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Teaserbild: Phong Nha Ke Bang – Unterwegs in der drittgrößten Höhle der Welt

Phong Nha Ke Bang – Unterwegs in der drittgrößten Höhle der Welt

Der Nationalpark Phong Nha Ke Bang ist noch ein richtiger Geheimtipp. Er liegt im nördlichen Zentralvietnam, ca. 500 km südlich von Hanoi gelegen. Auf der Fahrt von Nord- nach Südvietnam kommt ihr also fast zwangsläufig dort vorbei.

Meine Aufmerksamkeit wurde das erste Mal durch die National Geographic Ausgabe auf diesen Park gelenkt, denn hier wurde 2009 die größte Höhle der Welt entdeckt. Diese ist auch erst seit Kurzem für den Publikumsverkehr geöffnet.

Wie kommt man hin? Was gibt’s zu sehen?
Wir fuhren von Hue mit dem Sleeper Bus nach Son Tranch, einem kleinen Dorf im Nationalpark. Dies ist auch der Startpunkt für viele organisierte Touren. Die Busse halten direkt vor dem Tiger Hostel, welches ich sehr empfehlen kann. Die Organisation der Busverbindung kann jedes Touristenbüro vornehmen und steht bisher in keinem Reiseführer.
Die Alternativen von Dong Hoi mit Zug oder Bus zu fahren und von dort weiter mit dem öffentlichen Bus (welcher 1,5 Stunden braucht und relativ teuer ist) oder ein Privattaxi für 500T Dong (ca. 20 €) zu mieten, kann ich nicht empfehlen. Nehmt also einfach den Sleeper Bus. Dieser kostet von Hanoi ca. 250T-300T Dong bzw. von Hue 150T-200T Dong. Ich empfehle, diesen im Voraus (Mindestens 1-2 Tage) zu buchen, da der Bus oft ausgebucht ist.
In Phong Nha gibt es neben dem Tiger Hostel einige einfache Unterkünfte, manche eher schlecht als recht. Ich kann aus eigener Erfahrung das Thien Thanh Hotel empfehlen, das Saigon Phone Nha Hotel solltet ihr meiden.

In Son Tranch angekommen, erwartet euch eine wunderbare Landschaft. Dort lässt es sich sicherlich 3 Tage gut aushalten, abhängig davon, was ihr vorhabt. Für den ersten Tag bietet es sich an, die Phong Nha Cave sowie die Paradise Cave zu besuchen. Ihr beginnt am besten früh morgen am Boots-Ticketschalter und kauft eine Eintrittskarte für die Phong Nha Cave. Diese ist ausschließlich mit dem Boot zu erreichen. Ein Boot kostet 320T Dong und ist mit bis zu 12 Personen teilbar. Mit diesen Personen seit ihr dann die ganze Reise zusammen! Die Fahrt ist sehr idyllisch und dauert etwa 30 Minuten. In der Höhle wird der Motor ausgeschaltet und auf Handbetrieb umgestellt. Die Tropfsteinhöhle ist wirklich sehr sehenswert und übertrifft sicherlich alle, in denen ihr bereits wart. Esst am besten nach Rückkehr an einem der zahlreichen Restaurants am Pier.
Es gibt zahlreiche Anbieter, die eine Halbtages-Tour zur Paradise Cave für ca. 1.000T Dong anbieten. Tut dies nicht und nehmt euch selbst ein Moped! Dieses kostet ca. 100T-150T Dong. Nutzt dazu am besten eine handgezeichnete Karte, welche in jedem Hotel erhältlich ist. Die Fahrt zur Paradise Cave dauert ca. ½ Stunde. Biegt nicht falsch ab, sonst kommt ihr in Laos raus ☺
Der Eintritt zur Paradise Cave wird regelmäßig erhöht. Anfang 2015 kostete dieser 250T Dong (ca. 10 Euro). Nun geht’s zu Fuß, oder wie die Einheimischen mit Shuttle-Golf-Car, den 1,5km langen Weg zum Fuße der Höhle. Weitere 500 Stufen später erreicht ihr endlich den Eingang zur Höhle. Die Höhle ist sehr gut beleuchtet und ein echtes Spektakel. Ich kann diese Höhle sehr empfehlen, denn sie war ein guter Vorgeschmack für den nächsten Tag. Abends lasst ihr es euch am besten im Bamboo Cafe oder im Tiger Hostel gut gehen, denn hier gibt es frisches, gutes Essen.

Am nächsten Tag stand das Highlight der Reise auf dem Programm: ein Trek zur drittgrößten Höhle der Welt, der Hang En Cave. Wir hatten die Tour bereits im Vorfeld über die Oxalis-Seite gebucht und bezahlt – was problemlos geklappt hat. Vor Ort scheint es alternativ im Touristenbüro noch einen lokalen Anbieter zu geben – fragt dort alternativ einfach mal nach. Ich kann in jedem Fall die Oxalis-Tour sehr empfehlen, auch wenn Sie recht teuer ist.

Die Tour zur Hang En Cave:
Die Tour beginnt morgens mit der Abholung vom Hotel. Ihr werdet in das Büro von Oxalis gebracht, wo zwei Guides die Tour vorstellen. Der Plan sieht vor, ca. eine ½ Stunde mit dem Bus in den Nationalpark zu fahren. Von dort geht es zu Fuß ordentlich bergab, bis ihr den Flusslauf erreicht. Dann geht es 4-5 Stunden durch den Dschungel, bis ihr den Eingang der Höhle erreicht. Ihr übernachtet dort und am nächsten Tag geht es zurück.
Wir rüsten uns also mit den kambodschanischen Armeestiefeln aus (mit Wasserauslass und hoch gebunden). Die Schuhe gibt es in jeder normalen Größe und ich würde diese jedem empfehlen. Wichtig ist, die Hose fest in die Schuhe zu stecken, denn in den Flussläufen lauern die Blutegel ☺
Wir steigen am Rand der Straße aus und gehen bergab durch den Dschungel. Glücklicherweise müssen wir nur unseren Tagesrucksack tragen, alles Weitere, wie Schlafsäcke und Mahlzeiten, wird durch die Träger geschleppt. Nach einer Stunde machen wir die erste Pause. Es gibt Würstchen, Bananen und Kekse. Wasser ist ausreichend vorhanden, da dieses gefiltert abgefüllt wird. Wir durchqueren weiter Flussläufe und sind nun endgültig von der Zivilisation getrennt, lediglich das Satellitentelefon der Guides würde uns noch retten. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir ein Bergdorf. Hier machen wir eine Rast. Die Natur ist atemberaubend – wir sind mitten im Dschungel, umgeben von schroffen Felswänden. Die nächsten Flussläufe sind etwas tiefer und die Strömung ist stärker.
Nun erblicken wir den Eingang der Höhle – sieht ziemlich klein aus, denke ich. Wir kommen immer näher und stehen nun im Seiteneingang der Höhle. Es wird dunkel – mehr sehen wir nicht. Wir befestigen unsere Stirnlampen an den Helmen und begeben uns in die Dunkelheit. Die Spannung steigt, wir klettern über Stock und Stein. Nun wird das Licht wieder heller. Mit einer Vorfreude arbeiten wir uns voran und sehen dann das riesige Ausmaß der Höhle. Das Licht scheint durch den sichelförmigen Haupteingang, welchen wir bereits von außen gesehen haben. Ganz klein, auf dem Sandbett in der Höhle stehen unsere Zelte. Hier werden wir übernachten. Wir steigen hinab und schauen hinauf zu den Felswänden.
Das Ausmaß ist wahrlich gigantisch. Mehr als 100 m weit öffnet sich der Schlund der Höhle. Unsere Träger bereiten nun das Essen vor, wir beziehen unsere Zelte. Die Sonne geht unter, es ist nun dunkel in der Höhle. Lediglich unsere Stirnlampen spenden Licht. Gegen 19 Uhr gibt es Abendessen. Uns wird leckeres BBQ-Schwein serviert, dazu diverse Nebengerichte, welche allesamt sehr lecker sind. Am Abend sitzen wir am Feuer, singen ein paar Lieder und gehen anschließend ins Bett.
Die Sonnenstrahlen wecken uns am nächsten Morgen, mit Nudelsuppe und Bananen-Pancakes werden wir zum Frühstück versorgt. Gestärkt dringen wir tiefer in die Höhle vor. Es wird wieder dunkel. Wir durchqueren Flussläufe und umkurven diverse Baumstämme. Am Ende der Höhle registrieren wir ganz schwach ein Licht – aha, also doch keine Höhle, sondern ein Tunnel! Wir tasten uns durch das Dunkel und kommen am anderen Ende an! Was für ein Portal, welches direkt vor uns liegt! Unser Guide geht zum Fuße des Portals, um uns die Größe vor Augen zu führen – und wir müssen wirklich genau hinschauen, um ihn zu erkennen. Beeindruckende 120 m misst der Eingang. Wir verbringen eine Stunde hier um Bilder zu machen oder einfach nur fassungslos dazustehen.
Die größte Höhle der Welt, die Son Doong, liegt von hier nur 4 Kilometer entfernt. Wir kehren wieder um und verlassen die Höhle, von wo wir gestern gekommen sind. Der Weg zurück gleicht ebenfalls dem Hinweg – Zeit genug, um die Natur wirken zu lassen und einige Fotos zu schießen. Gegen 16 Uhr sind wir wieder im Bus und werden mit einem Bier begrüßt. Die Tour ist nun zu Ende – toll war´s!
Wer Lust hat, kann nun noch eine Nacht bleiben und den idyllischen Strandort Dong Hoi mit dem Moped besuchen oder gleich direkt mit dem Nachtbus weiter nach Hanoi oder Hue fahren (vorher reservieren!).

Wetter:
Vietnam ist ganzjährig zu bereisen. Während unseres Aufenthaltes zum Jahreswechsel waren es im Süden angenehme tropische 25 Grad, im Norden dagegen kühle 15 Grad. Im Zentralvietnam ist man tagsüber mit einen leichten Pullover gut beraten.

Anreise:
Von Deutschland nach Vietnam konnte ich keine Direktflüge finden. Es ist mindestens ein Zwischenstopp erforderlich. Die Preise variieren stark, je nach Saison. Falls man eine Flug für 700€ erwischt, kann man froh sein. Alternativ bucht man einen Flug bis nach Bangkok oder Kuala Lumpur und fliegt mit AirAsia weiter.

Einreise:
Für Vietnam ist in jedem Falle ein Visum erforderlich. Reist ihr per Flugzeug über Hanoi oder Ho Chi Minh City ein, soll ein Visa-on-Arrival möglich sein. Es wird empfohlen, bereits im Voraus ein Visum über die Botschaft in Berlin zu beantragen. Dieses kostet 75€ und ist damit relativ teuer.

Sprache:
Die Vietnamesen sprechen wenig bis kein Englisch. In den Reisebüros wird man jedoch verstanden.

Geld:
In Vietnam wird mit Dong bezahlt. Der Wechselkurs lag während unserer Reise bei 1€ = 26.000 Dong. Geld kann überall am ATM abholt werden, ist jedoch auf 2 Mio Dong (ca 77€) pro Transaktion beschränkt. Bargeld kann auch in jeder größeren Stadt getauscht werden.

Touranbieter
oxalis.com

National Geographic Son Doong Bericht
im-bauch-von-vietnam

Erfahrungsbericht bei Wanderlust (englisch)
adventures-in-caving-part-2-hang-en/

Eine Fjallraven Hose ist schön robust und hält ordentlich was aus.
Eine Nalgene EveryDay, damit hat man auf Tour immer genug frisches Wasser bei sich hat.
Eine Stirnlampe ist das A und O auf Tour. Ohne kann man wirklich nichts sehen!

Stefan Loose Reiseführer Vietnam (Ausgabe 2014) —> sehr wenige Informationen zum NP Phong Nha Ke Bang

Lonely Planet Reiseführer Vietnam (Ausgabe 2014) —> mehr Tipps, einige Informationen zum NP Phong Nha Ke Bang (Empfehlung)

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