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Teaserbild: Zu Gast bei Gästen

Zu Gast bei Gästen

Zu Gast bei Gästen

Über zehn Jahre ist es her als Tomas aus Göteborg Gastschüler bei meiner Familie war. Er war wohl einer der ersten Austauschschüler in Großenhain. Mit Mathilda und Hanne folgten in den nächsten Jahren zwei weitere Gäste aus dem hohen Norden. Anfang August 2010 nahm ich mir vor, mit dem Fahrrad die Menschen an ihrem Heimatort Göteborg, Oslo und Stockholm zu besuchen, die einst für ein Jahr in Großenhain wohnten.

Warum Schweden

Es eignet sich wohl kein anderes Land besser als Schweden für eine Radwandertour. Das geltende Jedermannsrecht erlaubt es, die Natur zu nutzen und mit dem Zelt für eine Nacht an einem Ort zu schlafen, vorausgesetzt sie wird dabei nicht verschmutzt. Die Straßen und Radwege sind gut ausgebaut und der Verkehr vor allem während des Sommers gering. Die schwedischen Kommunen bemühen sich besonders um das Wohl der Touristen. So gibt es in speziellen Touristenbüros kostenlos Kartenmaterial von der Gemeinde, ideal also für jeden Radfahrer.

Das Bad im kalten klaren Wasser war nach jeder Tour ein GenussLandschaft bei ÖrebroEin typisches Bild auf der Fahrt in Richtung Trelleborg

Was Sie schon immer über SCHWEDEN und meine Tour wissen wollten…

Meine Etappen:
Nach der Anreise in Rostock mit dem Zug starte ich nach einer 4-stündigen Fährfahrt vollgepackt und bestens ausgerüstet meine Radreise bei gutem Wetter in Trelleborg – der südlichsten Stadt Schwedens. Der Radweg Ginstlegen führte mich vorbei an unendlich langen und von der Schärenlandschaft feinsandigen Sandstränden. Die Schweden nennen diese Region westlich von Skåne und Halland auch liebevoll „Badewanne“ oder „schwedische Riviera“.
Über die Stationen Lund und Varberg erreichte ich innerhalb von drei Tagen mit Göteborg die zweitgrößte Stadt Schwedens. Tomas führte mich in den folgenden durch die 1619 von Gustav II. Adolf gegründete Stadt und in das Göteborger Studentenleben ein. Aufgrund des angekündigten starken Regenwetters in den nächsten Tagen nahm ich den Zug in Richtung Oslo.
In der norwegischen Hauptstadt sammelte ich Kraft bei Hannes' Familie für die weiteren Tage auf dem Sattel bei köstlichen regionalen Spezialitäten. Nach zwei Tagen war auch hier schon wieder Zeit für den Abschied. In den folgenden Tagen in Richtung Stockholm erlebte ich die schönste aber auch anstrengendste Zeit auf meinem Drahtesel. Ein hügeliges Streckenprofil mit teils schlechter Beschilderung der Wege wurde jedoch entschädigt mit einer beeindruckenden Aussicht auf die Landschaft bei herrlichem Sonnenschein, die dem verspielten Charakter einer Eisenbahnplatte gleich kam.

Sonnenuntergang in BastadVorallem Norwegen wusste durch wunderschöne Motive zu gefallen.Leider gestaltete sich die Ausschilderung der Radwege ähnlich verwirrend wie dieses Straßenschild.

Nach insgesamt über 9 Tagen, 1031 Kilometern und über 49 Stunden im Sattel konnte ich dann endlich typischen Kupferdächer des letzten Zieles einer langen Reise erblicken. Ich erreichte Stockholm, den Heimatort von Mathilda. Nach weiteren schönen Tagen im Venedig des Nordens, die auch in der wörtlichen Übersetzung des Städtenamens – „Pfahl-Insel“ – auf die vielen Wasserstraßen der Stadt hinweist, kann ich stolz auf eine 3-wöchige Reise zurückblicken.
Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit das Land und die Menschen kennen und lieben zu lernen als mit dem Fahrrad. Die kleinen Erlebnisse sind es, die solche eine Tour unvergesslich machen. Ob es eine Schwedin ist, die man nach Wasser fragt und nach einem kurzen Gespräch einen Schlafplatz im Gästezimmer angeboten bekommt. Oder ein älteres Rentnerehepaar, das einem zum Mittagessen einlädt, nachdem man sich um 8 km im tiefsten schwedischen Wald verfahren hat. Intensiver wird man die Menschen und die regionalen Besonderheiten eines Landes wohl nicht erleben können.

Hast du gar keine Angst?
Da ich diese Tour allein bestritt, machten sich viele Menschen bereits vor Beginn meiner Reise Sorgen. Ich habe mich in dem Land immer sicher gefühlt. Die schwedischen Autofahrer überholen auf der Straße mit großem Abstand. Es hat auch Vorteile alleine zu reisen, da man die Route und Geschwindigkeit selber bestimmen kann. Aber wenn man allein an einem schwedischen See sitzt und den Sonnenuntergang beobachtet, wünscht man sich schon jemanden an seiner Seite mit dem man die Eindrücke und Emotionen teilen kann.

Hast du einen Elch gesehen?
Einen Elch habe ich leider nicht gesehen. Auch wenn etliche Warnschilder auf seine Anwesenheit aufmerksam machten. Doch über den Weg ist mir nie einer gelaufen. Interessant ist, dass jedes „Achtung Elch“-Schild Löcher hat. Das liegt nicht an dem Schießtalent einiger Einheimischer. Grund ist, dass viele Touristen die Schilder entwenden und die schwedischen Ämter Mitarbeiter ausschickten, um Löcher in die Schilder zu bohren und sie damit unansehnlich zu machen.

Bist du denn verrückt?
Am Anfang noch amüsant und mit jedem Weiteren besonders ärgerlich wurde das Unverständnis von vielen Menschen, die sich diese Form der Reise nicht vorstellen können. Aber Fahrradtouren stellen für mich die angenehmste Form dar, ein Land kennen zu lernen.

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