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Teaserbild: Das wilde Land der Konsonanten – unterwegs in der Slowakei

Das wilde Land der Konsonanten - unterwegs in der Slowakei

Das wilde Land der Konsonanten - unterwegs in der Slowakei

Schroffe Bergrücken, abgelegene Täler und rauschende Wasserfälle – im Herzen Europas liegt die Slowakei, ein Land, das wilder ist als es zunächst den Anschein haben mag. Hierher verschlägt es Ethnologen ebenso wie ambitionierte Alpinisten und Wanderer. Eine spannende Option für all jene, die gern in unberührter Natur unterwegs sind (und die Skandinavien und Schottland vielleicht schon kennen).

Warum Slowakei

Die Slowakei ist ein aufregendes, urtümliches Land. Ein wenig mystisch, verströmt es eine einnehmende Stimmung des Andersartigen. Dies ist eine Ecke Europas, in der fern der Hauptstadt Bratislava und außerhalb der Touristen-Saison nur wenig Englisch gesprochen wird. Ein Land, in dem die Menschen mit der Sonne schlafen gehen und ein gewisses raues Leben in den ländlichen Gebieten noch an der Tagesordnung ist. Verglichen mit dem benachbarten Tschechien oder Polen wirkt die Slovakei um einiges fremder und archaischer als seine Nachbarn. Wer sich etwas außerhalb des Bekannten bewegen und dennoch nicht gleich bis nach Ungarn oder Rumänien vorstoßen will, der ist hier genau richtig.

Das ist die Slovakei!Glasklare Seen...und abgelegene Wasserfälle

Was Sie schon immer über die SLOVAKEI wissen wollten…

Weite Straßen, breite Schienen
Wir haben uns entschieden, mit einem Mietwagen in die Slowakei einzureisen und um Kosten zu sparen, gleich im Auto zu übernachten. Da kann es dann durchaus vorkommen, dass man nachts von Polizisten geweckt und höflich-bestimmt nach dem Führerschein und den Fahrzeugpapieren gefragt wird. Autodiebstahl ist hier an der Tagesordnung. Hat man die Papiere dabei, ziehen die Nachtstreifen dann aber auch friedlich ihres Weges.
Der Zuwachs an Bewegungsfreiheit war in der Slowakei ein großer Vorteil, denn so lassen sich die teilweise recht weit auseinanderliegenden Sehenswürdigkeiten erheblich leichter erreichen, zumal der Busverkehr außerhalb der Hauptsaison nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht.
Auch bietet sich so leicht die Möglichkeit, verschiedene Ziele in der Malá Fatra, der Niederen oder der Hohen Tatra anzufahren – und dies zudem von beiden Seiten der Gebirgszüge aus. Wer gern mehrere Tagestouren in unterschiedlichen Gegenden unternehmen möchte, hat mit dem Auto also große Vorteile.
Nach vollendetem Werk geht's auf zu einer der zahlreichen Hütten, wo man die dreckigen Stiefel gegen ein gutes Bier und herzhafte Mehlspeisen eintauschen kann. Diese Hütten bieten auch gute Ausgangspunkte für Touren, doch sollte man hier ggf. vorreservieren, da die Schlafplätze nahe der Berge bei polnischen und tschechischen Touristen sehr beliebt sind.
Wir haben uns für das Auto entschieden, doch viele bereisen den Osten Europas mit Zug und Bus. Das erfordert einiges mehr an Planung und die Sprachbarriere kann hier ein ernstzunehmender Faktor sein. Nichtsdestotrotz sind die Zugreisen in den Osten Europas legendär, auch wenn ich an dieser Stelle nicht aus persönlicher Erfahrungen sprechen kann.
Ein abwechslungsreiches Bild bietet sich dem Westeuropäer im Anstieg beim Treffen auf andere Wanderer: Diese stammen meist aus Polen oder Tschechien und man muss stets abwägen, ob man dem Gegenüber mit einem "Ahoy" (Tsch.), "Dobrý den" (Slov.) oder "Czesc" (Pol.) begrüßt. Sehr witzig, das sorgte für reichlich Abwechslung beim Aufstieg!

Wilde Berge, schmale Pfade
Wir waren vornehmlich in der Malá Fatra und in der Niederen Tatra unterwegs, beides Vorgebirge der bei Kletterern und Abenteurern beliebten Hohen Tatra. Kieferwälder schmiegen sich hier an niederes Gebüsch, die gerölligen Wege sind allgemein gut begehbar.
Für Wanderer, die gern in luftigen Höhen unterwegs sind, aber ungern technische Ausrüstung oder Klettersteigset mit sich rumschleppen, sind die Malá Fatra und die Niedere Tatra hervorragend geeignet. Gipfel und Anhöhen lassen sich zu großen Teilen ohne viel Ausrüstung besteigen (und viele osteuropäische Wanderer haben uns mit ihren Turnschuhen und Tschibo-Rucksäcken echt was vorgemacht!). Weiter im Osten, im Hochgebirge der Hohen Tatra, ist das dann kaum noch möglich. Für Alpinisten ist diese Gegend also wiederum wesentlich spannender.
Die Hauptpfade laufen direkt von Gipfel zu Gipfel und bieten somit eine wunderbare Gelegenheit, die Umgebung zu betrachten. Zustiege gibt es von beiden Seiten her zuhauf. Bei einer unserer Tageswanderungen gerieten mein Begleiter und ich in einen recht starken Nebel, der die Aussicht natürlich minimierte – dennoch waren die Pfade und Wege gut sichtbar, die Wegweiser und Pfade mit Farben gekennzeichnet. Man findet sich also auch so gut in der Umgbung zurecht.

Auch im Nebel sind die Wegweiser noch gut zu erkennenOrientierung kurz vom AufstiegWanderwege und Entfernungen sind gut ausgeschildertTiefe SchluchtenGut abgestimmte ZwischenmahlzeitDer Nebel kommt...Beeindruckende WolkenformationenUnterwegs in der Malá FatraKleine und feine Highlights, die überall auf dem Land verteilten Kirchen mit HolzdächernFilmkultur - Graf Orlok in der ArwafesteAm Ende Erholung im Kaffeehaus =)Das ist die Slovakei!

Hohe Türme, dunkle Schatten
Auch wenn man mitunter nur zum Wandern gekommen ist – es lohnt sich, einen kleinen Abstecher zur Burg Orava (oder auch: Arwaburg) zu machen. Majestätisch und zugleich finster erhebt sich die Festung über dem Arwafluss. An einem sonnigen Tag mag die Feste eine gewisse Trutzigkeit versprühen, an regnerischen oder nebeligen Tagen jedoch zeigt sie sich in einem wesentlich unheimlicheren Gewand…
Ein Besuch lohnt sich insbesondere dann, wenn man ein Interesse an Filmkulissen hegt, denn hier wurden Teile des Stummfilmklassikers Nosferatu (1922) mit Max Schreck als blutdürstendem Graf Orlok gedreht. Oder, anders gesagt: Das ist eines der legendären Schlösser Graf Draculs!

Hölzerne Dächer, leckere Äpfel
Besonders reizvoll sind die vielen kleinen Bergdörfer in der näheren Umgebung der Niederen Tatra. Die Städte empfanden wir als nicht so hübsch (= hässlich) und fuhren daher lieber ein wenig herum, um uns abgelegenere Orte anzuschauen. Die örtlichen Kirchen, viele mit Holzdächern, fallen sofort auf und versprühen einen urtümlichen, rustikalen Charme.
Auch kann es passieren, dass einem nette alte Weiber in einem fröhlichen Slovakisch frisch gepflückte Äpfel anbieten. Und auch wenn wir kein Wort von dem verstanden, was die ältere Dame da zu uns sprache, waren die Äpfel garantiert ungespritzt und absolut köstlich.
Die Menschen in der Slowakei waren zu uns überhaupt über alle Maßen freundlich und einladend. Egal ob das Apfel-Weib an der Straße, die junge, Englisch sprechende Studentin in der Hütte oder die Slovaken in der örtlichen Suppenküche eines kleinen Dorfes: alle zuvorkommend und freundlich, auf eine ehrliche Art und Weise. Ein wunderbares Land, das ich in Zukunft gerne wieder besuchen und näher erkunden möchte, auch wenn es mich dann vielleicht doch noch ein wenig weiter Richtung Osten verschlagen wird…

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