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Teaserbild: Kondore, Alpakas und gebratene Meerschweinchen

Kondore, Alpakas und gebratene Meerschweinchen

Kondore, Alpakas und gebratene Meerschweinchen

In Peru waren wir zu zweit 5 Wochen lang unterwegs. Von Lima aus tourten wir durch den Süden, besuchten  das beeindruckende, von schneebedeckten Vulkanen umgebene Arequipa und den Canon del Colca, den tiefsten Canon der Welt. Weiter ging es nach Cusco, die alte Hauptstadt der Inkas und durch das Tal der Inkas (Urubambatal) bis zum magischsten Ort der Welt: Macchu Pichu. Von Puno aus folgte eine Tour auf dem Titicacasee zu den Inseln Amantani und Taquile. Ein Abstecher nach Bolivien führte uns zudem nach La Paz, der höchsten Hauptstadt der Welt. Vor dem Rückflug widmeten wir uns noch der Großstadt Lima, die vor allem sehr laut und schmutzig und durch große Gegensätze zwischen arm und reich geprägt ist.

Warum Peru

Peru ist ein faszinierendes Land mit extrem unterschiedlichen Klimaten und Vegetationszonen. Während im Westen der Pazifik tost und an wüstige Küstenstreifen stößt, raubt einem das Andenmassiv aufgrund seiner Höhe die Luft zum Atmen, bevor das Relief in ein nimmermüdes Grün des Amazonasbeckens überfließt. Die enorme Freundlichkeit der Menschen und auch die Gastfreundschaft, die uns vor allem in weniger touristischen Gegenden zuteil wurde, machen das Land zusätzlich zu einem lohnenden Reiseziel.

El Misti ist ein Vulkan wie aus dem Geo-LehrbuchKleiner Junge mit Alpaka BebeSteile Straßen in La Paz

Was Sie schon immer über Peru wissen wollten…

Ist Reisen in Peru gefährlich?
Da Peru ein sehr armes Land ist, ist der Anreiz zum Diebstahl leider hoch. Wenn man sich an gewisse Regeln hält, kann man aber kleinkriminellen Übergriffen vorbeugen. Die Kamera lässt man nicht auf seinem Bauch baumeln, das Tagesequipment gehört in eine bequeme, am besten verschließbare Umhängetasche, die mit dem Arm abgeschirmt wird. In Touristenzentren gehen Taschendiebe sehr trickreich vor, so dass dort besondere Vorsicht geboten ist, insbesondere an allen Busterminals und Bahnhöfen sowie auf Märkten. Mehrere Fotokopien von Pässen und Flugtickets machen und untereinander tauschen. Dokumente nicht unnötig mit herum tragen sondern im Hotel gegen Beleg in die Sicherheitsbewahrung. Große Rucksäcke können in die obligatorischen Aufbewahrungsräume eingeschlossen werden, die jedes Hotel haben muss.

Sind Geschenke willkommen?
Über Geschenke freut sich prinzipiell erst einmal jeder Mensch. Gerade auch den Straßenkindern kann man eine Freude machen, wenn man etwas zu verschenken hat. Süßigkeiten haben dabei immer etwas Zwiespältiges, denn einerseits sind sie am meisten begehrt, andererseits sind die Zähne dieser Kinder ohnehin schon schlecht. Daher können auch Schreibwaren oder andere kleine Artikel als Tauschware fungieren. Auf den Inseln im Titicacasee sind Batterien ein willkommenes Mitbringsel, denn es gibt zumindest auf Amantani keinen Strom.

Gastgeberfamilie auf der Insel Amantani (Titicacasee)König der Lüfte: Kondor im Canon del ColcaMarktstand mit vielen Kartoffelsorten

Was isst man denn so in Peru?
Obwohl die Kartoffel von dieser Region aus ihren Triumpfzug nach Europa begann, kommen meist nur Fritten auf den Teller. Am meisten wird Huhn gegessen, meist mit Reis oder Fritten. Auch sehr verbreitet sind Getreidearten wie Quinua und Canahua. Mais kommt sowohl in fester Form als Brei als auch als Erfrischungsgetränk in Gestalt der Limonade chicha morada auf den Tisch. Frische gepresste Säfte erhält man für 1 Euro auf der Straße als Erfrischung gereicht. Spezialität in der Titicaca-Region sind niedliche Meerschweinchen (cuy) am Spieß gebraten, dabei unbedingt zwecks Sättigungserfolg über Größe des Säugers informieren. Zum Verdauen gibt es Pisco Sour (43%iger Pisco + Eiweiß + Zitronensaft) – sehr eigentümlich. Ganz anders Lima, dort gibt es die wohl internationalste Speisekarte in Südamerika. Das Bier ist überall sehr gut, je nach Stadt trinkt man Cristal, Pilsen oder Cusquena. Manchmal ist es schwierig einen guten und starken Kaffee zu finden, obwohl doch Kaffe angebaut wird: Nescafé hat eine erschreckend hohe Verbreitung. Für Coca-Cola verwöhnte Geschmacksnerven ist die landesübliche Inka Cola äußerst grenzwertig, denn schon ihre neongelbe Färbung lässt auf den kommenden Geschmack schließen.

Wie funktioniert der Transport?
Für überregionale Strecken gibt es eine Fülle von Busunternehmen, die meist von einem Terminal abfahren – in kleineren Städten meist ein zentraler Platz oder eine Kreuzung. In Lima haben die guten Unternehmen sogar eigene Terminals, die modern und sicher sind. Vor allem die Nachtbusse waren komfortabel mit Toilette, Fernseher (kann sehr nerven) und Schlafsitzen ausgestattet. Bei CIAL, OLTURSA u.a. gibt es Abendessen (Huhn+Reis) und Frühstück an Bord (quietschend süßer Kaffee). Die Tickets sollte man am Terminal kaufen, denn Reisebüros kassieren natürlich mit. Die Angabe „Direktbus“ kann allen Nachfragen zum Trotz zweimal Umsteigen enthalten, daher konkrete Quittungen und Belege verlangen. Auf Mittelstrecken und in Lima fahren collectivos, 8 Sitzer Kleinbusse, wo 20 Leute mitfahren, dafür günstig. Die Linien in Lima sind nur schwierig zu durchschauen, nicht nach Aufschrift der Busse gehen, nur die vom Busbegleiter ausgerufene Richtung stimmt. Daneben gibt es normale Taxis und Mototaxis, deren Preis vor Fahrtantritt verhandelt werden muss.

Sind Kondore niedlich?
Nein, sie sind Geiervögel und haben einen Lappen am Kinn hängen. Kondore sind die größten Raubvögel der Welt mit einer Flügelspannweite bis zu 3,20 m und vom Aussterben bedroht. Ihren Flug kann man vom Aussichtspunkt Cruz del Condor im Canon del Colca bewundern, erreichbar von Arequipa aus mit einer gebuchten Tour (z. B. bei Gölz+Miedl) oder per Linienbus. Ein bisschen Glück gehört dazu, denn es braucht gutes Wetter für die Flugthermik. Verbinden lässt sich die Tour mit Wandern oder Reiten in der Talsohle des Canon.

Sind Alpakas niedlich?
Definitiv ja, vor allem der Nachwuchs. Die Wolllieferanten dienen nebenbei als gern eingesetztes und Verzückung hervorrufendes Fotoobjekt. Weitere in Peru lebende Kleinkamele sind die Lamas, Guanokos und Vicunias.  Vor allem letztere haben eine sehr wertvolle Wolle und bedürfen ganz behutsamer Schur, damit keine Stresshormone die Wolle verderben. Die aus der Wolle gefertigten bekannten Accessoires und Pullover sind überall erhältlich und die Haupteinnahmequelle der ärmeren Bevölkerung in den Anden und auf dem Altiplano. Die Alpakas laufen frei herum und sind durch bunte Schleifchen im Ohr markiert.

Wo bettet man sein Haupt?
Die Auswahl der Unterkunft sollte sorgfältig erfolgen. Vergleiche lohnen sich meist auch über die im Reiseführer empfohlenen Hotels und Hostals hinaus. Zimmer unbedingt in Augenschein nehmen. Die Preise liegen im Schnitt bei 8 – 15 US$ pro Doppelzimmer, typischerweise gibt es breakfast continental (Weißbrot, Marmelade, Kaffee).

Ist die Höhenluft gesund?
Da viele Reiseziele hoch bis sehr hoch in den Anden liegen, muss auf eine ordentliche Akklimatisation geachtet werden. Wenn man nachts aufwacht und denkt, man bekommt keine Luft, heisst es locker bleiben, denn das ist normal. Auch fühlt man sich schlapp und hat Kopfschmerzen. Daher sollte man es am Anfang ruhig angehen lassen, keine Überanstrengungen und fleissig Coca Tee trinken, der regt den durch die Sauerstoffarmut verlangsamten Organismus wieder an. Nach einer Weile macht sich das Höhentraining bemerkbar und die Leistungsfähigkeit steigt an, dann lassen sich auch anstrengende Touren in Angriff nehmen.

Welche Erfahrungen gab es mit den Peruanern?
Die Peruaner sind ein sehr herzlicher, gastfreundlicher Menschenschlag, aber es ist schwierig, ein über das Touristenverhältnis hinausgehendes Verhältnis aufzubauen. Einfacher ist es das, wenn man im Rahmen eines Praktikums oder einer Tätigkeit in der Entwicklungshilfe dort ist. Die Peruaner sind sehr offen und interessiert, sie verhehlen dabei nicht die Missstände, die es in ihrem Land gibt. Denn die Korruption ist z. B. ein großes Problem, das den Fortschritt sehr bremst. Außerdem sind die Löhne zu niedrig und viele Peruaner gar nicht in einem offiziellen Arbeitsverhältnis beschäftigt. Eine Folge dessen sind häufige Streiks und Proteste gegen die gegenwärtigen Zustände. Trotz allem sind die meisten Peruaner sehr gelassen und so schnell durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Gefeiert wird sehr viel – es gibt verschiedene Feste, die die traditionellen Riten mit den christlichen Bräuchen verbinden.

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