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Teaserbild: Camino del Norte – Küstenweg

Camino del Norte – Küstenweg

Nachdem ich im Jahre 2000 bereits den „Camino françes“ erwandert hatte und im Jahre 2009 die „Vía de la Plata“, machte ich mich im Frühjahr 2012 noch einmal auf einen der Jakobswege, noch einmal auf nach Santiago de Compostela. Diesmal hatte ich mir den „Camino del Norte“ herausgesucht, der auf über 850 Kilometern vom Baskenland an der Atlantikküste entlang bis nach Galicien führt.

Nachdem ich in den Jahren zuvor schon zwei Binnen-Jakobswege kennenlernen durfte, reizte mich es, entlang der Küste durch mir bisher unbekannte Regionen Spaniens bis nach Santiago zu wandern. Demnach war der Atlantik mein steter Begleiter (oder zumindest in greif- bzw. erlaufbarer Nähe), auf den ich nicht erst bis zum Kap Finisterre warten musste.
Der „Camino del Norte“ ist einer der ältesten Pilgerwege, der durch die sehr unterschiedlichen und ursprünglichen Regionen des Baskenlandes, Kantabriens, des früheren Königreiches Asturien und durch Galicien führt. Obwohl weitaus weniger begangen, bietet er ähnliche Annehmlichkeiten wie die übrigen Jakobswege (gute Ausschilderung und Markierung; Pilgerherbergen etc.). Die Ursprünglichkeit und Einsamkeit auf diesem Wege bleibt dem Pilger lange erhalten; erst kurz vor Santaiago, in Arzúa, trifft der „Camino del Norte“ auf den „Camino françes“, auf dem man innerhalb eines Tages so viele Tourigrinos sehen wird wie zuvor auf seiner gesamten Pilgerreise nicht…

Worum handelt es sich beim Camino del Norte/Küstenweg?
Die Entdeckung der Grabstätte des Apostels Jakobus zu Beginn des 9. Jhd. zog sehr bald einen Strom von Wallfahrer zu jenem Standort nach sich, an dem sich heute die galicische Stadt Santiago de Compostela befindet. Dieser Andrang formierte alsbald ein dichtes Streckennetz, ausgehend von den unterschiedlichsten Punkten Europas, das in seiner Gesamtheit als Jakosweg bekannt ist.
Einer dieser ursprünglichen Jakobswege ist der Nördliche Pilgerweg entlang der Atlantikküste: der Ursprung der Wallfahrt über die Route an der Atlantikküste entlang geht auf die Zeit unmittelbar nach Entdeckung des Apostelgrabes zurück. Die Wege des früheren Königreiches Asturien waren mit die ersten, über die Pilger nach Santiago gelangten. Dabei war und ist der Küstenweg kein lokal beschränkter Pilgerweg für die asturischen Anrainer; vielmehr war und ist diese Route ein internationaler Pilgerweg – gespeist über Land aus Frankreich und über die baskischen und kantabrischen Häfen mit Pilgern aus den Nordseeländern. Der Küstenweg schlängelt sich über 80% der Wegstrecke an Stränden, Klippen und Küstendörfern entlang bis Ribadeo in Galicien, wo der Weg nach Süden ins Binnenland abzweigt.

Was sind die „Höhepunkte“ auf dem Weg?
Auf den rund 850 Kilometern zwischen San Sebastián und Santiago de Compostela findet jeder Peregrino seine ganz eigenen Höhepunkte durch Ereignisse, Momente und Begegnungen. Für mich ganz persönlich boten die folgenden Orte „Höhepunkte:

  • MEIN Startpunkt: das in einer Meeresbucht gelegene San Sebastián mit seiner wunderschönen Altstadt
  • die archaischen Küstenlandschaften des Baskenlandes und Kantabriens
  • das Friedens-Museum („Museo da Paz“) in Gernika, das u.a. die beschämende und traurige „deutsche Geschichte“ des Ortes beleuchtet
  • BILBAO mit seinen altehrwürdigen Häusern und Plätzen, dem modernen Guggenheim-Museum und der „schwebenden“ Bizkaia-Brücke
  • die Fähren in Santoña und Somo, die unnötige Umwege vermeiden und den Pilger rasten lassen
  • das „Museumsdörfchen“ Santillana del Mar
  • die Aussichten auf die Bergwelt der „Picos de Europa“, z.B. von San Vicente de la Barquera aus (Traum-Herberge: „El Galeón“)
  • die „Bufones“ zwischen Bustio und Llanes – ein Naturschauspiel sondersgleichen
  • die Gastfreundschaft in Santiago del Monte, Asturien
  • das galicische Hinterland zwischen Vilalba und Arzúa, mit einem Muss-Stopp im Café „Witericus“ in Carballedo
  • das älteste Zisterzienser-Kloster Spaniens: Sobrado dos Monxes (erbaut 952) mit faszinierender Fassade und weiträumigen „heiligen“ Hallen
  • der Weg ans „Ende der Welt“ – von Santiago de Compostela nach Finisterra.
  • kulinarische Köstlichkeiten wie z.B. frischen Fisch, frische Meeresfrüchte und (Apfel-)Wein sind zudem steter Wegbegleiter aller Orten.

Beste Reisezeit:
Frühling bis Herbst – allerdings können Frühling und Herbst auch noch sehr kalt und feucht sein! Abril – lluvias mil!

Anreise:
Hinflug: nach Bilbao oder San Sebastian (z.B. mit Iberia)
Rückflug: direkt von Santiago de Compostela (z.B. mit Ryanair)

Einreise:
Personalausweis nicht vergessen oder verlieren!

Sprache: 
Unerwarteter Weise spricht man in Spanien Spanisch (und in Galicien galicisch)! Aus Respekt vor Land und Leuten sollte man zumindest ein paar Brocken Spanisch beherrschen. Den Rest bekommt man dann eh auf dem Weg mit. Möchte man nur mit seinen Mitpilgern reden, ist man mit Deutsch und Englisch gut bedient.

Geld:
EU und Euro machen es so einfach! Aber Vorsicht: es gibt Streckenabschnitte, wo man lange auf den nächsten EC-Automaten warten muss.

conrad-stein
Hier veröffentlicht der Verlag der „Outdoor“-Reihe Updates zu seinen Führern!

jakobsweg-reisen

allgemeine Informationen über die Jakobswege, z.B. den Küstenweg

asantiago
sehr fein gemachte Homepage über den die Jakobswege in „La Rioja“ – nur auf spanisch

Pilgerpass (Credencial): ermöglicht kostengünstige Übernachtungen in den Pilgerherbergen

Wanderschuhe und Sandalen: festes und wasserdichtes Schuhwerk verwenden bzw. offene Schuhe für die Abendstunden nach dem Wandern
Pflaster: jeglicher Form und Größe, da Blasen gerade am Anfang ein echtes Problem sein können
Regen– und Windschutz: auch an Spaniens Küsten windet und stürmt es.

Spanien: Jakobsweg – Küstenweg, OutdoorHandbuch aus der Reihe „Der Weg ist das Ziel“, Band 71 von Raimund Joos & Michael Kasper; Conrad Stein Verlag GmbH, 10. Überarbeitete Auflage: 2012. Reicht als Wanderführer vollkommen aus – auch wenn die Karten etwas besser sein könnten.

Rother Wanderführer: Jakobsweg – Camino del Norte: Küstenweg von Irun bis Santiago de Compostela: 2. Auflage von 2012 mit ausgezeichneten Karten.

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