Drei Tage Kathmandu

avatar
Reiseberichte Asien Nepal Sarah | 7. September 2015

Drei Tage Kathmandu

Dieser Reisebericht ist vor allem an diejenigen gerichtet, die eine Trekkingreise nach Nepal planen und bestimmt für einige Tage nach und vor dem eigentlichen Trekking in Kathmandu verweilen werden. Ich hoffe der Bericht hilft, um die Tage in der nepalesischen Hauptstadt so gut wie möglich mit den schönsten kulturellen und kulinarischen Ereignissen auszufüllen. Außerdem werde ich Informationen zur Einreise geben.

Warum Nepal

Eine Reise nach Nepal unterstützt die Menschen vor Ort! Ein ganz wichtiger Punkt vornweg: Die Menschen in Nepal leiden noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens. Weniger wegen der Schäden, als viel mehr aufgrund des starken Rückganges des Tourismus. Viele Nepalesen sind vom Tourismus abhängig und erzielen zurzeit heftige Einbußen. Während der letzten Tage habe ich von Restaurants, Hotels und Guides großzügige Rabatte bekommen, da sie wenigstens etwas Geld verdienen wollen. Ein Guide erzählte mir heute, dass er vor dem Erdbeben mindestens zwei bis drei Touren am Tag hatte. Heute sind es höchstens 2 in der Woche! Also hier ein Aufruf: Kommt nach Nepal und helft mit, die Wirtschaft wieder anzukurbeln!!! Vom Erdbeben selbst ist nicht viel zu spüren. Die meisten Gebäude sind intakt. Leider hat es einige wichtige historische Tempel und Stupas in Kathmandu erwischt. Dennoch kann man in Kathmandu die Tage mit interessantem Sightseeing, hervorragendem Essen und viel Shopping gut ausfüllen! Ich selbst lebe seit 5 Jahren in Indien und führe mein eigenes kleines Reiseunternehmen, indem ich vor allem Trekking-, Mountainbiking und Yogareisen im indischen Himalaya organisiere. Für drei Tage verschlug es mich nun nach Kathmandu und ich genoss diesen kleinen Kurzurlaub sehr.

 

Ein Buddhistischer Mönch in BoudanathDas Hinduistische Krematorium in KathmanduPullahari Kloster

Was Sie schon immer über KATHMANDU wissen wollten…

Das touristische Zentrum Kathmandus
Thamel ist das Touristenzentrum und vom Flughafen etwa 20 Minuten entfernt. Mit seinen vielen Shops (besonders viele Outdoor Läden), Restaurants, Cafes und Hotels hat Thamel nicht nur eine sehr schöne Atmosphäre, sondern ist zudem auch wirklich praktisch. Viele Touristenziele wie der Durbar Square und der Affen Tempel Swayambhunath sind sogar zu Fuß zu erreichen.
Da ich sehr gerne Yoga praktiziere, habe ich mich in das Himalaya Yoga Hotel eingebucht. Eine kleine, einfache Unterkunft in einem Hinterhof in Thamel mit täglichen kostenlosen Yogastunden am Morgen. Mein Zimmer ist sauber und die Yogastunden wirklich gut! Ein toller Start in den Tag!
Ich erreichte Kathmandu am frühen Nachmittag und besuchte als erstes die Rum Doodle Bar. Hier haben alle erfolgreichen Everestbesteiger an der Wand unterzeichnet und ich machte ein Foto von den Signaturen Messers, Hillarys und Co. Sehr beeindruckend! Dann hatte ich Hunger und genoss meinen Chicken Wrap von Falafel`n Chicken in der Mandala Street. Ein kleiner Stand belegt die Wraps gut und großzügig und mit dem Wrap in der Hand spazierte ich durch Thamel zum Durbar Square.

Sightseeing in Kathmandu
Dieser Square war früher der Regierungssitz des Königs und ist heute ein sehr religiöser und geschäftiger Platz mit vielen, leider auch durch das Erdbeben teilweise zerstörten, Tempeln. Hier finden in der Regel Kathmandus Feste statt. Der Eintritt kostet 750 rs, man kann sich aber einen Pass ausstellen lassen und dann so oft kommen wie man mag. Ich hatte auch einen Guide für 500 rs, der sich wirklich lohnte! An den Durbar Square grenzt die Freak Street an. Sie bekam ihren Namen, weil hier, bevor Thamel zum Touristenzentrum wurde, die ganzen Hippies wohnten. Noch heute gibt es hier einige urige Cafes und Kneipen und ein paar Budget Hotels.
Ich schlenderte zurück nach Thamel und erkundete das Viertel bis es Zeit zum Abendbrot war. Ich entschied mich für authentisch tibetisch und ging ins Uthse. Das älteste Restaurant in Thamel mit hervorragenden tibetischen Speisen. Wer mit mehreren hierher kommt, empfehle ich Gyakhok, den tibetischen „Hot Pot“. Gegen 10 Uhr verschwand ich auf mein Zimmer, als es plötzlich heftige wackelte! Das gibt’s doch nicht! Mein erster Tag in Nepal und gleich ein Erdebeben? Tatsächlich wackelt die Erde in Kathmandu ziemlich häufig, seit dem großen Erdbeben in Mai. Dabei handelt es sich jedoch um relativ kleine ungefährliche Nachbeben!

Der Affen TempelDurbar SquareHotel Yoga HimalayaMomos: Gefüllte Teigtaschen, eine Spezialität in NepalUnterschriften von Hillary und Messner in der Rum Duddle BarDer Affentempel

Am nächsten Morgen startete ich den Tag mit einer tollen Yogastunde und einem anschließenden leckeren Sandwich in der Pumpernickel Bäckerei! Ich hatte ein Ziegenkäse Baguette mit frischen Salat! Hier in Kathmandu geht es viel westlicher zu als in Indien. Zudem auf einem sehr hohen Standard! In Indien habe ich bis heute noch keinen Ziegenkäse gefunden! Dann startete mein Abenteuer mit der Suche nach einem Bus nach Boudhanath, zur größten buddhistischen Stupa in Nepal. In Jamel findet man kleine, blaue Micro Taxis, die auf den Weg bis nach Boudha mit einer Menge Passagiere vollgestopt wurden, mich aber für nur 20 Rupien sicher ans Ziel brachten. Der Eintritt kostet hier 250 Rupien. Die Stupa ist wirklich groß und wurde leider auch etwas vom Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen. Doch die Atmosphäre hier ist einmalig. Ich zog einige Runden um die Stupa und drehte eifrig die Gebetsmühlen im Uhrzeigersinn. Ich hatte gelesen, dass es von Boudhanath nur ein 40 minütiger Spaziergang zum buddhistischen Kloster Pullahari sei, dass sich etwas außerhalb auf einen Hügel von Kathmandu befinden sollte. Nun, ich bewege mich gerne, also zog ich los in Richtung Kloster. Aus den 40 Minuten wurden leider 1 ½ Stunden. 40 Minuten sind es wohl nur mit einem Guide, der die Abkürzungen kennt. Ich musste mich durchfragen und überraschenderweise wusste von den Einheimischen kaum jemand von dem Kloster! Nichtsdestotrotz erreichte ich es etwas müder und erschöpft. 

Die Sicht von Kathmandu aus war toll, das Kloster eine grüne Oase und die vielen kleinen Mönche hier goldig! Ich hatte Glück und ich wurde mit einem Jeep wieder zurück zur Boudha Stupa gebracht. 

Hier kann man auch tolle Restaurants für das Mittagessen finden und ich hatte im Flavor’s Cafe eine tollen Lassi und einen griechischen Salat mit echtem (!!!!) Feta. 

Nepal verwöhnte mich! Von hier waren es nur zwanzig Minuten auf einer verkehrsarmen Straße (Enten schwammen in Pfützen, Babykatzen tobten herum, ein Mann schlief mitten auf der Straße etc.) zum wichtigsten Hindu Tempel in Nepal: Pashupatinath. Neben dem Pashupathinath Tempel, den nur Hindus besuchen dürfen, gibt es in dem Komplex 159 weitere Tempel. Auch befindet sich hier das Krematorium am Bagmati Fluss, der heilig ist und später in den Ganges mündet. Man kann bei den Leichenverbrennungen zusehen. Ich habe mir einen Führer für 500 rs geleistet und es war wirklich sehr interessant und ich kann jedem nur empfehlen, einen zu nehmen. Der Eintritt selbst kostet leider zusätzlich 1000 rs, was ziemlich teuer ist! Vom vielen Laufen war ich sehr müde und ein Taxi brachte mich für 300 Rupien zurück nach Thamel

Abends aß ich im Athiti Satkar Restaurant. Hier werden erstklassige Nepali Sets serviert mit mehreren Vorspeisen, einen Thali als Hauptspeise und Nachtisch. Dazu gibt es ein kulturelles nepalesisches Programm. Also genau das Richtige, um einen ersten Eindruck von Nepals Kultur zubekommen. Das Set ist mit 950 Rs + Steuern etwas teuer, aufgrund des Erdbebens wurde es mir jedoch nur für die Hälfte des Preises angeboten! 



Nach einer weiteren entspannten Yoga Stunde und einem Ziegenkäse Sandwich startete ich einen sehr entspannten Spaziergang hinauf zum Affen Tempel, dem Swayanbhunath Tempel. Diesmal war es viel einfacher den Weg zu finden. Es ging fast schnurgeradeaus hoch, mit Treppenstufen zum Schluss. Ich brauchte vielleicht 30-40 Minuten von Thamel, aber man kann sich auch mehr Zeit lassen und sich auch einmal auf den unzähligen Bänken ausruhen. Zum Schluss werden die Stufen steiler und schon erwartete mich ein Wärter und ich bezahlte meine 200 Rupien Eintritt. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf Kathmandu und der buddhistische Tempelkomplex ist wirklich schön. Ich liebte die vielen bunten buddhistischen Fahnen, die Tempel Rituale und schaute dem Affen dabei zu, wie sie in einem Teich schwammen. Mein Highlight war ein kleiner Teich in dessen Mitte ein Metallkörbchen war. Schafft man es, in ihm Münzen zu werfen, so soll es Glück bringen und Wünsche erfüllt werden. Ich wurde kräftig von anderen nepalesischen Besuchern angefeuert und warf zwei Münzen in den Korb! Nicht schlecht! 

Den Rest des Tages nutzte ich, um ganz entspannt durch Thamel zu schlendern und etwas zu shoppen. Hier bekommt man alles: über Hippie-Klamotten, zu Outdoor-Ausrüstung über schöne Mitbringsel! Mich zog es weiter in kleine alte Gassen. Hier sah ich etwas deutlicher die Auswirkungen des Erdbebens. Viele ältere Gebäude wurden durch Pfähle gestützt! Nichtsdestotrotz genoss ich die kleinen Straßen sehr! 

Zum Abendessen ging es in ein ganzes kleines einheimisches Restaurant Namens Western Tandoori. Ein Freund empfahl mir den Ort und meinte, hier gebe es den besten Dhal Bath (Reis und Linsensuppe, typische nepalesische Mahlzeit). Ich bestellte hier einen Spezial-Gemüse-Teller und bekam tatsächlich mehrere vegetarische Gerichte inklusive des berühmten Dhal Bhats. Ich erhielt soviel Nachschlag wie ich wollte und das alles für nur 220 Rupien! Perfekt! Ein toller Abschluss für drei schöne Tage in Kathmandu! Jetzt kann der Trek beginnen!

Weiterschmökern:


Kommentar-Feed Kommentar schreiben oder Trackback einrichten

Vorheriger Eintrag
Nächster Eintrag

Kommentar schreiben

Short Cuts Nepal

Sprache:
In Nepal wird Nepali gesprochen aber vor allem in Kathmandu sprechen die Menschen gutes Englisch. Außerhalb Kathmandus wird man immer noch weit mit Englisch kommen, ansonsten geht es auch oft gut mit Händen und Füßen. Es macht immer einen guten Eindruck, einfache Sätze wie „Hallo“, „Danke“ und „Ich heiße“ in der einheimischen Sprache zu lernen.

Währung
In Nepal kann man sehr günstig leben. Die nepalische Rupie ist relativ schwach. Für einen Euro bekommt derzeit 109 nepalische Rupien.

Beste Reisezeit
Kathmandu kann man ganzjährig besuchen. In den Sommermonaten kann es allerdings schon recht warm werden. Außerdem regnet es in den Monsunmonaten von Juli bis September recht viel. Trekkingsaison ist vor allem im April, Mai und Juni und wieder nach der Regenzeit von Ende September bis Anfang Dezember.

Einreise und Anreise 
Ich bin also von Indien nach Kathmandu geflogen. Bei der Landung war ich schon ganz überrascht darüber, dass Kathmandu von bewaldeten Hügeln umgeben war und tatsächlich recht klein und übersichtlich wirkte. Diesen Eindruck machte auch der Flughafen. Rasch war man in der Flughafenhalle. Hier stehen Automaten zur Visa Beantragung bereit. Man muss einfach nur seinen Reisepass vor den Scanner halten, ein paar zusätzliche Daten eintragen und schon ist man fertig. Der Automat macht noch schnell ein Foto und schon geht man zum nächsten Schalter und bezahlt für das Visum. Ich habe für ein fünfzehntägiges Visum 15 Dollar bezahlt. Man kann bis zu sechs Monate beantragen. Dafür ist es wichtig, dass man ausländische Währung wie Dollar oder Euro hat, indische Rupien werden nicht akzeptiert. Ansonsten braucht man nichts weiter. Mit der Quittung und dem Reisepass geht es zur Passkontrolle. Hier wird das Visum eingeklebt und schon ist man fertig.
Was vielleicht noch unkomplizierter ist, ist das Visum Online zu beantragen. Bevor man den Flughafen verlässt, sollte man sich noch eine Stadtkarte greifen, die hier ausliegen. Sie ist zwar klein, verschafft aber einen guten Überblick und ist umsonst! Wenn man keinen Abholservice vom Hotel gebucht hat, kann man auch so ganz unkompliziert entweder am Prepaid Schalter oder sogar draußen, ein Taxi nehmen. Bis nach Thamel sind es ca. 500 -700 Rupien

wwwo beginnen

Bei der Planung war mir vor allem tripadvisor behilflich.

thingstodoeverywhere
Diese Seite hat mir mehr Hintergrundwissen zu den eigentlichen Sehenswürdigkeiten gegeben.

hotelhimalayayoga 
das Hotel, in dem ich unterkam und wunderbare Yogastunden genoss

nepalimmigration 
um sich das Visum schon vorab zu beantragen

Nepal

Nicht vergessen

Zugegeben, in Kathmandu selbst braucht man nicht viel. Wenn man später zum Trekken loszieht, sieht es aber schon ganz anders aus.

  • Schlafsackinlett, der macht auf jeden Fall Sinn. Nicht nur auf der Trekkingtour, sondern vor allem auch in den etwas günstigeren Unterkünften! Man fühlt sich einfach wohler!
     
  • Weite, bequeme und körperbedeckende Kleidung, es gilt respektvoll mit der nepalesischen Kultur umzugehen und dazu trägt eine angemessene Kleidung eine große Rolle bei. Sie sollte knie- und schulterbedeckend sein.
     
  • Ganz viel Neugier und Offenheit, die nepalesische Kultur ist unserer sehr fremd. Es gilt sich an ihr zu erfreuen und so viel in sich aufzunehmen wie möglich!

Literatur

Außerdem benutzte ich zur Vorbereitung den Lonely Planet. Denke aber, dass jeder Reiseführer bei der Planung für Kathmandu ähnlich behilflich sein kann.