Madeira

Madeira

Wir waren im Februar / März 2008 für knapp 2 Wochen auf Madeira. Wir sind via London nach Funchal geflogen. Nach zwei Tagen Entspannen in Funchal haben wir im Mietwagen die Insel erkundet. Wir umrundeten die Insel im Uhrzeigersinn und dabei zelteten wir in der Nähe von Quinta do Almeida in Riberia da Janeila und bei Canical. Am Ende verbrachten wir noch zwei Tage in Machico bevor wir wieder in Funchal waren.

Warum Portugal

Es gab für die Auswahl des Zieles drei Präferenzen. Wir wollten zum Einen ein Ziel, das noch keiner von uns kannte, zum Anderern ein Ziel, in dem man auch im Frühjahr tagsüber schon mal mit einem T-Shirt auskommt, und es sollte zusätzlich relativ günstig zu erreichen sein. Zudem ist Madeira dank seines Reliefs (bis 1860 m NN) eine sehr vielfältige Insel mit sehr verschiedenen Vegetationszonen, die sich daher sehr gut zum Wandern eignet.

Blick vom Pico RuivoMarkt in FunchalPaul da Sera

Was Sie schon immer über MADEIRA wissen wollten…

Wie bewegt man sich am besten auf der Insel?
Wir hatten einen Mietwagen und waren da auch ganz froh drum (von Deutschland aus mieten ist meist billiger und von den Versicherungsbedingungen her besser!). Das Auto war allerdings verdammt schlecht motorisiert, was aber bei allen (zumindest kleinen) Mietwagen der Fall zu sein scheint. Mit den „Öffis“ die Insel zu erkunden ist möglich, aber zeitaufwendig da die Straßen vor allem in den „entlegeneren Regionen“ sehr schmal sind, die Busse daher nur langsam vorwärts kommen und auch das Netz vor allem außerhalb der Hauptreisezeit doch recht dünn ist. Wir haben auch ein Pärchen getroffen, die erzählten, dass das Trampen auf Madeira ganz gut funktionieren würde.

Wie ist es mit der Wanderei?
Die Insel gilt nicht zu unrecht als ein klassisches Wandergebiet, da sie sich sehr gut zum Wnadern eignet. Viele der Touren die im Wanderführer (siehe Literaturtipps) sehr detailliert beschrieben werden, gehen direkt an den alten Bewässerungskanälen (Levadas), welche die Küstenregionen mit Wasser aus den Bergen versorgen, entlang und haben daher in diesen Passagen kaum einen Höhenunterschied. Mitunter kommt man jedoch auf dem Weg zu den Levadas ganz schön ins Schnaufen. Die Levada-Wege führen zum Teil durch Tunnel, in denen eine Taschenlampe sehr hilfreich ist, um den Pfützen und größeren Wasserlachen ausweichen zu können. Daher ist auch wasserfestes Schuhwerk sehr zu empfehlen. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, anstrengendere Touren zu gehen, welche Einem schon einiges an Kondition (z.B. vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo und zurück, 1000m Höhenunterschied jeweils bergauf und bergab) abfordern. Durch das Kombinieren von verschiedenen Touren kann man die Insel auch in ein paar Tagen durchqueren. Im Wanderführer werden dazu auch Empfehlungen gegeben mit Beschreibung von Übernachtungsplätzen. Es gibt kurz unterhalb des Gipfels des Pico Ruivo auch eine Berghütte, in der nach vorheriger Anmeldung auch übernachtet werden kann.

Weg nach Pionta de Sao LorenzoPaulo do MarTal bei Riberia Brava

Kann man auf Madeira Zelten?
Ja. Es gibt einen Zeltplatz in Riberia da Janeila im Nordwesten der Insel. Er ist relativ klein und war zumindest während unserer Reiszeit ziemlich einsam. Der Platz ist immer offen und abends kommt mal jemand vorbei und schaut, ob Gäste eingetroffen sind und kassiert dann. Wir haben zu dritt mit einem Zelt gut 7€ die Nacht bezahlt. Die sanitären Anlagen sind jederzeit zugänglich, aber warme Duschen gibt es erst ab 09.00 Uhr. Für heißes Wasser muss man den Hahn auf blau drehen!!! Mit wild Campen hatten wir keine Probleme. Man muss sich halt wie überall anders auch eine ruhige und etwas abgelegenere Stelle suchen. Wir wurden zumindest am nächsten Morgen immer von Menschen gesehen, aber nie hat jemand was gesagt. Ansonsten sieht es mit recht günstigen Hostels eher mau aus auf der Insel. Wir haben via hostelbookers.com aber auch ein sehr, sehr billiges in der Innenstadt von Funchal gefunden…

Wie versorgt man sich am besten auf dem Wandertrip?
Es gibt einige riesige Einkaufszentren auf der Insel, sie konzentrieren sich aber vor allem auf den zentralen und südlichen Teil der Insel. Da die Insel aber nicht groß ist, kann man, wenn man denn einen Mietwagen hat, relativ problemlos dorthin fahren. Aber auch wenn es nicht sehr weit ist, sollte man wegen der kurvigen, engen Strassen etwas Zeit einplanen. Ansonsten haben fast alle Orte zumindest einen kleinen Laden in dem die Dinge des täglichen Bedarfs erworben werden können.

Weiterschmökern:


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Short Cuts Portugal

Reisezeit: prinzipiell ganzjährig, wobei der Norden im Winter/Frühjahr etwas grau und verregnet sein kann, während der Sommer vor allem im Süden sehr heiß ist.
Anreise:
Wir sind mit Billig-Airline via London-Stanstead geflogen. Auch die Anreise mit Frachtschiff ist möglich, aber eben zeitaufwendig.
Einreise
: Als EU-Bürger völlig problemlos. Personalausweis oder Pass am Flughafen vorzeigen – fertig.
Sprache:
Die Amtsprache ist Portugiesisch. Fast alle Speisekarten sind zumindest in Englisch, oft auch in Deutsch. Generell ist es kein Problem mit Englisch über die Insel zu kommen.
Geld:
Bezahlt wird mit Euro. Geld kann man fast in jedem Ort aus dem Automaten ziehen.

wwwo beginnen

madeira sehr detaillierte Site mit Bildergalerie, Wanderungsempfehlungen, Ferienwohnungen etc. Wird von nem deutschem Ehepaar betrieben die auf Madeira eine Touristenagentur betreiben.
madeira-erleben Sehr informative Site, die weit gefächerte Informationen über die Insel anbietet, auch über Geographie und Natur der Insel. Zudem kleinere Infotexte über die Regionen und Orte auf Madeira.

Portugal

Nicht vergessen

Stirnlampe – bei etlichen Wanderungen stehen kürzere und längere Tunnelpassagen an.
Regenjacke und -hose  – Zumindest auf der Nordseite der Insel, und in den höheren Lagen muss man im Frühjahr auch schon mal Regen einkalkulieren
Sonnenbrille – Auf den höchsten Gipfeln steht man mitunter im strahlenden Sonnenschein über den Wolken.

Literatur

 „Madeira - Die schönsten Levadaund Bergwanderungen“ von Rolf Goetz, 5. Auflage. 2008. Detaillierte Beschreibung vieler Routen inklusive Kartenskizze und Höhenprofil. Bei der einen oder anderen Tour ist es aber trotzdem nicht ganz leicht, der Strecke zu folgen. Haben außerdem fast alle Wanderer, sodass „einsame“ Wanderungen unmöglich sind.
„Madeira, Porto Santo Urlaubshandbuch" von Daniela Schetar & Friedrich Köthe, 3. Auflage. 2006. Die Bücher aus dem Verlag werden scheinbar zusehends auf eine besser betuchte Klientel als mich abgestimmt. Mitunter wenig hilfreich für „budget travellers“.
Madeira. Auto + Freizeitkarte. Freytag Verlag (Maßstab 1:40.000) 2008. sehr detaillierte Karte, gut geeignet sowohl zum Wandern als auch Auto fahren.