Berlin Kopenhagen Radreise

Berlin Kopenhagen Radreise

Im Juli 2014 entschied ich mich spontan dazu, bevor ich meinen ersten Job antrat, meine erste Radreise anzutreten. Es sollte von Berlin nach Kopenhagen gehen. Von verschiedenen anderen Reiseberichten aus Foren habe ich mir eine für mich perfekte Route zusammengestellt, für die ich 6 Tage eingeplant hatte. Route: Neustrelitz – Waren/Müritz – Krakow am See – Rostock (deutscher Teil). Von Rostock mit der Fähre nach Gedser und von dort aus: Nykobing – Stege Mon – Stege Rodvig – Rodvig-Koge – Kopenhagen (letzte Etappe mit dem Zug).

Warum Deutschland/Dänemark

"Warum in die Ferne, wenn das Schöne liegt so nahe?" Super schöne Radreise immer entlang des beschilderten (wenn auch manchmal schwer zu findenden) Radweges. Außerdem gibt es für mich nichts Besseres, als mit dem Rad Land und Leute zu entdecken. Da dies meine erste große Tour werden sollte, habe ich mir vom Anspruch her eine eher leichte, aber nicht weniger schöne Tour ausgesucht. Die ursprüngliche Route von Berlin bis Kopenhagen ist ca. 630 km lang und führt einen durch die Bundesländer Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern direkt nach Dänemark. Da ich in Berlin wohne, aus Brandenburg komme und an den Wochenenden oft und gerne Rad fahre, kenne ich meine Umgebung sehr gut und entschied mich deswegen, die Radreise in Neustrelitz (ca. 60 min. Zugfahrt von Berlin) zu beginnen.

Immer der Küste entlangEin Roter Hot Dog ….j aber lecker!tolle Landschaft mit gut befahrbaren Wegen

Was Sie schon immer über DIE TOUR wissen wollten…

Die Tour begann in der schönen Barockstadt Neustrelitz, welche auch erst einmal von mir erkundet werden wollte. Direkt hinter der Stadt beginnt der Müritz-Nationalpark mit Deutschlands größtem Binnensee, der Müritz. Hier gibt es natürlich viel zu sehen und zu entdecken. Bei gutem Wetter im Sommer lädt die Stadt Waren erst recht dazu ein, sich in eines der schönen Cafes zu setzen und das Treiben zu genießen. Meine aber etwas knappe Zeitplanung ließ dies leider nicht allzu lang zu.
Mecklenburg-Vorpommern ist genau wie Brandenburg reich an Seen, was die Route allemal abwechslungsreich macht und nie langweilig werden lässt. Vorbei führt der Weg an der Nossentiner-Schwinzer-Heide direkt in die Kleinstadt Krakow am See. Hier suchte ich mir ein wenig außerhalb einen netten, kleinen Zeltplatz, den ich von einem anderen Radwanderpärchen empfohlen bekommen habe.
Von Krakow am See aus entschied ich mich, am nächsten Tag meine längste Tagesetappe zu meistern (ca. 90 km). Diese führte mich direkt nach Rostock. Auf Grund der doch so hohen Temperaturen und der langen Strecke bin ich so früh wie möglich von meinem Campingplatz losgefahren. Wem das zu viel ist, der kann auch auf der Hälfte der Etappe in Bützow Halt machen und am nächsten Tag weiter nach Rostock fahren. Der Teil durch Meck-Pomm führt viel über Felder und Wiesen, sowie vorbei an Seen und durch Wälder, was diese Strecke sehr abwechslungsreich macht.

dänisches Reetdachhauswunderbarer Ostseestrand auf dänischer SeiteFähre auf die kleine Insel Bogo Vom deutschen Teil habe ich leider keine Bilder gemacht,..fiel mir zu spät ein :-(

In Rostock angekommen suchte ich mir ein günstiges Hostel, von wo aus ich abends die Fährfahrt nach Gedser (Dänemark) buchte. Am nächsten Tag machte ich mich früh auf die Socken, da ich die früheste Fähre kriegen musste, um am selben Tag noch in Stege/Mon anzukommen. Die Fahrt mit der Fähre dauert ca. 2 ½ Std. Der dänische Teil der Reise führt die meiste Zeit direkt entlang der Küste, was mir persönlich sehr gefallen hat. Tolle Strände, hohe Wellen, fast azurblaues Wasser und super Wetter machten diese Etappen zu einem echten Erlebnis.
Meine Unterkünfte hatte ich mir immer einen Tag vorher herausgesucht. Dies bedeutete aber auch, dass man sein Tagesziel schaffen muss und sich nicht allzu lange treiben lassen konnte. Die nächste Tour wird allerding spontaner sein, so ist man noch freier und kann mehr genießen. Die letzte Etappe der Strecke (Koge-Kopenhagen 50 km) fuhr ich auf Anraten einiger Dänen mit dem Zug, da man sonst nur noch durch Vorstädte und Industriegebiete fährt, was mir nicht allzu idyllisch vorkam.
Kopenhagen ist die Stadt für Radler, da die Radwege fast breiter als die eigentlichen Straßen sind und voller Radler. Man fühlt sich im Gegensatz zu Berlin wirklich sicher beim Fahren durch die City.
Zurück ging es für mich mit dem Zug von Kopenhagen nach Nykobing und von dort mit dem Rad zur Fähre Gedser – Rostock. Fahrradmitnahme war kein Problem, allerdings geht das nicht im ICE in Dänemark, sondern nur in den Regionalzügen, daher wählte ich diese Rücktour. Wenn man mehr sehen und erkunden will und nicht, so wie ich, in Berlin anfängt, sollte man mehr Tage einplanen. Es gibt wirklich viel zu sehen in beiden Ländern, dass ich denke, man kann gut und gerne 1- 2 Wochen unterwegs sein.

ALSO LEUTE RAUS IN DIE NATUR & HABT SPAß !!!

Weiterschmökern:


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Short Cuts Deutschland/Dänemark

Beste Reisezeit:
ist so von Mitte Juni, Anfang Juli bis September - je nach Sommer  

Geld:
In Dänemark wird mit Kronen bezahlt und es ist ein wenig teurer als in Deutschland, aber auch wiederum günstiger als zum Beispiel Schweden oder Norwegen. Der dänische Teil der Strecke führt leider selten durch Orte, sondern meist nur durch die Natur. Was bedeutet, dass man sich vielleicht mit etwas Proviant eindecken sollte, bevor man sich auf eine große Tagesetappe macht.

Übernachten:
In Dänemark gilt, soweit ich weiß, nicht wie in den skandinavischen Ländern das Jedermannrecht, was es einem erlaubt, in der Natur zu übernachten. Jedoch ist es versuchsweise in 40 Wäldern gestattet. Wer Näheres wissen will, sollte sich informieren. Ich hatte mir meist einfache Campingplätze gesucht oder in Pensionen übernachtet. 

Sprache:
In Dänemark konnte ich mich ohne Probleme auf Englisch verständigen. Nett ist, wenn man versucht, zwei, drei kleine Floskeln auf Dänisch zu sprechen. Man bekommt gleich die Warmherzigkeit der Leute zu spüren.

Wichtiger Tipp:
Das Logo des Radfernweges ist nur in Deutschland an der Strecke zu finden. In Dänemark ist der Weg komplett als Nationalroute N9 mit rotem N9 auf blauem Hintergrund ausgeschildert.

wwwo beginnen

bike-berlin-copenhagen
hier gibt es für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und den dänischen Streckenteil jeweils die einzelnen Etappen mit Entfernungen und Kartenmaterial. Dies hat mir sehr geholfen bei der Planung meiner ersten Tour! Außerdem bietet sie Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten und Einkaufsgelegenheiten, Campingplätze etc.

esterbauer

Kartenmaterial von Bikeline. Ich denke, die meisten Radfahrer nutzen diesen Routenplaner, da er meist sehr genau und detailliert beschrieben und mit sämtlichen Zusatzinformationen bestückt ist. Man kann ihn bequem in der Lenkertasche verstauen und weiß jederzeit, wo man sich befindet.

Berlin-Kopenhagen-Radweg

Berichte von anderen Reisenden, die diese Tour bereits gemacht haben, gaben mir einen ersten Einblick mit Bildern und Beschreibungen. Danach war der Drang, endlich loszuradeln, noch größer!

Deutschland/Dänemark

Nicht vergessen

Im Grunde genommen nicht allzu viel. Wichtig war es mir für mich, die richtige Kleidung mitzunehmen:

  • Wasserfest sollte sie zur Not sein und bei Bedarf warm halten. Was sich im Nachhinein das ein oder andere Mal wirklich gelohnt hat. Das Wetter in Dänemark hat sich oft innerhalb kurzer Zeit rasch geändert.
     
  • Ansonsten hatte ich keinerlei Camperausrüstung dabei, da ich größtenteils in Pensionen übernachtet habe.
     
  • Zur Navigation habe ich, wenn ich mir nicht mehr sicher war, ob ich auf dem richtigen Weg bin, mein Smartphone mit einer Kartenapp benutzt.
     
  • Um abends noch ein bisschen vom Erlebten runterzukommen, habe ich mir noch ein, zwei Bücher mitgenommen.
     
  • natürlich gehörten Fahrradtaschen für's Gepäck dazu und ein Allzwecktool für eventuelle Reparaturen

Literatur

Kartenmaterial hatte ich keins. Was in Deutschland nicht weiter schlimm war... führte es in Dänemark oftmals dazu, dass ich mich durchfragen musste. Die Dänen sind aber sehr nette und umgängliche Menschen, dadurch kommt man ins Gespräch und erfährt noch den ein oder anderen Tipp.