Zeitreise in den Orient vor 100 Jahren

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Reiseberichte Asien Pakistan Sandra | 28. Februar 2005

Zeitreise in den Orient vor 100 JahrenPakistan war ein sehr eindrucksvoller Abschnitt unserer 2½-jährigen Horizonte-Reise, die uns im VW-Bus um die halbe Welt führte. Vom Grenzübergang Mirjaveh/Taftan fuhren wir durch die Wüste Belutschistan bis Quetta. Von dort quälten wir uns und unseren Bus auf übelsten Pisten bis Dera Ghazi Khan. Wir fuhren nach Norden durch die dichtbesiedelte Indusebene bis Peshawar und Islamabad und von dort auf dem Karakorum Highway bis fast zur chinesischen Grenze auf über 4000 Meter Höhe. Über Lahore verließen wir Pakistan in Richtung Indien.

Warum Pakistan

Pakistan war Teil unseres Weges nach Indien. Darüber hinaus waren unsere eigenen Vorstellungen vor dem Besuch des Landes sehr begrenzt. Am Anfang kam uns der Aufenthalt in Pakistan vor, wie eine Zeitreise zurück in den Orient vor 100 Jahren. Der Grund dafür war vor allem das unbeschreibliche Flair in den Städten Quetta, Peshawar und Lahore, die zu den faszinierendsten Orten gehören, die wir bereisten. Völlig andere, aber ähnlich intensive Eindrücke hinterließ die Bergwelt im Norden mit einigen der höchsten Berge der Welt. Das eigentliche Highlight unseres Pakistan-Aufenthaltes war für uns aber die Gastfreundschaft der Pakistani.

Bewohner der Wüste LudBadshahi MoscheeIn der Altstadt von Peshawar

Was Sie schon immer über Pakistan wissen wollten…

In Pakistan als West-Tourist – ist das nicht leichtsinnig?
Wir waren zum zweiten Mal wenige Monate nach dem 11. September 2001 im Land und haben auch während dieser Zeit ausgesprochen positive Erfahrungen gemacht. Natürlich ist es wichtig, die Sicherheitshinweise (z.B.des deutschen Auswärtigen Amtes – siehe rechts unter wwwo beginnen?) zu kennen und bei der Reiseplanung zu berücksichtigen. Wir können aber allen, die willens sind, diesen Hinweis zu beherzigen, Pakistan auch jetzt als Reiseland empfehlen.

Gab es also keine kritschen Momente für Euch?
Die brenzligste Situation hatte wenig mit der politischen Lage im Land zu tun: Als wir versuchten, in einer recht dicht besiedelten Gegend in unserem VW-Bus “wild” zu campen, schauten wir plötzlich in etliche Gewehrläufe – kein sehr komfortables Gefühl. Die Bewaffneten waren wohl eine Art Polizei und wir landeten zur Übernachtung im Arrest: Zu unserer eigenen Sicherheit natürlich;-)

Camping im PolizeiarrestPakistanischer TruckBewohner der Wüste Lud

War das Übernachten auch ansonsten problematisch?
Wie man oben lesen konnte, ist freies Campen in den dicht bewohnten Gebieten nicht ohne Risiko. Allerdings ist es auch fast nie erforderlich: Dank der überwältigenden Gastfreundschaft der Pakistani waren wir gerade dort, wo viele Menschen lebten, fast jede Nacht bei Einheimischen eingeladen. Wir erfuhren dadurch sehr viel über das gewöhnliche Leben, bekamen Einblicke in Häuser und Höfe und standen gleichzeitig mit dem Bus unter dem Schutz der Gastgeber. Ansonsten bleiben Hotels als sichere Quartiere, deren Zimmerpreise bei ca 5$ beginnen. Im Norden, in den Bergen, finden sich dagegen genügend ruhige ungestörte Plätze und dort haben wir immer im Bus geschlafen.

Wie sah es mit der Versorgung aus?
Das Essen ist preiswert, ausgesprochen lecker und viel abwechslungsreicher als im Iran – Nordindien läßt grüßen! Trinkwasser sollte desinfiziert oder in Flaschen gekauft werden. Da unsere Verdauung trotzdem auf Schnelldurchgang schaltete, haben wir uns die letzten Tage nur noch von Bananen und Fladenbrot ernährt. Das Fladenbrot ist absolute Weltklasse – mmmhhh !!!

Ist Autofahren in Pakistan abenteuerlich?
Wir fanden, dass es in keinem anderen Land einen so gefährlichen Fahrstil gibt wie in Pakistan – immer wachsam sein !! Niemals Nachts fahren !!!

Was sollte man unbedingt gesehen haben?
Natürlich Lahore mit seinem großen Fort und der riesigen Badshahi Moschee, deren Inneres Platz für 60.000 Menschen Platz zum Gebet bietet. Auch Peshawar mit seinem schönen alten orientalischen Stadtkern hat uns begeistert. Das kleine Örtchen Darra, kurz vor Peshawar, ist die Handfeuerwaffenschmiede von Pakistan. Die Manufakturarbeit dort muß man gesehen haben!
Der landschaftliche Höhepunkt ist ohne Frage die Bergwelt im äußersten Norden. 7000er und 8000er gibt’s da reichlich. Der Karakorum Highway, eine Bergstraße 700km entlang des Industals, führt bis zur chinesischen Grenze und erreicht eine Höhe von fast 5000 Meter. Zeitweise geht’s entlang der alten Seidenstraße. Seltene kleine Bergdörfer, super leckere Aprikosen und relaxte Menschen. Die die Landschaft ist grandios und der Sternenhimmel einfach irre!!

Weiterschmökern:


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Short Cuts Pakistan

Beste Reisezeit: Optimal sind der Herbst oder früher Winter. In den Bergen im Norden wird es zwar schon sehr kalt (der Winter bringt dort auch Schnee) aber dafür hat man auch eine grandiose Fernsicht. In der Ebene sind die Temperaturen zu dieser Zeit sehr angenehm. Im Sommer wird es hier höllisch heiß: 50 Grad und mehr.
Einreise : Seit September 2001 keine Visum-Ausstellung mehr bei Einreise! Reisende ohne gültiges Visum werden konsequent zurückgewiesen. Das Visum muß zuvor bei ausländischen Vertretung Pakistans erworben werden. Es ist 6 Monate gültig und erlaubt maximal 3 Monate Aufenthalt.
Sprache: Urdu (offizielle Sprache), viele Pakistani sprechen Englisch.
Geld: Pakistanische Rupie. US$ in kleiner Stückelung kann man am einfachsten tauschen. Kreditkarten sind nur in den Großstädten von Nutzen.

wwwo beginnen

Auswärtiges Amt
SEHR WICHTIG! Pakistan ist durch Afganistanund Kashmir-Konflikt sowie nach dem Anschlag vom 11.September 2001 ein Reiseland, bei dem vor jeder Reise detaillierte Sicherheitshinweise eingeholt werden sollten!

Lonely Planet
Die einzige Seite mit hilfreichen praktischen Tipps für eine Pakistan-Reise.

Pakistan

Nicht vergessen

Papiere: Wer mit dem eigenen Auto einreisen will, benötigt Internationale Zulassung, Internationalen Führerschein und ein Carnet de Passage, erhältlich beim ADAC. Alle Papiere auch in Kopie mitnehmen!
Grundvorrat an Ersatzteilen für den Notfall - besonders gute Reifen sind extrem wichtig!
Kleine Gastgeschenke sind von Vorteil z.B. T-Shirts, Feuerzeuge oder Postkarten von Deutschland.
Gutes, festes Schuhwerk und warme Kleidung(Pullover, Jacke, Mütze) sowie kuschligen Schlafsack.
Fotomaterial mitbringen. Diafilme sind nicht erhältlich!!

Literatur

PAKISTAN
Lonely Planet
5.Auflage, 1998
Unser Reiseführer. Etwas anderes Brauchbares war nicht aufzutreiben.

Ratgeber für Auto(fern)reisen
Bernd Büttner
Reise Know How
DER Führer durch den Organisationsdschungel vor einer Auto-Langzeitreise. Enthält sowohl Länderinfos als auch alles Wissenswerte über Auto-Anschaffung, -umbau und -wartung unterwegs.

Straßenkarte 1 : 2Mio
RV Verlag
war für unsere Zwecke ausreichend