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Teaserbild: Kunst in der Danziger Werft

Kunst in der Danziger Werft

Kunst in der Danziger Werft

Birte und ich erkundeten Polen für drei Wochen im September. Wir hatten unseren Hauptstützpunkt in Danzig und unternahmen von dort aus sternförmig Ausflüge nach Malborg, Warschau, in die Masuren, auf die Halbinsel Hel und in die Kaschubische Schweiz. In Danzig ist besonders das Werftgelände und die Ausstellung zur Solidarnosc einen Abstecher wert. Bei einem Blick über die Stadt fallen besonders die unzähligen Werftkräne ins Auge. Lohnenswert ist auch die Badeort Sopot, wo es sich problemlos nächtelang durchfeiern lässt. Die älteste Ritterburg Polens, Malbork, ist touristisch gut aufgearbeitet und einen Ausflug Wert. Auf der Halbinsel Hel kann man stundenlang am fantastisch weißen Ostseestrand entlang schlendern. Die polnische Hauptstadt ist nicht nur historisch besonders interessant. Auch wenn die Plattenarchitektur der Nachkriegszeit in Warschau den Besucher zunächst etwas abschreckt – hier pulsiert die polnische Musikund Kunstszene.

Warum Polen

Polen ist erstens nicht weit von Leipzig entfernt und äußerst facettenreich. Die polnischen Landschaften sind weithin unberührt und die Geschichte des Landes ist besonders für Deutsche bewegend.
Polen hat riesige, grüne, duftende Wälder, die von Flüssen durchzogen werden und Seen einschließen (siehe Kaschubische Schweiz, Masuren, …). Entlang der gesamten Ostseeküste, z. B. auch auf der Halbinsel Hel, findet man herrliche, weiße, wilde, menschenleere Sandstrände. Polen ist auf jeden Fall eine Reise wert.

DanzigPolnische KöstlichkeitenAbendstimmung in der kaschubischen Schweiz

Was Sie schon immer über Polen wissen wollten…

Kann man in Danzig baden?
Ja. Die Danziger Werft ist zwar groß, dennoch gibt es Badestrände. Schöner ist allerdings ein Ausflug auf die 42 km lange Halbinsel Hel. Sie ist an den engsten Stellen nur 300 m breit und hat atemberaubende Sandstrände. Wir haben uns durch den Wald geschlagen. Dieser wurde dann ziemlich buschig und entpuppte sich später als aktives Militärgelände, mit allem drum und dran. Es gab plötzlich alte Wegplatten, einen Aussichtsturm einschließlich spähendem Soldaten und rotierender Satellitenschüssel. Als er uns erspähte, sprintete er in seine Office. Wir schauten, dass wir den Strand fanden, hüpften über erodierte Schützengräben und verschwanden am Sandstrand. Der Strand ist schier endlos, weiß und menschenleer. Lediglich ein Pärchen mit Hund war unterwegs. Die Strände können aber auch auf normalem Weg begangen werden.

Gibt es kulturelle Unterschiede?
Ja. Oft wird zum Mittagessen in einer Art Mensa (Bar Mleczny) eingekehrt. Dort gibt es immer eine reiche Auswahl an typisch polnischem Essen. Besonders empfehlenswert sind die Pierogi, die mit Frischkäse, Sauerkraut oder auch Fleisch gefüllt werden. Vielleicht nicht jedermanns Sache aber durchaus interessant ist die Rote-Bete-Suppe Barszcz oder auch Zurek, eine Mehl-Kartoffelsuppe. Besonders lecker sind die unzähligen Varianten der Hefegebäckstückchen, die man an Ständen und Bäckereien erstehen kann. Unbedingt zuschlagen!
Die Menschen in Polen sind zumeist sehr hilfsbereit. Nicht nur uns gegenüber sondern auch untereinander. So stehen Männer in der Bahn Frauen auf und auch der Handkuss ist durchaus noch üblich. Das gibt’s in Leipzig wohl eher nicht.

Hinterm Militärgelände auf der Halbinsel HelMann zwischen SonnenblumenFiat - Polski

Wie habt ihr euch in Polen fortbewegt?
Per Bus und Bahn. Das ist überhaupt kein Problem in Polen, weil die öffentlichen Verkehrsmittel gut ausgebaut sind. Schwieriger ist es, das richtige Ticket zu kaufen. Die wenigsten Ticketverkäufer sprechen englisch, daher lieber ein paar Minuten mehr einplanen. Es gibt einige Jugendund Studentenrabatte, auf die die Verkäufer nicht immer aufmerksam machen. Die Tickets können auch im Zug gekauft werden, dann wird es aber geringfügig teurer. Trampen ist in Polen nicht besonders üblich.

Wie ist der Lebensstandard der Polen?
Das Durchschnittseinkommen eines normalen Polen liegt mit 400 – 600 € deutlich unter dem Deutschen. Das sollte man sich bei den für deutsche Verhältnisse günstigen Preisen vielleicht auch ein bisschen im Kopf behalten.
Besonders die Altersarmut ist in Polen ein großes Problem. So wird man häufig auf alte Leute treffen, die auch Nachts noch in den Unterführungen Blumen verkaufen oder sogar betteln müssen.

Schmeckt der Vodka?
Ja. Besonders angetan war ich von einer Sorte genannt „Zubrowka“ In jeder Flasche befindet sich ein Büffelgrashalm. Er bereicherte unsere Wanderung durch die kaschubische Schweiz. An einem Steg rasteten wir und genossen Vodka und Sonnenuntergang. Es war idyllisch. Die Nacht brach herein. Die Luft wurde kühler. Wir hatten noch keine Unterkunft, wussten aber wo das nächste Örtchen liegt. Also spazierten wir weiter und trafen in der Dunkelheit auf allerhand gesellige Gestalten. Wir fühlten uns sicher. Letztendlich trafen wir auf einen Ladenbesitzer. Er wollte gerade schließen. Er erkannte unsere Lage und rief bei einer Bekannten an. Bei dieser konnten wir dann problemlos übernachten. Spontanität macht das Reisen zum Erlebnis. Festzuhalten bleibt das die Leute überaus hilfsbereit sind.

Was sollte man in Danzig nicht verpassen?
Meiner Meinung nach sollte man auf den Berg in Danzig gehen von dort hat man eine prima Aussicht. Auch die Solidarnosc Ausstellung ist ein Muss. Abseits von bekannten Tourizielen, hat man sich zu erkundigen, was abends auf dem Werftgelände so los ist. Wer auf progressives Leben steht, ist auf dem Werftgelände richtig. Künstlergruppen leben in den Werftblöcken, die freuen sich bestimmt über interessierte Besucher. Außerdem gibt es in der Innenstadt eine Kneipe Namens „Soldat Schwejk“ mit Dudegarantie. Dort sollte man auf jeden Fall einen Abend einkehren.

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