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Teaserbild: Sommertour von Tallinn nach Riga

Sommertour von Tallinn nach Riga

Sommertour von Tallinn nach Riga

führte uns mit den Rad von Tallinn nach Riga. Abflug von Berlin Schönefeld nach Tallinn, von wo aus wir entlang der Estländischen Küste nach Paldiska, Haapsalu über die Inseln Hiuma und Saaremaa nach Pärnu und weiter zur Grenze (Ainazi) radelten. In Lettland ging es noch ein Stück entlang der Küste bis Tuja bevor wir über Limbazi einen Abstecher in den Gauja Nationalpark (Cesine/Ligatne/Sigulda) machten. Die letzten Tage bereisten wir die Provinz Kurzeme und Riga.

Warum eine Baltikumreise

Von unserer Vorjahrestour durch Polen waren wir begeistert und die Reiseberichte von Bekannten inspirierten uns zur Horizonterweiterung gen Osteuropa. So erschien uns das Baltikum, mit seiner Küstenlandschaft die wenigstens so abwechslungsreich ist wie seine Geschichte, ideal für die Erkundung auf dem Drahtesel. Obendrein erfreute uns die Aussicht auf eine erlebnisreiche Zeit trotz kleiner Reisekasse.

Gauja Nationalpark (Lettland)Fischerdorf Berzciems am Engure-See (Lettland)Museumsdorf Rocca al Mare unweit von Tallinn (Estland)

Was Sie schon immer über eine BALTIKUMREISE wissen wollten…

Warum ist eine Bike Tour Funky?
Du findest Museumstouren ein wenig zu langweilig oder teuer? Die Touren der Tallinn Traveller Info sind definitiv anders. Sie sind sehr individuell und wer- den von flippigen, jungen Leuten geführt. Die Touren starten jeden Tag am Zelt der Tallinn Traveller Info. Neben wahren Geschichten und Legenden, zur Geschichte und Gegenwart von Tallinn, bekommst du einen Überblick was die Stadt für den jungen Weltenbummler zu bieten hat. Ihre „Heute in Tallinn Tafel“ zeigt dir alle Events (Konzerte, Partys) die in der City stattfinden. Ihr kostenloser Stadtplan ist Gold wert und wurde zum unentbehrlichen Begleiter. So erfährst du z.B. wo man gut und/oder günstig essen kann (unser Tipp: Restaurant: Vanaema juures / Straße: Rataskaevu), übernachtet (unser Tipp: Hostel, es gibt keinen geeigneten Zeltplatz) oder einkauft (unser Tipp: Baltik jaam market, hier alles wird verkauft – ein echter Kulturschock!). Neben Infor- mationen bietet die Tallinn Traveller Info die Möglichkeiten günstig Fahrräder auszuleihen und Internet umsonst für alle, die in Schwierigkeiten sind. Öff- nungszeiten 10.00 bis 22.00 Uhr an der Straßenecke Harju- und Niguliste. Unbedingt vorbeigehen, es lohnt sich!!!

Was ist das Jedermannsrecht?
Das Jedermannsrecht ermöglicht allen den leichten Zugang zur Natur Estlands. Und man wird überrascht sein von der Tatsache, hier so viel unbewohnten Raum, Stille und Ungestörtheit vorzufinden. Kaum, dass wir Tallinn verlassen hatten, tauchten wir ein in das einfache, ursprüngliche Leben der Esten. Rocca al Mare ist ein Museumsdorf und vermittelt auf eine sehr lebendige Art eine Vorstellung vom Landleben des 18. bis 20. Jahrhunderts. Weiter in westlicher Richtung durchstreift man auf teilweise auch sehr ursprünglichen Wegen (Ach- tung: gutes Rad mit angemessener Bereifung ist sehr vorteilhaft) Nadelwälder und Heidelandshaften. Obwohl die Gegend dünn besiedelt ist, findet man alles was man braucht. In den kleinen Dörfern entlang der Küste gibt es sie noch: die Tante Emma Läden. Die vom RMK gekennzeichneten Biwak Plätze sind besonders für Wanderer/Radfahrer ausgelegt. Sie befinden sich immer abseits von öffentlichen Straßen und Siedlungen, meist direkt in den Dünen. Am Abend trifft man dort am Lagerfeuer oft andere Reisende. Damit dem gemeinsamen Kocherlebnis nichts im Wege steht, sollte man sich in den Großstädten mit ausreichend Gaskartuschen versorgen (schwer erhältlich auf dem Land) oder über alternative Kochsysteme nachdenken. Mittags lohnt es sich nach einer 'Söökla' Ausschau zu halten. Zu sehr günstigen Preisen gibt es hier typisch Estländische Küche für jedermann.

sehr schöner RMK Biwak Platz in der Gegend von Nova (Estland)Küste in der Gegend von Häädemeeste / Kabli (Estland)Zelt der Tallinn Traveller Info (Estland)

Wo liegt die Livländische Schweiz?
Etwa 50 km von Riga entfernt erreicht man die einzigartige Landschaft des Gauja-Nationalparks. Seinen Beinamen "Lettische Schweiz" verdankt die Re- gion ihrer Geografie: Tief eingeschnitten in steile Hänge und Hügel schlängelt sich der Fluss Gauja durch das satte Grün uralter Wälder, vorbei an goldgelben und rotbraunen Sandsteinfelsen, ausgewaschenen Höhlen und Grotten. Diese einzigartige Landschaft war eine willkommene Abwechslung zum sonst sehr flachen Land, und ist ideal für Bootsfahrten, Radtouren und Wanderungen. Schotterpisten und unbefestigte, sandige Sommerwege führen zu großen und kleinen Seen, zu Rast- und Lagerplätzen am Flusslauf, zu einsamen Gehöften und kleinen Dörfern. Die letzte historische Fähre verkehrt bei Ligatne. Der Fährmann bedient sie auf Zuruf und zieht das Holzfloß, das Platz für bis zu 4 PKW bietet, per Muskelkraft über den Fluss.

Warum das Singen die Balten verbindet?
Zu Zeiten der Sowjetunion waren unter anderem nationalistische Lieder, z.B. die Hymnen der baltischen Staaten verboten worden. Während der Perestroika wurde dann der Protest gegen die bestehenden Zustände durch Lieder ausgedrückt. Man sang besonders traditionelle Volkslieder. Ein Besuch im Okkupationsmuseum in Riga ist Teil des diplomatischen Protokolls in Lettland und somit obligatorisch für ausländische Staatsgäste und Diplomaten. Hier erfährt man vieles aus der Zeit der Besetzung des Baltikums und den Kampf der Staaten um Eigenständigkeit. Auch unserer Meinung nach ist der Besuch ein absolutes Muss für jeden Gast des Landes. Ziel des Museums ist es, Zeugnis über die mehr als 50 Jahre dauernde Herrschafft der Besatzungsmächte abzulegen und den Opfern der Okkupation zu gedenken. Die Ausstellung zeigt historische Dokumente (z.B. Hitler-Stalin-Pakt), Photographien und den Nach- bau einer Gulagbaracke. Erläuternde Texttafeln und Führungen in deutscher und englischer Sprache werden angeboten. Ein Besuch lohnt sich, nicht nur bei schlechtem Wetter, übrigens ist der Eintritt kostenlos.

Fazit:
Das Baltikum ist ein Muss für Reisende, die neben einer beeindruckenden Natur auch mehr über die Geschichte des östlich gelegenen Teils Nordeuropas erfahren wollen.

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