Ukraine August 2011

Ukraine August 2011

Anfang August sollte die Reise für 4 Wochen in die Ukraine gehen. Mit dem Zug fuhr ich in etwa 24 Stunden über Polen nach Lemberg (Lviv). Von dort wollte ich einige Tage in die Waldkarpaten zum Wandern. Anschließend ging es weiter mit dem Zug nach Kiew. Dort stieß ein Freund dazu und wir fuhren nach der Erkundung der Hauptstadt gemeinsam auf die Krim. Auf der Krim unternahmen wir Tageswanderungen entlang der Küste und besuchten außerdem die Städte Yalta, Sevastopol und Sudak. Als Endpunkt unserer Reise stand Odessa und ein kurzer Abstecher nach Transnistrien auf dem Programm. Anschließend ging es in einer gemütlichen 38-Stunden-Bahnfahrt zurück nach Deutschland.

Warum Ukraine

Da ich letzten Sommer angefangen habe Russisch zu lernen, wollte ich meine bescheidenen Kenntnisse gleich auf einer Reise auf die Probe stellen. Die Wahl fiel auf die Ukraine und zwar aus dem Grund, da es mit dem Zug relativ leicht zu erreichen ist. Eine feste Tour war nicht eingeplant, als Etappenpunkte standen vor Reisebeginn lediglich die Waldkarpaten, Kiew und die Krim fest. Ansonsten wollten wir stets spontan entscheiden wohin die Reise als nächstes gehen sollte. Die Wahl keinen Reiseführer mitzunehmen, haben wir während unserer Reise in keinster Weise bereut.

Besichtigung in KiewUnterwegs in den WaldkarpatenUnterwegs auf schmalen Pfaden an Krims steiler Felsenküste

Was Sie schon immer über die UKRAINE wissen wollten…

Gastfreundschaft
Wird in der Ukraine ganz groß geschrieben. Die Ukrainer laden einen gerne zum Essen ein, sei es auf einer Wanderung wo Brot, Käse und viele weiteren einfachen Köstlichkeiten geteilt werden oder eben zu sich nach Hause wo der Tisch dann nur so mit Leckereien vollgestellt wird. Der Wodka nimmt dabei natürlich auch eine wichtige Rolle auf dem Tisch ein. Teilt man sich im Zug ein Abteil mit Einheimischen, so teilt man auch hier gerne sein Essen mit den Abteilgenossen. Man sollte somit immer reichlich zu Essen mitführen, damit man auch den Anderen etwas anbieten kann. Die Ukrainer freut es wenn Ausländer ihre Gepflogenheiten kennen und auch praktizieren.

Die Verständigung
Läuft in der Ukraine für ausländische Reisende zumeist über Russisch, seltener kann man seine Englischkenntnisse anwenden. Selbst wenn man nur ein paar Brocken Russisch über die Lippen bringt, kann man den Damen am Ticketschalter ab und an ein Lächeln entlocken. Doch auch ohne großartige Russischkenntnisse kann man relativ problemlos Tickets für Bus und Bahn kaufen. Ein einziges Mal konnte eine sehr nette Dame am Busfahrkartenschalter Englisch. Unsere Freude darüber wurde später allerdings etwas getrübt, als sich später herausstellte, dass unsere Fahrkarte für einen anderen Tag ausgestellt wurde. :-)

Oper in OdessaSonnenaufgang in den KarpatenDie Krim - nahe Sudak

Warum sich eine Reise in die Ukraine lohnt…
Die Ukraine steht bei den meisten sicherlich nicht ganz oben auf der Liste als nächste Traumdestination. Dennnoch vermag die Ukraine in vielen Belangen zu überzeugen. Zum Einen begegneten uns die Menschen in der Ukraine stets äußerst freundlich und hilfsbereit. Nachdem ich beim Wandern einige junge Ukrainer kennenlernen durfte, wurde ich prompt nach Hause eingeladen und wurde dann in guter Großmutter-Vollpension zwei Tage rundum versorgt.
Zum Anderen besticht die Ukraine aber auch durch die Vielseitigkeit hinsichtlich der Landschaft. Die Waldkarpaten im Westen des Landes mit der sehenswerten Stadt Lemberg (Lviv), daneben die Krim, die mit ihrer schroffen Felsküste und kleinen Buchten zum Badespaß einlädt. Vor allem von Sevastopol war ich äußerst positiv überrascht, hatte ich mir die Stadt vor meinem Besuch irrtümlicherweise als eine heruntergekommene Hafenstadt ausgemalt.
Eine Reise in die Ukraine lohnt sich für alle die gerne auf eigene Faust unterwegs sind und sich nicht unbedingt nur an Sehenswürdigkeiten ergötzen wollen.

Weiterschmökern:


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3 Kommentare

  1. avatar
    1
    Lera | 11. Juli 2012, 23:20

    Kurzer, knapper und wahrer Bericht :)
    Gerade wenn man auf eigene Faust das Land erkundet und z.B. mit dem Auto rumfährt, entdeckt man viele schöne Orte, die in keinem Reiseführer stehen!

  2. avatar
    2
    zimmer | 31. Juli 2012, 15:31

    Die Ukraine gehört zu Europa. Egal dabei, ob man Europa im westlichen Teil oder im Russischen sieht. Ich liebe dieses Land

  3. avatar
    3
    simone | 2. August 2012, 09:44

    Hallo,
    wir finden dieses Land auch sehr schön und – wie der Bericht auch gezeigt hat – immer eine Reise wert. Und ja, geografisch gesehen gehört die Ukraine zu Europa. Wir werden die Rubrik GUS auflösen und die Berichte entsprechend neu zuordnen.

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Short Cuts Ukraine

Reisezeit:
Insbesondere die Krim ist in den Sommermonaten ähnlich wie die französische Mittelmeerküste ziemlich überfüllt. Außerdem können die Temperaturen zu dieser Zeit empfindlich hoch sein. Wer es also etwas ruhiger bevorzugt, sollte außerhalb der Hochsaison auf die Krim.

Anreise:
Von Berlin verkehren Direktzüge nach Kiew. Der Verkehr des Kurswagens zwischen Berlin und Odessa wurde eine Woche nach unserer Reise engestellt. Für die 24-stündige Hinfahrt von Göttingen nach Lemberg habe ich beispielsweise 110 Euro inkl. BahnCard 50 und Schlafwagen gezahlt. Flüge sind in der Regel günstiger, jedoch einiges an Erlebnissen ärmer als eine Bahnfahrt.

Einreise:
Für die Einreise benötigen EU-Bürger seit einigen Jahren nur noch einen min. 6 Monate gültigen Reisepass.

Sprache:
Amtsprache ist Ukrainisch welches vorwiegend im Westen der Ukraine gesprochen wird. Russisch ist im Osten Hauptumgangssprache. Einige Wörter Russisch helfen sehr weiter. Zumindest sollte man sich vor der Abreise mit dem kyrillischen Alphabet vertraut machen, damit man wenigstens die Schilder an Bahn/Bussen usw. lesen kann. Die jüngere Generation spricht vermehrt Englisch.

Geld:
Geld lässt sich problemlos an vielen Geldautomaten abheben. Man sollte sich jedoch allerdings im Voraus bei seiner Bank über die anfallenden Gebühren informieren. Überall lassen sich Euros an zahlreichen Wechselstuben umtauschen. Die Kurse schwanken nur gering, außer an manchen Bahnhöfen erhält man etwas schlechtere Kurse. Manchmal sieht man an Bahnhöfen auch Leute die Geld tauschen, darauf sollte man sich allerdings nur einlassen wenn man die Kurse kennt (Hier lässt sich auch über den Kurs verhandeln!).

wwwo beginnen

traveltoukraine
allgemein einführende Internetseite mit vielen praktischen Informationen wie zur Einreise oder zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Seat61

Eine Seite für Leute die gerne mit dem Zug verreisen. Hier findet man alle nötigen Informationen zu einer Anreise in die Ukraine mit der Bahn. Die Preise sind leider nur in £ angegeben.

forum.ukraine
 
Ein Forum für alle Ukraine-Interessierte. Hier findet man viele Tipps für die Reise, aber auch über das Land im Allgemeinen.

karpaty
Auf dieser Seite findet man Karten älteren Datums (Anfang der 1990er) von den ukrainischen Karpaten im Maßstab 1:100.000. In Kombination kommt man mit einem Kompass und der ab und an notwendigen Phantasie auch mit diesen Karten gut zurecht.

Ukraine

Nicht vergessen

Schlafsack & Isomatte: In der Ukraine konnten wir überall ungestört am Strand übernachten (sogar in Odessa & Yalta hatten wir keinerlei Probleme), wenn man Glück hat, erwischt man sogar eine Strandliege ☺

Taschenmesser: benötigt man unter anderem um die extrem leckeren ukrainischen Melonen unterwegs im Zug zu verköstigen!

Literatur

Ukraine - der Westen. Autoren: Bzowski, Strojny, Grossman. Reise-Know-How. 2010. Reiseführer der sich ausschließlich auf den Westen der Ukraine beschränkt. Vor allem für Leute gedacht, die in die Waldkarpaten zum Wandern möchten. In dem Buch werden viele Touren beschrieben. Ansonsten findet man alle notwendigen Informationen zu Unterkünften und Verpflegung in den verschiedenen Städten des Westens.

Keinen Reiseführer im klassischen Sinne stellen die Sewastopoler Erzählungen Lew Tolstois dar. Dennoch schildern sie sehr ausdrücklich die Erlebnisse Tolstois im Krimkrieg von 1854 und eignen sich demnach hervorragend als Lektüre auf Zug- oder Busfahrten.

Weitere Reiseführer wurden zwar nicht verwendet, lassen sich aber durchaus im Angebot der gängigen Reiseführerverläge finden.