Leben im arabischen Backofen

Leben im arabischen BackofenFrühjahr/Sommer 2002: Während meines Aufenthaltes in den VAE erkundete ich unter anderem Dubai, Abu Dhabi, Al Ain, Fujairah. Das sind die bekanntesten Touriziele. Faszinierend waren vor allem die Wege dorthin: Wüsten, Oasen, Küstenlandschaften…

Warum Vereinigte arabische emirate

Ein Abenteuer ist es allemal, ins Ausland zu reisen – auch wenn es beruflich ist.

Mich verschlug es in die Emirate. Eine Handvoll Kollegen (vier Deutsche, zwei Kroaten, ein Rumäne, drei Thai, ein Franzose und ein Ösi) und ich nahmen eine Schaltstation mitten im arabischen Backofen in Betrieb.

CoatmanDubai BürocityReger Verkehr in Dubai

Was Sie schon immer über die VAE wissen wollten…

Sehenswerte Ziele:


Dubai hat eine wunderbare Skyline hinter idyllischem Hafen – geil! Mehr als ein Hauch von Orient im Altstadtviertel mit vielen Händlern und noch mehr Leuten mit Gemurmel, Gehupe, Geschreie, Gedrängel. Im Gegensatz dazu die neue City (noch im Bau und ein Stückchen außerhalb) und die Geschäfts- u. Bankenmeile. Sieht schaurig aus!Sehenswert auch die beiden Hotels am Strand (Burj el Arab und „Die Welle“ Le Royal Beach Resort), allerdings nur von außen: „Rein? In T-Shirt und Jeans? Abhauen!“. Im Angebot sind auch ein Museum, Parks und jede Menge billige Dienstleistungen… Friseur, Massage usw.

Abu Dhabi ist eine ultramoderne Stadt vom Reißbrett auf einer Insel. Hat ein massives Parkplatzproblem. Alles sehr gepflegt. Billig irgendwelches Zeug einkaufen – meiner Meinung nach ein Ammenmärchen. Wer schaut schon nach Gold?

Al Ain: Riesige Oase 100 km im Hinterland. Hat den größten Zoo im arabischen Raum, doch wer geht bei über 45 Grad schon in den Zoo? Im Süden der Stadt ein Megaklumpen (Jebel Hafeet) in der Landschaft: 1000m hoch – oben ist es zehn Grad kühler, mit dreispuriger, acht Kilometer langer Straße bis zum riesigen gepflasterten Hochplateau, schmiedeeisernen Zaun nebst vergoldeten Spitzen (!) und Sommerresidenz des Scheichs. Leider meist diesig. Komischerweise sieht man fast keine Sterne. Hatte ich mir anders vorgestellt.

Fujairah ist eine Küstenstadt im Osten. Das ist nicht das besondere – es ist der Weg dahin. Selbst mit einem normalen Auto vermittelt sich das Gefühl, an einer Safari beteiligt zu sein! Allerdings sollte sich keiner allein auf den Weg machen, denn es sind schnell mal gleich zwei Reifen im Eimer… Dafür bekommt der Reisende klasse Eindrücke von der Berglandschaft und untergehende Sonnen wie ausm Heft. Lagern und Zelten – kein Problem.

Tipps für Verkehrsteilnehmer:


Leihwagen sind leicht zu bekommen, wenn der internationale Führerschein aufleuchtet. Ich hatte einen von ´94. Leider wusste ich nicht, dass diese Dinger nur drei Jahre gültig sind – die nette Dame bei EuropCar aber auch nicht… Meine Karre bezahlte die Firma, sind jedoch keine größeren Beträge nötig. Gewöhnungsbedürftig ist es schon, auf meist sechsspurigen Straßen zu fahren! Überholvorgänge unterliegen keinem weiteren Reglement… Achtgeben ist bei Roundabouts angesagt: Dreispurige Kreisverkehre, in die aus dreispurigen Straßen eingefahren wird. Links für 240° und Wenden, mittig für Geradeaus und rechts – naja. Diese ewigen Mittelstreifen ohne Wendemöglichkeit nerven auf die Dauer! Ansonsten alles sehr gepflegt und sauber obwohl ziemlich viel gebaut wird. Als kleines Schmankerl erweisen sich oft die Speed-Breaker mitten auf der Straße oder Autobahn. Oft wird ja noch gewarnt, nur leider nicht immer… Kostenlose Flugstunden und Erklärungsnotstand in der örtlichen Mietwagenvertretung sollte der erfahrene Weltenbummler vermeiden. In den Städten kann getrost zwanzig schneller als die erlaubten sechzig oder achtzig gefahren werden – ab da kostet es ca. 60€ cash. Tankstellen (alle mit Bedienung) gibt es ausreichend, wobei es zeitsparend ist, Bargeld dabei zu haben. Benzin kostet um die dreißig Cent der Liter. Die unbedingt erforderliche Klimaanlage frisst ziemlich viel, also die Kiste nie fast leer fahren! Und immer Trinkwasser dabei! Einmal liegengeblieben ist fix…Hier noch ein Top-Tipp: Lenkrad abdecken!

Hafen DubaiCoatmanDubai Bürocity

… und noch ein paar allgemeine Hinweise:


· Fahrradwege sind unbekannt. Zwar gibt es überall schöne, völlig ungenutzte Fußwege doch die haben 20 cm hohe Bordsteine.

· Fotos dort entwickeln lassen lohnt sich nicht. Wird zwar in 15 min erledigt doch die Qualität und der ganze Plunder, der noch mit dazukommt (Fotoalbum, neuer Film, Gutschein, usw. – und ohne das kostet es genauso viel)… Abzüge vom Dia z.B. kosten 1,5€ oder mehr.

· Hotels und Pensionen gibt es überall zu erschwinglichen Preisen. Kreditkarte wird gern genommen. Beim Bezug eines Zimmers sofort den Boiler ausschalten – er spendet prima kaltes Wasser!

· In Hotels möglichst oben wohnen wegen dem Straßenlärm aber auch nicht zu hoch, wenn im Penthouse eine Disko ist!

· Die Post funktioniert recht gut. Es ist besser, alles selbst zu erledigen (Karte kaufen, schreiben, Briefmarke kaufen, aufkleben, einwerfen) als an der Hotelrezeption abzugeben. Die stecken sich gerne mal das Porto ein oder weichen die Briefmarken wieder ab… Längere Transfers bitte einkalkulieren (2-3 Wochen).

· Irgendwelche „Tierchen“ gibt es nicht. Wochenlanges Fahren ohne Scheiben putzen ist möglich. Auch Impfungen – außer den standardmäßig empfohlenen – sind überflüssig.

· Internet läuft nur über einen Proxyserver, bei dem man sich als Resident anmelden muss. Dieser zensiert Sachen wie Sexseiten und Lotto – selbst in Deutsch – knallhart! Also: Einfach im Hotel einstöpseln und lossurfen iss nich!

Weiterschmökern:


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Short Cuts Vereinigte arabische emirate

Beste Reisezeit: Im Sommer fliegen nur die Härtesten in die UAE! Temperaturen im Landesinneren immer über 45 Grad und nachts kaum unter 30 Grad (Mai bis September). Im Winter dagegen ist es richtig angenehm. Temperaturen um die 20 Grad, angenehme Luftfeuchte und die niemals hinter Wolken verborgene Sonne machen das Land zum idealen Wintercamp.
Anreise: Am besten ist es, gleich in Dubai aus- bzw. wieder einzusteigen- von dort aus eine Taxifahrt, die sind nicht allzu teuer.
Einreise: Völlig problemlos. Die wollen dort für die Zeit nach dem Öl vorsorgen und Touristen ins Land holen. Ein Visum braucht man nicht. Am Flughafen muss der gerade aus einer mehr als fünfstündigen Zwangshaltung befreite Fluggast einen visumähnlichen Zettel ausfüllen. In dem Zetttel steht zwar drin, dass man nur einen Monat bleiben darf, doch in der Realität wird der Ungläubige erst nach 60 Tagen des Landes verwiesen. Einen Tag Überziehen kostet um die 60€.
Sprache: Neun von zehn Einwohnern sind Inder, Pakistani, Chinesen oder Araber aus ärmeren Staaten (Libanesen, Jordanier und Syrer, um nur einige zu nennen). Deshalb kommt man mit einem halbwegs gesprochenen Englisch auch am weitesten. Wie überall freuen sich die Leute über ein „Guten Tag“, „Bitte“, „Danke“ – das Übliche halt, wobei aber nur der gute Wille zählt, denn wer kann schon Inder, Pakistani usw. auseinanderhalten.
Geld: Währung ist der Dirham und der wiederum ist an den Dollar gekoppelt. Das Beste ist, dort Bargeld an Automaten zu ziehen, die überall vorhanden und leicht zu bedienen sind und wie fast alles europäischen/amerikanischen Standard haben.

wwwo beginnen

International Hotel Search
führt zu den im Text genannten Hotels in Dubai. Außerdem Infos über Flüge, Autovermietung, Tourtipps...

Reisetagebuch VAE
von Daniel Borgmann. Sehr ausführliche (!) Schilderungen; enthält aber einige wichtige Infos und amüsante Beschreibungen.

Reiseführer für die Emirate
Allerlei Infos über Wetter, Gesundheit, Essen u.v.m.

Vereinigte arabische emirate

Nicht vergessen

- Lange, luftige Kleidung, denn: Kurze Hosen oder Röcke sind tabu! Man wird zwar nicht gehängt deswegen, trotzdem stellt sich ein beklemmendes Gefühl ein. Wenn Blicke töten könnten...
- Sonnenbrille und Kopfbedeckung - ohne das geht nichts! Die empfohlene Gletscherbrille aus dem Libyen-Reisebericht habe ich mir auch gleich gekauft und war sehr zufrieden damit!
- Landkarten sind sehr schwer zu bekommen. Angeboten hat man mir eine in Russisch von 1974 für über 15€.

Literatur

Vereinigte Arabische Emirate
Wie immer empfehlenswert ist die entsprechende Ausgabe von Reise Know How (2001).