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Teaserbild: Eine Reise von Hanoi nach Saigon im Juni 2011

Eine Reise von Hanoi nach Saigon im Juni 2011

Die Entscheidung für Vietnam als Reiseziel fiel bereits im Jahr zuvor in Malaysia, wo uns einige frisch aus Hanoi eingetroffene Backpacker an einem langen Abend von ihren Reiseerlebnissen berichteten. Ein Jahr später, im Juni 2011, brachen dann meine Freundin und ich zu einer Reise von Ha Noi nach Ho Chi Minh City auf, mit Zwischenstopps in Ha Long Bay, Hue, Da Nang, Hoi An, Da Lat, Phu Quoc und einem Abstecher ins Mekong Delta.

Für Vietnam als Reiseland haben wir uns entschieden nachdem wir 2010 in Langkawi drei Backpacker getroffen hatten, die gerade aus Ha Noi eingetroffen waren. Wir haben uns lange mit ihnen unterhalten, über die einzelnen Orte, die Reisemöglichkeiten und die Leute. Als sie uns dann noch ihre Fotos, insbesondere von Ha Long Bay gezeigt haben, war die Entscheidung für das nächste Jahr getroffen.

Reisen in Vietnam:
Die einfachste Art Vietnam zu bereisen ist per Bus. Eine interessante Option sind dabei die von mehreren Veranstaltern angebotenen Open-Tour Tickets. Man bucht eine Fahrt von Hanoi nach Saigon (oder umgekehrt) und kann unterwegs beliebig viele Zwischenstopps einlegen. Möchte man weiterfahren, muss man lediglich am Tag vor der Abfahrt am Busbahnhof Bescheid geben. Selbstverständlich kann man auch jede Etappe einzeln buchen. Genauere Infos und Preise findet man z.B. unter sinhcafe, einem der etablierten Busunternehmen in Vietnam.
Grundsätzlich fahren die Busse in Vietnam recht zuverlässig, mit Verspätungen muss aber immer gerechnet werden. Teurer ist die Reise per Zug. Fahrpläne gibt es auf vr. Die Suche ist aber etwas schwierig, weil die Seite nur in Vietnamesischer Sprache verfügbar ist. Wir haben nur den Nachtzug nur für die Strecke Ha Noi nach Hue genutzt.
Taxis sind verhältnismäßig teuer. Immer wieder haben wir auch Geschichten gehört von Betrügereien, etwa, dass nach wenigen hundert Metern das Taxameter schneller zu laufen beginnt. Man sollte daher die staatlichen Taxigesellschaften nutzen. Ein vietnamesischer Händler gab uns darüber hinaus den Tipp auf die Automarke zu achten. Japanische (teurere) Fahrzeuge sollen eher seriös, koreanische (billigere) Taxis eher unseriös sein. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist freilich schwer überprüfbar.

Ha Noi
Für eine süd-ost-asiatische Großstadt wirkt Ha Noi mit seinen vielen Parks, Seen und den wenigen Hochhäusern in meinen Augen erstaunlich ruhig. Nur der Verkehr erinnert hier wirklich an eine Stadt dieser Größe. Doch gerade auch diese unglaubliche Flut an Rollern (es gibt nur verhältnismäßig wenige Autos in Vietnam) macht den besonderen Reiz der Stadt aus. Die Straße überquert man als Fußgänger, indem man langsam und gleichmäßig im 90 Grad Winkel hinübergeht, während einen die motorisierten Verkehrsteilnehmer umfahren. Klingt furchterregend – ist es beim ersten Mal auch – funktioniert aber erstaunlich gut.
Backpacker übernachten meist in der Altstadt. Das Angebot an günstigen Herbergen ist groß.

Ha Long Bay

Von Ha Noi bietet es sich an, eine Tour nach Ha Long Bay zu buchen. Man wird morgens per Minibus zu den Booten nach Ha Long City gebracht und nach der Bootstour wieder zurück. Man kann selbstverständlich auch auf eigene Faust nach Ha Long City reisen, ich habe die Stadt jedoch nicht als sonderlich schön und reizvoll empfunden. Ein absolutes Highlight der gesamten Reise war die zweitägige Bootstour! Ha Long Bay ist traumhaft schön, das Boot und unser Zimmer waren ausgezeichnet und über Nacht sind wir in einer einsamen Bucht vor Anker gegangen. Nachmittags konnte man schwimmen gehen und die Sonne genießen, abends mit ein paar anderen Reisenden auf dem Oberdeck zusammensitzen. Das Essen ist auf den Bootstouren meist inklusive, Getränke (gerade auch das Feierabendbier) sollte man sich selbst mitbringen.

Hue
Die alte Kaiserstadt sollte allein schon wegen der Zitadelle besucht werden. Man kann auch schöne Tagestouren im Umland unternehmen. Häufig bieten einem die Rikscha-Fahrer solche Fahrten an. Sie können auch viel über die Geschichte der Stadt und die Zerstörung während des Krieges erzählen (Hue war während des Vietnamkriegs stark umkämpft, die Spuren sind noch heute an der Zitadelle sichtbar). Günstige Unterkünfte finden sich an der Le Loi, zwischen Chu Van An und Doi Cung.

Da Nang
Da Nang punktet besonders mit seinem Stadtstrand und dem Nachtleben. Mir persönlich hat allerdings etwas der Charakter der Stadt gefehlt. Da Nang ist der zunehmende Tourismus in Vietnam deutlich anzumerken.

Hoi An
Auch wenn Hoi An wenige wirkliche Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, lässt es sich in dem schönen Städtchen sehr gut aushalten. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Schneidereien für die Hoi An bekannt ist. In vielen Läden liegen Modezeitschriften oder Laptops zur „Recherche“, die Schneider fertigen dann alles was man möchte (auch Schuhe, Jacken oder Mäntel). Die meisten davon fertigen die Kleider über Nacht, es gibt auch einige professionellere Schneider bei denen es länger dauert (3 Fittings inklusive). Man sollte viel Platz im Rucksack lassen.

Da Lat
Das „Paris Vietnams“ nennen die Vietnamesen die Stadt im zentralen Hochland. Ich möchte mir noch heute in den Fuß schießen dafür, dass wir uns gegen Sa Pa im Norden und für Da Lat entschieden haben. Über der Stadt thront ein hässlicher rot-weißer Sendemast der von seiner Form her an den Eiffelturm erinnern soll. Von Da Lat lassen sich sicherlich sehr schöne Wandertouren ins umliegende Hochland unternehmen. Wer die Möglichkeit hat, sollte dennoch nach Sa Pa an der Grenze zu China reisen.

Ho Chi Minh City
Das ehemalige Saigon wirkt lauter und größer als Ha Noi. Mein persönliches Highlight waren die vielen großen und kleinen Märkte in Ho Chi Minh, auf denen man stundenlang bummeln und vor allem auch essen (!) kann. Die Firma „The North Face“ lässt Teile ihres Sortiments in Vietnam herstellen, weswegen sich gerade in Ho Chi Minh das ein oder andere richtige Schnäppchen schießen lässt (Vorsicht vor Fälschungen). Traveller finden eine Vielzahl günstiger Hotels an der Pham Ngu Lao.

Mekong Delta
Wir haben einen Tagestrip von Ho Chi Minh ins Mekong Delta gebucht. Auch wenn man einen Eindruck von der landschaftlichen Schönheit der Region erhält, sind die Touren doch extrem touristisch geprägt (Besuch einer Caramelfabrik!). Wer die Zeit hat, sollte lieber auf eigene Faust ins Delta fahren.

Phu Quoc
Ein absolutes Highlight der Reise war die Insel Phu Quoc im Süden Vietnams. Der Flug von Ho Chi Minh mit Vietnam Airlines war für 62$ pro Person Hin- und Zurück zu haben. Es gibt auch eine Fährverbindung. Die Insel ist wunderschön und Off-Season waren fast keine Touristen dort. Wir haben einen Bungalow direkt am Strand für 8$ pro Nacht gemietet. Die Insel kann besonders gut per Roller erkundet werden (auch wenn die Straßen meist aus Sand oder Schlamm bestehen). Keinesfalls sollte man sich den Sternenstrand im Süden der Insel entgehen lassen. Wer am Ende seiner Reise noch mal richtig ausspannen möchte, sollte einen Abstecher nach Phu Quoc in Betracht ziehen.

 

Letztlich war die Reise durch Vietnam wohl unsere bislang schönste in Süd-Ost-Asien, was sicherlich auch mit dem fast durchgängig wunderschönen Wetter und den wenigen Touristen zu tun hatte. Ich kann es als Reiseziel daher nur weiterempfehlen!

Anreise und Vorbereitungen
Von Deutschland aus bieten mehrere große Fluggesellschaften Direkt- oder Verbindungsflüge nach Ha Noi und Ho Chi Minh City an. Je nach Reisezeit kann es deutlich günstiger sein (wie wir) einen Flug nach Singapur, Bangkok, etc. zu buchen und von dort mit einer lokalen Airline – etwa AirAsia oder Jetstar Pacific – weiter nach Vietnam zu fliegen.

Einreise
Nach Vietnam benötigt man ein Visum. Die fällige Gebühr für ein Touristenvisum mit einmaliger Einreise beträgt 64€. Eine übersichtliche Darstellung zu den Einreisebestimmungen findet sich hier. Besondere Impfvorschriften für die Einreise aus Deutschland bestehen nicht. Eine Impfung gegen Tetanus, Polio und Hepatitis A wird aber empfohlen.

Unterkünfte 
Grundsätzlich schien uns der Standard der Unterkünfte deutlich höher als beispielsweise in Malaysia. Im Juni (Off-Season) kostete ein sauberes Doppelzimmer mit eigenem Bad und AC im Durchschnitt 8 – 10$. Handeln und umschauen lohnt sich auf jeden Fall. Schlafsaalbetten sind deutlich billiger.

Sprache und Leute
In den Hotels ist eine Verständigung auf Englisch meist problemlos möglich. Darüber hinaus kann die Verständigung aber auch in den Großstädten recht abenteuerlich werden. Man sollte sich darauf einstellen, sein (absolut köstliches!) Essen oder auch die Zugtickets mit Händen und Füßen zu bestellen. Auch Französisch hilft nur bedingt weiter. Generell haben wir die Vietnamesen als ausgesprochen höflich und auch herzlich empfunden. So haben sich selbst mit Straßenverkäufern oft sehr interessante Gespräche ergeben, ohne, dass wir im Anschluss etwas kaufen mussten.

vietnam-kompakt Informationen über Land und Leute, sowie weitere Reiseberichte.

sinhcafe  genaue Infos und Preise zu Open-Tour-Tickets

vietnamairlines für inländische Flüge

  • Moskitonetze sind zwar in den meisten Hotels vorhanden, sind jedoch oftmals löchrig. Ein eigenes sollte daher im Gepäck nicht fehlen.
  • Ebenso empfehlenswert ist ein guter Mückenschutz. Bei uns hat sich NoBite durchaus bewährt.
  • Ein Reisewörterbuch ist in vielen Situationen hilfreich, wenn man etwa dem Taxifahrer unter Zeitdruck erklären muss, dass man zum Bahnhof möchte (alternativ kann man sich natürlich auch von dem Taxifahrer auslachen lassen, weil man versucht, schnaufend und hupend einen Zug zu imitieren).
  • Ein Reisekissen oder Nackenhörnchen, sowie ein dünner Schlafsack sollten gerade in den nicht immer sauberen Nachtzügen und Bussen nicht fehlen.

Uneingeschränkt empfehlen kann ich den Vietnam Reiseführer von Stefan Loose (wir haben die 1. Auflage verwendet). Insbesondere was die Reiseverbindungen und Unterkünfte angeht, hat er sich als absolut zuverlässig erwiesen. Die angegebenen Preise waren durchweg realistisch.

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