Parthe, na warte

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Reiseberichte Europa Deutschland | 1. Oktober 2009

Parthe, na warte

Eine Tour in fünf Akten, gleichmäßig verteilt auf das Winterhalbjahr, nur dann ist dieser ausgesprochene Kleinfluss in der Leipziger Tieflandsbucht in seiner gesamten Länge befahrbar. Von Naunhof über Zweenfurt nach Borsdorf. Durch Taucha, an Mockau vorbei bis nach Schönefeld. Von hier ins Zentrum mit abschließender Zoodurchfahrt. Ergibt fünf halbe, zwei ganze oder einen seeeehr langen Tag. Highlights sind die Fahrt unterm Haupfbahnhof, die Wäldchen bei Taucha und Zweenfurt sowie die Schlösser von Abtnaundorf und Schönefeld

Warum die PARTHE

Die Parthe? Dieses stinkende Rinnsal? Verrohrt, untertunnelt und auf langen Strecken „verdammt“. Mit Nutriaplage, Industrieanlagen und Kleingartenkolonien? Genau, und mit Eisvögeln wo diese laut Lehrmeinung überhaupt nicht vorkommen dürften (mitten in der tiefsten Urbanität unter der Rackwitzer Strasse) und ländlicher Idylle mit Schafen und Pferden vor den Toren von Leipzig. Kurz, die Parthe ist ein repräsentatives Stück Leipziger Osten.

Parthe für Abarte (Zooalternative)Parthe für BehaarteParthe für ganz Harte (Bunker bei Taucha)

Was Sie schon immer über die Abschnitte der PARTHE wissen wollten…

1. Parthe für Harte: Taucha – Schönefeld
Das Sahnestück der gesamten Tour. Kleinere Stromschnellen (die „größte“ gleich an der Einsatzstelle in Taucha). Ansonsten viel Wald, alte Bunkeranlagen und freie Fahrt (keine Uferbegradigungen). Zum Abschluss Kultur mit den Schlössern in Schönefeld und Abtnaundorf. Wer aussteigt, kann auch die Gedächtniskirche (mit Pyramide der Eberstein Familie) und das alte Rathaus von Schönefeld mitnehmen. Der Abschnitt hat auch ausreichend Wasser für Fahrten später im Jahr. Ein Hartschalenboot ist aber immer von Vorteil.
2. Parte für Zarte: Mockau/Thekla – Zentrum
Momentan ist schon an der Kurt Schumacher Strasse wegen Bauarbeiten und einer Ableitung Schluss. Sonst geht es bis zum Zoo. Nicht nur deshalb, sonder weil Schönefeld eben schön ist, sollte man etwas oberhalb der Aussatzstelle des vorherigen Abschnittes einsetzen. Insgesamt bleibt es auch so der urbanere Teil der Parthefahrt. Also für alle, welche keine Angst vor Ratten und Dunkelheit haben. Eine Stirnlampe für die Tunnelfahrten (Hauptbahnhof) ist eine zweischneidige Sache. Manche Dinge bleiben besser in der Dunkelheit verborgen.

Parthe für VernarrteParthe für ZarteParthe für Vernarrte

3. Parthe für Behaarte: Borsorf – Taucha
Was es mit dieser Umschreibung auf sich hat, kann nur das entsprechende Bild in der Galerie erklären. Auch sonst ist dieser Abschnitt etwas nichtssagend, vielleicht lag es aber auch an dem grauen Januartag an welchem die Bilder entstanden sind. Es wäre zu testen, wie freies Feld und Uferdamm im Sommer wirken. Dann wird es aber sowieso ein Spaziergang, hier ist die Parthe definitiv zu klein, um bei niedrigerem Wasserstand zu fahren.
4. Parthe für Vernarrte: Naunhof– Borsdorf
Wer es unbedingt wissen will, setzt noch mal in Naunhof ein. Am besten nach Starkregen oder der Schneeschmelze oder mit einem sehr transportablen Boot. Ab Zweenfurt geht es aber auch unter „normalen“ Umständen. Und hier beginnt ist sowieso der schönere Teil.
5. Parthe für Abarte: Zoodurchfahrt
Bis zum Zoodirektor Herrn Dr. Junhold habe ich es geschafft. Mein Anliegen hatte zuvor intern die Runde gemacht und wurde dort nach Beratung – abgelehnt. Das alles war so aufwendig und anstrengend, dass ich der Meinung bin, dies geht als Tour durch. Was sind schon 800 m Fluss gegen die Stufen der Hierarchie. Wer es noch mal versuchen will, dem empfehle ich einen Überraschungsangriff. Auf der Parthe am Zoo ankommend und direkt fragen. Überrumpelungstaktik. Eine Hau-ruck aktion, so dass gar nicht lange drüber nachgedacht wird. Ich habe mir diese Option mit meinem Namen jetzt verspielt.

Weiterschmökern:


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Short Cuts die PARTHE

Beste Reisezeit: Die wasserreichen Jahreszeiten oder nach sommerlichem Starkregen. Frau bzw. Mann sollte dann in jedem Fall aber den Chef sofort verlassen und den Abfluss nutzen bevor er wieder weg ist.

Anreise: Mit der Linie 1 und 13 nach Schönefeld und Taucha. Mit der S-Bahn nach Borsdorf und Naunhof.

Einreise: Es sind keine Landesgrenzen zu überwinden.

Geld: Ein paar sächsische Taler sind nie verkehrt.

Sprache: Sächsich natürlich.

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Wer kein eigenes Boot hat, kann bei Lutz Franke eins leihen. Lutz sorgt sich auch um den Transport und macht bei Bedarf geführte Touren.

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packbares Boot für die Anreise mit ÖPNV

wasser- und schlammresistente Schuhe

Regenkleidung gegen mögliche Nässe von oben und unten

Literatur

Stadtplan Leipzig reicht vollkommen aus, ggf. den Parthabschnitte ausschneiden und wasserfest laminieren.

Die Parthe: Vom Gletscherbach zum Biotopverbund von Reinhard Stehmann und Steffi Stehmann. Engelsdorfer Verlag. Taschenbuch - September 2004.

Deutsch - Sächsisch. Machense geene Fissemaddenzchn! von Bernd-Lutz Lange. Eichborn. Taschenbuch - Mai 1991.