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Teaserbild: Maskenfest in Bobo Dialasso und Audienz beim Mossi-König

Maskenfest in Bobo Dialasso und Audienz beim Mossi-König

Maskenfest in Bobo Dialasso und Audienz beim Mossi-König

Im Jahr 2006 waren wir und unsere damals dreijährige Tochter ein Jahr lang individuell in Afrika unterwegs. Mit unserem „Buschtaxi“ (Toyota Landcruiser HZJ78) und dem Geländewohnwagen „Takla Makan“ sind wir von Leipzig über Gibraltar nach Nordafrika gefahren, waren dann ein halbes Jahr in Nord- und Westafrika unterwegs um dann den zweiten Teil des Jahres im südlichen und östlichen Afrika auf Entdeckungsreise zu gehen. Wir kamen nach Burkina Faso von Mali kommend. Zunächst waren wir in Bobo Dialasso und im Südwesten des Landes und sind dann weiter in die Hauptstadt Ouagadougou gefahren. Burkina haben wir dann wieder in südlicher Richtung nach Ghana verlassen.

Warum Burkina-faso

Diese Frage ist für uns schnell beantwortet: weil es auf unserem Weg lag! Als wir aus Mali kamen, hatten wir zunächst keine konkreten Vorstelllungen, von dem, was uns in Burkina Faso, dem „Land der Aufrechten“ erwartet. Als wir dann 3 Wochen später das Land wieder verließen, hatten wir Burkina und seine Menschen ins Herz geschlossen, hatten hier Freunde gefunden und hatten das exotische mystische Westafrika kennen gelernt.

Lehmmoschee von Bobo DialassoTraditionelles Maskenfest in Bobo DialassoTraditionelles Maskenfest in Bobo Dialasso

Was Sie schon immer über BURKINA-FASO wissen wollten…

Was gibt es zu sehen in Burkina Faso?
Wer sich auf den Weg nach Westafrika macht, um dort spektakuläre Tierbeobachtungen zu machen und große Tierherden über die afrikanische Savanne ziehen zu sehen, der wird enttäuscht. Anders als im Süden und Osten Afrikas sind die Nationalparks in Westafrika rar und eher unspektakulär. Trotzdem gibt es großartige Landschaften: Halbwüstenhafte Buschsavannen im Norden und Osten, saftig grüne tropische Wälder im Süden und Westen und eine romantische Hügellandschaft mit Felsen und plätschernden Bächen und rauschenden Wasserfällen, die sogar schon die Kulisse für einen frühen Tarzan-Film abgegeben haben. Die Region bei Banfora an der Grenze zur Elfenbeinküste, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die beiden großen Städte Bobo Dialasso und Ouagadougou (sprich: Wagadugu) sind quirlige bunte afrikanische Marktplätze. In der Mitte zwischen beiden Städten ist das Örtchen Boromo, was sich für einen Zwischenstop anbietet. Hier gibt es sie dann doch, die spektakuläre Tierbeobachtung: ein kleines Naturreservat liegt malerisch an einem kleinen Fluss und bietet hautnahen Elefantenkontakt.

Wie ist das Leben einer einfachen afrikanischen Großfamilie?
Wir sind bei Freunden in Burkina eingeladen. Der Hof der Familie, den man ‚Kral’ nennen könnte, wenn er sich nicht mitten in der Hauptstadt Ouagadougou befinden würde, ist ein staubiger Platz von etwa 20 x 20 Metern, auf dem 4 Wohnhäuschen stehen. Das eigentliche Leben spielt sich im Freien ab. Es gibt noch eine Lehmhütte, die Küche sowie einen „Sanitärtrakt“ mit Betonfußboden und Lehmwänden, der aus einem Doppel-Plumsklo und zwei Kabinen zum Waschen besteht. Jetzt in der Trockenzeit schlafen alle im Freien. In den Häusern ist es einfach zu heiß. Das  Familienoberhaupt schläft als einziger in einem Bett, welches abends mitten im Hof aufgestellt wird. Die anderen schlafen auf Matratzen und Matten auf dem ganzen Hof verstreut. Die schwere Hausarbeit verrichten die Frauen und halbwüchsigen Kinder. Ihr Einkommen hat die ganze 11-köpfige Familie durch den als Krankenpfleger arbeitenden ältesten Sohn. Das bescheidene Einkommen wird durch den Verkauf selbst abgefüllter Wasserbeutelchen auf dem Markt aufgebessert. Die Gastfreundlichkeit ist groß. Alle paar Minuten kommt jemand und fragt, ob es uns an etwas mangelt. Zweimal am Tag bekommen wir ein reichliches Essen. Obwohl das Wasser in einem Fass auf einem Handwagen herangeschafft werden muss, werden wir genötigt, unsere schmutzige Wäsche waschen zu lassen. Wenn wir unser Geschirr abspülen wollen, wird uns die Abwaschschüssel aus der Hand genommen und eines der Kinder mit der Aufgabe betraut. Wenn es Abend wird, steht ein Wassereimer in der ‚Dusche’ für uns bereit, den die Kinder oder die schwangere Frau herangeschleppt haben. Die Gastfreundschaft ist uns manchmal geradezu unangenehm.

Elefanten hautnah in BoromoEinfaches Leben und herzliche Menschen in Burkina FasoEinfaches Leben und herzliche Menschen in Burkina Faso

Was sollte man nicht verpassen?

…z.B. ein Maskenfest in Bobo Dialasso:
Die Maskentänze finden zweimal im Jahr statt und haben eine große rituelle Bedeutung. Durch die wilden ekstatischen Gebärden werden die Seelen der kürzlich Verstorbenen aus dem Dorf vertrieben und ihnen der Übertritt ins Reich der Ahnen ermöglicht. Das Spektakel beginnt mit dem schon erwarteten Eintreffen der Maskentänzer. Zunächst sehen wir einen einzelnen Maskentänzer die Straße entlang rennen, wild um sich schlagend. Alle Leute nehmen Reißaus und es entsteht ein ziemliches Durcheinander. Dann versammeln sich alle um einen staubigen Platz, wo schon bald der erwartete Maskentanz beginnt. Die Masken sind so dicht aus Gras und Pflanzenteilen gebaut, dass der Träger darunter unsichtbar bleibt. Die Maskentänzer drehen sich ganz schnell um die eigene Achse, wodurch sich das Graskostüm regelrecht aufplustert und sehr eindrucksvoll wirkt. Wenn die Menge den Tänzern zu nahe kommt, schlagen junge Männer mit Peitschen in die Massen und alles weicht etwas zurück. Der wilde Tanz der Masken wird durch einen Trommler angeheizt, der ebenfalls ekstatisch herumspringt. Uns wird vom bloßen Zusehen heiß und der Schweiß rinnt in Bächen den Körper hinab. Das ganze Spektakel wird sich in den nächsten 3 Tagen noch vielfach an anderen Orten wiederholen, bis alle Seelen vertrieben und die Tänzer völlig erschöpft sind.

… z.B. eine Audienz beim Mossi-König:
Das Oberhaupt der Mossi, König Mogho-Naaba, residiert in einem Kral mitten in der Hauptstadt Ouagadougou, hat aber keinerlei politische Macht. Jeden Freitag morgen wird hier eine historische Szene nachgespielt, die offenbar große Bedeutung für die Mossi hat: Der König will in den Krieg ziehen, wird aber von seinen Beratern und Untergebenen davon überzeugt, dass ein Friedensschluss für alle die bessere Lösung wäre und man ein Blutvergießen verhindern müsse. Welch weise Berater muss der Mossi-König damals gehabt haben! Vor dem Königskral ist ein großer staubiger Platz, wo sich so nach und nach alle Würdenträger des Mossi-Hofstaates versammeln. Außerdem kommen alle Stammeshäuptlinge zum Teil mit dem Mofa, zum Teil mit Mercedes-Limousine vorgefahren und werden je nach Rang und Bedeutung von den anderen mehr oder minder überschwänglich begrüßt. Dann nehmen alle auf dem Boden Platz und das Spektakel beginnt mit einem Gewehrschuss. Der König erscheint vor dem Eingang zum Kral in einem blutroten Kriegsgewand. Das königliche Pferd trägt ebenso einen roten Umhang. Der König setzt sich ebenfalls auf den Boden. Begleitet von Trommelschlägen treten nun verschiedene Berater und Stammeshäuptlinge vor und überzeugen den König gestikulierend von der Notwendigkeit zum Frieden. Dazu werden die Hände gen Himmel gehoben und dann abwechselnd auf die Erde und über die Schultern gelegt. Nach einiger Zeit erhebt sich der König und verschwindet in seinem Kral, das königliche Kriegspferd wird weggeführt. Kurz darauf kommt der König zurück, diesmal in das weiße Gewand des Friedens gekleidet. Alle freuen sich über die weise Entscheidung des Monarchen und ein erneuter Gewehrschuss knallt über den Platz und beendet die Zeremonie.

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