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Teaserbild: BALE MOUNTAINS NATIONAL PARK

BALE MOUNTAINS NATIONAL PARK

BALE MOUNTAINS NATIONAL PARK

Nach vielen Reisen in den Norden und Osten Äthiopiens war es mir im Frühjahr 2012 vergönnt, eine weitere, wunderschöne Landschaft dieses großen, diversen Landes kennen zu lernen: den Bale Mountains National Park, nahezu im Zentrum des Landes gelegen.

Warum Äthiopien

Äthiopien, das ist Abessinien, das „Horn von Afrika“, das „Dach von Afrika“, die „Wiege der Menschheit“, die Nilquelle, das „Armenhaus von Afrika“,…(Alles schon gehört, alles schon gekannt!?) Äthiopien ist aber auch weitaus mehr und jeder Blick auf dieses Land lässt uns etwas Neues entdecken. Der einzige Staat Afrikas, der während des Kolonialismus seine Unabhängigkeit bewahren konnte, blickt auf eine lange Historie zurück. Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit unterschiedlichsten Ethnien, Religionen und Sprachen (annähernd 100). Auch landschaftlich besitzt Äthiopien eine einzigartige Vielfalt: vom 5. höchsten Berg Afrikas (Ras Dashen 4620m) bis zu einer der tiefsten Regionen der Welt (Danakil-Depression: -110m); von einer der heißesten und unwirklichsten Wüsten der Welt (Danakil) über den ostafrikanischen Grabenbruch mit seinen Seen bis hin zu den typischen ostafrikanischen Savannenlandschaften.

Blick ins Worgona Tal'Der Star ist die Mannschaft!Camp am Gebre Guracha-See

Was Sie schon immer über ÄTHIOPIEN wissen wollten…

Was ist das Besondere an den Bale Mountains?
Äthiopien, auch als das „Dach Afrikas“ bezeichnet, ist reich an Hochlagen! Viele Gipfel erreichen 4000m; der Höchste gar 4620m (Ras Dashen); weite Hochplateaus wechseln sich mit steil abfallenden Tälern ab! Die Bale Mountains stellen das größte alpine Habitat auf dem afrikanischen Kontinent dar! Die einzigartigen Berg- und Hochlandschaften Äthiopiens sind aber seit Jahrtausenden wichtiger kultureller und landwirtschaftlicher Besiedlungspunkt!
Die einzigen natürlichen bzw. naturbelassenen Hochlandflächen finden wir heute deshalb im Schutz zweier Nationalparks: in Simien und in Bale. Die Bale Mountains zeichnen sich durch eine hohe Biodiversität aus; viele endemische Tier- und Pflanzenarten finden sich nur hier. Der Anteil der endemischen Arten ist derart groß, dass beim Verlust des Bale Mountains National Parks mehr Arten von der Erde verschwinden würden als in irgendeinem anderen vergleichbar großem Gebiet. Die Hälfte aller Äthiopischen Wölfe (Canis simensis) und aller Berg-Nyalas (Tragelaphus buxtoni) leben in diesem Park.

Wie komme ich hin, weg, durch,…?
Von Addis Abeba führen zwei asphaltierte, relativ gut ausgebaute Straßen in die Bale Mountains! Mit einem Privat-Fahrzeug ist man innerhalb eines Tages in Dinsho; benutzt man öffentliche Verkehrsmittel (Überlandbusse) sollte man eher mit zwei Tagen rechnen. Dinsho ist der Ausgangspunkt für Wanderungen im Bale Mountains National Park. Hier finden sich einfache Übernachtungsmöglichkeiten, Lebensmittelgeschäfte und Führer samt Tragtiere! Außerdem befindet sich in Dinsho das Hauptquartier für den Nationalpark, bei welchem man den Eintritt zu bezahlen hat und Guides und Scouts zugewiesen bekommt.
Es ist sicherlich kein Fehler Lebensmittel und Trinkwasser schon in Addis Abeba zu besorgen! Ebenfalls sollte man von dort die nötigen Trekking-Utensilien, wie z.B. Zelte, mitbringen! Für die Anfahrt würde ich die Route über Shashemene durch den Ostafrikanischen Grabenbruch hindurch bevorzugen (evtl. mit einer Übernachtung an einem der zahlreichen Seen). Die Rückfahrt nach Addis würde ich über Nazret (bzw. Adama) antreten, auch um noch einen Stopp in den heißen Quellen von Sodere einlegen zu können.
Die „Badelandschaft“ im Stile der 70er Jahre kommt nach dem Trekking wie gerufen – der Dreck verabschiedet sich und die Muskeln freuen sich über das warme Wasser. Etwas abenteuerlich wäre die Weiterreise von Bale aus auf direktem Wege nach Harar, dem muslimischen Zentrum des Landes. Bei dieser zweitägigen Fahrt durch Somali-Land kommt man unter anderem an den Höhlen von Sof Omar vorbei. Bevor man Dinsho und die Nationalpark-Region erreicht, fährt man durch das kleine Dorf Dodola. Auch hier werden Wander- oder Reittouren durch die faszinierende Bergwelt Äthiopiens angeboten (westlich des Bale Mountains Nationalparks). Für die Rundtouren werden 5-7 Tage benötigt! Als Übernachtungsmöglichkeit stehen dank eines ehemaligen GTZ- Projektes 6 verschiedene Hütten zur Verfügung.

Wasama MountainSonnenuntergang auf dem Kotera PlainDorfleben in der Nähe von Dinsho

Welche Trekking-Möglichkeiten gibt es?
Eine Umrundung des gesamten Nationalparks (immerhin 2200km²) dauert etwa 12 Tage! Dabei betritt man neben den afroalpinen Hochlagen auch den Harenna Forest, der besonders viele endemische Tiere aufzuweisen hat. Jegliche Unternehmungen im Nationalpark sind nur mit einem Guide möglich! Dieser kennt nicht nur die Wege und die besten Zeltmöglichkeiten, sondern hat auch ein reiches Wissen zur Flora und Fauna! Je nach Länge der Tour und Größe der Gruppe sollten noch weitere „Helfer“ (wie z.B. Tragepferde und Köche) engagiert werden. Die Infrastruktur innerhalb des Parks ist sehr einfach: es gibt keinerlei Wegmarkierungen und sanitäre Einrichtungen; als Zeltplätze dienen Hochgebirgsalmen.
Die von mir bevorzugte Tour führt am ersten Tag von Dinsho nach Adelay. An diesem sehr flachen Einstiegstag hat man die Möglichkeit, die wichtigsten großen Wildtiere des Nationalparks zu erspähen. Von Adelay aus geht es am nächsten Tag durch Erika- und Wachholderwälder hinauf zur Kotera Hochebene, wo sich ein wunderschöner Zeltplatz in der Nähe des Wasserfalls Finch Abera befindet. Auch am nächsten Tag geht es zunächst über den Kotera Plain, wo jederzeit die Möglichkeit besteht auf den Äthiopischen Wolf zu treffen. Ziel des heutigen Tages ist das Wasama-Tal mit dem gleichnamigen, freistehenden, besteigbaren Berg! Am 4. und gleichsam letzten richtigen Wandertag geht es wiederum durch Täler und über Hochebenen hin zum wunderschön gelegenen Gebre Guracha – See. Nach einer kalten Nacht dort geht es am nächsten Morgen noch ca. 2 Stunden bis zu einem Kontrollpunkt des Nationalparks auf dem Sanetti Plateau. Diesen Kontrollpunkt erreichen auch Fahrzeuge, so dass er einen idealen Treff- und Abholpunkt darstellt! Ansonsten sind das Sanetti Plateau und der Tullu Demtu, mit 4377m der höchste Gipfel der Bale Mountains, nicht sonderlich attraktiv: eine kalte, windige afroalpine Wüste mit wenigen schönen Aussichten.

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