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Teaserbild: Einen Monat Israel zu Fuß und mit dem Bus

Einen Monat Israel zu Fuß und mit dem Bus

Einen Monat Israel zu Fuß und mit dem Bus

Zu Beginn stand der Plan einer Israelreise, dann die Entdeckung des Israel National Trails, der einmal durch das Land führt, und dann im Februar 2012 die Umsetzung. Den ganzen Februar waren wir zu zweit in Israel unterwegs, viel mit dem Bus, viel zu Fuß, haben in Hostels und im Zelt übernachtet und tatsächlich sehr viel vom Land gesehen.

Warum Israel

Zwei Gründe standen im Vordergrund: Auf der einen Seite ist mir eine Auseinandersetzung mit Israel wichtig und ich wollte mir vor Ort von den Gegebenheiten ein Bild machen, wollte Kibbutzim sehen, Jerusalem, Tel Aviv, aber auch die West Bank, das Militär, die Grenzen. Auf der anderen die Natur. Zum ersten Mal wollte ich Wüste erleben, die Golanhöhen, das Grün in Israel, und mit Sack und Pack wandern gehen. Dafür schien mir ein Wanderweg, der von Nord nach Süd durch ganz Israel (aber nicht durch die West Bank) führt, sehr geeignet. Zumindest Teile von ihm wollte ich gehen.

Berge nahe EilatJerusalemTotes Meer und Berge

Was Sie schon immer über ISRAEL wissen wollten…

Die ersten paar Tage haben wir im Florestine Hostel (wirklich nicht zu empfehlen) in Tel Aviv verbracht und uns diese langweilige Autostadt angeguckt, bis wir uns endlich in die Wüste nach Mitzpe Ramon aufgemacht haben.
Mein erster Tag in der Wüste und es regnet! Wir haben einen der 8 Regentage im Jahr erwischt und uns in ein sehr tolles, kleines Hostel gerettet, mit einem Besitzer, der alles über das Wandern und die Wüste wusste und sehr hilfsbereit war. In den nächsten Tagen haben wir dann die Wüste erkundet. Zuerst nur mit einer Übernachtung (es wird kalt nachts in der Wüste!), dann mit 12l Wasser auf den Rücken für 2,5 Tagen. Mitzpe Ramon ist der Ausgangspunkt für den Krater Ramon und unser Hostel diente uns immer wieder als Anlaufspunkt, sodass wir auch überflüssige Sachen (wie Kleidung und Bücher) im Hostel lassen und uns nur auf die Wüste konzentrieren konnten.
Wir sind durch den Krater Richtung Jordanien gewandert, erlebten alle Stunde eine andere Wüste, sahen Kamele und Ibexe, während Militärflugzeuge über uns flogen, wo wir doch ansonsten sehr alleine waren. Unser Wasser hat gereicht, man sollte sich nicht auf eine der menschlich angelegten Auffüllmöglichkeiten verlassen; manchmal sind schon alle Flaschen leer, wenn man ankommt. Das war unser erstes Wandern auf dem Trail.
Zelten ist nur in ausgewiesenen Plätzen (nicht immer schön gelegen, einmal schliefen wir unter der einzigen Hochspannungsleitung weit und breit) erlaubt, welche zwischen 18 und 28km auseinander liegen. Wir haben auf unsere gesamten Reise jedoch nicht viele andere Leute auf dem Trail gesehen, womit ein Zelten im Verborgenen auch kein Problem sein sollte. In der Wüste sollte man hingegen den Weg nicht sehr verlassen, zwischendurch führt er durch Militärgebiet; 80% Israels sind Militärgebiet.
Nach unserer Wanderung ging es nach Eilat, welches mit seinen blinkenden Lichtern und Künstlichkeiten an Las Vegas erinnerte bzw. erinnern sollte. Kurz: die Stadt ist furchtbar, das Rote Meer war mir ein wenig zu kalt, die Grenzen überall bewacht und uns zog es auf die südlichste Etappe des Trails, welche auf über 600m hoch ging und sehr beeindruckend war.
Die Wüste ist so südlich mehr Gestein und viel trockener, die Felsen massiv und die Etappe hat viel Spaß gemacht, auch wenn wir oft von Soldaten beobachtet wurden, die wir unserseits beobachteten. Auf der einen Seite standen Israelis mit Ferngläsern, auf der anderen Seite der Schlucht Ägypter mit Ferngläsern. Und wir gingen durch die Mitte (so wie auch andere, denn für uns ungewohnterweise waren auf diesem Stück viele Leute, von Reisegruppen zu Schulklassen unterwegs). An der gesperrten Route 12 angelangt trampten wir mit Militärs, vermutlich die Gleichen, die uns vorher beobachteten, zurück nach Eilat.
Trampen ist in Israel sehr gängig. In der Wüste wird man leicht mitgekommen, im Norden wird es schwerer und Geduld ist erforderlich. Den Wunsch mitgenommen zu werden, zeigt man Autos und Bussen gleichenmaßen mit einem gestreckten linken bzw. rechten Arm im 45° Winkel an, dabei ist der Zeigefinger ebenfalls lässig gestreckt und man steht vornämlich an Bushaltestellen.

der erste Tag in der WüsteHaifa von obender Ramon-Krater

Nach Eilat ging es über Jerusalem (über die Stadt ist viel geschrieben worden) in den Norden und wir übernachteten im Kibbutz Dafna, einem ehemaligen Frontkibbutz. Das Zelten in Kibbutzim ist scheinbar kein Problem und so auf jeden Fall zu empfehlen. Wen wir auch fragten, niemand hatte etwas dagegen, dass wir unser Zelt auf der öffentliche Wiese aufschlugen. Kibbutzim zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie über öffentliche Toiletten verfügen, wir so an Wasser kamen und uns waschen konnten. Mit Dafna als Basispunkt haben wir die Golanhöhen bewandert, den wasserbedürftigen Orangenanbau, die Minenfelder, die Zuflüsse zum Toten Meer und das Grün gesehen.
Nachdem wir uns in drei Kibbutzim verlaufen hatten und gescheitert sind, der Etappe 0 aus unserem Reisebuch zu folgen (nicht der Etappe 0 folgen, es gibt keinen Weg, der ausgeschildert ist, zudem muss man zweimal Eintritt in Nationalparks zahlen und man geht viel auf der Straße), ging es nach Tagen zurück in die Mitte, nach Nazareth.
Für Nazareth, der größten arabischen Siedlung, kann ich wieder ein Hostel empfehlen, das Fauzi Azar Inn, traumhaft, für 18€ ein Bett, riesiges Frühstück, Kuchen und Kaffee den ganzen Tag und eine alternative Führung.
Nach zwei Tagen Nazareth folgte eine Wanderung nahe Haifa auf dem Trail, wo wir morgens im Sturm abgesoffen sind, worauf wir uns über Bethlehem zum Toten Meer zum Baden und zum Wandern aufmachten. In Ein Gedi haben wir direkt kostenlos am Strand gezeltet (gute Busverbindung von Jerusalem). Mein Tipp hier: Nahrung in Jerusalem kaufen. Am Strand selbst gibt es die üblichen Snacks und im Kibbutz Ein Gedi (ca. 2,5km vom Strand entfernt) kann man auch einkaufen, aber die Lebensmittel sind viel teurer. Es ist ein reiches, auf Touris getrimmtes Kibbutz. Im Osten das Tote Meer und im Westen Berge.
Direkt in Ein Gedi gibt es einen National Park, in dem wir wandern waren. Dieser kostet Eintritt (ca. 5€) und öffnet an springflutfreien Tagen um 8 Uhr morgens. Das Wandern selbst ist schön und die Wege interessant, aber Ein Gedi ist auch in der Nebensaison zusammen mit Masada (Unesco-Weltkulturerbe) der Hauptanziehungspunkt für geführte Ausflüge aus Jerusalem. Das heißt: unendlich viele TouristInnen, die sich laut in Gruppen auf Englisch und Deutsch unterhalten, und denen man auf den engen Wegen minutenlang ausweichen muss.
Außerhalb von Ein Gedi wird Wandern schwierig, ist mit den entsprechenden Karten aber machbar solange man die überzogenden Warnungen von Israelis über die West Bank ignoriert. Ausgeschilderte Wanderwege gibt es, meines Wissens nach, wenige.
Unsere letzten Tage verbrachten wir wieder auf dem Trail. Von Haifa sind wir über die Camelregion nach Caesarea gewandert. Diese Region ist die bevölkerungsstärkste in Israel, fast alle Felder sind entweder bebaut oder werden zur Landwirtschaft oder zur Tierzucht genutzt. Viel mit einsamer Natur wie in der Wüste war hier nicht mehr. Auch war es oft schwierig, die Wegweiser zu finden und wir haben uns oft verlaufen. Mal mussten wir über Kuhweiden, mal durch Kakteenfelder und über Kartoffeläcker.
In Israel werden auch Bananen angebaut. So war der Trail an dieser Stelle langweilig, führte auch oft über Feldwege und durch Dörfer. Dagegen hat sich ein Tag am Mittelmeer und in Caesarea sehr gelohnt, aber auch das Wandern durch die 2009 abgebrannten Wald in der Camelregion.
In Caesarea wurden viele römische Bauwerke wieder aufgebaut, nahezu die ganze alte Stadt lässt sich erkunden und das viel entspannter als Masada, die TouristInnen verteilen sich gut und es kostet keinen Eintritt. Caesarea war die letzte Station unserer Reise, am nächsten Tag ging es, diesmal mit dem Zug und Taxi, zurück nach Tel Aviv und zum Flieger.

Tipp:
Wenn es regnet, besonders wenn viel Regen fällt, lassen sich viele Teilabschnitte des Trails, unseres Erachtens nach, nicht begehen. Das liegt daran, dass er oft durch Wadis, trockenen Fluss- bzw. Bachläufen, führt, in welchen sich dann bei Regen alles Wasser sammelt und die so schon schwierigen Strecken über Felsen und Geröll in rutschigen Partien verwandeln. In der Wüste ist zusätzlich mit Springfluten zu rechnen. Als Faustregel gilt: Regnet es in Jerusalem, ist in den nächsten 2 Tagen mit Springfluten in der Nähe des Toten Meeres zu rechen (an diesen Tagen haben die Nationalparks in dieser Region geschlossen).

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