Radtour durch Österreich und Slowenien

Radtour durch Österreich und Slowenien

Im September war ich mit Freunden auf dem Rad in Österreich und Slowenien unterwegs. Unsere Reise führte uns von Innsbruck zum Zillertal, wo wir einige Tage blieben um dort zu klettern. Vom Zillertal aus ging es über den Gerlos-Pass (1.628m) und die Groß-Glockner-Hochalpen-Straße (2.504m, sehr lohnenswert!) nach Villach zum nächsten Kletternfelsen (Kanzianiberg) und von dort über den Perdilpass (1.156m) ins wunderschöne Soča-Tal in Slowenien.

Warum Österreich/Slowenien

Man muss nicht immer in ferne Länder reisen und das Flugzeug besteigen wenn quasi vor der Haustür ein einzigartiges Naturparadies liegt: die Alpen. Natürlich tut sich die Frage auf, warum man sich die Alpen auf zwei Rädern anschauen will. Einfache Antwort: weil es Spaß macht und man seine eigenen Grenzen aufgezeigt bekommt oder erweitert. Außerdem wird man nach den ganzen Strapazen mit atemberaubenden Ausblicken belohnt.

Wer liebt, der schiebt!Aussicht von der Großglockner HochalpenstraßeSoca

Was Sie schon immer über die Tour durch ÖSTERREICH/SLOWENIENE wissen wollten…

Eins vorne weg:
Menschenscheue Leute sollten sich einen anderen Weg des Reisens suchen, denn wer sich mit vollbepacktem Rad vorwärts bewegt, bekommt sehr viel Aufmerksamkeit. Einige Leute klatschen oder feuern einen an weiter zu machen, es kommen wild Fremde auf dich zu und sagen dir, wie toll sie es finden, was man dort macht und sind natürlich neugierig wo man denn hin will. Einige haben uns für verrückt erklärt und andere wären am liebsten selbst gleich mitgekommen. Auch für Menschen die auf Hygiene stehen, wird diese Art des Reisens keine Freude bereiten, da man doch mal einige Tage ohne waschen auskommen muss.
Vor allem in der Herbst- oder Frühlingszeit überlegt man es sich dreimal ob man in den eiskalten Gebirgsbach springt oder nicht, aber irgendwann ist die Grenze erreicht und man hüpft freudestrahlend rein.

Tipps:
Zum Glück gibt’s viele Bademöglichkeiten auf dem Weg denn meist fährt man unten in den Tälern gleich neben den Flüssen lang. Wenn man so verrückt ist wie wir und auch noch vorhat, ein paar Höhenmeter mitzunehmen, sollte sich vor dem Pass gut informieren ob es Restaurants oder Hütten auf dem Weg gibt, um Wasser nachzufüllen. Ansonsten muss man vor dem Anstieg noch genug Wasser auffüllen, um über den Berg zu kommen. Auf der Großglockner-Straße gibt es viele Möglichkeiten, seine Wasserfalsche aufzufüllen. Man sollte sich allerdings informieren, wann die Hütten schließen oder öffnen vor allem zur Herbst oder Frühlingszeit.

Übernachtungsmöglichkeit im ZillertalZillertalAuf dem Gerlospass

Kleidungstipps:
Wer im Herbst oder Frühling fahren will, sollte an dicke Kleidung denken. Man braucht sie nicht am Tage auf dem Rad aber morgens und abends wenn man sich nicht bewegt, wird es doch schon sehr kalt, und geht bis an die Null Grad ran. Wenn man dann noch Glück hat und in eine Schlechtwetterperiode kommt, ist man gut beraten eine, Daunenjacke und lange Unterhosen mitzuhaben. Auch wenn es einiges an Platz wegnimmt, es ist die Sache wert!

Zur Tour:
Das eigentliche Ziel dieser Tour war eigentlich, von Klettergebiet zu Klettergebiet zu fahren, um ein paar Tage dem Vertikalsport zu frönen und sich dann wieder auf den Sattel zu schwingen und zur nächsten schönen Wand zu fahren. 

Die Kletterei:
Wir sind von Innsbruck aus ins Zillertal gefahren, bis Ginzling. Von dort aus geht der Zugstieg zur Oberen Nasenwand, Nasenwand so wie zur Bergstation los. Man braucht ungefähr 20-30 min., je nachdem wie fit man im Wandern ist. Die Bergstation fand ich persönlich am beeindruckendsten, da es eine riesige Kalkwand mitten im Wald ist mit wunderschöner Kletterei.
Für Einsteiger ist das Zillertal jedoch nicht wirklich lohnenswert, denn die meisten Routen in den Klettergebieten fangen bei 6a/6a+ an. Wenn man von Ginzlingen aus Rcihtung Stausee fährt, kommt man zu dem Klettersektor Ewige Jagdgründe und zu einigen Boulderspots, die sich das ganze Zillertal langstrecken. Da wir mit dem Rad unterwegs waren und keine Lust hatten, noch weiter talaufwärts zu fahren, haben wir die Ewigen Jagdgründe nicht beklettern können. Allerdings haben wir gehört, dass es immer mal wieder Ärger mit den Bauern gäbe, weil Kletterer auf ihren Weidewiesen gehen würden. Falls ihr also mal da oben seid, achtet bitte auf die Schilder und wo ihr hin dürft.
Wir wollen ja auch anderen Menschen die Möglichkeit geben, dort klettern zu können. Noch ein kleiner Anriez für das Zillertal auf youtube.(Petzl Rocktrip Zillertal 2008).
Nach der Großglockner-Straße sind wir Richtung Villach, weil wir dort zu den Klettergebieten Kanzianiberg, Rosenthal und Kaltwand wollten. Rosethal mussten wir leider auslassen da uns ein paar Kletterer auf dem Weg erzählt haben, dass es feucht sei und so sind wir zur Kaltwand. Aber auch bei dieser mussten wir feststellen, dass die meisten Routen nicht begehbar waren. Man muss dazu sagen, dass wir ein paar Tage zuvor eine Schlechtwetterfront aussitzen mussten und die Routen (im Spätsommer/ Herbst) nicht so schnell getrocknet sind.
Also haben wir uns auf den Weg zum Kanzianiberg gemacht. Das Klettergebiet liegt bei Finkenstein am Faaker See und ist wohl einer der meistbesuchten Klettergebiete der Villacher. Auch am Kanzi findet man Kalkgestein vor, welches aber für mich persönlich sehr gewöhnungsbedürftig war. Wie schon erwähnt, ist es ein beliebtes Klettergebiet und demnach sind die Routen auch schon oft begangen worden. Von leicht bis schwer waren die meisten Routen sehr speckig. Es ist anspruchsvolle und sehr harte Kletterei, von Platte bis Überhänge ist alles dabei.

Weiterschmökern:


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Kommentare

  1. avatar
    1
    barkas | 15. November 2011, 21:29

    Hey, coole Hupe!!! Elektrisch?

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Short Cuts Österreich/Slowenien

Reisezeit:
Herbst und Frühling sind wohl die besten, wenn man nicht bei 30°C fahren möchte und sich darauf gefasst macht, dass man nicht immer Glück mit dem Wetter hat. Für die Wärmeliebenden ist wohl die Sommerzeit am angenehmsten, aber vergesst bloß nicht Hut und Sonnencreme, vor allem wenn es über Pässe gehen soll.

Einreise/Geld:
Österreich und Slowenien gehören der Europäischen Union an, so dass man ohne Problem die Grenzen passieren und mit dem Euro zahlen kann.

Sprache:
Hier hat’s in beiden Ländern ein wenig gehapert. Auch wenn sich die Österreicher Mühe gegeben haben, Hochdeutsch zu reden, hat man manchmal da gestanden und nix kapiert, aber die Österreicher sind ja freundlich und wiederholen gern nochmal das Gesagte. In Slowenien können einige Leute, zumeist die jüngere Generation, Englisch und mit dem Rest kann man sich per Gesten verständigen. Hat alles immer gut geklappt.

wwwo beginnen

Wir haben keine Informationen von Webseiten bezogen, sondern tatsächlich einfach nur auf die Karte geschaut, wo wir hinwollen und sind losgeradelt. Wir haben das Internet nur genutzt, um vor Ort die Wetterlage zu checken und zu schauen, wie es in den nächsten Tage aussieht, und wenn kein Computer zu Hand war, haben wir einfach Leute angesprochen und nach dem Wetter gefragt.

Österreich/Slowenien

Nicht vergessen

  • Kabelbinder (nie vergessen!) für eine gute Radtour-Ausrüstung 
     
  • Spanngurte und eine Plane, um die Räder und das Gepäck abzudecken, wenn man mal nicht Radfahren möchte und wo anders hingeht (auch gut um schnell ein Schlafplatz herzurichten, wenn man zu müde ist, das Zelt noch aufzubauen und das Wetter mitspielt). Ein ganz wichtiges Utensil auf Radreisen ist ebenfalls
     
  • ein Hut, denn an sonnigen Tagen kann der Kopf schon mal den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sein.
     
  • ein gutes Mountainbike, denn mit den normalen Tourenräder würd es um einiges schwerer, den Berg zu bezwingen (aber nicht unmöglich).
     
  • Eine Beschäftigung für den Abend bei längeren Touren ist unerlässlich, sonst geht man sich bald auf die Nerven. Wir hatten eine Klampfe, Jonglierbälle und Bücher dabei.

Literatur

Wir haben ganz normale Straßenkarten verwendet, die man zum Beispiel kostenlos beim ADAC bekommt, wenn man dort Mitglied ist. Ansonsten waren wir gut mit Kletterführern ausgerüstet, der Großteil war leider nur kopiert und daher gibt es keine Angaben. 
Austria Vertical, tmms Verlag von Timo Marschner und Martin Schepers war ein Kletterführer.
Ist gibt auch immer mal wieder größere Karten auf dem Weg (vor allem in Österreich) in denen die Radwege eingezeichnet sind und an denen man sich orientieren kann. In Slowenien gibt es keine Radwege deshalb sind wir die ganze Zeit auf der Straße gefahren, und solange ihr bei engeren Kurven schön an der Seite fahrt, sollte nichts passieren.