Dein Outdoor-Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: COAST TO COAST WALK – Einmal quer durch Nordengland

COAST TO COAST WALK – Einmal quer durch Nordengland

COAST TO COAST WALK – Einmal quer durch Nordengland

Nach Ende meines Erasmusjahres in England im Mai 2011 wollte ich noch nicht so schnell wieder nach Hause und machte mich daher auf in den rauhen Norden, um für knapp zwei Wochen die ca. 300 km lange Inselquerung von St. Bees an der Westküste bis zur Robin Hood’s Bay an der Ostküste zu wandern.

Warum C2C

Großbritannien bietet sich generell sehr gut zum Wandern an. Es gibt zahlreiche nationale Wanderwege, die meist gut ausgeschildert sind und auch über mehrere Tagesetappen lang sind, sodass man locker einen ganzen Sommerurlaub zu Fuß verbringen könnte. Einer meiner Lieblingswege ist der Coast to Coast Walk, der die Insel auf 300 km von West nach Ost durchquert und dabei drei wunderschöne Nationalparks passiert: den Lake District, die Yorkshire Dales und die North York Moors. Außerdem liegt Großbritannien in Reichweite von Ryan Air und Co. und ist daher relativ preiswert und schnell von Deutschland aus zu erreichen. Für einen kurzen Wandertrip also ideal!

Am Ziel - Robin Hoods BayBlick auf Grasmere - Lake DistrictMoor bis zum Horizont - in den North York Moors

Was Sie schon immer über den C2C wissen wollten…

Wie verläuft die Route genau?
Los geht es zunächst im Fischerort St. Bees in Cumbria mit einem Tagesmarsch durch gelbblühende Ginsterbüsche entlang der Steilküste hinein ins immer hügeliger werdende Hinterland bis man bei Ennerdale Bridge in den Lake District kommt. Ab hier erwarten einen für die nächsten ca. vier Tage große Seen inmitten von kleineren, mit Gras überwucherten Bergketten und ein paar der für Großbritannien typischen Hochmoore. Danach wird es erst einmal für ein, zwei Tage flacher bis einem die Yorkshire Dales trotz ihrer sanften Lieblichkeit wieder einige Höhenmeter bescheren, weil man hier das in Nord-Süd-Richtung verlaufende Pennines- Mittelgebirge überquert. Nach etwa drei Tagen gelangt man nach Richmond, einer lebhaften Kleinstadt mit großer Burgruine, und lässt hier die Dales hinter sich. Die Route windet sich dann für ein, zwei Tagesmärsche entlang des River Swale, weiter Felder und kleiner Dörfer durch die Ebene bis nach Ingleby Cross, von wo aus man auf einem größtenteils kargen, moorigen Hochplateau das letzte Drittel der Tour beschreitet. Mit halb lachendem und weinendem Auge sieht man das Meer dann immer näher rücken. In Robin Hood’s Bay in Northumberland endet schließlich die Wanderung nach gut zwölf bis 15 Tagen.

Wo kann ich übernachten und essen? 
Wer gerne unabhängig sein und einfach drauf los spazieren möchte, dem sei das eigene Zelt ans Herz gelegt. Da vor allem der Lake District und die Yorkshire Dales Urlaubsgegenden der Briten sind, findet man immer einen Zeltplatz, die meistens recht spartanisch sind – eine Wiese und ein Bretterverschlag mit WC und Münzdusche sind die Regel. Oftmals bieten auch Pubs ihre Gärten zum Campen an (5£), dafür kann man auch vorm Zubettgehen das ein oder andere Pint mit den Einheimischen oder anderen Mitwanderern trinken und englische Hausmannskost probieren. Gute Erfahrungen hatte ich z.B. mit den Pubs „The Fox & Hounds Inn“ in Ennerdale Bridge und „The Bull’s Head Inn“ in Shap. Manchmal kann man auch für einen kleinen Obolus auf einer Farm zelten z.B. auf der Laylands Farm in Bolton-on-Swale. Das sieht man entweder schon in der Wanderkarte oder spätestens an einem Hinweis am Zaun. Wem Zelten nicht so liegt, kann natürlich auch in B&Bs (kleinen Pensionen mit Ü/F), Hotels und Jugendherbergen übernachten. Entlang der Route gibt es auch genügend Dorfläden, um Essen einzukaufen. Ab und zu steht auch ein Korb oder eine Kühlbox mit Obst und selbstgemachten Snacks am Wegesrand. MeinTipp: Flapjacks, das sind klebrig süße Müsliriegel, die toll Energie geben.

typische nordenglische Landschaftim idyllischen Swaledale der Yorkshire DaleBorrowdale im Lake District

Wie fit muss ich sein?
Eine gewisse Grundfitness ist Voraussetzung. Man trägt ja schließlich sein ganzes Gepäck für zwei Wochen mehrere Stunden täglich auf dem Rücken, bergauf und bergab, bei Gegenwind und Regen. Insgesamt bietet der C2C aber super Möglichkeiten, die Tagesetappen an die eigene Kondition anzupassen. Man kann die Strecken so legen, dass man den ganzen Tag straff unterwegs ist, oder auch mal nur einen halben Tag in den nächsten Ort schlendert – ganz nach Stimmung.

Kann ich auch von Ost nach West laufen?
Das ist natürlich machbar. Dafür spricht auch das Profil der Route, das die meisten Höhenmeter im Lake District, also im Westen, bereit hält. Wenn man sich erst einmal „warm“ laufen möchte, um die tolle Landschaft der Seenlandschaft nicht wegen körperlicher Zipperlein zu verpassen, kann sich den Lake District als sprichwörtlichen Höhepunkt bis zum Ende aufheben. Allerdings wandert man so gegen das Wetter an, das einem dann mit den überwiegend von Westen kommenden Winden ins Gesicht schlägt.

Was sind die schönsten Ecken auf der Route?
Zu meinen persönlichen Highlights gehören: der Ausblick vom Black Sail Youth Hostel in Ennerdale (dem übrigens abgeschiedensten Hostel Englands), die Etappe von Rosthwaite nach Grasmere, weil sie so ursprünglich und abwechslungsreich ist, die Wasserfälle bei Keld, die zu einer idyllischen Brotzeit einladen, und nicht zuletzt das hübsche Swaledale mit seinen Wiesen und Wäldchen. Ein Abstecher lohnt sich auch in die Eisdiele in Reeth und in das etwas versteckt liegende „Lord Stones Café“ bei Carlton Bank im Carlton Moor, das eher „Hole in the Hill Café“ heißen sollte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterschmökern

Strandurlaub mit Bären – zu Fuß entlang der Lost Coast

Christina Felschen/into-the-green.org  5. Oktober 2015

Der Moray Coast Trail – abseits der Touristenhorden

Jan 13. August 2017

Seen, Burgen und Kanäle – Wandern in Schottland Teil II: Der Great Glen Way

Rabanus 22. November 2013

A tribute to KÄÄPÄLÄN KAUPPA tour 2007

Miriam & Clemens 23. April 2009

Kamtschatka: der Südwesten

Bernhard 11. Januar 2016