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Lofoten: Wo die Berge aus den Fjorden wachsen

Lofoten: Wo die Berge aus den Fjorden wachsenVia Kopenhagen und Oslo sind wir Anfang September 2003 nach Bodø geflogen und haben von dort aus nach vier Stunden Fährüberfahrt über einen recht aufgewühlten Vestfjorden Moskenes erreicht. Der Bus brachte uns in den Norden von Moskenesøya, zum Abzweig nach Fredvang, und von dort wollten wir bis Å im Süden über die Berge zurücklaufen. Schlechtes Wetter ließ uns das Projekt in Kjerkfjorden (Kirkefjord) beenden: Wir fuhren mit dem Linienboot nach Reine, trampten nach Å, mieteten uns dort ein Rorbu (Fischerhütte) und erwanderten den Südteil der Insel auf Tageswanderungen. Nach einer Woche verließen wir die Insel Richtung Jotunheimen Nationalpark.

Warum LOFOTEN

Wir waren ja eigentlich gar nicht auf „den Lofoten“, sondern nur auf Moskenesøya. Nirgendwo sonst auf der Inselgruppe steigen die Berge schroffer aus dem Meer, sind die Gipfel gezackter und die Höhenprofile für den Wanderer anspruchsvoller, ist das unmittelbare Nebeneinander von Fjordarmen und Bergseen vielfältiger und verwirrender. Auf Moskenesøya gibt es mit dem Herrmannsdalstinden (1029m) die höchste Spitze der Lofoten (liegt ca. 1000m Luftlinie von der Westküste der Insel entfernt!!) und mit Reine den vielleicht am schönsten gelegenen Ort ganz Norwegens. Und ob in Hamnøy, Reine oder Å – überall stehen auch die berühmten roten Rorbuer, die Fischerhütten auf Pfählen, am Ufer und geben hervorragende Fotomotive ab.

Am SelfjordenSüdlichster Ort auf Moskenesřya: ĹĹ: Wettbewerb um den schönsten Briefkasten

Was Sie schon immer über die LOFOTEN wissen wollten…

Sind die Lofoten nicht von Touristen überlaufen?

Im Sommer schon: Im Juni und Juli kommen auf 20.000 Einwohner 200.000 Touris. Aber Anfang September ist von Massenauflauf absolut nichts mehr zu spüren. Leider verschlechert sich damit auch die Infrastruktur zunehmend: Die Fähre von Bodø nach Moskenes fährt nur noch einmal täglich, die Busse auf der Insel fahren selten bis gar nicht (Wochenende) und eine feste Unterkunft zu finden war zu unserem großen Erstaunen auch nicht ganz problemlos: Weder in Reine noch in Å konnten wir einen der Betreiber der zahlreichen leerstehenden Rorbu-Dörfer auftreiben (ein Einheimischer sagte uns, es lohne sich nicht, auf die paar Touris zu warten, die im September noch kämen – die Leute seien fischen!). Die Jugendherberge in Å hatte zwar Gäste, aber am Tag unserer Ankunft (Samstag) auch keine geöffnete Rezeption. Mit Ausdauer und Glück fanden wir den Vermieter einer einzelnen Hütte.

Aber es gibt doch Zeltplätze, oder??

Prinzipiell schon. Der in Moskenes ist häßlich aber sehr wichtig, wenn man spät abends mit der Fähre ankommt. Vom Fähranleger sind es sind nur ein paar Schritte an der Kirche vorbei einen kleinen Berg hinauf. Gezahlt werden muß unten am Anleger im Café, d.h. im Prinzip ist der Zeltplatz immer geöffnet, da das Café das ganze Jahr über auf hat. Das ist leider bei dem wunderbaren Platz in Å, von dem aus man entlang der Lofotenwand bis nach Værøya und Røst gucken kann, ganz anders: Im Gegensatz zu den Behauptungen des Reiseführers wurde der Platz im September nicht mehr bewirtschaftet. Es gibt noch einen großen, schönen Platz in Fredvang, der aber für Wanderungen nicht so günstig gelegen ist, und damit ist dann die Aufzählung der Zeltplätze auf Moskenesøya auch schon abgeschlossen. Nur gut, dass es das Jedermannsrecht gibt! Und eins noch: Wer den Zeltplatz in Bodø vermeiden kann, der sollte das tun – er liegt genau in der Einflugschneise des gut frequentierten Flughafens, der offensichtlich auch einen militärischen Teil hat. Neben Passagiermaschinen konnten wir uns also auch norwegische Kampfjets ganz aus der Nähe anschauen, wenn wir den Kopf hoben. Zum Anhören war das nicht nötig…

Reine mit Kirkefjord (links)Am SelfjordenSüdlichster Ort auf Moskenesřya: Ĺ

Wenn keine Busse fahren – wie kommt man dann vorwärts?

Moskenesøya ist relativ überschaubar – wenn das Wetter paßt (das war bei uns leider nicht so) und man hat sein Zelt dabei, kann man überall hin laufen. Die Wanderwege in den Bergen laufen oft parallel zur E10, so dass man diese größtenteils nicht als „Fußweg“ benutzen muß. Als wir uns wegen des schlechten Wetters in Å in ein Rorbu einquartiert hatten, nutzten wir für eine Tagestour die Fahrräder der Jugendherberge. Die standen zur allgemeinen Benutzung vor der Herberge und waren auch technisch gut in Schuß. Wir fuhren damit 8km nach Reine und stiegen auf den Reinebriggen. Letzteres sollte man unbedingt gemacht haben – traumhafte Aussicht von da oben!!

Kann man von Trekking sprechen, wenn die Insel so klein ist?

Man sollte die Wanderungen jedenfalls nicht unterschätzen, weil man nach dem Blick auf die Karte festgestellt hat, dass der höchste Berg mal grade über 1000 Meter hoch ist. Der Weg kann auf 2km Luftlinie mehrmals steil einige hundert Höhenmeter aufund wieder absteigen. Das Relief ist teilweise atemberaubend. Schon allein, wenn man die vorhandenen Pfade geschickt miteinander verknüpft, kann man einige Tage wandern, ohne die Orte an der Ostküste berühren zu müssen. Aber man kann ja auch weglos gehen…

Gibts eigentlich auch „richtige“ Sehenswürdigkeiten?

Die eigentliche Sehenswürdigkeit auf Moskenesøya ist selbstverständlich die Natur. Daneben gibt es aber (im Sommer) auch einige Museen, z.B. das NORSK TELEMUSEUM in Sørvågen (Geschichte der Funk-Kommunikation zwischen Festland und Schiffen auf hoher See) oder das FISKEVÆRSMUSEET (Fischerdorf-Museum) in Å, das 23 Häuser des Dorfes aus dem 19.Jahrhundert umfasst. Das befremdlichste Museum ist zweifellos das LOFOTEN TØRRFISKMUSEUM in Å, in dem man alles über die Herstellung und den Verkauf von Trockenfisch erfahren kann. Am Ortseingang von Å gibt es extra einen Wegweiser in Italienisch zu diesem weltweit einzigartigen Museum, denn fast die gesamte Dörrfischproduktion der Lofoten wird nach Italien exportiert. Aber im September war das Museum zu und die weitgereisten italienischen Touristen suchten mit uns gemeinsam eine Bleibe in Å…

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