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Teaserbild: Das perfekte Boulderparadies

Das perfekte Boulderparadies

Das perfekte Boulderparadies

Die letzten drei Jahre waren wir im Herbst in DEM Bouldergebiet schlechthin: in Fontainebleau in Frankreich. Neben dem obligatorischen Besuch in Paris, stand natürlich auch die Erkundung der zahlreichen Boulderspots an. Trois Pignons, L'Éléphant, Bas Cuvier, Rocher Saint Germain, Isatis Centre um nur einige zu nennen. Zweimal haben wir in Ferienhäusern gewohnt und einmal in einer Bed&Breakfast Unterkunft. Fontainebleau ist eigentlich nur eine Stadt, aber das gesamte Gebiet herum wird allgemeinhin als das Bouldergebiet bezeichnet.

Warum Bouldern in Fontainebleau

Fontainebleau ist für uns der perfekte Ort, um mit unseren Freunden und damit unseren 7 Kindern in der Natur zu Klettern. Die Kinder können an den meisten Orten ungestört und sicher spielen und keiner guckt einen schräg an, wenn wir mit unserer Bande ankommen. Die Kletterei hat hier alles zu bieten, was man in der Vertikalen finden kann: kleine Leisten, Henkel, Sloper und natürlich Löcher. Da wir immer in den Herbstferien unterwegs sind, entfliehen wir dem grauen Herbst in Deutschland, in Frankreich ist da die Natur noch nicht so herbstlich und es ist meist auch noch wärmer.
Alle Boulderer dort versprühen so eine angenehme, lockere Art. Alle wollen das Gleiche: draußen klettern in entspannter Atmosphäre in schönster Natur. 'Alléz, Alléz!' wird an jeder Ecke gerufen und überall huschen Boulderer mit viel zu dicken Daunenjacken um die Blöcke. Herrlich!

Le Chien in Trois Pignons (Klettern verboten!)Auch Dächer sind zu finden...Nein, es ist nicht die Ostsee... Herrlichster Sand bei Trois Pignons

Was Sie schon immer über FONTAINEBLEAU wissen wollten…

Wie ist die Kletterei dort?
Das Fels ist Sandstein, damit relativ weich und nicht so oft scharfkantig. Manche kleinlöchrige Route kann schon mal Tape verlangen, weil dort die Kanten schärfer sind. Von Zeit zu Zeit erwischt man auch eine Route, wo einfach ein Stückchen während der Tour herausbricht. Nach Regenfällen bleibt in den zahlreichen Rillen und Löchern das Wasser drin und an manchen Routen dauert es länger, bis es wieder trocken ist.
Einige Boulderblöcke können umrundet werden und stellen damit eine schöne lange Route dar. Es gibt tendenziell weniger Überhänge, die meisten Blöcke bestehen aus vertikalen oder nur leicht überhängenden Platten. Die Freunde der Reibungskletterei kommen auf jeden Fall voll auf ihre Kosten. Oft sieht die Struktur der Blöcke wie ganz grobe Elefantenhaut aus und die Rillen gilt es zu beklettern. Einmal oben kann es durchaus recht spektakulär werden, wieder herunterzukommen. Hier empfehle ich durchaus vor dem Start zu schauen, wie es wieder runter geht.
An vielen Routen sind Markierungen angebracht, die den Weg zeigen. Aber trotz verschiedener Boulderführer gelang es uns nicht immer, die gekletterte Route auch zu finden und die dazugehörige Bewertung. Oft ging es einfach an einem schönen Block in einem für unsere Verhältnisse machbaren Weg mit tollen Bewegungen nach oben oder in der Horizontalen entlang.
Von ganz kurzen Touren (ca 2 Meter hoch) bis zu 10 Meter hoch hinaus kann geklettert werden. 
Für die Kinder gibt es fast überall tolle Höhlen und mannsgroße Spalten, in denen man prima Verstecke spielen kann.


Was ist es denn dort so speziell?
Das ganz Besondere an Bleau ist wohl der feine, weiche Sand, der an beste Bedingungen an der Ostsee erinnern. In Trois Pignons glaubt man tatsächlich, in einer großen Sanddüne zu sein! Also unbedingt Sandspielzeug mitnehmen! 
Zudem ist die schier unendliche Auswahl an Spots einfach gigantisch. Jede Schwierigkeit, für jeden Trainingsstand etwas. Das Bouldermekka wird von allerlei Nationalitäten besucht. Franzosen, Belgiern, Holländer, Briten, Slowenen und natürlich Deutsche trafen wir. Sogar gute tapir-Kunden konnten wir begrüßen. Es gab nie ein Anstehen für eine schöne Route, immer war viel zu viel da und nie hatten wir das Gefühl, alles abgeklettert zu haben. Neben Felsen in märchenhaften Wäldern mit hohem Farn, spannenden kleinen Tieren, Pilzen und Esskastanien gibt es auch sehr freie Gebiete, wo jeder Sonnenstrahl einfällt. 

Elf Freunde sollt ihr sein!Wohl DAS Symbol für die Boulderblöcke: L'Èléphant im gleichnamigen Bouldergebiet. Tolle Routen dran!Feinste Leisten im Wald

Wie habt ihr denn mit den Kindern die lange An- und Abfahrt geschafft?
Das frage ich mich vor jeder Fahrt auch! Aber irgendwie geht es viel besser, als man glauben mag. Hinzu haben wir es jedes Mal so gemacht, dass wir in der Nacht starten, die Kinder schlafen dann bis zur Ankunft die exakt 1000km von A nach B. Derjenige, der nicht fährt, schläft auch ein bisschen, um dann abwechseln zu können. 
Rückzu wird dann schon etwas schwieriger. Da man aus der Unterkunft meist bis zur Mittagszeit raus muss, können wir nie in die Nacht fahren. Also geht es erst ein gutes Stück des Weges und dieses Jahr machten wir einen langen Halt in Metz. Absolut sehenswert und einen kurzen Ausflug wert! Dann der Rest der Strecke, sodass wir gegen 1 Uhr in der Nacht zu Hause sind. Die langen Pausen sind dann das A und O auf den langen Touren!
Es ist absolut empfehlenswert, kleine Überraschungen im Auto zu haben, Spiele für unterwegs, Maltafel, Hörspiele ("… das sind Bibi und Tina, auf Amadeus und Sabrina…") ;-)… Der Phantasie sind da wohl keine Grenzen gesetzt.

Wie findet ihr eure Unterkunft?
Von Jahr zu Jahr werden wir besser dabei! Im ersten Jahr fanden wir nur noch eine Bed&Breakfast Unterkunft, weil wir einfach zu spät mit der Suche begonnen hatten. Das war dann auch recht teuer. Ein Jahr später dachten wir, dass wir im späten Sommer mit der Suche starten. In Frankreich heißen die Ferienhäuser 'Gites', mit dem Suchbegriff geht's los im www. Pro Woche für etwa 8 Schlafplätze müssen 1000 bis 1500€ berappt werden. 
Je früher umso besser sind die Ergebnisse und die Auswahl. Dieses Jahr startete unsere Suche schon im späten Frühjahr und so ergatterten wir das Haus, was wir schon vor einem Jahr ins Auge gefasst hatten, es aber da schon ausgebucht war. Außerhalb der Ferienzeit (auch die Ferien in Frankreich liegen in unseren Herbstferien!) ist es sicher leichter, die passende Unterkunft zu finden und sicher auch billiger. Vergesst nicht, die halbe boulderverrückte Welt kommt nach Bleau und braucht eine Unterkunft!
Zeltplätze gibt es auch einige, allerdings ist es mit den Kids am Abend in einem trockenen, warmen Haus leichter…

Was gibt es Kulinarisches im Land der Genießer?
Sooooo viel! Toller Käse, leckere Salate, Creme Brulee, Maronencreme, Schokomousse und und und… Neben den Köstlichkeiten in den riesigen 'Carrefours und Intermarches' bietet im Herbst der Wald Esskastanien und beste Pilze. Beides haben wir immer reichlich im Oktober gefunden. Klar, frisches Roggenbrot ist dort Mangelware. Dafür gibt es mehr frischen Fisch als in Deutschland. Die Preise sind okay. Es gibt Dinge, die in der Heimat teurer sind. Das meiste ist etwas preisintensiver.
Leider hat Frankreich noch nicht das Pfandsystem entdeckt und der Müllberg durch die Plasteflaschen ist enorm.

Was kann man den an den boulderfreien Tagen machen?
Eigentlich wollen wir nichts anderes als bouldern, bouldern, bouldern… Aber manchen Ausflug haben wir schon erlebt.
Ein erholsamer Spaziergang durch die tollen Wälder ist absolut empfehlenswert! Pilze suchen und Esskastanien sammeln. Natürlich darf Paris mit all seinen Sehenswürdigkeiten nicht fehlen. Aber ständig brauchen wir diese Megastadt nicht. Auch Disneyland gab es schon zu einem Geburtstag. Unendlich teuer, aber die Kinderaugen strahlten! Viel Zeit mitbringen! In Fontainebleau gibt es ein Schloss, welches wirklich sehenswert ist.

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