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Teaserbild: Israel erleben!

Israel erleben!

Israel erleben!

Ich hatte mein Praktikum für mein Studium (Soziale Arbeit) in Israel absolviert und deswegen gleich die Möglichkeit ergriffen, etwas länger dazubleiben und Land und Leute kennenzulernen. Insgesamt war ich von März bis Juni 2014 in Israel. Ich bereiste nicht nur Israel, sondern auch die Westbank (Palästina) und Jordanien.

Warum Israel

Ich hatte vorher keine Vorstellungen darüber, wie Religionen in Israel gelebt werden und wie das Miteinander ist. Natürlich hat man immer in den Nachrichten von den Konflikten zwischen der Westbank (Palästina) und Israel gehört, aber ich wollte es mit meinen eigenen Augen sehen und erleben und vielleicht auch ein Stück weit verstehen.

Haifa - Bahai TempelWüste in IsraelJerusalem

Was Sie schon immer über ISRAEL wissen wollten…

Vorbereitung und Visum:
Die einfachste Möglichkeit ist, per Flugzeug einzureisen.
Über den Landweg könnt ihr von Jordanien (Allenby-Brücke bei Jericho und Arawah bei Eilat) oder Ägypten (Nizzana, Rafia und Taba) einreisen. Hier bekommt ihr aber dann garantiert einen Stempel in euren Reisepass, was in einigen arabischen Ländern nicht gern gesehen wird.
Mit dem Flugzeug könnt ihr klassisch mit der El-Al-Airline (Berlin Schönefeld – Tel Aviv) oder mit Pegasus Airline (Berlin – Istanbul – Tel Aviv) einreisen. Ich habe damals die Pegasus Airline genommen und ca. 230€ gezahlt (hin und zurück). Ihr bekommt mit dem Flugzeug keinen Stempel in den Pass, aber ein Kärtchen.
Wichtig: Für Alleinreisende (vor allem Frauen) mit Rucksack und nur einem Besuchervisum ist Pegasus Airline eventuell stressfreier. Ihr bekommt das Visum erst in Tel Aviv und müsst euch an einem Schalter ca. 10 Minuten Fragen anhören. Israelisches Flughafenpersonal ist psychologisch trainiert. Ihr müsst sagen, dass ihr genug Geld habt, am besten ein Hostel nennen, in dem ihr übernachtet, und nicht in die Westbank und nach Jordanien wollt. Falls ihr Freunde in Israel habt, gebt Nummern und Namen an die Beamten weiter. Es ist nicht erlaubt, für Kost und Logis zu arbeiten, dafür braucht ihr ein Arbeitsvisum (teuer).
Komplizierter wird es mit El-Al. Hier werdet ihr in Berlin schon befragt. Es gibt 3 Klebepunkte auf euer Ticket: grün, gelb, rot. Gelb und Rot müssen gesondert befragt werden. Eine Freundin von mir musste sich nackt ausziehen und Kleidung scannen lassen, sie wurde 30 Minuten befragt (für nur 2 Wochen Aufenthalt in Israel). Mein Freund wurde ebenfalls durchsucht und 30 Minuten befragt. Sehr intime Fragen! Falls euer Gepäck als unsicher eingestuft wird, kommt es 1-2 Tage später in Tel Aviv an, ihr bekommt eine Notfalltasche als Entschädigung.

Ankunft:
Der Flughafen in Tel Aviv ist ca. 30 km außerhalb und über Autobahn oder Zug zu erreichen. Es fahren auch zwei Busse, aber nur mit Umsteigen. Ihr könnt ein Auto mieten (müsst dafür mindestens 900€ auf eurer Kreditkarte vorweisen) oder den Zug (16 Schekel) nehmen, der ist schnell und fährt stündlich. Trampen ist sehr einfach in Israel, überall gibt es Bushaltestellen und sogar beleuchtete Fernstraßen. Einfach den Arm ausstrecken und lässig den Zeigefinger auf die Straße halten. Irgendjemand hat mir mal gesagt, dass das nur die jüdische Bevölkerung macht. Die europäische Version von Trampen kennt auch jeder. Die Busse der Linie Egged sind relativ günstig und bringen einen von Stadt zu Stadt.
Die Eisenbahn, außer zum Flughafen, empfehle ich niemandem. Wichtig: Am Shabbat (Freitag Sonnenuntergang bis Samstag Sonnenaufgang) fahren keine Züge und Busse. Hier hilft nur ein Sherut-Taxi, in dem man den Preis verhandeln kann (niemals mehr als 50 Schekel von Tel Aviv zum Flughafen zahlen)!
Israel ist sehr klein! Innerhalb von 9 Stunden ist man von Tel Aviv im Süden in Eilat und nur 4 Stunden braucht man in den Norden.

Wertvolle Tipps und Infos
Beste Reisezeit sind Februar bis Mai und September bis November. Im Sommer ist es sehr heiß und im Winter fällt viel Regen. Überall werdet ihr Soldaten sehen! Bis auf wenige Orte wie Busbahnhöfe oder Einkaufszentren werdet ihr nicht durchsucht werden. Aber es kann vorkommen, dass ihr euren gesamten Rucksack entleeren müsst. Es ist Pflicht, sich nach der Schule für die Armee verpflichten – Männer für 3 Jahre und Frauen für 21 Monate. Hochschulstudenten können vom Wehrdienst zurückgestellt werden. Arabische Staatsbürger, orthodox-religiöse Frauen und Yeschiwa-Studenten sind vom Wehrdienst befreit. Ich habe mal gehört, dass auch Christen befreit sind. Wer sich weigert, kann auch einen Wehrdienstersatz machen in einer sozialen Institution.


Übernachten: Falls ihr wenig Geld habt und längere Zeit in Israel seid, empfehle ich Couchsurfing oder wwoofing/workaway (Kost und Logis gegen Arbeit). Ein paar nette Hostels: Tel Aviv – HaYarkon48 Hostel, Haifa – Bethel Hostel, Mitzpe Ramon – The Green BackPackers.
Zelten könnt ihr theoretisch überall, die Polizei vergibt höchstens eine Warnung. Empfehlen kann ich es für folgende Plätze: am Toten Meer (Vorsicht HITZE, deshalb viel WASSER dabei haben), im Süden (Halbwüste) in Ezuz und am Mittelmeer (Strand) bei HaBonim. Israel ist dicht besiedelt. Ihr werdet nicht die einzigen Camper sein 🙂

Mitzpe Ramon - KraterMauer in BethlehemBeduine im Süden Israels

Meine Reiseroute und Tipps:
Ich startete von Tel Aviv aus nach Haifa. Ich mochte Tel Aviv nicht und fand auch die Märkte nicht schön. Haifa ist eine der schönsten Gegenden in Israel. Aber ein Tag reicht aus, um den Bahai-Tempel zu sehen und sich ein bisschen die Stadt anzuschauen.
Weiter ging es über Nahalal (Moshav), dort gibt es einen interessanter Permakulturhof und eine Schlafgelegenheit, nach Nazareth. Sehr touristisch und überlaufen. Man weiß nicht, wo die Stadt endet und anfängt. Weiter ging es in den Norden zu den Golan-Höhen, dort gibt es einen schönen Nationalpark (Hula Reserve) und einen Platz, wo man Geier beobachten kann (Gamla). Im Anschluss an den See Genezeret, den ich als unspektakulär empfand. Badesaison ist erst ab April und Baden nur teilweise erlaubt. Südlich des Sees gibt es einige Wanderwege. Der Taufort von Jesus Christus lohnt sich eher nicht – mega touristisch und Geldabzocke. Weiter im Süden kommt das Tote Meer, wo man einige "Strände" finden kann mit wenigeren Touristen, aber dafür Eintritt zahlen muss. Lohnt sich aber, weil es dort Duschen gibt!
Auf dem Weg vom Toten Meer in Richtung Südisrael kommt die Wüste immer näher. Vereinzelt erblickt man Kamele. Beer Sheva ist eine Studentenstadt, aber wenig interessant. Gut zum Couchsurfen! Mitzpe Ramon ist eine der schönsten Gegenden! Hier blickt ihr in einen riesigen Krater! Diesen kann man auch durchwandern. Es folgen wunderschöne Krater und Schluchten in der Gegend. In Eilat selbst ist nicht viel zu erleben, außer man steht auf Partytourismus. Sucht euch weiter südlich einen Strand und genießt das Rote Meer. Auch wenn ihr nur mit den Füßen ein Stück weit rein geht, seht ihr die ersten bunten Fische – Clown-Fische, Kofferfische etc. Der Tourismus hat schon sehr viel vom Korallenriff zerstört! Bitte auf keine Korallen treten oder sie abreißen!

Zurück in der Mitte von Israel ging es weiter nach Jerusalem. Die kulturelle Stadt schlechthin! Im historischen Altstadt-Viertel ist alles sehr beengt und touristisch. Am besten, ihr macht einen gratis Stadtrundgang mit (basiert auf Spenden) mit New Europe (rote T-Shirts). Es gibt einfach viel zu viel zu sehen! Auf dem Basar müsst ihr ordentlich handeln! Halber Preis ist drin! Das muslimische Viertel ist auch sehr interessant; ihr dürft selbst eine Moschee betreten, wenn die richtige Kleidung vorhanden ist. Ein Buch über Jerusalem ist gar nicht so schlecht, um den geschichtlichen Hintergrund zu verstehen.
Achtung, es gibt zwei Varianten in der Geschichte, eine israelische und eine arabische! Tipp: Ein Blick in das ultraorthodoxe jüdische Viertel Me'a Sche'arim bietet das jüdische Leben hautnah. Von Jerusalem fahren mehrmals täglich Busse nach Bethlehem (Westbank). Nun seid ihr im arabischen Teil. In Bethlehem werdet ihr ständig konfrontiert mit kostenlosen Stadtrundgängen, Helfern, etc. Lehnt alles dankend ab mit einem deutlichen "Nein" (am besten auf Arabisch).
Couchsurfing ist kein Problem. Sehr touristisch ist die Geburtskirche von Jesus. Fast neben der Geburtskirche gibt es ein "Peace-Center" und ein Informationscenter. Dort gibt es die Geschichte zum Konflikt aus der arabischen Sichtweise! Redet mit jungen Palästinensern, es ist sehr spannend! Ausflüge nach Jericho und Hebron lohnen sich auch. In der Westbank gibt es viel mehr Armut und alleinreisende Frauen sollten am besten einen Ring tragen, um zu zeigen, dass sie verheiratet sind. Ansonsten wird man sehr schnell verkuppelt 🙂
Einladungen zu einem Tee oder zum Essen sind gang und gäbe, aber nicht immer nur freundlich gemeint. Oftmals wird dann doch versucht, ein Produkt zu verkaufen. Natürlich kann man die Mauer höchstpersönlich sehen, es sind an einigen Stellen sehr schöne Graffitis zu bewundern, besonders in Bethlehem!
Ein- und Ausreise von der Westbank aus sind unproblematisch, die Bewohner der Westbank haben es viel schwerer als Touristen! Tipp: Ein Kopftuch ist immer gut. Immer ein Zeichen, dass man verheiratet ist.

Ausflug nach Jordanien
Von Eilat aus bin ich mit einem Freund für 3 Tage nach Jordanien gereist. Die Einreise ist problemlos und kostet Geld. Manchmal entstehen Schlangen bei der Einreise. Gleich auf der anderen Seite werdet ihr von tausenden Taxis empfangen, angeblich alle ein Preis. Nehmt ein Taxi nach Aquaba, es bleibt keine Alternative, außer man möchte laufen oder einen Touristenbus nehmen (trampen). In Aquaba gibt es eine Touristeninfo, diese ist allerdings nicht sehr hilfreich. Es fahren Busse nach Wadi Rum, Amman und Petra. Man muss es nur wissen 🙂 Wir haben damals ein viel zu teures Taxi genommen, es war aber preislich noch okay. In Petra gibt es die teure Version mit Eintritt (circa 30,- € pro Person) oder illegal hintenrum Reinschleichen (Zaun!). Oder ihr nehmt ein Taxi nach Klein-Petra, circa 15 km entfernt. Klein-Petra ist umsonst und nur kleiner als das 'normale' Petra. Dennoch seht ihr in Sandstein geschlagene Höhlen, Bäder und Tempel. Wunderschön! Ein Kletterparadies!
Übernachten könnt ihr bei Klein-Petra auf einem Campingplatz ca. 2 km entfernt oder mitten in der Steinwüste. Achtung: Frauen sollten ihren Kopf bedecken!! Lange Kleidung und Kopftuch sind von Vorteil. Beim Trampen mit einem Touristenbus wollte der Busfahrer mich kaufen und meinem Freund 30 Kamele schenken. Am besten sagen, ihr seid verheiratet und habt Kinder. Zurück fuhren wir vom Busbahnhof in Petra mit einem Bus (es gibt keine festen Zeiten – jeder sagt euch was anderes). Nicht ins Taxi gehen und nicht glauben, dass der Bus nicht kommt. Der kommt… irgendwann. Bus ist sehr billig. Frauen sitzen hinten und Männer vorn.
Die Ausreise kann ein bisschen dauern, es werden Fragen gestellt, oft kein Problem. Aber es gibt einen Haken: Ihr bekommt einen Stempel in euren Pass. Das Visum ist dadurch nicht verlängert!

Fazit:
Für Kultur- und Religioninteressierte ist Israel absolut empfehlenswert. Sehr europäisch und einfach zum Durchreisen. Um ein bisschen mehr von der 'Arabischen Welt' kennenzulernen, empfiehlt sich ein Ausflug nach Jordanien. Ich war damals in der "Krisenzeit" im Juni 2014 dort und habe mich komplett sicher und wohl gefühlt! Israel ist ein Hochsicherheits-Staat, und die Bewohner_innen sind die Konflikte aller 2 Jahre gewöhnt. Also keine Angst.

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