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Teaserbild: Stadt, Land, Fluss – mit dem Fahrrad entlang der Moldau und Elbe

Stadt, Land, Fluss – mit dem Fahrrad entlang der Moldau und Elbe

Stadt, Land, Fluss – mit dem Fahrrad entlang der Moldau und Elbe

Im Sommer haben wir mal wieder unsere Radtaschen gepackt und sind fast drei Wochen lang mit dem Fahrrad 750km entlang der Moldau und der Elbe durch Tschechien und Deutschland gefahren. Gestartet sind wir an der deutsch-tschechischen Grenze in Bayerisch Eisenstein, von wo wir auf tschechischer Seite durch den Nationalpark Šumava bis zum Lipno-Stausee am Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Österreich gefahren sind. Von dort aus verlief unsere Route immer nach Norden entlang der Moldau über Český Krumlov und Budweis bis nach Prag. Nördlich von Prag mündet die Moldau in die Elbe. Von hier fuhren wir meist direkt am Ufer der Elbe über Ústí nad Labem und Děčín bis zur deutschen Grenze in Bad Schandau. Durch das Elbsandsteingebirge und Dresden ging es für uns weiter auf dem Elberadweg bis nach Strehla und von dort zurück nach Leipzig.

Warum Tschechien

Warum eigentlich nicht Tschechien? Das ist gut zu erreichen und mal was anderes als immer nur im Flachland Fahrrad zu fahren. Bis dahin kannten wir von Tschechien nicht viel mehr als ein paar Kilometer hinter der Grenze zu Deutschland. Wir waren neugierig, was dieses Land noch zu bieten hat und erhofften uns Touren durch verschlafene böhmische Dörfer und möglichst unberührte Natur. Wir sollten nicht enttäuscht werden.

Die Moldau kurz vor dem Lipno-Stausee bei Nová Pec.Der Radweg direkt am Lipno-Stausee ist eine der wenigen flachen Etappen zu Beginn der Tour.So nah wie  hier kommen wir der Moldau selten.

Was Sie schon immer über diese TOUR wissen wollten…

Von bergig bis flach war alles dabei
Begonnen haben wir unsere Tour in Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald. Nach Tschechien ist es von dort ein Katzensprung. Man muss nur das Bahnhofsgebäude verlassen und schon ist man mitten im Böhmerwald (tschechisch Šumava). Dort heißt es für uns nun erst einmal viel bergauf und bergab. Tschechien erweist sich zumindest bis kurz vor Prag als ein einziges Mittelgebirge. Wenn man wie wir sonst nur das flache Leipziger Umland gewöhnt ist, dann machen einem die Berge anfangs etwas zu schaffen. Die Wegqualität ist größtenteils gut und die Route verläuft auf ruhigen Nebenstraßen und Waldwegen. Neben größeren Straßen befindet sich meist ein separater Fahrradweg. Die Region Šumava ist unter tschechischen Mountainbikern sehr beliebt, so dass es häufig vorkommt, dass man bergauf von sportlichen Fahrradfahrern (ohne Gepäck) überholt wird. Die Strecke verläuft größtenteils durch die Natur, hin und wieder durchquert man einzelne kleine Dörfer und Kleinstädte. Nach so viel Natur waren wir von Prag als Großstadt mit sehr vielen Touristen etwas überfordert, so dass wir statt der geplanten zwei Tage schon nach einem Tag wieder in die Pedalen traten. Ab Prag ist die Strecke zu größten Teilen flach und verläuft fast immer in Flussnähe.

Wie haben wir den richtigen Weg gefunden?
Obwohl die offizielle Bezeichnung für den ersten Teil unserer Strecke laut Radbuch „Moldauradweg“ lautet, verläuft der Weg nur an wenigen Abschnitten direkt am Fluss entlang. Einen offiziellen Moldauradweg gibt es in Tschechien nicht. Vielmehr folgt man vielen einzelnen lokalen Radwegen durch kleine Dörfer und Städte, was allerdings auch durchaus seinen Reiz hat. Die Beschilderung war durchgängig sehr gut. In Deutschland sind wir den Schildern des Elberadwegs gefolgt, die ebenfalls gut waren.

Was war sehenswert?
Besonders schön fanden wir die unberührte Natur im Šumava Nationalpark und rund um den Lipno-Stausee. Doch auch die Städte, die wir während unserer Tour durchfahren haben, waren zumeist sehr schön. Erwähnenswert ist hierbei besonders Český Krumlov, das zwar touristisch sehr überlaufen ist, aber auf jeden Fall einen Stopp wert sein sollte. In Budweis haben wir nur eine Mittagspause gemacht, da hätte es sicher aber noch mehr zu sehen gegeben. Prag ist sicherlich ein Höhepunkt der Tour, allerdings wahrlich kein Geheimtipp, was dem speziellen Lebensgefühl in der Stadt allerdings keinen Abbruch tut. Im Sommer kann es aber durchaus vorkommen, dass die Hostels in der Stadt ausgebucht sind. Die Campingplätze liegen etwas außerhalb, wir haben in Prag-Troja einen gefunden und sind dann für die Stadtbesichtigung die 10km direkt entlang der Moldau ins Zentrum geradelt.

Wir genießen die Fahrt abseits der großen Straßen. Blick auf Český Krumlov. Zelten mitten in Tschechien in Kostelec.Die Mündung der Otava in die Moldau. Massentourismus in Prag als Gegensatz zur Natur und Ruhe der letzten Tage. Auf die gelben Hinweisschilder für Radfahrer treffen wir in ganz Tschechien.

Wie haben wir geschlafen?
Übernachtet haben wir bis auf drei Nächte immer im Zelt. Die Zeltplätze entsprechen zwar in der Regel nicht dem Standard eines Zeltplatzes in Deutschland, waren für uns aber immer absolut ausreichend. Die Übernachtung in einer Pension ist eine gute Alternative, wenn man durch tagelangen Regen bis auf die Knochen nass ist und man einen Ort braucht, um mal wieder richtig trocken zu werden. Preislich ist dies abseits der touristischen Hotspots wie Český Krumlov oder Prag z.T. sehr günstig. Nicht zu empfehlen ist der Zeltplatz in Vyšší Brod, außer man mag es gemeinsam mit tschechischen Jugendreisegruppen die Nacht zum Tag zu machen, dies ist allerdings wahrscheinlich auch von den Ferienzeiten abhängig.

Fazit
Wer etwas mehr sucht als überlaufene Radwege und auch schon etwas Erfahrung im Radreisen hat, dem wird eine Fahrradtour durch Tschechien sicherlich gefallen. Gerade der erste Teil unserer Tour war jedoch sehr bergig, so dass man auch über eine gute Kondition verfügen sollte. Rückblickend war aber genau dieser Teil ursprünglicher und interessanter, als der deutlich touristischere Elbradweg. Dieser hat durch seine malerische Landschaft aber absolut auch seine Daseinsberechtigung und eignet sich prima, um sich von den hügeligen Etappen zu erholen. Tschechien mit dem Fahrrad zu erkunden ist eine der besten Möglichkeiten, um Land und Leute kennenzulernen. Wir werden sicher noch einmal wiederkommen.

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