ELBRUS (5642m)

ELBRUS (5642m)

Nachdem ich schon in einigen Ländern auf dem jeweiligen Nationalhöhepunkt gestanden habe und mit dem Kilimanjaro zumindest einen der „Seven Summits“ besteigen konnte, hatte ich im Jahre 2013 die Möglichkeit, den höchsten Berg des Kaukasus, von Russland und Europas zu erklimmen. (Je nachdem, wo man die Grenze „unseres“ Kontinents zieht!) Dass es am Gipfeltag aufgrund der schlechten klimatischen Verhältnisse (vor allem Wind) nicht ganz bis zum Gipfel gereicht hat, mindert nicht die Schönheit der kaukasischen Berge und die herrlichen Erinnerungen an diese Bergtour.

Warum Kaukasus

Die gesamte Kaukasusregion ist mit knapp 400.000km² größer als Deutschland! Dieses ca. 1100 km lange, von West-Nordwest nach Ost-Südost verlaufende Gebirge liegt zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, und damit auf der Grenze zwischen Europa und Asien. Im kaukasischen Teil Russlands, Georgiens, Armeniens und Aserbaidschans finden sich unter anderem schöne, hohe, schneebedeckte Berge; ruhige, dichtbewaldete Täler; kleine, erdige Dörfer mit Hausmannkost; blumenbestandene, sonnige Almen; eine Jahrtausend alte kulturelle Vielfalt; alpine Infrastruktur für die Freuden des Sommers (Trekking; Bergsteigen; Mountainbiken etc.) und des Winters (Ski und Rodel gut!);… – Wer dies sucht, kann all dies und noch viel mehr im Kaukasus vorfinden!

romantischer Blick am Morgen auf die Die Grenze zu Georgien ist nicht weit!links der 5642m hohe Westgipfel; rechts der 5621m hohe Ostgipfel

Was Sie schon immer über die TOUR AUF DEN ELBRUS wissen wollten…

Was ist der Elbrus?
Der Elbrus ist ein erloschener, stark vergletscherter Vulkan mit zwei Gipfeln. Der Ost-Gipfel erreicht 5621 Meter! Der West-Gipfel ragt mit 5642 Metern Höhe als höchste Spitze des Kaukasus und Russlands hervor. Je nach politischer und geografischer Grenzziehung kann man den Kaukasus und damit den Elbrus auch zu Europa zählen, was ihn gleichsam zum höchsten Berg des Kontinents und damit zu einem der „Seven Summits“ macht. Der Elbrus, der am Anfang des Baksantales liegt, ist gleichsam bei Touristen und Bergsteigern beliebt.
Für die Besteigung gibt es drei Möglichkeiten: die leichtere und kürzere Südroute (mit Akklimatisation etc. ca. 1 Woche), die anspruchsvollere und längere Nordroute (ca. 10 Tage) und eine Überschreitung von Nord nach Süd (ca. 12 Tage).

Aufstieg bei Wind & Wetter!Das Ziel ALLER: der 5642m hohe Gipfel und das Bier danach! ;-)Abstieg in der Sonne

Besteigung über die Südroute:
Am Anfang des Baksantales auf ca. 2300 m liegt die Kleinstadt Polana Asau. Dort kann man die letzten Einkäufe tätigen oder sich Ausrüstungsmaterial besorgen bzw. ausleihen. Eine zweiteilige Seilbahn (Kabinenbahn) führt von Polana Asua in eine Höhe von ca. 3500 m. Von dort geht es entweder per Sessellift oder zu Fuß weiter – zum Basislager bzw. zur traditionellen Übernachtungsstation, den sog. „Botschkis“ auf ca. 3800 m. Bei den „Botschkis“ handelt es sich um alte, riesige Ölfässer, die zu recht gemütlichen Berghütten umfunktioniert wurden. Meist teilen sich 6 Personen eine der „Botschkis“! Zur Akklimatisation und zum Einlaufen der Ausrüstung bieten sich die Pastuchov-Felsen auf 4700 m Höhe an. Für die Strecke von den “Botschkis“ zu den Pastuchov- Felsen und wieder zurück benötigt man ca. 6h! Von Anfang an läuft man mit seiner vollen Ausrüstung, das heißt Steigeisen, Eispickel etc.!
Der Umgang mit diesen Gerätschaften sollte bekannt und routiniert sein! Am Gipfeltag, der in den frühen Morgenstunden beginnt, hat man zwei Möglichkeiten: entweder man startet direkt von den „Botschkis“ aus (zwischen 2 und 4 Uhr morgens – bei Dunkelheit und eisigen Temperaturen) oder man nutzt die Dienste eines preisintensiven Raupenfahrzeuges, welches den Aufstieg bis zu den Pastuchov-Felsen bewältigen kann. Zweitere Option erhöht die Gipfelchancen; man spart ca. 3-4 h mühsamen Aufstieges und gewinnt ein paar Stunden Schlaf. Von den Pastuchov-Felsen geht es dann nur noch zu Fuß weiter!
Von den Bergführern geleitet und unterstützt kämpft man sich zunächst bis zum Sattel zwischen den beiden Gipfeln des Elbrus. Von dort sind es dann immer noch 2-3 Stunden bis zur Spitze des Elbrus-Westgipfel; beim Aufstieg muss des Öfteren der Eispickel eingesetzt werden. Auch wenn die Gipfelmarkierung recht einfach ist (kein Gipfelkreuz etc.), so entschädigt doch der weite Blick über die Gipfel des Kaukasus und das wohlige Gefühl, auf einem der höchsten und schönsten Berge Eurasiens zu stehen.
Nach mühsamem und ewigem Abstieg, der nochmal alles an Kondition und Konzentration erfordert, endet dieser lange und anstrengende Tag nach ca. 10-12 Stunden in den jetzt noch gemütlicher wirkenden „Botschkis“.

Weiterschmökern:

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Short Cuts Kaukasus

Reisezeit:
Auch wenn das Wetter am Elbrus – wie an allen hohen Bergen – sehr wechselhaft sein kann, gilt der Hochsommer als stabilste und beste Zeit für die Besteigung des Gipfels. Dennoch sollte man sich auf Temperaturen zwischen -10°C und +25°C und zum Teil heftige Winde einstellen.

Anreise:
z.B. mit AEROFLO von Berlin über Moskau nach Mineralny Vody: Von Mineralny Vody sind es noch ca. 4 Stunden bis ins elbrusnahe Baksantal! Beim Flug über Moskau sollte man die Möglichkeit nutzen, beim Hin- oder Rückflug die russische Hauptstadt zu besuchen.

Einreise:
Für die Einreise nach Russland benötigt man neben einem gültigen Reisepass ein im Vorhinein beantragtes Visum. Zum Erhalt des Visums gilt es, sich durch einige Formulare durchzuarbeiten, die geforderten Papiere einzureichen (z.B. auch ein Einladungsschreiben und im Anschluss ca. 2-3 Wochen zu warten.

Sprache:
Der Elbrus und die nördliche Umgebung sind Teil des russischen Vielvölkerstaates! Mit Englisch kann man sich mit viel Glück durch- und auf den Berg schlagen; sicherer gelingt dies mit Basiskenntnissen in Russisch.

Geld:
Auch wenn Geldautomaten im Kaukasus noch nicht so verbreitet sind wie bei uns, findet man in den größeren Städten (z.B. auch an den Flughäfen) genügend Möglichkeiten – sei es per Karte oder per Devisenumtausch – an den russischen Rubel ranzukommen. Die meisten Dienstleistungen am und um den Elbrus werden in bar gezahlt!

wwwo beginnen

Wie-Hitlers-Gebirgsjaeger-den-Kaukasus-stuermten

Spannender Bericht aus der 'Welt'

Ansonsten habe ich keine großen Tipps aus dem Netz gezogen.

Russland

Nicht vergessen

Literatur

Fritz Pleitgen: Durch den wilden Kaukasus (Taschenbuch) – „Der Kaukasus bleibt mein Traum, aber auch ein Rätsel!“

Kauderwelsch, Russisch. Auch wenn der Kaukase sich nicht als Russe fühlt, kommt man mit der russischen Sprache auf diesem Trip am Weitesten.