Outdoor-Paradies in Südfrankreich

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Reiseberichte Europa Frankreich Bettina | 15. September 2014

Outdoor-Paradies in Südfrankreich

Das Ziel: mit dem Zelt nach Südfrankreich, um dort für zwei Wochen die Natur und die südfranzösische Gemütlichkeit zu genießen. Unser Basiscamp hatten wir auf einem kleinen, gemütlichen Zeltplatz in Casteljau in der Nähe von Les Vans, im Nationalpark Cevennen, aufgebaut, der in einer Schlucht des Flusses Le Chassezac direkt am Ufer liegt. Von hier aus haben wir dann unsere Tages beziehungsweise Mehrtagestouren gestartet.

Warum Südfrankreich

Wenn man Südfrankreich hört, denkt man automatisch, an unendliche Lavendelfelder in strahlendem Sonnenschein, guten Wein und schmackhaften Käse. Doch die Gegend der Cevennen und Ardeche hat so viel mehr zu bieten, insbesondere für das Outdoor-Herz. Es gibt zahlreiche Klettergebiete und Wandermöglichkeiten fürs Rad und per pedes in den dortigen Nationalparks. Außerdem laden die umliegenden Flüsse zu Kanutouren ein und es gibt einige schöne Stellen fürs Canyoning.

Canyoning macht SpaßZauberwaldKanutour Ardeche

Was Sie schon immer über SÜDFRANKREICH wissen wollten…

Unsere Touren
Nach der langen Anreise per Bus haben wir den ersten Tag gemütlich angehen lassen mit einer kleinen Radtour ins nächste Dorf zum Wochenmarkt und ein bisschen Kultur und haben den Abend bei einem guten Bier am Lagerfeuer ausklingen lassen.
Die nächsten zwei Tage waren dann verplant für eine ausgiebige Trekkingtour durch die Felslandschaft entlang des Chassezac, die mit herrlichen Ausblicken über die Gegend und einer kleiner Kletterei entlang der Flussfelsen gekrönt war, sowie eine 35 km Radtour durch die Gegend über Ruoms und Vallon Pont d´Arc, bei der wir letztendlich an einer kleinen Quelle landeten, die eine herrliche Erfrischung in der Hitze dieses Tages war.
An mehreren Tagen haben wir uns in den Klettergebieten in der Umgebung ausgetobt – eines der größten davon war keine 100m von unserem Zeltplatz entfernt. Ein weiteres im sogenannten Zauberwald erinnerte mit seinen Felsformationen schon ein bisschen an die sächsische Schweiz. In den Klettergebieten finden sich sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene schöne Strecken, die durch und durch gut abgesichert sind und immer mit einem wunderbaren Ausblick belohnen.
Eines der Urlaubshighlights war die Kanutour auf der Ardeche durch den Nationalpark Ardeche, die uns unter anderem an Pont d´Arc vorbei bzw. durchführte. Zwei Tage ging es auf dem Fluss durch die Schluchten und Stromschnellen der Ardeche; übernachten kann man hier auf einem der Biwakplätze des Nationalparkes. Hier bekommt man für einen kleinen Obulus noch ein wenig Feuerholz fürs Abendessen. Dank unserem sehr kundigen Tourenführer waren wir während der Fahrt vor allen Gefahrenstellen gewarnt und bekamen immer die besten Tipps, um die schwierigeren Stromschnellen zu bewältigen, statt wie manch anderer gnadenlos am Fels zu scheitern und abzusaufen, wie zum Beispiel an den berühmtberüchtigten Stellen wie dem Schwarzer Zahn oder dem Nudistenfels.
Auch zu erwähnen ist die Canyoningtour durch die Schluchten des Le Chassezac. Nach einer kleinen Autofahrt mussten wir uns hier noch zwei Stunden in prallem Sonnenschein zur Einstiegstelle hochkämpfen, wurden dann aber mit erfrischendem kühlen Nass, schönen Felsrutschen und Klippensprüngen entschädigt, als wir – dann im Fluss – wieder gen Tal wanderten.

erste RadtourStromschnellen ChassezacKletterausblickeTiefblaue FlussquelleSchlucht ChassezacCanyoning

Was kann man sonst noch machen?
Die Gegend bietet neben den Klettergebieten auch den einen oder anderen Klettersteig, sowie einen riesigen Kletterwald. Außerdem kann man auch zu einer der vielen Höhlen wandern und diese durchaus auch als Übernachtungsmöglichkeit nutzen. Ansonsten kann man die Zeit auch ganz gut damit verbringen, über die verschiedenen Märkte in den umliegenden Dörfern zu schlendern oder einfach mal einen gemütlichen Badetag am Fluss verbringen und sich im Klippenspringen üben.

Und sonst?
Wenn man das Ganze auf eigene Faust plant, ist es gerade ausrüstungstechnisch ein ganz schöner Aufwand, wenn man alle Möglichkeiten vor Ort ausschöpfen möchte. Wir haben die Tour mit Blecki aus Zwickau gemacht (Bleck-sportcamps.de), der die Gegend wie seine eigene Westentasche kennt und noch dazu sämtliches Sportequipment (Kletterzeug, Mountainbikes, Boote) vor Ort hat.

Weiterschmökern:


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Kommentare

  1. avatar
    1
    Robert | 29. Oktober 2014, 15:23

    Wirklich eine sehr lohnenswerte Ecke in Europa. Die Schluchten von Ardeche und Tarn bieten beste Bedingungen für Alle die sich entweder in der Vertikalen oder im Kajak fortbewegen wollen.

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Short Cuts Südfrankreich

Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit ist wohl Mai/Juni bis September, wobei es im Mai teilweise noch ordentlich kalt und regnerisch sein kann, wohingegen man in den Sommermonaten eigentlich fast durchgängig Temperaturen im zwanziger und dreißiger Bereich und viel Sonne hat.

Anreise:
Gerade wenn man viel Gepäck und Equipment hat, empfiehlt sich das Auto – bis hinter Lyon geht es auf der Autobahn und dann die letzten 2 Stunden dann nochmal über die Dörfer. Alternativ kommt man auch mit dem Flieger bis Lyon und von da weiter mit Bus und Bahn über Aubenas nach Les Vans.

Sprache:
Auch wenn man der französischen Sprache nicht mächtig ist, kommt man mit Händen und Füßen ganz gut klar – entgegen dem allgemeinen Stereotyp - haben sich die Südfranzosen als sehr gesellige und offene Menschen erwiesen. Plant man allerdings alles alleine und ist auf die Informationen der Ortskundigen angewiesen, ist es schon hilfreich, nicht nur ein paar Brocken Französisch im Gepäck zu haben.

wwwo beginnen

Bleck-sportcamps
organisiert jährlich 3-5 zweiwöchige Touren in die Cevennen

actinidias

wunderbarer Zeltplatz direkt am Fluss

yadugaz
umfangreiche Seite zum Klettern und Canyoning in der Ardeche, leider nur in französisch

accrochetoiauxbranches
toller Kletterwald in der Nähe

Frankreich

Nicht vergessen

  • Sonnencreme und Antimückenspray fürs Wohlbefinden.
     
  • Die obligatorische Zahnbürste zum Fels putzen, damit beim Klettern der Griff hält.
     
  • Kletterführer und ordentliche Wanderkarten für die gute Orientierung.
     
  • Ein kleines Wörterbuch kann auch manchmal hilfreich sein.

Literatur

Das Wörterbuch gibt es sowohl in Papierform, als auch fürs Smartphone. Den Kletterführer und die Wanderkarten gab es von unserem Guide, daher weiß ich leider nicht, wie er hieß.