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Teaserbild: Per Rad durch den Norden Marokkos

Per Rad durch den Norden Marokkos

Per Rad durch den Norden Marokkos

Mitte September 2010 sind wir zu unserer ersten Radtour nach Marokko gestartet. Wir wollten in knapp vier Wochen auf der teilweise recht gut ausgebauten N 16 immer entlang der Mittelmeerküste von Ost nach West fahren. Unsere ersten Stationen hießen Nador und Al Hoceima mit seinem angrenzenden Nationalpark. Ein Abstecher führte uns ins Rif-Gebirge nach Chefchaouen und den Nationalpark Talassemtane. Dann radelten wir weiter über Tetouan nach Tanger. Mit dem Bus ging es nach Fes und von dort aus ebenfalls per Bus zurück in den Osten nach Oujda an der algerischen Grenze. Entlang der Küste legten wir das letzte Stück nach Melilla wieder auf den Rädern zurück.

Warum Marokko

Uns haben die Fotos eines Bekannten beeindruckt: weite, offene und bergige Landschaft in den Tönen gelb, ocker und braun. Auch die arabisch geprägte Kultur und Kunst hat uns interessiert. Wir haben schnell gemerkt, dass sich das Land für längere Radreisen eignet. Aus vielen Pisten entstehen mittlerweile asphaltierte Straßen und die erst 2004 gegründeten Nationalparks sind besonders sehenswert. Wir haben uns ganz bewusst für den eher unbekannten Norden des Landes entschieden. Hier hat der Tourismus zumindest in den ländlichen Gegenden noch nicht so Einzug gehalten, es ist nicht ganz so heiß und staubig wie vermutlich im Süden.

Ab und an gibt es auch Tiere an der marokkanischen MittelmeerküsteKein Zweifel, wir sind in Marokko. Hier nahe der algerischen Grenze.Adressenaustausch an einem Wasserbrunnen vor Al Hoceima.

Was Sie schon immer über NORD-MAROKKO wissen wollten…

Ist es anstrengend mit dem Fahrrad?
Radfahren in Nordmarokko ist dann anstrengend, wenn man mit Gepäck drei Bergpässe an einem Tag überqueren muss. Das kam bei uns zum Glück nur einmal vor und die Bergaussicht mit Blick auf die Küste belohnt auch den langen Anstieg. Geübte Bergfahrer sind aber klar im Vorteil, denn es geht dauernd bergauf und bergab. Wer im Hinterland der Nationalparks unterwegs ist, muss mit steinigen Pisten rechnen, bei denen man auch lieber mal absteigt und schiebt.
Der Verkehr auf der N16, der Küstenstraße, ist mäßig, die Randstreifen oft breit genug, um sich sicher zu fühlen. Viele der Autofahrer hupen ohnehin kurz, bevor sie vorbeifahren. Gerne wird einem vom Straßenrand oder aus den Autos heraus zugejubelt.

Sind Marokkaner aufdringlich?
Marokkaner sind ein sehr freundliches, neugieriges und hilfsbereites Volk. Wer sich darauf einlässt, wird schöne Begegnungen erleben. Je weiter wir in den Westen und je näher wir den großen Städten und Touristengebieten kamen, desto mehr schlug diese Offenheit in Aufdringlichkeit um. Darauf kann man sich einlassen oder vorbereiten. Wir haben bspw. in Tanger schon vorher per Reiseführer erkundet, welche Unterkunft wir wählen und wo wir sie finden. Wer zielgerichtet durch die Straßen läuft, wird nicht so schnell von Schleppern angesprochen, die einem gerne Hotels und Restaurants und alles mögliche andere andrehen wollen.

Was sollte man gesehen haben?
Wirklich schön ist die Stadt Chefchaouen im Rif-Gebirge mit ihrer blau getünchten Medina (Altstadt) und die beiden Nationalparks. Im Al Hoceima Nationalparks sind vor allem europäische Touristen im Sommer unterwegs und die Kultur der Berber noch gut sicht- und nachfühlbar. Man kann in liebevoll hergerichteten privaten Unterkünften hausen und das beste hausgemachte marokkanische Essen genießen. Hier lässt sich wunderbar durch felsige Küstenlandschaft wandern und streckenweise auch radfahren. Der Talassemtane Nationalpark wird dagegen mehr von marokkanischen Touristen besucht, hier gibt es ein größeres Angebot an Unterkünften. Durch grüne Schluchten kann man z.B. zu Wasserfällen wandern und mit etwas Glück Berberaffen beobachten.

Wunderschöne blau getünchte Altstadt von ChefchaouenZiemlich steiles Gelände im Talassemtane Nationalpark nahe ChefchaouenDie Fahrräder immer dabei – auch im Hotelzimmer in Fes.

Was kann man getrost weglassen?
Wir raten davon ab in den von Reiseführern beschriebenen besonders typisch marokkanischen Restaurants essen zu gehen. Wir haben in Tanger erlebt, dass dort bis auf das arabische Ambiente mit Live-Musik weder Bedienung noch Essen liebevoll sind und empfehlen eher das kleine Fischbistro um die Ecke, den Sandwich- oder Crepes-Stand.

Wo bekommt man am besten Informationen vor Ort?
Wer nach einer Straße sucht oder Fragen zu einer Sehenswürdigkeit hat, der verlässt sich am besten auf die vielen vor öffentlichen Gebäuden herumstehenden Polizei- oder Militärbeamten. Die sind nicht nur freundlich und hilfsbereit, sondern kennen sich meist gut aus und sprechen ein gutes Französisch. Ähnliches gilt für Mitarbeiter von Apotheken, die es ebenso zahlreich gibt. So vermeidet man, Schleppern und Neppern ins Netz zu gehen, die besonders in den großen Städten direkt auf Touristen zukommen, für ihre Hilfe aber im Nachhinein gerne Geld verlangen.

Wie gefährlich ist eine Reise durch eines der größten Hanfanbaugebiete weltweit – das Rif-Gebirge?
Das Rif-Gebirge ist vor allem durch seine Haschischproduktion in Verruf geraten, was sicher auch dazu geführt hatte, dass der Norden lange von der Politik vernachlässigt wurde. Uns ist vor allem in Chefchaouen viel Hasch angeboten worden. Es heißt, dass Touristen früher in der Gegend über mehrere Kilometer auf der Straße verfolgt wurden, um Hasch aufgeschwatzt zu bekommen, was wir nicht bestätigen können. Achtung! Werden Touristen mit Hasch von der Polizei aufgegriffen, kann es zu erheblichen Problemen führen und die marokkanischen Gefängnisse gelten nicht als die bequemsten. Besonders an den Rif-Grenzen soll es viele Polizeikontrollen geben.

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