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Zu Fuß, mit Schiff und Bahn rund um den Baikal

Zu Fuß, mit Schiff und Bahn rund um den BaikalSeptember 1999 – Kulturschock: Übermüdet nach durchflogener Nacht warten wir auf dem Platz vor`m Irkutsker Flughafen auf unseren Bus. Alles wirkt grau, provisorisch und lieblos. Beinahe hätten uns unsere Fluchtreflexe um eine unserer schönsten Touren gebracht! Von Irkutsk aus ging es mit Transsib und BAM nach Severobaikalsk, von dort zu Fuß 10 Tage an der Nordwestküste des Baikal entlang. Dann fuhren wir auf einem Fischkutter nach Ust-Barguzin, von dort per Bus nach Ulan-Ude, und schließlich mit der Bahn nach Irkutsk zurück.

Warum Russland

Die Frage sollte eher heißen: Warum Baikal? Wir haben die Bednarz-Filme gesehen und wollten hin. Für Russland braucht es etwas Gelassenheit in Bezug auf Bürokratie und allgegenwärtigen Verfall. Aber die Komforteinbußen hinzunehmen lohnt sich für die herrliche Landschaft rund um den Baikal und die freundlichen Menschen, die dort leben: Es hatte vorher nur wenige Touren gegeben, bei denen wir so unkompliziert mit Leuten Kontakt bekommen haben. Die Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft geht weit über das hinaus, was für eine pure Geschäftsanbahnung nötig wäre.

Ulan Ude: Vorbild des Chemnitzer Nischels?Nordwestküste: Guba Malaja KosaFrühstück vor (nicht mit!) zugelaufenen Hunden

Was Sie schon immer über Russland wissen wollten…

Brauche ich ein Visum und wie bekomme ich das?
Ja, es besteht Visumpflicht. Die Bedingungen ändern sich ständig, deshalb bei einem Reisebüro oder einer Visa-Agentur nachfragen. Wir haben allerbeste Erfahrungen mit „Vostok“ aus Berlin gemacht (sehr informative und stets aktuelle web-Adresse rechts). Die nicht unerheblichen Kosten für Einladung und Visum werden durch die günstigen AEROFLOT-Flugpreise etwas gemildert. Nehmen Sie die Hinweise der Visa-Beschaffer sehr ernst (z.B. Pflicht-Reisekrankenversicherung nur bei bestimmten Gesellschaften abschliessen, immer auch die Telefon-Nr. des Arbeitgebers angeben usw.) Sinnsuche in den Bestimmungen führt nicht zum Visum, sondern direkt in den Wahnsinn.

Wie ist die Versorgungslage?
Unsere Erfahrung aus der Provinz sagt, dass es alles Notwendige zu für Westeuropäer günstigen Preisen gibt. Moskau soll teuer sein, können wir aber nicht explizit bestätigen, da wir nur einen Tag da waren. Für die Lebensmittelversorgung in Irkutsk empfiehlt sich die zentrale Markthalle, in der man wirklich total gut und angenehm einkauft. Etwas schwieriger wird es in Kaufhäusern, wo es keine Abteilungen gibt, sondern oft „Kiosk“ für „Kiosk“ ein ähnliches Warensortiment angeboten wird. Russisch-Fast Food gibt es (teilweise extrem) preiswert in Stolowajas oder an Straßenständen. Schmeckt auch immer, wenn man einmal seine Lieblings-Piroggen-Art herausgefunden hat.

Saworotnaja: Erster Schnee auf den BergenContainermarkt in IrkutskUlan Ude: Vorbild des Chemnitzer Nischels?

Bekommt man problemlos eine Unterkunft?
Wir haben zwar nichts vorher gebucht, aber uns gut vorinformiert (in Reiseführern), so dass wir gezielt suchen konnten. Dann war es kein Problem. Es gibt schon Privatunterkünfte, aber noch nicht verbreitet. In den Hotels hält der Standard meist nicht so ganz mit den Preisen mit. Freundliche, kompetente, englisch-sprechende Bedienstete, wie im Hotel „Geser“ in Ulan Ude, sind selten.

Müssen Transsib-Touren von Deutschland aus gebucht werden?
Nein. Wir mußten zwar die Tickets an einem Ausländerschalter kaufen, haben aber keine „Ausländerpreise“ bezahlt (das kann sich allerdings auch wieder ändern). Die Züge sind gut gefüllt, manchmal auch ausgebucht. Also nicht zu sehr auf einen bestimmten Reisetag versteifen. Wer für die Fahrzeit auf Privatsphäre völlig verzichten kann und „Platzkartnii“ (3.Klasse) bucht, dem ist unmittelbare Teilnahme am russischen Familienleben garantiert, denn hier reisen die normalen Russen. „Kupe“ ist ein Vierbett-Abteil (2.Klasse), in der ersten Klasse (2-Bett-Abteile) bleiben die Touris meist unter sich, was ja nicht der Sinn einer Reise sein kann.

Ist Kriminalität ein Problem?
Wenn Sie übliche Vorsichtsmaßnahmen beachten, reisen Sie in Rußland nicht gefährlicher als anderswo. Taschenund Gelegenheitsdiebe gibt es überall auf der Welt und zwar meist in Menschen-(Touristen-)Ansammlungen. Betrügereien und Nepp kann man nie ganz ausschließen, aber durch Vorsicht doch stark minimieren. Wir hatten z.B. schon nach wenigen Tagen keine Scheu mehr, „Schwarztaxi“ zu fahren: Der Preis wurde (vor dem Einsteigen!) klar ausgehandelt und wir erlebten kein einziges Beispiel von „Vertragsbruch“.

Bekommt man in Irkutsk gute Karten für Trekkingoder Kanutouren im Baikal-Gebiet?
Jein. Es gibt einen gut sortierten Buchladen in der Ulitsa Karla Marxa 20. Das Kartenangebot ist allerdings lückenhaft. Wir hatten kein Glück und bekamen unsere Karten erst in Severobaikalsk von Rashit Yahin, einem schon lange im Tourismus engagierten Privatmann. Von der Karte des Nordwestufers des Baikal kann ich noch einige Exemplare kostenlos abgeben. Wer aber z.B. den guten Baikal-Atlas (1:200 000) haben möchte, der wendet sich am besten an Baikalplan (siehe Link in der rechten Spalte).

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