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Teaserbild: Bregenzerwald-Wer weiß, wo hier im Weiß die Hütte steht?

Bregenzerwald-Wer weiß, wo hier im Weiß die Hütte steht?

Bregenzerwald-Wer weiß, wo hier im Weiß die Hütte steht?

Vier Tage vor Ende des Jahres 2005 fuhren wir zu viert spontan ins Bregenzerwaldgebirge um dort 3 schöne Tage im Schnee zu verbringen. Als Fortbewegungsmittel im Schnee wählten wir Schneeschuhe und da die Tour gemütlich werden sollte, suchten wir eine Hütte mit Winterraum, in der man sich abends am Ofen wärmen kann. Unsere Wahl fiel auf die Biberacher Hütte. Am 2. Tag versuchten wir, die Hochkünzelspitze (2397m) zu besteigen, drehten aber vor dem Gipfel wegen der Hangneigung um. Am 3. Tag ging es wieder nach Hause.

Warum Bregenzerwald

Zum einen sind dort die Berge nur etwa 2600m hoch, wodurch fast überall bis auf 1800m Bäume vorhanden sind, die natürlichen Schutz vor Lawinen bilden. Zum anderen ist die Region durch ein enges Verkehrsnetz von Straßen und Schienen sehr gut erschlossen und die Aufstiege zu Hütten sind eher kurz. Gegen Anfang des Winters findet man in tieferen Regionen außerdem bessere Schneeverhältnisse, da hier der Schnee noch nasser fällt und so besseren Halt für Schneeschuhe gibt (soweit die Theorie).

Blick zum RothornRechts das tief eingeschneite Haupthaus der Biberacher HütteMorgenstimmung

Was Sie schon immer über das Vorarlberg im Winter wissen wollten…

Biberacher Hütte / Winterraum – was muss ich mir darunter vorstellen?
Die Biberacher Hütte besteht aus einem Haupthaus und einem separaten Winterraumgebäude. Im Sommer ist die Hütte aufgrund des einfachen und kurzen Zustiegs vom Tal aus gut besucht, man könnte sie auch als Prototyp einer Familienwanderhütte ansehen. Es gibt also keine schroffen Felswände, Abgründe oder Steinschlaggefährdung weit und breit. Die 600Hm vom Parkplatz im Tal zur Hütte sind im Sommer in ca.2h ein Spaziergang, der höchste Gipfel, die Braunarlspitze (2649m) ist von der Hütte aus als leichter Klettersteig zu besteigen (im Sommer!). Im Winter ist nur der separate Winterraum geöffnet. Im unteren Stockwerk befinden sich Eingangsbereich, Holzschopf, Winterraum mit Holzofen und eine experimentellmikrobiologische WC-Anlage. Das Obergeschoss ist als Matratzenlager mit ca.20 Schlafplätzen ausgestattet. Im Gegensatz zu anderen Winterräumen war dieser Winterraum geradezu vorbildlich eingerichtet und aufgeräumt. Flüssiges Wasser fand sich noch im Brunnen vor dem Haupthaus, auch wenn der schon unter Schneemassen fast nicht mehr zu finden war. Die Übernachtungsund Heizkosten sind sehr moderat gehalten und so legt man für die gemütliche Wärme gern noch einen Holzscheit nach.

Muss ich mich schinden – wie ist das im Schnee?
Da wir nicht so recht wussten, wie viel Schnee dort lag, haben wir kurzerhand den Hüttenwirt angerufen, da er sich unserer Meinung nach am Besten mit den Aufstiegsbedingungen auskennen sollte. Leider war nur seine Frau am Apparat, die es sich nicht zutraute, die Schneeverhältnisse einzuschätzen, darum gab sie uns die Telefonnummer eines Bergführers aus Schröcken. Der meinte dann, dass der Aufstieg recht lawinensicher sei, es sei allerdings nicht zur Hütte gespurt – wir sollen also mit Schneeschuhen genug Zeit einrechnen. Als wir am nächsten Tag auf Tour gingen, zeigte sich, dass die „nur“ 600Hm bis zur Hütte nicht so einfach zu bewältigen waren wie gedacht. Im frischen Tiefschnee versanken wir trotz wenig Gepäck oft knietief, das Queren von Hängen war teilweise Schwerstarbeit. Nach etwa 6 Stunden mit Pausen erreichten wir mit dem letzten Tageslicht gegen 16.45Uhr schließlich die Hütte, in der ein einzelner Tourengeher schon Feuer gemacht hatte und wir die Wärme genossen. Die letzten 2 Stunden liefen wir fast nur noch nach GPS-Peilung, da wegen Nebel mit starkem Wind nur noch Weiß zu sehen war (die Kanadier nennen das wohl „White out“). Hätten wir dieses Mal ein Zelt dabei gehabt, hätten wir uns schon lange einen Schlafplatz irgendwo unterwegs gesucht. Obwohl wir schon viele Bergtouren mit Schneeschuhen gemacht haben, und wussten, dass es im Tiefschnee viel schwerer ist, zügig voran zu kommen, hat uns doch der Aufstieg an Kraftaufwand und Länge überrascht. Darum: Wer vor hat, auf Hütten zu übernachten und kein Zelt dabei hat, sollte obligatorisch Biwaksack, Rettungsdecke und Schneeschaufel mitnehmen, um notfalls eine Nacht in einer Schneehöhle ausharren zu können, falls die Hütte nicht erreicht werden kann!

Britta dick eingpackt für den RückwegBiberacher Hütte; die kleine Hütte daneben ist der WinterraumBlick zum Rothorn

Welchen Schneeschuh für diese Tour?
Auf der beschriebenen Tour hatten wir 3 verschiedene Schneeschuh-Modelle dabei. Dabei zeigte sich mehr als auf anderen Touren, dass es im alpinen Gelände große Unterschiede im Grip und den Querungseigenschaften gibt. Im Mittelgebirge macht es keinen großen Unterschied, ob man nun einen Plastikschuh (z.B.MSR Denali) oder einen Alurahmen mit Stoffbespannung (z.B. Modelle von Atlas/Tubbs) benutzt. Größte Schwachstelle bei den Alurahmenmodellen war, dass sie beim Queren im steilen Hanggelände nicht die Spur halten konnten, weil der Winter-/Wanderschuh nicht fest genug im Rahmen fixiert ist – also beim senkrecht auf den schrägen Hang aufgesetzten Schneeschuh, biegt es den Schneeschuh zur Hangseite nach oben ab. Der Plastikschuh ist hier hingegen fest am Wanderschuh durch eine Metallachse fixiert und kann deshalb auch kraftvoll nach unten in den Schnee getreten werden, ohne seitlich abzuknicken, das erleichtert den Geradeauslauf sehr. Im Gegensatz zu Alurahmenschuhen (außer MSR Lightning) haben Plastikschuhe Führungsschienen aus Metall an der Schuhunterseite, damit wird der Geradauslauf viel besser gewährleistet. Bei der Schuhform gibt es bei Alurahmenmodellen solche, die nach Hinten spitz zulaufen (Tennisschlägerform), und Andere, die Vorne wie Hinten rund sind. Mit Schuhen in Tennisschlägerform muss man generell nicht so breitbeinig laufen wie mit runden Enden, beim Hangqueren stellt sich der Spitz zulaufende Rahmen als nachteilig heraus, weil der Schuh nicht gleichzeitig vorne und hinten in den Schnee getreten wird, sondern zuerst vorne und beim Einsinken dann im hinteren Teil. Dabei dreht es den Schuh bei jedem Schritt zum Hang hin, und man rutscht leicht ab, was die Stahlkrallen im Tiefschnee nicht verhindern können.

Was kann ich dort noch unternehmen?
Das Bregenzerwaldgebirge und das Vorarlberg ist die niederschlagsreichste Region der Alpen. Die Schneehöhen betragen häufig das Doppelte der umgebenden Skigebiete auf gleicher Höhe. Lech und St. Anton am Arlberg gehören zu den 12 besten Skigebieten der Alpen („Best of the Alps“), zu denen auch St. Moritz oder Chamonix gehören, 2004 hat Lech den Titel „Schönstes Dorf Europas“ bekommen. Wie in allen Wintersportgebieten gibt es massig gespurte Langlaufloipen und Pisten, die Liftgebühren und Lebenskosten sind im Vergleich zur Schweiz merklich günstiger.

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