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Teaserbild: Es muss nicht immer Spanien sein

Es muss nicht immer Spanien sein

Es muss nicht immer Spanien sein

562 km Deutsche Jakobswege von Osnabrück bis Perl.
Osnabrück – Münsterland – Lünen – Dortmund – Hagen – Wuppertal Beyenburg – Remscheid – Altenberg – Köln – Eifel – Trier – Perl im Dreiländereck
Ich bin in 27 Wanderetappen pro Tag ca. 21 km gelaufen.

Warum Deutschland

Der Grund für meine Tour war eigentlich ganz simpel. Einerseits brauchte ich eine längere Auszeit, andererseits wollte ich auch nicht ziellos von Nord nach Süd im Irgendwo herumwandern. Ich wollte zu mir kommen, auf einsamen Wegen wandern und Antworten auf viele Fragen finden. Aber ich brauchte auch am Ende des Wandertages ein Ziel, an dem ich ankommen konnte, aufatmen, es geschafft zu haben, als deutscher Jakobspilger. Es muss nicht immer Spanien sein.

Hinter MünsterAn der ErftHinter Osnabrück

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

Landschaftlich sind die 562 km Abwechslung pur. Einsame Strecken, auf denen man tagelang kaum einen Menschen unterwegs trifft; dann wieder Großstädte, durch die das Pilgern asphaltlastig und lärmend ist und man seinem inneren Schweinehund begegnet.
Der Beginn in Osnabrück, ergo das erste Mal, in dem man seinen Pilgerpass abstempeln lässt, ist ein innerlicher Meilenstein. Ja, jetzt ist man Pilger und die Jakobsmuscheln am Rucksack klimpert bei jedem Pilgerschritt.
Also immer den gelben Pfeilen nach und die gibt es zahlreich, der westfälische Weg ist erst ein paar Jahre alt und somit noch hervorragend gekennzeichnet. Durch die weiten Ebenen des Münsterlandes zu ziehen ist körperlich ein guter Einstieg und nicht sehr anspruchsvoll. Umso mehr sind es die Begegnungen mit den Menschen unterwegs, die einen ansprechen, an heißen Tagen Wasser hinreichen oder auf einen Kaffee einladen.
Dortmund ist interessant als Industriestadt, Dortmund hat seine Reinoldikirche, aber der Weg ist asphaltlastig, voller Menschen und Verkehr. Naturnäher wird es erst wieder an der Hohensyburg und am Hengsteysee in Richtung Hagen. Und von hier an geht es bergauf quer durchs bergische Land. Einsame Wälder, idyllische Bachläufe und ausgetretene Hohlwege mit anspruchsvollen Auf- und Abstiegen. Aber hier liegt auch das erste große Etappenziel zum Greifen nah: ein erstes Aufatmen in der Klosterkirche zu Wuppertal, Beyenburg, dem Ende des westfälischen Jakobswegs.
Der großen Erleichterung und Dankbarkeit folgt die Unruhe, wieder weiter zu pilgern. Weiter, immer weiter zieht es auf dem Weg. Nach 12 Etappen ist man ein eingespieltes Pilgerteam, der Rucksack drückt nicht mehr, die Füße an die Anstrengung gewöhnt, die Wäscheleine, die sich am Abend wie von selber spannt und auch den Pilgerpass, den man nun nicht mehr vergisst. Der Pilgeralltag ist eingekehrt.

Kölner DomLennepMünster DomNeuerburgPerlPilgerzeichen<br />
PilgeralltagPilgerausrüstungPilgerzeichenPrüm, Chorstuhl uraltTrierWaxweiler

Das nun folgende Wegstück zählt für mich zu einer der schönsten vorbei an Talsperren und alten Mühlen, auf schmalen Pfaden durch das romantische Elfenbachtal bis hin zum Kölner Dom, dessen Vororte und Stadtwälder den typischen Stadtlärm ein wenig versuchen einzudämmen.
Die letzten 280 km brechen an. Besichtigung im Brühler Schloss, dann immer an der Erft entlang. Weitgezogene Täler, uralte Burgen, anfangs noch auf flachen Wegen, dann geht es über die Höhenzüge der Eifel hinweg. Keltenburgen und bizarre Felsformationen wechseln sich nun mit leichten Anstiegen und traumhaften Ausblicken ab und führen inmitten von Weinbergen nach Trier hinunter.
Trier ist aufgrund seiner zahlreichen Sehenswürdigkeiten vielleicht sogar ein Pilgerpunkt, an dem man länger verweilen sollte. Über eine weite ausblickreiche Hochebene geht es in zwei Etappen langsam hinunter nach Perl, im sogenannten Dreiländerdreieck: Luxemburg, Frankreich, Deutschland, dem letzten Ort auf deutscher Seite. Und über eine Brücke hinweg sieht man schon Schengen.
Und wie geht es weiter irgendwann? In Schengen beginnt der französische Pilgerweg, der bis nach Spanien hinunter führt und dort auf den Camino Frances stößt.

Persönliche Eindrücke
Einsame Wegstrecken, die ich nie gegangen wäre, Großstadtgetümmel, dem ich nie gewachsen war, Begegnungen, die unter die Haut gingen, Geschenke, die ich nie erwartet hätte, Wetten mit dem inneren Schweinehund, die ich oft verlor, und landschaftliche High-Lights, die ich mir nie erträumt habe.

Kulinarisches
Eines hat der Camino in Spanien mit dem deutschen Jakobsweg gemeinsam: In jeder Pause gibt es einen Cafe con leche, den traditionsreichen Milchkaffee.

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