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Teaserbild: Korsika im April/Mai

Korsika im April/Mai

Korsika im April/Mai

Mein Freund und ich entschieden uns, eine Reise nach Korsika zu machen. Unsere Reisezeit war die letzte April- und erste Maiwoche 2016, was sich, weil auf Korsika die Hauptsaison erst im Juni beginnt, als gute Wahl herausstellte. Von mehreren Bekannten, die bereits dort gewesen waren, erfuhren wir, dass es besser ist, sich nicht zu viel Reisestrecke vorzunehmen, denn die kurvigen Straßen ziehen sich hin und sorgen für ein entschleunigtes Vorwärtskommen. Also nahmen wir uns nur den nördlichen Teil der Insel vor und konnten entspannt und ohne Zeitdruck unseren Urlaub genießen. Wir werden bestimmt wiederkommen und dann die südliche Hälfte erkunden.

Warum Korsika

Wir lieben die französische Kultur und auch die italienische, Inseln allgemein und das Mittelmeer sowieso, deshalb suchten wir auf der Landkarte nach einem schönen Fleckchen Erde, in dem das alles erfüllt wird und der im Frühjahr/Frühling schon angenehme Temperaturen aufweisen kann. Wir wollten spannende Natur mit abwechslungsreichen Entdeckungsmöglichkeiten, ein per Direktflug zu erreichendes Land ohne horrende Preise bezahlen zu müssen, das nicht vorrangig als allgemein beliebtes Reiseziel bekannt ist. Und wir fanden Korsika – ein Juwel, der uns in bester Erinnerung bleiben wird.

eine traumhafte kleine Bucht an der westlichen Cap Corse-Küste in der Nähe vom Dorf Olmetawunderschöne alte Genueserbrücke bei Ponte Leccia im Hochland, an der man von Norden auf der Schnellstraße Richtung Corte fahrend, vorbeikommtSonnenuntergang vom Campingplatz U Pezzo in St. Florent aus gesehen in Richtung Gebirge von Cap Corse schauend

Was Sie schon immer über KORSIKA wissen wollten…

Wir flogen recht günstig mit Germanwings direkt von Berlin-Tegel bis zur Hauptstadt des Nordens, Bastia, was uns einiges an Reisezeit einsparte. Im Vorhinein hatten wir einen Mietwagen über eine Münchner Firma namens Car del Mar gebucht, einen kleinen Citroen mit Vollkaskoversicherung. Das war für uns das erste Mal mit einem Mietwagen, sonst waren wir auf unseren Reisen immer per Trampen oder Bus/Bahn unterwegs gewesen.
Aber mein schlauer Reiseführer von Dumont hatte mir geraten, sich auf Korsika nicht unbedingt auf den nur spärlich ausgebauten ÖPNV zu verlassen. Das war auch wirklich gut so, denn das Fortbewegungsmittel schlechthin auf dieser Insel mit ihren kaum einsehbaren, engen, kurvigen Straßen ist nun mal das Auto.
Ein Vergnügen war es für mich als Flachland-Leipzigerin mit meiner starken Höhen- und Geschwindigkeitsangst aber nicht gerade, das muss ich zugeben, aber es ermöglichte uns ein bequemes, unabhängiges und sogar günstiges Reisen. Es sollte dabei auf jeden Fall jeder mit einrechnen, dass man aufgrund eben dieser Straßen mit teilweise krassen Anstiegen wesentlich länger unterwegs von A nach B ist.

Von Bastia nach St. Florent z.B. sind es nur 20 km, aber weil ein mittelgroßer Berg dazwischen liegt und sich die Straße daran entlang schlängelt, brauchten wir gute 50 min für die Strecke. Man sollte schon ein geübter Fahrer sein und ein halbwegs gutes Auto haben, um die Straßen stressfrei bewerkstelligen zu können.
Die ersten fünf Nächte hatten wir über AirBnB in privaten Unterkünften im Voraus gebucht, um uns in Ruhe zu „akklimatisieren“, uns von Einheimischen ein paar Reisetipps zu holen und weil einige Campingplätze erst im Mai ihre Tore öffnen. Das führte uns nach Bastia, der wunderbar mediterranen Stadt am Meer, und nach Olmeta di Capocorso, einem winzigen, verschlafenen Dorf an der südlichen Westseite des Cap Corse. Berge über Berge, verrückte Schluchten, Gebirgsflüsse, schroffe Felsen überall, tiefgrüne Wälder und dann wieder türkises Wasser, Genuesertürme, verträumte Dörfer mit Meeresbuchten und atemberaubende Ausblicke auf diese wunderbare Natur erlebten wir von Anfang an.

in Regenkluft am Strand von Moriani (Ostküste bei Bastia) vor und nach einem Gewitterauf dem 536m hohen Col de Teghime zwischen Bastia und St. Florent in Richtung Golf von St. Florent blickenddas beeindruckende Restonica-Tal vom Wanderweg zum Gebirgssee Lac de Melo (Hochland bei Corte) aus gesehen

Es ist fast nicht zu beschreiben, wie schön diese Insel ist! Wir mussten sehr oft staunend, beeindruckt stehen bleiben und kamen uns meist vor wie in einer perfekten Kulisse eines Filmsets, auch wegen des italienisch-französischen Flairs überall. Vom Cap Corse aus fuhren wir über St. Florent (mit einem sehr lohnenswerten Fähre-Abstecher zur Désert des Agriates) nördlich entlang der Küste nach Calvi und nutzten von nun an unsere Campingausrüstung auf gerade öffnenden, fast leeren Plätzen.
Bei der Auswahl halfen uns die Campingplatz-Beschreibungen der App, die wir vorher auf der Korsika-Webseite U Paradisu heruntergeladen hatten – wirklich sehr empfehlenswert. Nordisk-Zelt, Exped-Matte, North Face-Schlafsack, Primus-Kocher & Co. bescherten uns wiedermal den größtmöglichen Komfort für unterwegs. Nach Sightseeing und Stranderholung fuhren wir schließlich weiter ins nördliche Landesinnere nach Corte und wanderten u.a. bei bestem Wetter als Tagesausflug ins Restonica-Tal zum Lac de Melo und in den Wald von Vizzavona zu den Cascades des Anglais. Da es hier im Hochland in der Nacht noch weit unter Null Grad kalt wurde und sich schlechtes Wetter ankündigte, fuhren wir nach vier Tagen allerdings wieder zum Meer, diesmal an die lange, flache Ostküste.
Zwei Tage Gewitter- und Regenwetter (da macht auch eine Bergans-Jacke irgendwann schlapp) ließen uns einige Rommé-Partien im Auto kloppen, sorgten aber auch für Mitleid bei unserer Campingplatz-Besitzerin, die uns mit einem verschmitzten Lächeln ohne abzukassieren verabschiedete (bis auf ein-zwei Ausnahmen begegneten wir durchweg äußerst freundlichen und hilfsbereiten Korsen). An unseren letzten beiden Tagen wurden wir dann nochmal mit strahlendem Sonnenschein, Badewetter (das Meer hatte etwa 16 Grad) und direktem Strandzugang auf einem merkwürdig deutsch-geprägten vier-Sterne-Platz in der Nähe des Flughafens von Bastia versorgt.
Die Rückgabe des Autos verlief reibungslos und das eine kleine Knöllchen haben wir bis heute noch nicht bezahlt… Alles in allem war es eine großartige Reise mit vielen unvergesslichen Momenten, hunderten Fotos und noch schöneren Bildern in unseren Erinnerungen. Wir kommen bestimmt nochmal wieder und erkunden dann den südlichen Teil der Insel.

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