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Teaserbild: Friulanische Dolomiten: Ein Mix aus Anstrengung, Schönheit und Genuss

Friulanische Dolomiten: Ein Mix aus Anstrengung, Schönheit und Genuss

Friulanische Dolomiten: Ein Mix aus Anstrengung, Schönheit und Genuss

Eine anspruchsvolle Rundwanderung in den Friulansichen Dolomiten (gehören seit 2009 zum Unesco-Welterbe), wo Übernachtungen in den ansässigen Hütten (insgesamt 4) möglich sind. Die Rundwanderung kann an verschiedenen Orten gestartet werden. Wir entschieden uns für die längstmögliche Strecke mit insgesamt 3 Übernachtungen und begannen unsere Tour am Campingplatz "Tornerai" in der Ortschaft Andrazza. Wir buchten dafür einen Flug nach Venedig, mieteten dort ein Auto und fuhren nach Forni die Sopra in die Provinz Udine. Forni di Sopra liegt im nordöstlichen Teil von Italien in 907 Metern Höhe und ist umgeben von malerischen Dolomitengipfeln.

Warum Italien

Wir, mein Freund (der übrigens die tollen Fotos gemacht hat ;-))und ich, sind ein eingespieltes Team und beim Urlaubsort berücksichtigen wir beide Geschmäcker. Mein Freund hatte sich diesmal gewünscht, die Dolomiten zu sehen und ich war auf der Suche nach einer Hüttentour. Wir beide bevorzugen eher die unbekannteren Orte mit weniger Touristen, jedoch mit mehr Ruhe, wilden Landschaften – eben Natur pur.

Nach einem Auf-, kommt meist ein AbstiegGrün und saftige Wiese perfekt für ein PicknickFast zu schön, um wahr zu sein

Was Sie schon immer über FRIULANISCHEN DOLOMITEN wissen wollten…

In Forni di Sopra gibt es nach unserem Geschmack die beste Pizza. Diese aßen wir am Vorabend unseres Aufbruchs. Sie war einfach traumhaft – intensiv im Geschmack mit krossem Boden und mildem Mozzarella. Ausgeschlafen und gestärkt starteten wir dann am nächsten Morgen mit ca. 7 kg auf dem Rücken in unser Hüttenabenteuer. 
Unser erstes Ziel war die Flaiban‐Pacherini-Hütte. Nach gut 700 Höhenmetern erreichten wir am Fuße der Cima di Suola auf 1.587 m in dichtem Nebel die Hütte. Mit nur 16 Betten ist das die kleinste der vier Hütten, zudem mit ECOLABEL ausgezeichnet. Das heißt: Die Hütte wird nur mit Photovoltaik versorgt. Die Wärme entsteht im Kamin und nur ab 19 Uhr gibt es Strom und Licht. Zwar war der Hüttenwirt etwas mundfaul, aber wir bekamen alles, was uns wichtig war: ein Bett, etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf. Wie wir es schon erwartet haben, war das Essen am Abend grandios. Wir wurden mit Ragout, Polenta, Makkaroni mit Bolognese und Minestrone verwöhnt. Zu unserer Überraschung wird in Italien Bolognese als Vorspeise gereicht. Zudem gab es fruchtigen Wein und Kuchen zum Nachtisch. So lässt es sich leben.

Am Morgen ging es dann nach dem Frühstück und 35 € pro Person weniger weiter Richtung Pordenone-Hütte. Gleich zu Beginn ging es steil nach oben und unsere Wanderstöcke kamen zum ersten Mal zum Einsatz. Die hatten wir beim ersten Anstieg einfach links liegen gelassen und uns auf unsere Körperkräfte verlassen. Aber diesmal brauchten wir Unterstützung. An diesem Tag waren es insgesamt ca. 1000 Höhenmeter, die auf uns warteten. Die abwechslungsreichen alpinen Landschaften zogen uns in den Bann, sodass wir viele kleine Pausen zum Verweilen und Verschnaufen einlegten. Da der Teil mittelschwer ist, benötigt man Kondition und Trittsicherheit. Zu unserer Überraschung begegneten wir zwei Steinböcken. Ein Schnaufen signalisierte uns, dass beide nicht so sehr über unsere Präsenz erfreut waren. Und so machten wir uns gleich wieder aus dem Staub.
Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir dann am frühen Abend die Pordenone-Hütte. Hier wurden wir besonders herzlich von den beiden Hüttenwirten Marika und Ivan begrüßt und verwöhnt. Das Essen war ein Fest und zum Schluss wurde uns noch ein selbstgemachter Grappa gereicht. Mein Tipp: Vorsicht vor dem Enzian Grappa, der hat es in sich 😉 Zwar war diese Hütte die teuerste, aber wir hatten eine Menge Spaß.

Wildromantisch, die Flaibanpacherini HütteNotunterkunft am Campanile di Val MontanaiaDie süße Pordenone Hütte - leider im GerüstTäglich grüßt das Murmeltier - ähm Hausschwein.Blau, blau blüht der EnzianVorsicht vor dem Krokodil, es könnte zuschnappen.Campingplatz TorneraiHauptsache der Nagellack hältFarbkontraste am letzten TagNach 15h langen Abstieg im losen Geröll brauchen nun auch unsere Schuhe eine PauseSoll es da wirklich nach unten gehen? Ja, genau!Wie wir strahlen auch die Blumen

Am dritten Tag sollte dann die große Herausforderung bevorstehen. Wir überquerten die hohe Montanaia-Scharte und den großartigen Talschluss des Val Montanaia. Auf einer märchenhaften Wiese erreichten wir den atemberaubenden Monolithen des "Campanile di Val Montanaia", der auch der "unlogischste Berg der Welt" genannt wird. Eigentlich ist dann nach so einem Aufstieg die Freude groß, wenn es wieder bergab geht. Aber diesmal mussten wir tief durchatmen, denn vor uns lag ein 1,5-stündiger Abstieg. Auf losem Geröll führt der Weg ins Tal. Hier sind Konzentration, Ausdauer und Kraft gefragt. Mit wackeligen Knien, am Ende aber mit einem Lächeln im Gesicht, erreichten wir das Tal. Der restliche Weg war moderat. Auch hier wurden wir wieder für die Anstrengung belohnt. Die für mich niedlichste und verspielteste der vier Hütten ist die Padova-Hütte, in der wir nächtigten.
In stimmungsvoller Lage, umgeben von zahlreichen Dolomiten-Gipfeln, liegt die Hütte in saftig grüner Landschaft. Hier gibt es ein Krokodil, Hexen und noch viele weitere inspirierende Details. Und wer Lust hat, besucht das Hausschwein, dem sogar ein eigenes Häuschen gehört. Wir verbrachten auch hier nur eine Nacht, dann zogen wir weiter.

Und dann stand der letzte Teil der Wanderung bevor. Zwar war dieser Teil mit wenigen Höhenmetern sehr angenehm, aber wir mussten viele Stunden bergab gehen. Jeder, der schon eine Weile bergab gelaufen ist, weiß, wie das in den Knien zwiebelt. Zudem waren es im Vergleich zu den vorherigen Tagen insgesamt 12 km. Für unsere Kondition der echt anstrengendste Teil der gesamten Wanderung. Bevor wir den Zeltplatz erreichten, mussten wir nur vier kleine Treppenstufen bewältigen und die waren für uns die größte Herausforderung ☺. Nach insgesamt 7 Stunden strammen Laufens kamen wir wieder am Zeltplatz Tornerai an, wo unser Mietwagen auf uns wartete.

Zwar waren wir müde, verschwitzt und ausgepowert aber total happy mit breitem Grinsen im Gesicht. Die Hüttenwanderung war für uns eine sehr intensive Erfahrung. Wir zehren noch immer von der Ruhe und Anziehungskraft der Berge, der abwechslungsreichen Natur und den regionalen Köstlichkeiten Italiens. Das wird nicht unser letztes Hüttenabenteuer gewesen sein!

Nützliche Informationen
Die Übernachtungen sind bei den Hüttenwirten vorher zu reservieren. Die E-Mail-Adressen und Telefonnummern sind auf deren Websites zu finden. Leider ist alles nur auf Italienisch. Wir haben daher den E-Mail-Kontakt vorgezogen. Die Antworten ließen zwar etwas auf sich warten und eine Erinnerung war von Nöten, aber alle Wirte meldeten sich und bestätigten die Reservierung. Die Übernachtung mit Halbpension (Abendbrot und Frühstück) kostete uns im Schnitt 40 € pro Person.

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