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Teaserbild: Vorarlberg- Sommer, Herbst und Winter – und das alles innerhalb einer Woche!

Vorarlberg- Sommer, Herbst und Winter – und das alles innerhalb einer Woche!

VorarlbergSommer, Herbst und Winter – und das alles innerhalb einer Woche!

Ab Langen am Arlberg stiegen wir auf zum Spullersee (1827m) und weiter zur Ravensburger Hütte (1948 m), dann hinauf zum Alpsee. Von der Ravensburger Hütte stiegen wir nach Klösterle ab, um einzukaufen, dann ging’s wiederum aufwärts, dieses Mal auf die andere Bergseite zur Kaltenberghütte (2100m). Im dortigen Winterraum übernachteten wir gleich dreimal. Abends war der Blick ins Klostertal einfach atemberaubend: um uns herum Schnee und unten, mitten im Schwarz, viele kleine bunte Lichter.

Warum Berge im Winter

Wir lieben es, antizyklisch in die Berge zu gehen. Entgegen dem Ansturm im Sommer gehen wir eigentlich zu jeder Jahreszeit in die Berge, wenn das Wetter mitmacht. Ich kann nur sagen, dass es sehr gemütlich in einer Hütte ist, wenn draußen der Sturm tobt. Auch ein Abstieg bei Schnee ist eher weniger anstrengend als auf Stein, denn im Schnee muss man nicht so bremsen. Ebenfalls faszinierend ist, dass noch viele Tiere zu dieser Jahreszeit zu sehen sind. Eine ganze Herde Gemse sowie Schneehühner konnten wir beobachten.

Kaltenberghütte WinterraumAusblick auf den SpullerseeAus der Ravensburgerhütte raus

Was Sie schon immer über eine WINTERWANDERUNG in den ALPEN wissen wollten…

Bergtouren im Winter:
Lassen es die Schneeverhältnisse und das Wetter zu, kann man auch im Winter ohne Ski Berg steigen. Allerdings ist dieser oft sehr mühsam und die Zeitangaben auf den Schildern stimmen auf gar keinen Fall mehr. Auch die Wege sind schlechter bis gar nicht zu erkennen, ab und zu gibt es mal ein Steinmännchen, das einem den Weg weist, ansonsten muss man sich eher an sie Himmelsrichtung halten (GPS und Karte sei dank). Starke Steigung ist kein Problem sondern lediglich eine Zeitfrage, schaffen kann man das auch bei Schnee. Man sollte unter diesen Bedingungen nicht zu gipfelgierig sein und lieber der Vernunft folgen.
Hat man Steigeisen oder auch Schneeschuhe oder gar Tourenski dabei, liegt das Ganze etwas anders. Mit Steigeisen kommt man im steilen vereisten Gelände mit fußbreiten Pfaden sicherlich am Besten voran, Schneeschuhe sind eher für die Ebene geeignet, für Ski muss es schon ordentlich Schnee haben. Wer extremeres Winterbergsteigen machen möchte, sollte unbedingt mit voller Ausrüstung losziehen, also: Seil, Sortiment Keile oder Friends, Steigeisen, Eisgerät/Pickel, Helm und das sonstige Gerödel eben… Ohne diese Ausrüstung kommt man zwar auf den Gipfel hinauf, aber wer schon einmal in einem verharschten Schneefeld ohne Steigeisen abgestiegen ist, wird es nie wieder tun.

Sicherheit am Berg:
Als Sicherheitsfetischisten haben wir auch auf dieser Tour die volle Outdoorausrüstung dabei gehabt – für den Fall, dass wir eine Hütte aus irgendwelchen Gründen nicht erreichen können. Als Jugendliche haben wir aus Geldund Materialmangel, und letztendlich auch aus Leichtsinn, Touren ohne Zelt, nur mit Tarp gemacht – den Luxus eines trockenen und winddichten Zeltes ist uns mittlerweile aber in den Alpen die 2 kg mehr wert. Manche romantisch-harmlose Situation, die wir uns im warmen Heim ausgedacht hatten, war vor Ort nicht besonders toll.
Ein anderer Aspekt in dieser Jahreszeit ist, dass es erst gegen 8 Uhr hell wird, und schon wieder ab etwa 17 Uhr die Nacht anfängt. Bei Einbruch der Dunkelheit wird es schlagartig gefühlte 10°C kälter. In unbekanntem Gelände und ohne Weg irrt man trotz Stirnlampe spätestens bei Nebel hoffnungslos herum. GPS Geräte können bei dichtem Schneefall schnell versagen , unser Etrex Vista fand im Schneesturm keine oder nur wenige Satelliten – neuere Gerätegenerationen ermöglichen wohl besseren Empfang.

Die Ravensburger Hütte
Die Ravensburger Hütte ist bewirtschaftet von Ende Juni bis 3. Oktober. Außerhalb dieser Saison kann man im Winterraum übernachten. Dieser befindet sich im Keller des Hauses und hat einen separaten Eingang. Die Hütte steht jedem Wanderer jederzeit offen.
Im Erdgeschoss befindet sich die Toilette mit Lüftung, im Untergeschoss ein Raum mit Küchennische und Tisch mit Eckbank und Stühlen, angrenzend befinden sich 2 zusammenhängende Räume mit Doppelstockbetten als Matratzenlager mit Platz für 20 Personen. In der Küche gibt es einen Holzherd, der auch den angrenzenden Raum mit beheizt. Das hintere Matratzenlager kann durch einen Holzofen beheizt werden. Natürlich gibt es einen Raum mit genügend Holz und allem Zubehör, auch elektrisches Licht ist vorhanden. Tageslicht findet nur spärlich Einzug durch 2 kleine Fensterchen an der Südseite und ein Größeres an der Ostseite des Hauses. Von der Hütte aus hat man einen tollen Blick auf einen Teil des Spullersees.

KaltenberghüttePausenplätzle auf der HöhBritta in der letzen Seillänge am Eulengrad

Die Kaltenberghütte
Der Winterraum der Kaltenberghütte befindet sich im gleichen Gebäude mit der Materialseilbahn. Der Innenraum ist sehr schön eingerichtet, es gibt genügend und auch gutes neues Geschirr in der Kochnische. Die Hüttenwirte kümmern sich mit viel Liebe um die Hütte – man merkt es! Der Winterraum ist L-förmig, in den Nischen befinden sich Doppelstockbetten für 24 Mann oder 16 Matratzen. Auf den oberen Betten kann man stehen, denn der Raum ist sehr hoch. In der Kochniesche befindet sich ein Holzofen, der den gesamten Raum mit beheizt. Die Hütte verfügt über eine zweigeteilte Tür, die zum Blick ins Tal einläd. Aber eigentlich ist sie dazu gedacht, falls es sehr viel Schnee haben sollte, durch den oberen Teil ins Freie zu gelangen. Im Raum befindet sich eine Not-Schneeschaufel, außen an der Hütte sind 2 weitere Schaufeln angebracht. Holz bekommt man im Holzschuppen, wo sich in einem separaten Raum auch die Toilette befindet, die durch ihren Geruch nicht zu verfehlen ist. Wasser gibt es durch einen Brunnen direkt gegenüber der Hütte, auf der Terrasse des Haupthauses. Durch den starken Strahl gefriert die Leitung nicht.

Einkaufsmöglichkeiten:
Im Klostertal gibt es nur in Klösterle die Möglichkeit, seine Vorräte aufzustocken. Da aber bekanntlich viele Lebensmittel in Österreich nur zu Wucherpreisen angeboten werden, sollte man so viel wie möglich von zu Hause aus mitnehmen! Essen für 4 Tage wäre zu empfehlen. Mitgebrachtes oder vor Ort gekauftes Essen haben wir auch schon unter schweren Steinen für 1-2 Tage deponiert, um nicht auf die Öffnungszeiten des Ladens angewiesen zu sein und nicht alles herumschleppen zu müssen.


Was esse ich im Winter:
Die Erfahrung hat gezeigt, dass man im Winter oder eben wenn es sehr kalt ist, sehr viel Energie zu sich nehmen will und auch muss. Dadurch, dass der Körper seine Temperatur halten muss, vor allem in der Nacht, braucht er erhöhte Energiezufuhr. Als billiges und überall vorhandenes Lebensmittel kaufen wir immer Nuss-Schokolade oder Nussmischungen. Alle Lebensmittel schmecken nicht mehr so richtig wenn es sehr kalt ist, ab einer gewissen Temperatur schmeckt noch nicht einmal mehr die Schokolade. Aber die schmilzt einfach im Mund, während Energieriegel hart werden und Nüsse geschmacksneutral werden.


Was trinke ich im Winter:
Tee ist angesagt. Morgens, mittags, abends heißes Wasser mit Geschmack. Gerade auf einer Tour, wenn man die ganze Zeit über die eisige Luft in die Lungen bekommt, ist ein heißer Tee geradezu eine Wohltat. Außerdem läuft der Holzherd sowieso den ganzen Tag über, es gibt also ständig heißes Wasser. Daher ist das alles wenig problematisch. Wassereis schmilzt viel schneller als Schnee.

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