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Teaserbild: Der E3 Part 1: Der Kom-Emine-Weg in Bulgarien

Der E3 Part 1: Der Kom-Emine-Weg in Bulgarien

Der E3 Part 1: Der Kom-Emine-Weg in Bulgarien

Der Kom-Emine-Weg ist ca. 650 km lang, der längste zusammenhängende Gipfelwanderweg Europas und führt normalerweise vom Berg Kom im westlichen Teil des Landes gen Osten zum Kap Emine ans Schwarze Meer. Aufgrund unserer Reiseroute liefen wir ihn allerdings in die Gegenrichtung. Er steigt somit allmählich vom Meeresspiegel immer weiter an, anstatt abzufallen. Den höchsten Punkt bildet nach rund zwei Dritteln der Berg Botev mit 2376 Metern im Nationalpark Zentralbalkan.

Warum Bulgarien

Der Kom-Emine-Weg, ich nenne ihn der Einfachheit halber nachfolgend KE, ist der erste Abschnitt unserer 4 Monate langen Tour über den E3-Fernwanderweg, den ich gerade mit meinem Bruder Christoph vom Schwarzen Meer bis zurück nach Deutschland laufe. Der E3 verläuft in Bulgarien identisch mit dem KE, deswegen wurde uns die Entscheidung, ob man ihn läuft oder nicht, gewissermaßen abgenommen. Auch klang der Weg bei unseren Recherchen im Internet schon sehr reizvoll. Der längste zusammenhängende Gipfeltrail Europas, von Menschen fast unberührte, wunderschöne Natur, Berge über 2000 Metern, Nationalparks und anspruchsvolles Terrain. Was will ein Wanderherz mehr? Das es die wohl anspruchsvollste und anstrengendste Etappe unserer Reise werden wird, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, aber dazu erzähl ich später mehr.

Das Buzludja-DenkmalEine der sehr wenigen, aber sehr schönen SchutzhüttenEines der vielen Viehweidenlager

Was Sie schon immer über den KOM-EMINE-WEG wissen wollten…

Terrain
Das Terrain ist im östlichen Teil bis zum Anfang des Nationalparks an sich angenehm zu laufen. Es geht durch alte Buchenwälder und Eichenhaine, man durchläuft kleine Schäferdörfer und Viehweiden, wo man gut das Zelt aufschlagen kann und es gibt ein paar spärlich gesäte Schutzhütten.
Wassertechnisch ist es manchmal schwierig, auf einigen Etappen mussten wir abseits vom Weg im Wald kleine Bachläufe suchen, um Wasser zu filtern, da Brunnen noch eher selten vorkommen. Diese häufen sich aber, je weiter man auf dem Weg fortschreitet. Es gibt auch hier schon den ein oder anderen knackigen Aufstieg, vor allem kurz vor dem Zentralbalkan werden sie heftiger, da man langsam in alpine Regionen aufsteigt. Den mittleren Teil des KE bildet der Nationalpark Zentralbalkan, der auch die meisten Gipfel über 2000 Meter beherbergt.
Da der Weg meistens über den Gebirgskamm führt, muss man auch über fast alle drüber. Das Terrain ist teils Wald, teils unbewachsene, ungeschützte aber gut laufbare Bergkuppen und teils steinige Gipfel, auf denen auch mal der ein oder andere Klettersteig vorkommt. Es gibt viele Brunnen und Bäche und in sehr regelmäßigen Abständen kommen Berghütten, von denen die meisten auch in der Nebensaison bewirtschaftet sind. Hier kann man dann auch für 12 Leva, umgerechnet 6 €, die Nacht schlafen. Das ist oft ratsam, denn gute Plätze zum Zelten sind in dieser Region selten und teilweise auch nicht ganz ungefährlich, da das Wetter auf der Höhe manchmal unberechenbar und wechselhaft ist.
Es kann durchaus vorkommen, dass sich unvermittelt Starkwinde mit Hagel paaren und im Freien übernachten zu einer heiklen Sache machen. Sind die höchsten Bergkämme geschafft, kommt man dann gemächlich auf den westlichen Teil des Weges. Es kommen wieder viele Buchenwälder und einige Viehweiden und die Wege werden angenehmer. Keine hohen Gipfel, mit Ausnahme des Kom am Schluss, gilt es mehr zu erklimmen. Alles in allem eine eher gediegene Etappe, die zwar auch noch ein paar fordernde Anstiege enthält, aber im Gesamten konstant und gut belaufbar bleibt.

Markierung
Die Markierung des KE ist ein Sache für sich. Wir sind ein bisschen davon ausgegangen, dass ein international bekannter und auch als europäischer Fernwanderweg ausgeschriebener Wanderweg eine gute Beschilderung hat, deswegen machten wir uns über den Punkt wenig Gedanken. Vor allem der östlichen Teil des Weges ist allerdings teilweise so schlecht, bis gar nicht markiert, dass wir öfters kleine bis größere Verirrungen und Umwege auf uns nehmen mussten. Hier rettete uns nicht nur einmal das GPS den Tag.
Oft ändern sich die Wege über die Jahre, kleine Waldwege wachsen zu und neue werden angelegt, sodass man oft improvisieren oder blind nach GPS laufen muss. Sobald man aber den Osten hinter sich gelassen hat, wird die Markierung signifikant besser und zieht sich so bis zum Ende durch. Eine Kleinigkeit will ich noch erwähnen, und zwar die Eigenart, dass vor allem bei Schlüsselstellen die Markierung fehlt. Also zum Beispiel bei Weggabelungen oder Kreuzungen. Das liegt oft an der einseitigen Markierung des Weges, denn wir liefen den Weg ja praktisch verkehrt herum.

Der Blick auf den NationalparkDer Nationalpark ZentralbalkanDas Mazalatmassiv von untenDas Mazalatmassiv von obenDer Aufstieg zum BotevgipfelDer Aufstieg zum KupenagipfelKurz vor dem Berg VechenZeltlager an der Hütte ProbohenicaGlücklich!

Verpflegung
Verpflegungstechnisch versuchten wir uns auf das Minimum zu beschränken, da die Rucksäcke nicht allzu schwer werden durften. Allerdings war auch das Ziel, mindestens für 1,5 Wochen autark leben zu können. Wir hatten einen Vorrat Travellunch dabei, als Art Belohnung nach besonders anstrengenden Etappen. Die Hauptnahrung bildet Couscous, rote Linsen und Hirse mit Gemüßebrühe. Das verbraucht besonders wenig Gas, da man die Zutaten nicht lange kochen muss. Außerdem verbrauchen sie wenig Platz und sind leicht.
Ansonsten gab es viele Müsliriegel, Trockenfrüchte und ab und zu mal einen Keks. In den Bergen bei den Hütten ist es dann häufig auch möglich, eine warme, billige Mahlzeit zu bekommen, womit man die Vorräte schonen kann.

Unsere Tour: Der Osten
Am 4.4. ging es los und wir flogen von Berlin über Sofia nach Varna. Wir beschlossen noch eine Nacht hier im Hostel zu verbringen und dann mit dem Bus weiter nach Sunny Beach zu fahren. Wir stockten nochmal die Gasvorräte auf, denn leider ist es verboten, diese im Flugzeug mitzuführen. In ganz Varna gab es allerdings nur noch zwei kleine Kartuschen, wir mussten also auf unseren MSR Reactor und dessen Gassparsamkeit vertrauen.
Trotzdem guter Dinge ging es dann mit dem Maxibus los, die Fahrt war gediegen und der Busfahrer freundlich. Da wir „Off-Season“ reisten, bot sich uns in Sunny Beach, dem „Mallorca“ Bulgariens, ein ein bisschen absurder, Anblick von Geister-Partymeilen und leeren Riesenressorts.
Die Suche nach einer weiteren Gaskartusche blieb auch hier erfolglos und so ging es weiter über Asphalt in Richtung Kap Emine, was nochmal ungefähr eine Tagesetappe entfernt war. Das Wetter war hier noch warm und sonnig und für unsere erste Nacht schlugen wir das Zelt auf einer Kuhweide auf. In der Ferne konnten wir die Hunde, Kühe und das Meer hören, was unsere erste Nacht angenehm und erholsam machte. Am nächsten Tag erreichten wir das Kap gegen Mittag. Ein Militärkomplex, ob er noch aktiv ist, ließ sich nicht erkennen, umschließt das äußere Ende der Landzunge, sodass man nicht bis ganz zur Spitze vordringen kann. Wir suchten uns deswegen soweit vorne wie es ging ein Plätzchen an der Steilküste, aßen ein wenig zum Mittag, machten Beweisfotos und gingen dann los.

Der Kom-Emine hat also offiziell begonnen, vor uns lagen ca. 650 km und unzählige Höhenmeter. Die Sonne schien heiß und am Ende des ersten Tages stießen wir direkt auf das erste Problem. Es gab weit und breit keinen Brunnen, Bach oder eine Hütte zum Wasser auffüllen. Erst nachdem wir körperlich schon halbwegs am Ende waren und jegliche Wasserreserven aufgebraucht hatten, stießen wir nach langer Wasser-Such-Expedition durch den Wald auf ein kleines Wasserloch mit einem Bächlein, aus dem wir unsere Trinkblasen vollfiltern konnten. Hier stießen wir auch direkt auf eine Wildschweinfamilie, es war ja April und alle Tiere haben sich gerade brav fortgepflanzt, die uns auch direkt zu verstehen gab, dass wir hier nicht erwünscht sind. Wir suchten also schnell das Weite.
Die nächsten Tage verliefen dann eher ruhig. Wir hatten zwar nochmal ein Wasserproblem, aber die Brunnen, Wäldern mit Bächen und Viehweiden häuften sich, sodass die Flaschen bald immer gut gefüllt waren. Unsere Schultern und Füße gewöhnten sich immer mehr an das Gewicht und bald stellte sich die Routine ein.
Auch die Nächte verliefen immer ohne Zwischenfälle. Ab und zu kam mal ein Hund, ein Wildschwein oder ähnliches vorbei, aber ernstlich gestört wurden wir nie. Charakteristisch für diesen Teil des Weges sind vor allem die weiten Viehweiden mit vielen Herden und Schäferhunden, die zwar abgerichtet sind und bellend das Revier verteidigen, aber uns nie ernstlich nah kamen, dichte Buchenwälder, ein paar kleine Schäferdörfer und Eichenhaine mit vielen Wildschweinen. Auch die sind eher scheu. Wir konnten zwar einige beobachten und manchmal sind wir erschrocken, weil wir im Dickicht ein paar aufgeschreckt haben, aber sobald sie Menschen wahrgenommen haben, sind sie so schnell wie möglich verschwunden.
Am Tag 10 erreichten wir die Stadt Kotel. Bis hierhin hatten wir nur eine Hütte passiert in der man etwas Warmes essen konnte. Der Hunger auf etwas anständiges zu Essen war also groß und wir suchten uns direkt ein nettes Restaurant in dem wir eine riesige Pizza verdrückten. Wir stockten die Vorräte auf und machten uns wieder auf den Weg. Als kleiner Einschub: Man muss sich ein bisschen daran gewöhnen, dass man vor allem in den Bergstädtchen oftmals ein bisschen wie ein Alien betrachtet wird. Aber davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Sobald man auf die Menschen zugeht, schlägt einem immer Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft entgegen. Als wir die Stadt verließen, bemerkten wir schon die schwüle Luft und erwarteten gegen Abend ein Gewitter. Dieses kam dann auch mit voller Fahrt und viel Hagel, sodass wir schnell vom Kammweg runter mussten und uns in einer kleinen Felsformation Schutz suchten.
Hier bauten wir dann auch das Zelt auf, die Gewitterfront zog ab, wurde aber direkt von einer zweiten verfolgt. Als wir früh aufwachten war der Regen und der Wind so stark, dass es das Gestänge unseres Zeltes bei einem Windruck nach Innen drückte. Wir ankerten es los und brachten es so wie es war in Sicherheit, da ein Abbauen in der Situation absolut unmöglich war. Zum Glück stellte sich heraus, dass es nur eine leichte kleine Verbiegung gab, das Zelt sah ab nun an ein bisschen bucklig aus, jedoch war die Integrität nicht beeinträchtigt. Das war unsere erste von drei sehr unangenehmen Erfahrungen mit dem Wetter.
Die Anstiege wurden langsam immer höher, es ging immer weiter ins Gebirge. Wir wussten, dass die Hüttenanzahl hier dichter wird und so erreichten wir am Tag 12 unsere erste Berghütte Bukovec. Wir wurden mit einem Bier begrüßt, was man übrigens an fast jeder Hütte für 2 Leva ( ca. 2 Euro) bekommt und da wir im Zelt schlafen wollten, mussten wir auch nichts für die Unterkunft bezahlen. Als es dann Nachts wieder anfing mit Stürmen, wurde uns sogar angeboten ins Steinhaus umzuziehen, wo wir dann auf dem Fussboden nächtigten. Viele Anstiege, den ersten 1500er und einer Nacht bei einem sehr netten, pensionierten Feuerwehrmann, der uns in der Hütte Scibasa mit einem Bett und selbst gemachter Wurst versorgte, später tauchte am Horizont das Buzludja-Denkmal auf.
Wir hatten schon vergessen, dass man auf der Route daran vorbeikommt. Nach der Nacht in der gleichnamigen Hütte nahmen wir uns ein wenig Zeit, das ufoförmige Gebilde ausführlich aus der Nähe zu betrachten und ein paar Fotos zu schießen. Es zählt immerhin zu den Top 3 der Lost Places weltweit. Dann machten wir uns auf den Weg zur Hütte Usana, die die geographische Mitte des Weges bedeutet.

Die Mitte
Nach der Usanahütte lag nun der Nationalpark Zentralbalkan mit den Hauptmassiven und dem höchsten Berg Botev vor uns. Wir freuten uns, die Natur ist hier wahnsinnig schön und unberührt. Schneebedeckte Gipfel, wilde Bäche und dichte Wälder bestimmten das Bild. Für den Tag nach Usana hatten wir uns vorgenommen, über die Hütte Mazalat bis zur Hütte Tazha zu wandern. Wir starteten bei leichten Regen und starkem Nebel, kamen aber gut voran und errichten Mazalat gegen ca. 2 Uhr. Hier tranken wir einen Kaffee und sammelten ein wenig Kraft, denn vor uns lag ein steiler Felskamm und das Wetter verschlechterte sich zunehmend. Michaela, die die Hütte betreibt, schaute uns auch ein wenig skeptisch an als wir so unbedarft wieder aufbrachen. Bald wussten wir dann auch warum. Als wir den Kamm erreichten, war der Wind so stark geworden, dass man sich beinahe nicht mehr fortbewegen konnte. Vor uns bauten sich bei 10 Meter Sichtweite die Felshänge auf und als sich zu dem Wind noch schneidender Eisregen paarte, blieb uns nichts anderes übrig als umzukehren, um es am nächsten Tag nochmal zu probieren.
Das Wetter zwang uns das zweite mal in die Knie. Michaela empfing uns wieder fürsorglich und ein wenig grinsend und am nächsten Tag schien tatsächlich wunderbar die Sonne, sodass wir die Strecke zur Tazhahütte gut schafften. Deswegen entschieden wir uns auch, den Botev am selben Tag noch zu besteigen. Das Wetter hielt super, über 2000 Metern war es zwar eisig und es lag viel Schnee, aber dafür war die Sicht atemberaubend. Es verlief alles ohne Probleme und so erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein ca. 5 Stunden später den Gipfel.
Hier steht eine große Forschungsstation, die auf den ersten Blick eher verlassen wirkt. Jedoch begegneten wir dem wohl einzigen Menschen hier und wurden auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Theoretisch kann man auch auf dem Gipfel schlafen, wie uns der einsame Bewohner zu verstehen gab, allerdings hatten wir vorher schon den Plan gefasst, den Gipfel wieder zu verlassen um in dem ca. 1 Stunde entfernten Botev-Shelter zu übernachten.
Die nächste Etappe zur Hütte Dobrilla war mit nur 11km, aber 8 Stunden angegeben und nach dem ersten Gedanken, dass es sich um ein Irrtum handeln muss, kamen wir auch schon in den Genuss harter Felswände und Klettersteige. Vor allem mit mehr als 20 Kilo Gepäck auf dem Rücken war das ein sehr abenteuerliches Unterfangen, links und rechts ging es mehrere hundert Meter in die Tiefe und der Pfad war teilweise nur 20 cm breit. Hat man den schroffen Fels allerdings einmal hinter sich gelassen, kommt man auf einen angenehmen Wald-Hügel- und Wiesenweg der ohne großartige Berge ungefähr 2 Tage zieht.
Nach diesen zwei Tagen standen wir dann vor dem letzten großen Bergmassiv, das es noch zu bezwingen galt. Wir übernachteten am Tag 19 in der Hütte Kozya Stena und machten uns dann, trotz der Meldung, dass es gegen Nachmittag ein wenig regnen soll, auf den Weg über diese letzte Höhenmeterhürde. Bis zum Berg Vezhen war alles in Ordnung, es gab einige kleine Schauer und Graupel, aber meist kam gleich danach immer die Sonne heraus. Erst gegen 17 Uhr und 2 Gipfeln, die noch zwischen uns und einer Schutzhütte lagen, wurde es problematisch. Die Temperatur fiel unter null Grad, der Regen wurde stärker und verwandelte sich in Schnee und starker Wind setzte ein. Die Sicht lag jetzt wieder unter 10 Meter, die Kleidung gefror uns am Leib und die Hütte war weit und breit nicht in Sicht.
Erst als wir komplett entkräftet und bis auf die Knochen durchgefroren schon mit der Alternative spielen mussten, unser Zelt bei diesen unwirtlichen Bedingungen aufbauen zu müssen, tauchte vor uns die Hütte auf. Die war zwar schon seit Jahren verlassen, bot aber wenigstens Schutz vor Wind und Schnee. Mit der Hoffnung auf besseres Wetter schliefen wir dann ein, wurden aber am Morgen bitter enttäuscht, denn es schneite immer noch, die zum Trocknen aufgehängte Kleidung war mit Eis übersät und der Wind machte ein Weiterlaufen unmöglich. Wir sahen uns daher vom Wetter gezwungen, vom Berg ins Dorf Anton abzusteigen um von hier aus mit dem Zug nach Sofia zu fahren.
Hier verbrachten wir dann zwei Tage mit warmer Dusche und festem Essen und auch ein wenig Gesellschaft war nach 3 Wochen Durchwandern sehr angenehm.

Der Westen
Da sich das Wetter laut Internet nach den zwei Tagen immer noch nicht auf den Bergen gebessert hatte, entschieden wir uns 30 km über die restlichen 2000er Gipfel zu überspringen, mit dem Bus von Sofia aus nach Botevgrad zu fahren und von hier aus wieder auf den Kom-Emine zu wandern. Nach ein bisschen Straße und einem steilen Anstieg durch einen Waldhang auf den Kamm waren wir auch relativ schnell wieder auf der Route.
Der Weg war ab hier erfreulich eben und gut zu laufen; ein kleiner Genuss nach den anstrengenden Tagen in den hohen Bergen. Am Tag 24 erreichten wir die Hütte Trastenaja, die inmitten einer Himbeerplantage liegt. Hier trafen wir nicht nur, wie in jeder Hütte, wahnsinnig nette Leute, wir fanden auch heraus, dass hier direkt Himbeerwein hergestellt wird. Der Abend wurde entsprechend lang und der Morgen spät.
Als wir aufbrachen, gab uns der Hausherr noch eine Packung Knaller mit, mit der Warnung, dass im nächsten Dorf beim ersten Haus drei aggressive Schäferhunde auf uns warten, die nicht mit gutem Zureden zu besänftigen sind. Er behielt Recht, bei Lakatnik kamen die Hunde auf uns zugestürmt und nur ein Knaller löste die Situation. Nach einer Zeltnacht an der gerade unbewohnten Hütte Probojnitsa kam dann die letzte Etappe. Der Weg war immer noch angenehm, es gab zwar nochmal einen knackigen Aufstieg, aber das Terrain war an sich sehr reich an Weiden und Waldwegen. Wir entschieden uns, erst zur Hütte Kom zu wandern und den Gipfel Kom am nächsten Tag zu besteigen, da es schon spät wurde.
Gegen um sechs abends erreichten wir dann sehr geschafft und glücklich das vorläufige Ziel dieser ersten Etappe unserer großen Tour. Wir feierten mit einem großen Bier und aßen uns reichlich satt, um dann am nächsten Morgen den Gipfel zu besteigen. Wir beendeten diesen einzigartigen Weg bei guter Sicht auf dem Gipfel des Koms, stolz und überwältigt von all den grandiosen Eindrücken.

Der KE ist absolut empfehlenswert, auch wenn er an manchen Stellen sehr anstrengend und schlecht markiert ist. Er braucht viele Nerven, aber man wird mit einer wunderschönen Natur und wahnsinnig netten Leuten belohnt. Für uns ging es dann zu Fuß weiter nach Montana über Berkovitsa. Von hier aus fuhren wir mit Bus und Bahn erst nach Vidin und dann nach Orsova, um über die Südkarpaten weiterzuwandern.
Aber das ist Stoff für einen anderen Bericht…

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