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Teaserbild: Wanderung in den Allgäuer Alpen

Wanderung in den Allgäuer Alpen

Wanderung in den Allgäuer Alpen

Zu zweit verbrachten wir 4 Tage in den Allgäuer Alpen in der Nähe von Oberstdorf. Aus dem Kleinwalsertal ging es hoch zur Mindelheimer Hütte und im großen Bogen zum Biberkopf, weiter zur Rappensee Hütte. Danach hinauf auf das Hohe Licht, das mit 2651m den zweithöchsten Berg der Allgäuer Alpen darstellt. Bis zur Bockkarscharte verfolgten wir den Heilbronner Weg (Klettersteig), um anschließend zur Waltenberger Hütte abzusteigen. Von dort wanderten wir etwa höhenparallel in Richtung Wildengundkopf, danach erfolgte der Abstieg und anschließend ging´s zurück nach Oberstdorf.

Warum ALLGÄUER ALPEN

Sie sind vor allem ohne Auto über Sonthofen und Oberstdorf sehr gut zu erreichen. Ein gutes Bussystem bringt einen weiter in die Täler hinein, von wo man direkt eine Vielzahl von Touren starten kann. Mit Höhen bis zu 2656m (Großer Krottenkopf) bieten die Allgäuer Alpen zwar nicht die höchsten und spektakulärsten Berge der Alpen, aber dennoch übt der Übergang zwischen Alpenvorland und den ersten Bergen einen besonderen Reiz aus. Und gerade durch die moderaten Höhen ist es darüber hinaus gut möglich auch mit Zelt oder Tarp eine schöne Mehrtagestour zu machen.

Übernachtungsplatz nahe der Rappenseehütte. Im Hintergrund der Hochrappenkopf (2423m) und daneben der kleine RappenkopfGlockenblumen ohne Endegroßer Rappensee südlich der Hütte

Was Sie schon immer über das ALLGÄU wissen wollten…

Mit dem Tarp durch die Berge?
Auf den Karten sind Naturschutzgebiete ausgewiesen, die natürlich absolutes Tabu darstellen, sowie offensichtlich von Flora und Fauna intensiv genutzte Stellen. Ansonsten findet man aber dennoch bis in die Bereiche um 2000 Meter (zum Teil mit etwas Fantasie) gute Übernachtungsplätze. Zugegeben bei heftigem Wetter bietet ein Tarp nur beschränkten Schutz. Jedoch kann man mit zwei Bundeswehrponchos recht viel erreichen und sich je nach Geschmack seine Unterkunft „zusammenbauen“. Wenn man also nichts gegen ein wenig Feuchte und Kälte hat, kann ich das Wandern mit Tarp wärmstens empfehlen. Zumal man in der Konstruktion auch sehr flexibel ist und es daher im Prinzip völlig wurst ist, wo man sich einrichtet. Und wenn man dann am nächsten Morgen mit einer angenehm frischen Brise um die Nase aufwacht, während man bei einem ersten verschlafenen Blick hinaus die Berge in herrlichsten Sonnenschein gehüllt sieht, macht es einfach Spaß.
Klettersteigausrüstung, ja oder nein?
Wir sind nicht den ganzen Heilbronner Weg gelaufen, daher kann ich nur mit Einschränkung ein Kommentar geben. Der Weg von der Rappenseehütte bis zur Bockkarscharte ist bei sicherem Fußtritt in alpinem Terrain ohne Probleme und selbst mit großem Rucksack ohne Klettersteigausrüstung machbar. Einzig ein kurzer Abschnitt von Südwesten kommend kurz vor dem Biberkopf, der allerdings nicht zum Heilbronner Weg gehört, ist ein wenig knifflig und Klettersteigmaterial wäre bei Höhenangst angebracht. Sie ist auf der Karte nicht als solche angegeben man sollte sich also auf Überraschungen einstellen.
Wie sieht es mit dem Wasser aus?
Die Berge sorgen für reichlich Abfluss und so findet man zahlreiche kleine oder auch größere Bäche mit herrlich frischem Wasser. Sobald man in Höhen mit Almwirtschaft kommt sollte man sicher gehen, dass nirgends ein Kuhfladen im Bach liegt und im Zweifel ganz nach oben laufen. Also auf Viehgangeln (Höhenparallele Trittwege) achten! Mikropur oder andere Mittel kann man benutzen, ich halte es allerdings nicht für notwendig, so lange man negative äußere Einflüsse halbwegs ausschließen kann.

Heilbronner WegHeilbronner WegHeilbronner Weg

Ohne Einkehrschwung ausreichend Kalorien. Verpflegung aus dem Rucksack:
Will man sich ausschließlich aus seinem Rucksack ernähren, ist eine gewichtsorientierte Organisation der Verpflegung unerlässlich. Die Ernährung wird auf das Nötigste reduziert, was allerdings bei der Heimkehr zu suchtartigen Überfällen auf den Kühlschrank und nachfolgenden Bauchkrämpfen führen kann… Zum Frühstück Milchpulver und Müsli, abwechslungsweise auch Grießbrei oder Milchreis aus der Tüte. Mittags eine ordentliche Portion Energie in Form von Schokolade, Nüssen (Studentenfutter) und Müsliriegel. Abends dann endlich eine warme Mahlzeit in Form von Nudeln oder Reis mit Sauce, oder als Schmankerl auch Spätzle. Für die tägliche Ration Vitamine und Magnesium find ich Tabletten vom Aldi sehr gut. Je kürzer die Tour, desto eher bietet sich einem die Möglichkeit, die kulinarische Seite noch etwas auszubauen. Wir hatten daher noch zwei Flaschen Wein, Wurst, Brot und Käse eingepackt, was den Rucksack zwar etwas schwerer machte, aber auch das hässlichste Wetter egal erschienen ließ. Ein guter Schluck Wein, dazu ein ordentliches Stück Käse auf 2000 Meter, der Wind fegt über die Berge und es regnet wie aus Kübeln. Man selbst liegt aber gemütlich, eingewickelt in Schlafsack und Wollmütze, unter dem Tarp. Herrlich.
Mit Tarp und Essen auf dem Rücken? Geht das auch gemütlicher?
Geht! Wer keine Lust hat mit einem vollen Rucksack durch die Gegend zu laufen, kann auch von Hütte zu Hütte wandern und sich dort sehr gut mit schwäbisch-österreichischer Küche versorgen lassen. Tipp: Kässpätzle (oder auch Kasspatzen), Kaiserschmarn (süß) und Germknödel (süß). Man sollte allerdings darauf achten, dass man gerade bei Übernachtungen Alpenverein-Mitgliedern nachgestellt wird. Soll heißen: Wenn es voll wird, dann dürfen erst mal alle Alpenverein-Leute herein. Am Besten man wird gleich Mitglied und erhält neben Vorzug vor Nichtmitgliedern, vergünstigte Tarife und vom heimatlichen Verein Schlüssel für abgelegenere Hütten. Natürlich muss man dann die Etappen an den Hütten ausrichten, aber diese sind zahlreich vorhanden.

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