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Teaserbild: Die Stille im Inneren

Die Stille im Inneren

Die Stille im Inneren

Unsere einwöchige Tour führte uns Vier (m., 22-25 Jahre) per Flugzeug von Berlin nach Olbia. Weiter ging es mit dem Bus, über Nuoro nach Fonni, wo uns die Unberührtheit des östlichen Landesinneren verschluckte. Wir überquerten den zweithöchsten Gipfel der Insel (Brucca Spina mit 1828m), wandten uns von hier nordöstlich und wollten die Gorropu-Schlucht passieren. Der Durchzug entpuppte sich jedoch trotz vorheriger intensiver Planung, als unmöglich, da der Klamm seit einem Unwetter 2004 zerstört war. So entwichen wir westlich, entlang des Orbisi. Von der Passstrasse aus gelangten wir per Anhalter nach Cala Gonone, welches Ausgangsort zur Grotta del Blu Marino, eine von zahlreichen Grotten der Insel war. Einer traumhaften Nacht am Meer folgte die Busreise nach Olbia sowie die letzte Nacht im Zelt auf sardischem Terrain.

Warum Italien (Sardinien)

Wir suchten einen Ort, der zur kurzen Semesterunterbrechung billig zu erreichen, landschaftlich ansprechend, im Mai warm ist und an dem wir möglichst wenig Leuten begegneten würden. Dies alles versprachen die Reiseführer und Internetforen, welche das Landesinnere der Insel zum „Geheimtipp“ für Einsamkeit-Suchende kürten und uns den Fünften des Jahres als den Angenehmsten versprachen. Eine finanzierbare An- und Abreise versicherten die Billigflieger, welche die drei größten Städte des Eilands anfliegen.

Anstieg zum Brucca Spina, dessen flachzulaufendes Terrain ihn kaum hervorstechen lässt.Impression am Wegrand. Hier verbindet sich der landläufige Pragmatismus mit Ästhetik.Neben den überfüllten Touristenstränden gibt es noch zahlreiche bezaubernd versteckte Küsten.

Was Sie schon immer über SARDINIEN wissen wollten…

… über die Insel

Über Jahrhunderte ineinandergeschobene gigantische Gesteinsschichten geben der Insel ein abwechslungsreiches Aussehen, wie wir es zuvor auf so kleinem Raum noch nie gesehen haben. Nach einem Gipfel oder einer Kurve konnte die Landschaft von den scheinbar unbewachsenen „schottischen Highlands“, zum Nadelwald, dem „Grand Canyon“ oder Monument Valley wechseln.

… den Tourismus

Fast alle Urlauber halten sich an den Küstengebieten auf oder reisen per Wohnmobil durch die gut ausgebauten Straßen im Landesinneren. Im Mai sind die Deutschen und Holländer die ersten Urlauber, welche die gut erreichbaren Strände bereits füllen. Auch per Auto erreichbare Attraktionen (wie einige Grotten an der Ostküste) waren sehr stark besucht. Im Inneren, aber auch an unerschlossenen Strandgebieten trifft man auf unberührte, einsame aber einzigartige Landstriche. Rucksackreisende bilden die Ausnahme.
 Auch wenn die Bevölkerung ungeheuer nationalbewusst ist, so ähnelt ihre Mentalität, aus der Sicht des Deutschen, der der Italiener des Festlands. Temperamentvoll, aber stets bereit dem hilflosen Wanderer, der hier stets ein fremdes Getier zu sein scheint, mittels Händen, Füßen und Zetteln weiterzuhelfen. Die meisten Bewohner, vor allem an den Küsten, leben vom Tourismus und gerade die Gemeinden im Landesinneren versuchen noch viel mehr Urlauber anzuziehen.

Wege bestehen meist in Form von Kuhtrampelpfaden oder existieren gar nicht.Abendimpression an der Grotta del Blu Marino.Das Flussbett des Titone verrät etwas von der Wassergewalt, welche die Gola de Gorropu
unpassierbar werden ließen.

…zum Wasser

Entlang unserer Strecke gab es stets genügend Quellen oder Flüsse mit sauberem Wasser, so dass 3 Liter pro Rucksack für Trinken, Abendessen und Frühstück ausreichten.

…über Schlafplätze

In der 70er Jugendbewegung wurde die Insel ein beliebtes Ziel der Freiheitsliebenden, wodurch aber die Strände in Müllhalden verwandelt wurden. Darauf regierte die Regierung mit einem bissigen Campverbot an den Stränden, welches mittlerweile jedoch nicht mehr ganz so konsequent kontrolliert wird. Ein Zelt lässt sich sonst ohne Probleme überall aufschlagen.

Tipps

– In der Zeit der Siesta 12:00 Uhr/13:00 Uhr – 17:00 Uhr geht außer Eis essen gar nichts. Busse und Läden stehen in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Auch wird man außer deutschen Urlaubern kaum Einheimische auf den Straßen antreffen.

– Zwar heizen und kochen fast alle Bewohner mit nachfüllbaren großen Gaskartuschen, doch sind die abnehmbaren Schraub- und Steckkartuschen außerhalb des Sommers selbst in großen Geschäften schwer auffindbar. Dafür gibt es zahlreiche kleinere Gasläden, deren Besitzer zumindest das nächste- meist versteckte Geschäft- aufweisen können.

– Zur Orientierung im Gelände sind vorheriges Üben von Entfernungsschätzen, Kompasslesen und eine gute topographische Karte sehr hilfreich und ersparen viel Frust und Zeit.

– Die Tiere, besonders die Kühe, sind im Vergleich zu anderen mehr touristisch erschlossen Gegenden sehr scheu.

– Größere Einkäufe am besten vor 12:00 Uhr erledigen, da nicht alle Läden wie versprochen am Abend erneut öffnen.

– Pufferzeiten beim Wandern einrechnen! Verlaufen passiert automatisch.

– Bei der Suche nach einem Zeltplatz gilt zu beachten, das es zahlreiche eingegrenzte Weideflächen gibt, die ein Durchkommen oder Zelten unmöglich machen. Zudem bestehen einige Felszüge aus Kalkstein, ohne jeglichen Grasabschnitt dazwischen.

 

 

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