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Teaserbild: Fjorde, Ziegen und zwei Paddler

Fjorde, Ziegen und zwei Paddler

Fjorde, Ziegen und zwei Paddler

Mit dem Kanu die Fjorde Norwegens erkunden, zu Orten paddeln, die kein Auto und kein Wanderer erreicht. Die unberührte Natur genießen während man beinahe lautlos dahingleitet. Die Idee für diese 3,5-tägige Tour kam uns sofort, als wir die vielen schmalen Arme des Sognefjordes nördlich von Bergen und die oft weit vom Ufer entfernten Straßen auf der Karte studierten.

Warum Norwegen

Dass wir nach Norwegen wollten, stand schon lange fest. Wir wollten die gigantischen Fjorde sehen, die ewigen Weiten der Hochebenen und Gletscher auf nur 1000 Höhenmetern. Die engsten Fjorde mit dem Kanu zu erkunden war traumhaft schön, da es am Ufer oft keine Wege gab, hatten wir die herrlichsten Plätze ganz für uns allein.

Wunderschöner Lagerplatz und traumhafte AussichtDie Fjordwände steigen teilweise steil bergaufDie Ziegenherde hat den gleichen Nachtplatz wie wir

Was Sie schon immer über NORWEGEN wissen wollten…

Nach der Ankunft in Bergen erkundeten wir zunächst die Stadt und besorgten uns Infomaterial und Karten. Am Hafen in Bergen gibt es ein großes Tourismusbüro mit kostenlosem Wifi.
Von dort fuhren wir in die Haddangervidda, eine unendlich weite menschenleere Hochebene durch die nur eine einzige Straße führt. Von dort ging es zum Sognefjord. Im Gepäck unseres voll beladenen Autos hatten wir neben unseren Fahrrädern ein Aufblas-Kanu von Grabner mit welchem wir auf dem Fjord unterwegs waren. Dies war sehr praktisch, da wir das Boot bei Nichtbenutzung bequem im Auto verstauen konnten.
Bei Wind und Wellen, welche in den Fjorden oft herrschte, mussten wir aber ganz schön paddeln, um voranzukommen. Mit an Bord war auch unsere Lagerkessel, welcher zwar sperrig war, aber es uns ermöglichte, über dem Lagerfeuer zu kochen. Das geht viel schneller als mit dem Kocher und macht viel mehr Spaß.
Mit dabei hatten wir auch eine Angel mit welcher wir unser Abendessen aufwerten wollten. Leider hatten wir auf dieser Paddeltour kein Angler-Glück.
Unsere Tour startete in Flam am Ende des Aurlandsfjord, ein kleiner Ast des Sognefjord, von wo aus wir in den benachbarten Naeroyfjord und wieder zurück paddeln wollten. Die Nacht hatten wir auf einem gemütlichen Camping im Nachbarort Aurlandsvangen direkt an einem kleinen Bach verbracht. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien warm und der Fjordarm lag wunderschön, fast so ruhig wie ein See vor uns. Wir paddelten gemütlich und genossen die hochaufragenden Fjordwände zu beiden Seiten, von wo aus sich überall größere und kleinere Wasserfälle aus teilweise 1000m Höhe die Fjordwände herunterstürzten. Wir fuhren auf der Westseite wo es keine Uferstraße und keine weitere Siedlung hatte. Immer wieder gab es Möglichkeiten auf kleinen Ufervorsprüngen zu rasten, oft war dort bereits eine Feuerstelle vorhanden. Aber so schnell sollte der erste Tag unserer Tour nicht enden.
Der Fjord knickte nach der Hälfte nach Westen ab und gab den Blick Richtung Hauptarm des Fjordes frei. Zu beiden Seiten ragten die Fjordwände gigantisch aus dem Wasser. Ein perfektes Panorama für einen Lagerplatz. Da unsere Seite, nun gegen Norden gerichtet, im Schatten lag, querten wir den Fjord und erreichten einen perfekten Platz direkt am Wasser mit Blick auf den Eingang zum Naeroyfjord. Der Fjord war hier schmal und so war das Queren in 15 Minuten geschafft. Außer weiteren Kanus waren vor allem Speedboote aber auch größere und kleinere Motorboote und auch Kreuzfahrtschiffe unterwegs. Besonders die Speedboote erzeugten schmale hohe Wellen, welche wir nicht auf dem offenen Wasser kreuzen wollten. Die Ufersteine unseres Lagerplatzes waren mit Miesmuscheln bewachsen, so dass aus unseren kargen Nudeln ein leckeres Abendessen wurde. Gegen Abend wurden wir von einer Herde Ziegen überrascht, welche unseren Lagerplatz wohl auch ins Auge gefasst hatten und ihn nur unwillig wieder verließen. Sie nächtigen dann nur wenige Meter von unseren Zelt entfernt, sodass wir vom unablässigen Bimmeln ihrer Halsglocken geweckt wurden.

Das Abendessen auf dem LagerfeuerBlick Richtung FlamEiner der unzähligen WasserfälleMiesmuscheln entlang des UfersWunderschöner Lagerplatz und traumhafte AussichtDie Fjordwände steigen teilweise steil bergauf

Am nächsten Tag paddelten wir weiter am Nordufer entlang und querten dann gegenüber des Naeroyfjord zurück und fuhren entlang des Ostufer in den Fjordarm ein. Nachdem uns der Aurlandsfjord bereits begeistert hatte, war der Anblick der nochmals dramatischen steileren Wände und der Enge des Fjortals atemberaubend. An der engsten Stelle ist der Fjord nur 250m breit und die Wände aber umso steiler. Nach jeder Kurve schien die Landschaft noch schöner zu sein als davor.
Wir rasteten bei einem kleinen Wasserfall, welcher auch eine herrliche eiskalte Dusche hergab und steuerten dann eine der Attraktionen des Naeroyfjordes an: Ein großer Wasserfall, welcher sich tosend und schäumend in den Fjord stürzt. Hier kamen auch alle zehn Minuten Speedboote mit Touristen vorbei, welche sich die Fjordhighlights im Schnelldurchlauf anschauten und so paddelten wir rasch weiter.
Und dann konnten wir es kaum glauben, als nur etwa 100m von uns entfernt auf ihrem Weg in den Fjord zwei Schweinswale an uns vorüberzogen. Bis die Kamera aus dem Packsack geholt war, waren die zwei leider bereits wieder auf Tauchgang. Gerne wären wir noch weiter bis zum Ende des Fjordes gepaddelt, aber wir hatten nur für drei Tage geplant und so schlugen wir unser Lager auf einer kleinen Landzunge auf und genossen den Ausblick.
Möglich wäre es, auch bis zum Ende des Naeroyfjord zu fahren, wo es auch einen Camping gibt, und dann von dort per Bus oder Taxi zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Rückweg und da wir nun in die andere Richtung blickten war der Anblick wieder ein ganz neuer. Nachdem wir den Naeroyfjord verlassen hatten, kamen wir gut voran, da wir Rückenwind hatten und die Flut gerade kam. Wir passierten die Südwand des Aurlandsfjord und steuerten einen Rastplatz dahinter an, welcher uns bereits auf dem Hinweg aufgefallen war. Unter einer Birke erreichten wir den großzügigen Platz mit Feuerstelle und sogar etwas Brennholz. Weiteres Holz zu finden, war auch hier kein Problem und wir verbrachten einen tollen letzten Abend am Aurdalsfjord.
Das letzte Stück bis Flam war nicht weit. Wir legten es am nächsten Morgen zurück und hatten den Rest des Tages noch zur Weiterfahrt zur Verfügung.

Fazit:
Diese Tour gehört zu den schönsten Erlebnissen auf unserer Norwegenreise. Die Strecke ist nicht besonders lang und man kann vermutlich deutlich schneller vorankommen, erst recht mit einem anderen Boot. Wir wollten aber keine ambitionierte Paddeltour unternehmen, sondern die Unberührtheit und Einsamkeit und die gewaltigen Felswände auf uns wirken lassen. Das Campieren auf den abgeschiedenen, nur mit Boot zu erreichenden Plätzen und die Stimmung am späten Abend, wenn das Licht zur Nacht dämmerig wird und wir an unseren kleinen Feuer saßen, war unvergesslich schön!

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