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Teaserbild: Sonne, Wind und Regen – Wandern in Schottland auf dem West Highland Way

Sonne, Wind und Regen – Wandern in Schottland auf dem West Highland Way

Dieses Jahr im Spätsommer machte ich mich mit einem guten Freund zusammen auf, einen lang ersehnten Traum Wirklichkeit werden zu lassen: Für knapp drei Wochen flogen wir in den Norden der britischen Inseln, um dort den West Highland und den Great Glenn Way zu wandern. Die beiden Wege lassen sich hervorragend miteinander kombinieren, da der erste endet, wo der zweite beginnt. Und so schulterten wir unsere (viel zu schweren) Rucksäcke, stiegen ins Flugzeug nach Glasgow und machten uns auf den Weg. Und natürlich haben wir die Gelegenheit auch gleich genutzt, unser neues Equipment zu nutzen, etwa das Rab Latok Alpine Jacket oder den Kajka 75 Tourenrucksack.

Schottland ist ein herrlich vielseitiges Land. Es gibt wunderschöne Aussichten, freundliche Schotten und die Gelegenheit, die immer wieder überraschend schnellen Wetterumschwünge hautnah mitzuerleben. Dabei hat es für jeden etwas zu bieten: Egal ob für den unabhängigen Camper, bequemen Tageswanderer oder ambitionierten Mountainbiker. Die Landschaft, die man auf dem West Highland Way durchwandert ändert sich beinahe täglich; von den flachen und grasbewachsenen Lowlands über weite Seen und Glens (das schottische Wort für Täler) bis hin zu den felsigeren Highlands hat jedes Gebiet und jedes Terrain seinen eigenen Charakter. Und eins kann man dabei stets garantieren: Kein Tag wird je einem anderen gleichen! Ach, und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Whisky…

Der West Highland Way (154 km) ist der mit Abstand bekannteste schottische Weitwanderweg. Wir sind die Strecke mit ca. 20 kg Gepäck in knapp sieben Tagen gewandert und haben täglich zwischen 20 und 33 km zurückgelegt. Für Wanderer mit weniger Gepäck und die nicht campen wollen ist die Strecke auch in rund fünf Tagen gut machbar. Je weiter man sich nach Norden durchschlägt desto anspruchsvoller wird im Allgemeinen das Gelände.

Der West Highland Way beginnt in dem kleinen hübschen Vorörtchen Milngavie, das irritierenderweise etwa Mul-gai ausgesprochen wird; sehr zur Belustigung von Wanderern und Einheimischen. Von dem Vorort aus führt der West Highland Way durch ein Gebiet, das als die Lowlands bekannt ist. Einige Wanderer schätzen die Lowlands nicht allzu sehr, denn tatsächlich sind sie etwa so aufregend wie ihr Name vermuten lässt.
Und dennoch lohnt sich eine Wanderung durch die Ebenen und entlang der alten Bahngleise, denn so wird der Kontrast zu den weiter nördlich gelegenen Hügellandschaften der Highlands umso beeindruckender. Und letztendlich ist es ein tolles Gefühl am Horizont die ersten Hügel zu sehen und zu merken wie man sich ihnen mit jedem Schritt ein wenig mehr annähert. Die Lowlands bieten außerdem noch einen weiteren Vorteil: Sie stellen einen angenehmen Beginn der Wanderung ohne zu große Herausforderungen dar, und man kann sich ein wenig an das Gewicht seines Rucksacks gewöhnen.

Auf dem Weg gibt es sowohl die ein oder andere Herberge also auch die Glengoyne Distillery, wo man in den Genuss von echtem schottischen Malt Whisky kommen kann. Solche Destillerien, die oftmals auch Führungen inklusive Whisky Verkostung anbieten, finden sich an vielerlei Orten entlang des West Highland Ways. Für Whisky Liebhaber eine feine Sache, doch wir wollten weiterlaufen und so ließen wir die Distillery links liegen.

Eine erste Herausforderung stellte Conic Hill dar, der bei gutem Wetter eine hervorragende Aussicht bietet. Im Südosten erstrecken sich die bereits durchquerten Lowlands, im Westen und Norden lässt sich ein gigantischer See ausmachen: Der Loch Lomond. Auf dem Conic Hill sammelten wir dann auch erste Erfahrungen mit einem der rasanten schottischen Wetterwechsel: von traumhaftem Sonnenschein zu (ebenfalls traumhaften) Kübelregen, und das in weniger als 2 Minuten! Ein kurioses Gefühl sich schnell seine Regensachen überzuziehen und zugleich die Sonne brennend auf seiner Haut zu spüren. Aber hey, so gibt’s auch einen schönen Regenbogen zu sehen! Hier zeigte sich der klare Vorteil von Regenhosen mit einem durchgehenden seitlichen Reißverschluss, denn so wurden wir nicht allzu nass bis wir für den Regen gewappnet waren.

Tipp für Pilzfreunde: Für all jene, die sich gerne beim Wandern selbst versorgen, lohnt sich die Zeit im Spätsommer bzw. Frühherbst besonders! Nahezu überall auf dem West Highland- und auch dem Great Glenn Way lassen sich schmackhafte Pilze finden, allen voran massenweise Maronenröhrlinge. Dann einfach noch ein paar Eier vom nächsten Geschäft mitnehmen und schon kann man sich ein vorzügliches Omelett zubereiten…schmecken lassen!

Hinter dem Conic Hill erstreckt sich der majestätische Loch Lomond, der die Grenze zwischen High- und Lowlands markiert. Die kommenden 35 km des West Highland Way führen an dem größten Süßwassersee Schottlands entlang und hier gibt es neben Wandern auch eine ganze Menge anderer Dinge, die sich zu erleben lohnt: In dem kleinen Dörfchen Balmaha kann man Segelboote mieten und bei gutem Wetter spricht nichts dagegen die wunden Füße im kalten Naß des Sees zu kühlen. Insbesondere der südliche Teil desselben hat uns sehr gut gefallen. Der Pfad führt durch ruhige Wälder hindurch und so nahe am Loch Lomond entlang, dass sich immer wieder lohnenswerte Ausblicke bieten. Der Weg ist angenehm; einige Wurzeln geben ihm die nötige Würze. Vereinzelt gibt es jedoch schwierige Stellen, die besonders bei Nässe rutschig sein können. Uns war das Wetter seit dem Conic Hill meistens wohl gesinnt und wir konnten den Loch Lomond und seine Strände in all seiner Schönheit genießen. Auch gibt es in der Gegend eine Vielzahl kleinerer Pfade für kurze Tagesausflüge, wenn man in Balmaha etwas länger Halt machen möchte. Die Gegend um die Ortschaft herum ist sehr schön und sollte die Zeit vorhanden sein lohnt es sich sich in einem der hübschen B&B’s einzuquartieren. In der Gegend kann man nicht nur wandern und segeln sondern zusätzlich auch klettern und golfen.

Tipp für Wildcamper: Vom 1. März bis zum 31. Oktober ist es verboten auf der östlichen Seite des Loch Lomond in der Wildnis zu campen. So wird der lokalen Flora und Fauna Zeit und Raum gegeben sich vom intensiven Tagestourismus zu erholen. Wenn man auf dem West Highland Way unterwegs ist befinden sich immerhin rund 23,8 km in der Zone und auch wenn es möglich ist sie an einem Tag zu durchwandern, so ist es doch recht wahrscheinlich, das man bei Einbruch der Dunkelheit sich mitten darin befindet. In regelmäßigen Abständen gibt es jedoch offizielle Camping Plätze; eine Karte der Restricted Zone findet sich auf der Webseite des Loch Lomond National Park. In dem Gebiet sind außerdem eine Menge Ranger unterwegs. ;)

Dies ist auch die Gegend in der der schottische Wilddieb und Freiheitskämpfer Rob Roy MacGregor lebte, den einige aus der bekannten Verfilmung mit Liam Neeson kennen mögen. In der Gegend lassen sich mehrere kleine Erinnerungsfetzen entdecken, wie etwa die Höhle, in der Rob Roy angeblich gefangen gehalten wurde. Der Wanderführer von Hartmut Engel (siehe Literaturliste) war hier besonders hilfreich, denn er lieferte den spannenden Kontext zu den ansonsten schwer zu findenden Örtlichkeiten, die im Leben Rob Roys eine Rolle spielten.

Kurz vor dem Ende des Loch Lomond erwischte uns eine volle Regenfront und wir schafften es irgendwie all unsere Sachen nass zu bekommen. Hier lernten wir auf nasse Art und Weise: Es lohnt sich bei seinen Etappenzielen flexibel zu sein und sich nach dem Wetter zu richten. Wenn die Sonne scheint, nasse Wäsche und Zelt zum Trocknen am Rucksack aufhängen (ja, das funktioniert wirklich auch mit Zelten!). Wenn sich die Wolken sammeln Regenkleidung frühzeitig anlegen oder gar nicht erst ausziehen. Ist das Wetter gut genug lohnt es sich oft auch schon früher zu kampieren und dafür dann am nächsten Morgen früher aufzustehen.

In der darauffolgenden Nacht haben wir daher in einem Wigwam – einer Art niederen Holzhütte – geschlafen um unsere Ausrüstung trocknen zu lassen. Es ist wirklich wichtig darauf zu achten, dass nicht alles nass wir. Unterwegs hörten wir immer wieder von Leuten, die aus eben diesem Grund ihre Tour abgebrochen haben. Mit der Zeit haben wir gelernt mit dem Wetter umzugehen und wir betrachteten den Wechsel zwischen Sonne, Wind und Regen wie ein Spiel, in dem wir unseren eigenen Platz einnahmen.

Ha, endlich! Nördlich des Loch Lomonds erheben sich die Ländereien der alten schottischen Clans: die Highlands. Man folgt nun dem River Falloch, der mit seinen zahlreichen Wasserfällen und tosenden Wassermassen gerade nach einem starken Regen besonders beeindruckend ist. Auch hier ist der Pfad nicht wirklich schwer – einzig die Schönheit der Natur mag die Schritte des Wanderers etwas verlangsamen.

Je weiter nördlich man wandert desto schwieriger wird das Gelände, kräftezehrende Aufstiege häufen sich. Vorbei an dem oft in Nebelwolken verschwindenden Beinn Dorain (1074 m) über Bridge of Orchy erreichen wir nun ein Gebiet, das sich gänzlich von der bisherigen Seen- und Waldlandschaft unterscheidet. Um uns herum erheben sich immer mehr Hügel und wir haben nun wirklich das Gefühl, die Darsteller von Braveheart oder Highlander würden bald um die nächste Felswand lugen. Besonders hervorzuheben ist der Hügel Mam Carraigh (325 m), der trotz seiner geringen Höhe wahrhaft atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Highlands bietet. Und vor allem: Außer einem einzigen Hotel ist hier von Zivilisation weit und breit nichts zu sehen. Wir hatten das Glück bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hügel angekommen zu sein, doch ich kann mir vorstellen, das die Aussicht bei Regen nicht minder atemberaubend ist; phantasievoll geformte Wolkenformationen inklusive.

Nach dem Mam Carraigh erwarten den Wanderer die zwei härtesten Teilstrecken des West Highland Ways: Die Durchquerung des Rannoch Moor und der Aufstieg über das Devil’s Staircase zum höchsten Punkt des ganzen Pfades, hinauf auf 550 m. Das Rannoch Moor stellt aus mehreren Gründen eine Herausforderung dar: Der Wanderer ist auf dem Weg durch das Moor über 15 km hinweg sämtlichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt und es bieten sich keinerlei Unterschlupf-Möglichkeiten. Des Weiteren gibt es im Moor natürlich eine Menge Midgets (winzige schottische Stechmücken.) Hinzu kommt, das die alte Militärstraße, die durch das Moor führt, aus grobschlächtigen Steinen gebaut ist, die selbst mit festem Schuhwerk sehr unangenehm zu begehen sind (vor allem da sie sich so lange hinzieht!). Bei gutem Wetter ist der Gang durchs Moor noch recht angenehm, bei Regen kann er allerdings sehr herausfordernd sein.

Tipp für Wildcamper: Auch wenn offizielle Quellen und die Schilder vor dem Moor anderes sagen: Es gibt ein, zwei Stellen unmittelbar direkt neben dem Weg wo gecampt werden kann; diese sind allerdings nicht sehr windgeschützt.

Die Belohnung folgt jedoch prompt auf dem Fuße. Zwischen dem Moor und dem Devil’s Staircase tut sich die meiner Meinung nach schönste Szenerie des ganzen West Highland Ways auf: im Tal verläuft eine einsame schottische Straße, an die sich das Kingshouse Hotel – das einzige der ganzen Gegend – schmiegt. Im Hintergrund erheben sich einige der eindrucksvollsten Hügel (die man jetzt auch schon Berge nennen könnte). Ein großes, wundervolles Gefühl von Abgeschiedenheit und Ruhe kehrt ein.

In den Hügeln nordwestlich des Kingshouse Hotels, nahe des beeindruckenden Stob Dearg (1022 m), befindet sich das Devil’s Staircase. Das hat mit Treppen zwar nur wenig, dafür mit Serpentinen aber umso mehr gemein. Der Aufstieg ist anstrengend, doch mit etwas Ausdauer ohne Probleme machbar. Erfahrene Bergsteiger werden schon Anstrengenderes erlebt haben. Die Aussicht von oben ist großartig!

Es folgt ein Abstieg, der nochmals in eine Kleinstadt hinabführt bevor der Pfad dann auf steilen Wegen wieder auf die ursprüngliche Höhe ansteigt. Vor dem Wanderer tut sich ein diesmal etwas höher gelegenes und ausgesprochen ruhiges Tal auf. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis Fort William. Der Pfad durchquert nun ein Waldgebiet, das von Forstfirmen leider beinahe völlig zerstört worden ist. Die Gegend sieht eher trist aus und umso mehr freut man sich kurz darauf wieder in den tiefen schottischen Wäldern zu sein. So langsam neigt sich die Reise dem Ende zu. Auf den letzten Kilometern vor der Stadt ragen die spärlichen Überreste von Dun Deardail empor, einer aus dem Eisenzeitalter stammenden Befestigungsanlage. Von hier aus hat man eine hervorragende Sicht auf den Ben Nevis, den mit 1344 m höchsten Berg Großbritanniens.

Von Glasgow aus hat man nun stolze 154 km hinter sich gebracht. Fort William selbst ist der Ausgangspunkt für vielerlei Schottlandreisende, allerdings hat die Stadt selbst außer etlichen Outdoor Shops und überteuerten Restaurants wenig zu bieten. Als Abschluss des West Highland Ways bieten sich zwei wundervolle und sehr verschiedene Wanderungen an: Eine Klettertour hinauf auf den Ben Nevis oder eine kleine Tagestour in die Tiefen des Glen Nevis, das Tal am Fuße des Berges.

Für Viele stellt der Ben Nevis den krönenden Abschluss der Wanderung dar. Vor dem Berg muss allerdings gewarnt werden: Er ist alles andere als ungefährlich und es sind schon viele Tagestouristen, die ihn unterschätzt haben, verunglückt. Der Pfad führt an einigen tiefen Schluchten vorbei, das Wetter kann sich jederzeit schnell ändern. Falls die Wetterlage ungünstig ist, sollte man auf einen Abstecher zum höchsten Berg Großbritanniens lieber verzichten. Eine lohnende Alternative bietet das Glen Nevis, das weithin als das schönste Tal Schottlands bezeichnet wird. Und zu Recht! Die zahlreichen majestätischen Wasserfälle und das saftige Grün der Wiesen machen es ebenfalls zu einem sehr lohnenden Abschluss.

Schottland hat mich zutiefst beeindruckt. Die Wanderung auf dem West Highland Way war ausgesprochen vielseitig und wir durchquerten unterschiedlichstes Terrain in den verschiedensten Wetterbedingungen. Für mich hat gerade die Wechselhaftigkeit des Wetters den besonderen Reiz dieser Reise ausgemacht und ich wurde wahrhaftig nicht enttäuscht. Das nächste Mal: Den West Highland Way im Winter – mit Tiefschnee! 😀

Im kommenden zweiten Teil des Reiseberichts befinden wir uns auf dem Great Glen Way, der von Fort William aus quer durch Schottland bis nach Inverness führt. Bis dahin!

 

Wie ist das Wetter?

Vorab: Alles was Sie über das schottische Wetter bisher gehört haben, stimmt. Es ist launisch, sehr launisch. Am besten trifft es die Antwort gut gelaunter Einheimischer auf die Frage nach dem Wetter hin: »Sonne, mit starkem bis gar keinem Regen und heftigem bis mäßigen Wind.« Im Herbst, Sommer und Frühjahr muss man einfach immer damit rechnen nass zu werden oder alternativ komplett trocken zu bleiben. Im Winter gibt es in den Highlands eine Menge Schnee, im Sommer scheint die Sonne und es wird so heiß das man frohen Mutes in kurzen Sachen wandern kann. Mit einem Wort: Alles ist möglich.

 

Kann ich auch mit meinem Hund zusammen wandern gehen?

Generell ist das Wandern mit Hunden auf dem West Highland Way streckenweise möglich, jedoch nicht empfehlenswert. Die Bestimmung zur Einreise von Tieren in das Vereinigte Königreich sind sehr streng und auch wenn die Einreise gewährt wird, so gibt es mehrere Abschnitte, in denen das Mitführen von Hunden nicht erlaubt ist. Jährlich wird eine große Zahl an Schafen von Hunden gerissen und wir haben auf unserem Weg selbst ein totes Schaf gefunden. Für die örtlichen Viehzüchter stellt dies einen nicht zu unterschätzenden finanziellen Verlust dar. Daher lassen Sie ihren Hund besser zu Hause wenn sie in Schottland wandern gehen wollen.

 

Was kann ich gegen die Midges tun?

Die Midges können beim Wandern recht unangenehm werden. Im Juli und August ist Hochsaison für die kleinen Biester und es empfiehlt sich nicht ohne Kopfnetze und Nobite loszuziehen. Wir hatten mit den Midges verhältnismäßig wenige Probleme, aber ihre Anwesenheit war dennoch spürbar und hat die ein oder andere Etappe schon etwas erschwert.

Hier ein paar Tipps um zu vermeiden oft gestochen zu werden:

  • man kann es dem Wild der Highlands gleich machen und versuchen immer in windigen – sprich, hoch gelegenen – Gegenden zu bleiben, denn die Midges sind so leicht, das sie selbst bei einer leichten Brise schon weg fliegen. Wind ist also immer etwas gutes in Schottland!
  • Moskitonetze helfen, allerdings nur wenn sie eine sehr kleine Maschung aufweisen
  • angeblich fliegen die Midges auch auf dunkle Farben, es lohnt sich also knallige, schön bunte Kleidung zu tragen
  • Farne und andere Büsche – die es in den Highlands zu Massen gibt – sollte man unbedingt meiden bzw. schnell weiterlaufen; hier halten sich die Midges besonders gerne auf!
  • das gleiche gilt für stehende Gewässer und Moorlandschaften
  • je dunkler es wird, desto mehr Midges sind oftmals unterwegs. Es kann sich also mitunter lohnen, die Zelte etwas früher aufzuschlagen, damit man abends noch etwas Zeit zum Kochen hat

Die Midges kündigen sich außerdem an. Wird man gebissen bzw. geschnitten senden sie einen Duftstoff aus, der dann den restlichen Schwarm anlockt. Am Beginn sieht man also meistens nur wenige Fliegeviecher und es gibt genügend Zeit sich aus dem Staub zu machen. Ansonsten, die schottische Variante: beißen lassen. Ist man nicht allergisch und kratzt sich nicht an den Stichen gewöhnt sich der Körper schnell daran.

 

Die Highlands sind groß. Kann ich da leicht vom Weg abkommen?

Das Navigieren auf dem West Highland Way ist denkbar einfach. Die Wege sind mit Pfählen gekennzeichnet, die das Zeichen des Weges – eine stilisierte Distel – zeigen. Diese Wegweiser sind in der Regel sehr gut sichtbar und auch bei Regen gut zu erkennen. Die Pfade sind gut ausgetreten und selbst ohne Wegweiser ist es meist sehr klar wo sie lang führen. Zudem gibt es lediglich ein, zwei Stellen in denen man sich nicht in unmittelbarer Nähe einer schottischen Siedlung befindet. Auch unerfahrene Wanderer können sich, solange kein Schnee liegt, also nur schwer verirren.

 

Wie funktioniert das mit dem Gepäcktransport?

Nicht jeder möchte auf dem West Highland Way mit einem schweren Tourenrucksack laufen. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Anbietern, die den Großteil des Gepäcks zu den jeweiligen Unterkünften transportieren. Dann ist man nur noch mit einem Tagesrucksack unterwegs, was das Wandern erheblich erleichtert. Das ganze ist auch noch sehr erschwinglich: Die Kosten betragen etwa £45 pro Gepäckstück.

 

Wie schaut es mit Übernachtungsmöglichkeiten entlang des Weges aus?

Entlang des West Highland Ways gibt es eine große Auswahl an Unterkünften: B&Bs, Hotels, Zeltplätze, Wigwams und kostenlose Booties. In den meisten Gegenden kann man wild zelten. Insbesondere B&Bs und Hotels variieren in Ausstattung und Preislage allerdings erheblich. Es empfiehlt sich hier auch in jedem Fall früh zu buchen, da die beliebtesten Plätze oft schnell weg sind.

 

Sollte ich beim Wandern in den Highlands Stöcke verwenden?

Ja! Insbesondere auf dem West Highland Way geht es viel bergauf- und bergab und insofern man mit schwerem Rucksack unterwegs ist lohnen sich Wanderstöcke ungemein. Sie verringern die Belastung der Knie erheblich, was auf Dauer erheblich gesünder ist als ohne Stöcke zu wandern. Das gilt auch für junge Wanderer, denn 20 kg sind immer 20 kg, egal ob man 20 oder 60 Jahre alt ist. Neben den Vorteilen beim An- und Abstieg lässt sich auch auf ebenem Untergrund die Geschwindigkeit mit Stöcken erheblich steigern.

 

Brauche ich in Schottland Gamaschen?

Auf vielen Ausrüstungslisten für Schottland werden Gamaschen als wichtiges Ausrüstungsstück aufgeführt. Meiner Erfahrung nach benötigt man diese allerdings so selten, dass man sie nicht zwangsweise mitnehmen muss und meistens zu Hause lassen kann. Lohnen tun sich Gamaschen vor allem für diejenigen, die im Winter wandern und somit den Schuh vor der konstanten Schneefeuchte schützen wollen. Auch sind sie für diejenigen interessant, die gerne abseits des Weges – und somit oft durch hohes Gras – wandern. Dabei sind Gamaschen beim Tragen recht warm an den Füßen. Für all jene, die die Pfade nicht verlassen und beabsichtigen auf den markierten Wegen zu bleiben lohnen sich Gamaschen hingegen nicht; die Wege sind gut gepflegt und jeder, der mit einem B-Schuh unterwegs ist wird auch die matschigen Stellen trocken überstehen.

Reisezeit:

Hauptreisezeit für Schottland ist Juli und August – neben zahlreichen Touristen sind dann jedoch auch die meisten Midges unterwegs. Wie immer empfehlen sich die saisonalen Randzeiten: April bis Juni ist eine gute Zeit, im Frühling erblühen die Highlands in voller Pracht. Empfehlenswert sind außerdem September und Oktober – die Midges halten sich in Grenzen und es sind verhältnismäßig wenige andere Wanderer unterwegs. Von Mitte August bis Mitte Oktober ist Jagdsaison und man sollte sich nicht zu weit von den Wegen entfernen.

 

Anreise:

Am einfachsten ist es direkt nach Glasgow zu fliegen. Von Düsseldorf und Frankfurt bietet die Lufthansa Direktflüge an, Easy Jet startet in Berlin. Von anderen Städten aus gibt es kaum Verbindungen. Vielfältige Möglichkeiten bieten sich allerdings bei einem Flug nach Edinburgh und einer anschliessenden Busfahrt nach Glasgow.
Tipp:  Die Fahrt mit dem Bus vom Glasgow Airport in die Innenstadt kostet stolze £ 6. Es gibt allerdings ein Ticket für £ 8,50 welches für Hin-und Rückreise binnen 28 Tagen gültig ist. Optimal für Wanderer.

 

Einreise:

Bürger der EU und der Schweiz benötigen für Schottland kein Visum; es genügt ein gültiger Reisepass oder Personalausweis.

 

Währung:

Das Britische Pfund ist derzeit eine sehr starke Währung. Aufenthalte in Großbritannien und Schottland sind dementsprechend nicht ganz billig. Es empfiehlt sich sich vor Reisebeginn bei der eigenen Bank über eventuelle Gebühren zu informieren, die beim Geldziehen anfallen könnten.

Sprache:

Auch wenn man immer wieder hört, das die Schotten ein sehr eigentümliches Englisch sprechen (was stimmt), so fahren die freundlichen Bewohner der Highlands ihren Akzent bei Fremden um einiges zurück und man kann sich ohne Schwierigkeiten unterhalten.

  • die wohl beste Seite zu allen existierenden Wanderwegen Schottlands; haufenweise Informationen inkl. angegebenen Schwierigkeitsgraden sowie exzellentem Kartenmaterial
  • Reiseangebot zum West Highland Way von AT Reisen, inkl. Flug, Übernachtungen und Gepäcktransport

Gut eingelaufene Wanderstiefel sind unentbehrlich; entweder mit GoreTex oder sorgfältig gewachste Lederstiefel ohne Membran

Regenzeug! Zuverlässige, rucksacktaugliche Regenjacke sowie Softshell– oder Regenhose und Regencape für den Rucksack (bei Softshells sind insbesondere Modelle mit einer Windstopper Membran praktisch)

Trekking-Stöcke helfen bei den zahlreichen Anstiegen und reduzieren das auf den Knien lastende Gewicht erheblich

Für alle die mit einem Daunenschlafsack unterwegs sind empfiehlt sich außerdem ein wasserdichter Packsack

Jeder, der gerne campt und einen Kocher verwendet sollte seinen Windschutz nicht vergessen

Mückenschutz: Wenn man nicht im Winter unterwegs ist unbedingt NoBite und Moskitonetz für den Kopf mitnehmen; insbesondere für Camper relevant

Wer sich gerne im Detail über den West Highland Way informieren möchte dem lege ich „Schottland: West Highland Way“ von Hartmunt Engel ans Herz. Der im Outdoor Verlag erschienene Reiseführer bietet zahlreiche Informationen zu Schottland im Allgemeinen und dem Weitwanderweg im Speziellen. Gut geschriebene und informative Reiseliteratur.

Leichtwanderer können statt des Buches die nach dem Weg benannte Karte des englischen Footprint Verlags in Betracht ziehen – diese ist (relativ) wasserdicht, deckt den ganzen Trail ab und beinhaltet genügend Informationen zum Weg und Verpflegungsmöglichkeiten; sie ist wesentlich leichter als ein Buch, beinhaltet aber auch weniger Hintergrundwissen.

Die detaillierten Karten von Ordnance Survey kann man in Schottland nahezu überall kaufen; sie sind allerdings nur dann wirklich nützlich, wenn man generell gerne in Karten stöbert oder wenn man vor hat die Wanderwege zu verlassen und quer Feld ein zu laufen. Ansonsten braucht man die Karten nicht um auf dem West Highland Way zu wandern.

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