Vor allem dann, wenn eine Event in Dublin ansteht.
Auch während unserer Rundtour haben wir eine Nacht in einem Hostel zugebracht, da der Regen das Aufstellen unseres Zeltes nicht zuließ. Dieses Hostel war eigentlich geschlossen, da eine Reisegruppe sich für die nächsten Tage angemeldet hatte und so alles auf Hochglanz gebracht werden sollte. Trotzdem wies man uns nicht ab, sondern bot uns ein Zimmer an. So schliefen wir ganz allein in dieser Nacht in diesem Hostel, was auf der einen Seite eine etwas gruselige Vorstellung machte, auf der anderen Seite aber durchaus angenehm war. Denn hier konnten wir wieder einmal den Luxus eines Bettes genießen. Zudem durften wir die Küche benutzen und so machten wir uns einen gemütlichen Abend.

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