Der Ranger rät: Keinen Sex im Bärenland !

Der Ranger rät: Keinen Sex im Bärenland !Juni bis August 2002: Flug nach Calgary, Nachtbus nach Vancouver und von dort Start der Tour über Kamloops ins Okanagan Valley, danach in die Rocky Mountains: Yoho NP, East Kootenays, Jasper NP, Banff NP. Rückflug wieder ab Calgary.

Warum WESTKANADA

Ich war bereits ein Jahr zuvor im Winter dort. So schön die Rockies schneebedeckt auch sind: Ich wollte das Land auch im Sommer sehen. Nach Beendigung eines anstrengenden Schuljahres nahm ich mir die freie Zeit im Sommer und packte meinen Rucksack. Zwei Tage nach Zeugnisübergabe ging es los…

Moraine Lake, Banff NPDer Angel Glacier beim Mount Edith Cavell, Jasper NPLake O`Hara, Yoho NP

Was Sie schon immer über WESTKANADA wissen wollten…

Wie komme ich herum: mit Mietwagen, Bus oder Bahn?
Wenn frau/man alleine in Kanada unterwegs ist, wird es sich kaum lohnen einen Mietwagen zu nehmen. Ein Wohnmobil mit allem drum und dran kostet pro Woche um die 500 Euro, ein normales Auto etwas weniger. Mit dem Bus lässt es sich ganz gut hin und weg kommen, denn das Greyhound–Busnetz ist zuverlässig und verbindet alle größeren Städte. Studenten erhalten 25% Rabatt und auch sonst gibt es gute Angebote. Um komfortabler und touristischer zu reisen, fährt frau/man mit Moose Travel. Die Kleinbusse halten an vielen Sehenswürdigkeiten und frau/man bekommt schnell Kontakt zu anderen Reisenden. Es gibt einen Monatsfahrschein, mit dem ein Einund Aussteigen überall möglich ist. Außerdem erreicht frau/man so auch Ziele, die vom Greyhound nicht angefahren werden. Ich habe trotzdem das staatliche Busnetz (Greyhound) bevorzugt und erreichte meine abgelegenen Ziele per Anhalter. Dies war absolut unkompliziert und ich habe nie ein schlechtes Erlebnis damit gehabt, im Gegenteil, die Leute waren äußerst aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit. Bahn fahren ist in Kanada nur zu bestimmten Zeiten, zu bestimmten Zielen und mit einem gut gefüllten Geldbeutel möglich. Davon abgesehen soll es aber wunderschön sein.

Wieviel Zeit sollte ich einplanen und was muss ich besuchen?
Eine großzügige Zeiteinplanung ist ratsam. Selbst bei drei Wochen wird es noch Gehetze. Die „Standardroute“ ist von Vancouver nach Vancouver Island, dann in den Banff NP und über Jasper NP zurück. Empfehlenswert ist der Yoho NP: Klein, aber von besonderer Schönheit, so dass er mein Favorit wurde. Ein wunderbarer Rückweg nach Vancouver der Yellowhead-Highway bis Prince Rupert und von dort per Fähre nach Port Hardy auf Vancouver Island. Auf dieser Fahrt präsentiert sich die kanadische Pazifikküste von ihrer schönsten Seite und Wale sieht frau/man auf jeden Fall. Auf dem Hinweg empfiehlt sich das warme, sonnige Okanagan Valley, das zum Baden, Sonnen, Relaxen und Weine testen einlädt. Weglassen würde ich bei Zeitmangel Banff und Lake Louise: Überlaufen, superteuer und die Rockies sehen woanders auch besser aus.

Wasserfall im Maligne Canyon, Jasper NPIm südlichen Okanagan ValleyMoraine Lake, Banff NP

Aktivitäten – was kann ich tun?
Im Sommer Ski fahren und im Winter baden gehen ist kein Problem! Es gibt auch im Sommer Skiund Snowboardpisten mit echtem Schnee und baden kann frau/man im Winter in den natürlichen Schwefelbädern, die von einer heißen Quelle gespeist werden. Außerdem kann frau/man angeln, Kanu oder Kajak fahren, Schlittschuh laufen, vereiste Wasserfälle hochklettern, Gold graben, Heliskiing machen, Mountainbike fahren (Downhill!!), Tiere beobachten oder Pferde reiten. Aber am naheliegendsten ist es natürlich, in den Rockies zu wandern und zu klettern. Es gibt jede Menge Trails von kurz und gemütlich bis sehr lang und beschwerlich. Wanderbroschüren mit aktuellen Warnungen und Trailbeschreibungen werden gratis von den jeweiligen Nationalparks heraus gegeben.

Wo kann ich übernachten?
Es gibt natürlich sehr teure Hotels; teure, aber gute Bed & Breakfasts und meist etwas schmuddelige, aber günstigere Motels an der Straße. Ich habe in JH bzw. Hostels übernachtet, da ich allein war und diese am günstigsten für mich waren. Zwar ist dort das Frühstück nicht inklusive und die Schlafräume sind auch mal gemischt und können bis zu 45 Betten groß werden (mit entsprechender Geruchsund Lärmbelästigung) – aber traf ich viele andere Reisende und die Kontaktaufnahme war einfach. Zeltund Wohnwagenplätze gibt es überall. Besonders die kleinen Backpacker-Plätze in den Nationalparks sind gut und preiswert.

How about the Westcoast-Trail?
Obwohl eine Reservierungspflicht die empfindliche Landschaft entlang des berühmten Trails schützt, ist von Einsamkeit dort keine Spur. Es gibt jedoch eine Vielzahl von anderen Mehrtagestrails (z.B. im Jasper NP, aber auch im unteren Teil des Banff NP), die ebenfalls wunderschöne Natur, aber wirkliche Einsamkeit bieten. Frau/man sollte sich nur vorher informieren, ob evtl. reserviert werden muss. Verpflegung für die Outdoor-Küche gibt es in jedem Ort: Entweder in Outdoor-Stores oder in „Bulk food stores“.

Sex`n Drugs and Rock`n Roll?
Sex: Ein Parkguard meinte, dass frau/man sich auf Trekkingtouren nachts in der Wildnis nicht allzu heftig nahe kommen sollten, da dies die Bären riechen und davon angelockt werden.
Drugs: Rauchen allgemein und das Trinken von Alkohol auf offener Straße sind verboten. Aber auch in Kanada ist die Polizei nicht überall. Zum Sonnenuntergang kann frau/man sich ein stilles Plätzchen suchen, wo sicherlich nicht gleich der Sheriff um die Ecke kommt.
Rock`n Roll: Dafür ist das Okanagan Valley der richtige Ort. Dort gibt es im Sommer viele Rock`n Roll-Feste und es fahren auch noch die Autos der Rock`n Roll-Zeit rum.

Top 5
1. Lake O´Hara und Umgebung im Yoho NP (guter Zeltplatz)
2. Icelinetrail und anschließende Trails im Yoho NP (super JH !!)
3. diverse Trails im Jasper NP, besonders der Maligne Canyon
4. Okanagan Valley zum relaxen und Wein trinken
5. Vancouver (besonders Chinatown und Stanley Park)

Flop 5
1. Fernie (East Kootenays): langweilig, teuer, als Einzige im Hostel
2. Banff (townsite): viel zu viele Touris und überteuert
3. Lake Louise & Moraine Lake: dito und: es gibt schönere Seen!!
4. Maligne Lake: dito und: superlaute Fahrgastschiffe
5. Victoria: überteuerte, touristische Stadt, die wenig bietet.

Weiterschmökern:


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Short Cuts WESTKANADA

Beste Reisezeit: Um den kanadischen Sommer zu erleben muss frau/man im Juli/August reisen. Für Wintersportfans: Es soll dort die Gebiete mit dem besten Puderschnee der Welt geben.

Anreise: Es gibt viele Flugverbindungen verschiedener Airlines von europäischen Flughäfen nach Calgary oder Vancouver, bzw. nach Seattle und dann mit dem Bus 4 Std. nach Vancouver.

Einreise: Mit einem Reisepass, der noch mind. 6 Monate gültig ist ab Einreisedatum können Touristen aus den westlichen Ländern ohne Visum einreisen. Grundsätzlich sollte aber jede/r die Fragen nach vorraussichtlicher Unterkunft, Aufenthalt und Bleibedauer im gutem Englisch beantworten können. Von einer Abweisung habe ich jedoch noch nie gehört. Lebensmittel sind generell verboten einzuführen. Dies gilt auch für Fleisch in Konserven!

Sprache: Englisch ohne Ausnahme. In Westkanada können die wenigsten Einwohner/innen französisch und alle Kanadier/innen deutschen Ursprungs verweisen zwar gerne darauf, sprechen jedoch kaum ein Wort deutsch.

Geld: Kanadischer Dollar. In den Touristenzentren werden auch US-Dollar angenommen. Kreditkarten sind überall gern gesehen (am besten Visa) und auch mit Traveller Cheques gibt es keine Probleme. Kund(inn)en der Deutschen Bank heben an allen Automaten der Scotia Bank in Kanada kostenlos Bargeld mit der EC-Karte ab.

wwwo beginnen

International Hostels
Zum Ausfindigmachen und Reservieren der Hostels im Voraus, was im Sommer bei einigen sehr ratsam ist.
Kanadische Botschaft
Übersichtliche Seite der kanadischen Botschaft in Berlin, deren Mitarbeiter auch spezielle Fragen per E-Mail beantworten.
Provinz Alberta
Keine langweilige, offizielle regierungsamtliche Seite, sondern speziell auf Tourismus zugeschnitten.

Kanada

Nicht vergessen

Richtige Kleidung, wenn frau/man in die Berge will. Ich selbst stand diesem Sommer am 1.August plötzlich bei -1 Grad im Schneesturm. Aber auch leichte Kleidung, denn um 40 Grad sind auch typische Sommertemperaturen dort.

Repellentien: Mücken gibt es zwar nur gebietsweise, aber wenn, dann richtig. Ich zählte eines Tages 83 Stiche nur bei mir und bereits nach Anwendung eines Mückensprays.

Taschenlampe: wenn Nachtschwärmer/innen in Jugendherbergen nächtigen. In besonders rustikalen JH gibt es keinen Strom, in besonders großen JH wird das Licht zum Schlafen abends automatisch gelöscht.

Literatur

Kanada - Der Westen
Stefan Loose Verlag,
ist stark angelehnt an den Lonely Planet. Übersichtlich, informativ, korrekte Angaben, verständliche Beschreibungen, gute Stadtpläne. Bei mir blieb in den 10 Wochen keine Frage offen.

British Columbia
Lonely Planet
Auch sehr gut, aber eben nur British Columbia und ein wenig von Alberta.

Wanderführer
gibt es sehr viele und wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich vor Ort einen kaufen. Sie sind nicht günstiger, aber aktueller, genauer und vielfältiger.