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Was essen wir heute? Fufu, Banku oder Kenkey?

Was essen wir heute? Fufu, Banku oder Kenkey?Insgesamt war ich 6 Wochen in Ghana. Zuerst in der Hauptstadt Accra, dann in Bamang, einem Vorort von Kumasi, wo ich 3 Wochen an einem Workcamp teilnahm. Bevor ich in den deutlich ärmeren Norden nach Tamale fuhr, blieb ich noch ein paar Tage im Zentrum von Kumasi. Der Rückweg von Tamale führte über Kintampo nach Elmina und Cape Coast. Das sind Städte an der Goldküste, von denen aus in vergangenen Jahrhunderten tausende Sklaven verschifft wurden. Außerdem folgte noch ein Abstecher zum Kakum Naturpark.

Warum Ghana

Als ich mir Gedanken über mein Reiseziel 2002 machte, gab es für mich 2 wichtige Faktoren, die erfüllt sein sollten: 1. wollte ich in ein Entwicklungsland nach Afrika und 2. wollte ich das Land nicht als Tourist besuchen, sondern ich suchte nach einer Möglichkeit, das alltägliche Leben dort kennen zu lernen. Das Problem bestand darin, dass meine Zeit auf 6 Wochen Schulferien begrenzt und ich außerdem zu diesem Zeitpunkt noch nicht volljährig war. Letztendlich fand ich im Internet einen Link zur ’Voluntary Workcamps Assoziation of Ghana’, wo man auch schon ab 16 Jahren an den Camps teilnehmen kann.

Katholische Kirche in Kumasi, dem Zentrum des Katholizismus in GhanaIm Norden werden die Häuser noch häufig aus rotem Sand gebautKinder in den typischen Schuluniformen

Was Sie schon immer über Ghana wissen wollten…

Gab es Probleme, das Visum zu beantragen?
Nein, eigentlich nicht. Nur habe ich mich gewundert, warum ich ein Visum für 30 Tage ausgestellt bekommen hatte, wo ich doch 6 Wochen bleiben wollte. Misstrauisch wurde ich, als man mir telefonisch auf meine Anfrage in der Botschaft in Bonn mitteilte, wenn ich am Flughafen in Accra ankäme, würde ich dort meine tatsächlich genehmigte Aufenthaltsdauer bescheinigt bekommen – in Deutschland seien sie nur berechtigt, ein Visum für maximal 30 Tage auszustellen. Als ich dann in Ghana ankam, bekam ich tatsächlich auch gleich einen Stempel mit einer verlängerten Aufenthaltsdauer von 60 Tagen. Mittlerweile weiß ich, dass dies nur eine Formalitätenfrage war: Für Ghanaer, die nach Deutschland einreisen wollen, gilt die gleiche 30-Tage-Regelung – allerdings dürfen die dann wirklich nur 1 Monat bleiben.

Wie sicher ist Ghana?
Auch wenn es in Afrika generell eine hohe Kriminalitätsrate gibt, so gilt Ghana dennoch als relativ sicheres Land. Da Übergriffe meist auf Geld und Wertsachen abzielen, sollte man an Orten, wo sich viele Touristen aufhalten (Kotoka Airport, Zentren der großen Städte, Bus-Stationen) besonders auf sein Gepäck aufpassen. Die Einheimischen wissen auch, welche Straßen besonders nach Einbruch der Dämmerung zu meiden sind. Ohne Begleitung sollte man zu dieser Zeit aber grundsätzlich nicht mehr draußen unterwegs sein!

Ledergerberei in TamaleEine für die Dörfer typische Bar in BonwireHier wird Mode gemacht: Farbenfrohe Stoffe statt Grau in Grau.

Wie komme ich von A nach B?
Die preiswertesten Verkehrsmittel, mit denen man so ziemlich überall hinkommt, sind die Tro-tros (sprich: dschor-dscho). Das sind private Kleinbusse, in die allerdings häufig – besonders auf kurzen Strecken – so viele Passagiere wie möglich hineingequetscht werden, so dass man nicht mit erhöhtem Reisekomfort rechnen sollte. Es gibt weder feste Abfahrtsund Ankunftszeiten, noch sind die Stationen eindeutig ausgeschrieben – man muß sich durchfragen. Eine weitere Möglichkeit bieten zahlreiche Taxis, die allgemein etwas teurer sind als die Tro-tros. Eine Einzelperson muss im Taxi auch die 3 übrigen, leeren Plätze mitbezahlen. Häufig ist es aber so, dass man in ein bereits halb besetztes Taxi zusteigt oder auf der Strecke weitere Passagiere hinzukommen. Beachten sollte man auch, dass mit Einbruch der Nacht (in Ghana wird es bereits gegen 6:00 Uhr dunkel!!!) nur noch bedeutend weniger Tro-tros und Taxis fahren, so dass sich die Wartezeiten erheblich verlängern können. Alternativ zu den privaten und oft schlecht gewarteten Tro-tros und Taxis gibt es zwischen den wichtigsten Städten noch Verbindungen mit staatlichen STC-Reisebussen, die zu festen Zeiten abfahren. Gleiches gilt für KTC (Kingdom Transport Company). Die Bahnverbindungen sind nicht weiter erwähnenswert (es gibt ganze 4 Strecken!).

Wie sind die hygienischen Bedingungen?
Auch wenn die hygienischen Standards nicht mit europäischen Maßstäben zu vergleichen sind, so fand ich die Bedingungen zumindest in den größeren Städten überraschend gut. Da die meisten Häuser an eine Wasserleitung angeschlossen sind, gibt es Duschen und Toiletten mit fließendem, wenn auch kaltem Wasser, welches im Norden aber nicht immer rund um die Uhr verfügbar war. Das ist natürlich auch abhängig vom Standard des Hotels. In den ländlichen Regionen gibt es keinen Wasseranschluß, dafür aber Brunnen und nach meinen Erkenntnissen auch keinen Wassermangel. Die Toiletten werden eben manuell gespült oder es sind einfache „Plumpsklos“. Eine Müllabfuhr gibt es in Ghana allerdings nicht. Sämtliche Abfälle landen auf der Straße oder in der offenen Kanalisation und von dort entweder auf Müllkippen, die teilweise mitten in der Stadt liegen, oder direkt in den Ozean, weshalb man ausgewiesenen Badestränden den Vorzug geben sollte!

Wie sieht´s mit der Verpflegung aus?
Als ich nach Ghana geflogen bin, war ich in Sachen Essen schon vorgewarnt: Achtung, scharf!!! Zumindest die Soßen der traditionellen Gerichte sollte man anfangs mit Vorsicht genießen. Es gibt zwar ein paar größere Restaurants in den Großstädten, die auch europäische Küche anbieten und einige Straßenverkäufer werben mit „European Fastfood“, doch die einheimischen Gerichte sollten ein Muss für jeden Reisenden sein. Hat man sich einmal an die Schärfe gewöhnt, sind die wirklich lecker. Frauen, die bereits fertig zubereitete Speisen am Straßenrand, auf dem Markt oder an Tro-tro-Stationen verkaufen, findet man wirklich immer. Meist steht neben dem Stand auch gleich ein Tisch und eine Bank, so dass man dort in Gesellschaft der Einheimischen essen kann. Die Grundnahrungsmittel unterscheiden sich jedoch fast völlig von unserem europäischen. Statt Kartoffeln gibt es dort Fufu, Banku, Yam, Kenkey … aber auch viele Reisgerichte. Dazu verschiedene Soßen, die häufig mit dem bei uns unbekanntem Palmenöl zubereitet sind. Unbedingt darauf achten sollte man allerdings, dass die Speisen noch richtig heiß oder zumindest doch noch warm sind, sonst muss man mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass sich der Verdauungsapparat für die nächsten 2-3 Tage beschwert. Wer sich selbst verpflegen will und keine Lust oder Zeit hat, sich mit den zahlreichen Händlern auf den Märkten über den Preis zu streiten, der kann das Wichtigste in kleinen Supermärkten (allerdings wieder nur in den größeren Städten) oder an Tankstellen kaufen.

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