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Teaserbild: Hoher Atlas und Marrakesch im April

Hoher Atlas und Marrakesch im April

Hoher Atlas und Marrakesch im April

Flug von Basel nach Marrakesch, mit Ferntaxi nach Imelil, zu Fuß zur Nelter-Hütte, auf den Ras, den Toubkal, zur Lepiney-Hütte am Biiguinnoussene vorbei, über Azib Tamsoult und Tizi n’Tzikert zurück nach Imelil, Ferntaxi nach Marrakesch, Rückflug nach Basel.

Warum Marokko

Die Idee zu diesem Trip kam mir vor einigen Monaten auf der Suche nach ferneren, unbekannten Hochgebirgszügen, die sich ohne größeren Aufwand „normal“ im Frühjahr erklimmen lassen. Schnell kristallisierte sich der Hohe Atlas heraus. Einmal war er nicht allzu schwer und teuer zu erreichen, dazu technisch wenig anspruchsvoll und mutmaßlich im April von nicht zuviel anderen Touristen frequentiert.

Gasse in MarrakeshErster Morgen Im Hohen AtlasStadtmauer von Marrakesh, der Atlas im Hintergrund

Was Sie schon immer über meine Tour in MAROKKO wissen wollten…

Gelandet in Marrakesch, das Warten in der Passkontrolle mit steigender Ungeduld überstanden, nahm ich mein Gepäck in Empfang und enterte den Bus Richtung Stadtzentrum. Diesen verließ ich an der Stadtmauer, um mich zu Fuß weiter auf den Weg zum Ferntaxistand zu machen, um Imelil, den Startpunkt meiner Tour im Hohen Atlas, zu erreichen.
In Imelil am frühen Nachmittag angekommen,  wechselte ich das Schuhwerk von leichten Turnschuhen auf schwere Bergstiefel und begann mit dem Anstieg bei strahlendem Sonnenschein. Entlang eines mäandernden Flusses auf einem mit anderen westlichen Touristen, ihren einheimischen Guides und Trägern sowie Maultieren bevölkerten Pfad gewann ich langsam an Höhe und die Landschaft entfaltete sich langsam zu ganzer Pracht mit in Blüte stehenden Obstbäumen, kleinen grünen Feldern, kargen Hängen und schneebedeckten Gipfeln.
Der Verkehr auf dem Maultierpfad Richtung Nelter-Hütte beruhigte sich zum Glück hinter einer religiösen Stätte, so dass ich langsam in die Stille des Hochgebirges eintauchte. Auf den Schattenseiten der Hänge wurden die Schneefelder immer größer. Langsam setzte die Dämmerung ein, sodass ich am Wegesrand an einem Bach mein Zelt in knapp 3000m Höhe aufbaute und feststellte, dass ich vergessen hatte, mir auf dem Weg; also in Marrakesch oder in Imelil, noch eine Gaskartusche für den Kocher zu besorgen. Zum Glück hatte ich meinen Proviant so zusammengestellt, dass ich nicht unbedingt kochen musste. Aber so ein warmer Tee hin und wieder wäre schon nett gewesen.
Ich schlief schnell ein und wachte gut ausgeruht am nächsten Morgen auf, wanderte nach einem Frühstück los und kam bald zur Nelter-Hütte, wo ich kurz rastete, und mir mögliche Routen für den gerade begonnenen Tag nochmals überlegte. Ich beschloss, den Lac D’Ifni anzuvisieren. Jedoch änderte ich diesen Plan, als die Route mit einem sehr starken Anstieg sichtbar wurde, ich mir den gigantischen Abstieg zum See bewusst machte und es schließlich mein erster wirklicher Tag hier war, an dem ich es nicht übertreiben wollte.
Und so ging ich das Tal weiter durch verharschte Schneefelder bis zu einem Pass, wo ich dann in westlicher Richtung durch zunächst schneefreies Geröll musste, um dann weiter in ziemlich steilen Abschnitten, die teilweise nur unter Zuhilfenahme auch der Hände passierbar waren, schließlich den Ras (4083m) zu erreichen. Der Himmel war klar, die Aussicht großartig; einmal auf andere Gipfel und Grate, aber auch auf die flacher werdenden Höhenzüge Richtung Sahara.
Nach kurzer Rast machte ich mich auf den Rückweg, den ich abkürzte, indem ich fast die direkte Falllinie hinab ins Tal der Nelter-Hütte wählte. Ich war froh über den Schnee, da unter diesem sicher Geröll gewesen wäre und den Abstieg nicht ganz so leicht gemacht hätte. Ich nächtigte neben der Hütte. Am nächsten Tag sollte mein Ziel der Toubkal sein. Probleme mit der Höhenakklimatisation hatte ich glücklicherweise keine.
Ich erreichte den Gipfel bei heiterem bis wolkigen Himmel gleichzeitig mit 3 Spaniern, die 1 ½ Stunden eher als ich aufgebrochen waren und mich folgern ließen, dass es um meine Kondition doch so schlecht nicht bestellt sein kann.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit lesen, essen, entspannen, und damit, das Zelt eines namhaften schwedischen Fabrikanten so abzuspannen, dass es trotz der sehr starken Böen aus wechselnden Richtungen in diesem Hochtal mir eine ruhige Nacht bescheren könnte, was mir in dem steinigen Erdreich nicht perfekt gelang.
Am nächsten Tag erklomm ich den Pass Richtung Lepiney-Hütte am Biiguinnoussene(4002m) vorbei bei starkem Sturm und später einsetzendem Hagel; verfehlte die Hütte knapp und kam erst bei spektakulären Wasserfällen wieder auf meine ursprünglich geplante Route, die sich wegen des Schnees in weiten Teilen weglos zeigte.
Das Wetter besserte sich in den frühen Nachmittagsstunden. In Azib Tamsoult baten mich halbstarke Berber um Zigaretten, die sie erhielten, und boten mir ihr Führungskönnen an, auf das ich jedoch dankend verzichtete, da in diesen Höhen kaum noch Schnee lag und er Weg gut erkennbar war.

Aufstieg zum Ras,Blick Richtung OstenWetterverschlechterung am Biiguinnoussene, Blick Richtung ToubkalHochtal hinter der Nelter-Hütte

Die nächste Nacht verbrachte ich kurz hinter dem Tizi n’Tzikert(2930m); bei nicht nachlassendem Sturm baute ich in beginnender Dämmerung das Zelt auf, um es, da ich wegen lauten Flatterns, was dem ungenügendem Abspannen geschuldet war, nicht schlafen konnte, gegen Mitternacht wieder abzubauen, in den Rucksack zu stopfen und zu biwakieren. Dieses Biwak hatte den nicht zu verachtenden Vorteil, mir einen grandiosen Sternenhimmel, nur von wenigen dahinjagenden Wolken getrübt, zu präsentieren.
Nach langem Abstieg erreichte ich gegen Mittag des nächsten Tages wieder den Startpunkt der Tour, begrüßte Touristen, die gerade ihren Landcruiser mit polnischem Kennzeichen beluden mit einer polnischen Begrüßungsformel, was sie ziemlich erstaunen ließ, plauderte kurz, trank eine Kola – weniger aus Sehnsucht nach diesem Getränk, als vielmehr gut geschüttelt, also von Kohlensäure befreit, für meinen leicht angegriffenen Verdauungstrakt – und traf bald im Zentrum des Dorfes jenen Taxifahrer wieder, der mich auch schon hinaufgebracht hatte.
Der Fahrer begleitete mich in Marrakesch noch bis zum Jemaa el Fna. Er bat mich, ihm meine Sonnenbrille zu leihen, damit er auch möglichst touristisch aussehen würde, da die Polizei in jedem Marokkaner, der mit einem Ausländer zusammen gesehen wird, einen der falschen Fremdenführer zu erkennen meinen. Nach der Verabschiedung fand ich auf Anhieb das mir von der Britin empfohlenen Hotel und zahlte 60 Dirham pro Nacht für ein kleines, wenig helles, sauberes, ruhiges; spartanisch mit Bett, Waschgelegenheit, Tisch und Stuhl eingerichtetem Zimmerchen. Und nahm eine dringend notwendige ausgiebige Dusche.
Marrakesch empfand ich – nach der Ruhe und Einsamkeit der Berge – als sehr hektisch. Die Verkäufer waren teilweise sehr aufdringlich. Im Gassengewirr der Altstadt wurde ich in meiner Überzeugung zutiefst erschüttert, einen normal bis ganz gut ausgeprägten Orientierungssinn zu haben, als ich wirklich einmal im Kreis lief.
Ich flüchtete nach diesem mittelmäßigen Schock in die Neustadt mit ihren breiten, geraden, europäisch anmutenden Alleen, Fußgängerwegen, hohen Häusern und weniger aufdringlichen Verkäufern; besichtigte den Bahnhof und ging über die Menara zurück ins Zentrum.
Besonders reizvoll ist Marrakesch bei klarem Himmel, da sich dann der Blick bis auf die Höhen des Atlas erstreckt. Zudem nicht uninteressant sind jene Viertel der Altstadt, die wenig vom Massentourismus frequentiert sind, da es dort Straßenzüge gibt, die von bestimmten Handwerkern wie Tischlern, Schmieden, Gerbern geprägt sind. Besonders empfehlenswert für die Liebhaber von Süßkram sind auch die vielen Bäckereien. Auch die Gärten, Parks und Olivenhaine in und außerhalb der Stadtmauern laden zum entspannen ein.
Nach ziemlich genau einer Woche in Marokko spazierte ich im Morgengrauen zum Flughafen und schwebte kurze Zeit später wieder nach Basel, wo ich im Nieselregen landete und mit dem Trampen zurück Richtung Berlin begann, was glücklicherweise gut geklappt hat.

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